Archiv für den Monat: Juni 2013

Bunbury und ich im Efeuhof

Bunbury - Ernst sein ist allesWenn zumindest der Kalender “Sommer” anzeigt, ist es Zeit für Theater im Efeuhof des Würzburger Rathauses — ein schöner und stimmungsvoller Ort für Theater. Auch am Freitagabend war kalendarisch Sommer und zumindest regnete es nicht, darum wagte ich mich spontan zu der Aufführung von “Bunbury – Ernst sein ist alles”, inszeniert vom Theater Ensemble.

Das Stück ist eine klassische Verwechlungs- und Verwirrungskomödie aus der Feder von Oscar Wilde. Der grobe Plot: Zwei Männer erschaffen die fiktiven Personen Ernst und Bunbury, um frei und ungebunden das Leben zu genießen. Als sich deren Liebschaften mehr für die Kunstfiguren als für sie selbst interessierten, beginnen die Verwicklungen. Und es geht um den Vornamen “Ernst”, der auf die Frauen im Stück sehr anziehend wirkt. Ich habe mich beim Zuschauen gefragt, wie die Wortspiele um den Namen Ernst im englischen Original wohl lauten? Die Lösung: Im Original heißt das Stück “The Importance of Being Earnest” und kalauert mit der ähnlichen Aussprache des Namens “Ernest” und dem Wort “Earnest” für aufrichtig, ehrlich.

Das Stück lebt allgemein sehr von der ironischen und teilweise sarkastischen Sprachspielerei von Oscar Wilde — die auch in der deutschen Übersetzung –, mit der der Autor die Oberflächlichkeit und Lebensweise der britischen Oberschicht Ende des 19. Jahrhunderts aufs Korn nimmt. Eine Übertragung auf den Anfang des 21. Jahrhunderts fällt im Kopf aber nicht sehr schwer. Und wer unbedingt die Inhalte des Stücks  in die Moderne übertragen will, kann die Probleme mit den Scheinidentitäten — das “Bunburysieren” — als Anspielung auf die Schöpfung von Fakeaccounts in sozialen Medien, um gepflegt die Sau rauszulassen, verstehen. Ist aber eine gewagte These. 😉

Bunbury - Ernst sein ist alles

Ich glaube, das Stück ist nicht leicht für die Schauspieler. Nicht weil komplexe Gefühle dargestellt werden müssen — da ist “Bunbury” doch eher einfach gestrickt –, sondern weil sie den Text recht exakt drauf haben müssen. Oscar Wilde baut akrobatische Wortgefechte auf, die aber auch nur funktionieren, wenn sie genau wiedergegeben werden. Viel Platz für Improvisation bleibt da nicht.

Bunbury - Ernst sein ist allesAber am Freitag,  bei der zweiten Aufführung von “Bunbury”, klappt das ganz gut, offensichtliche Hänger gab es kaum. Michael Wagner brachte die Rolle des Lebemanns Algernon in einer leicht überdrehten Captain-Jack-Sparrow-Art gut rüber, Michael Völkl gab souverän dessen Freund Jack auf dem Weg zur Ernsthaftigkeit/Aufrichtigkeit.
Optisch atemberaubend in ihren eher an die 20er-Jahre erinnernden Kleidern war Kristina Förster, die  glaubwürdig die naiv-pseudo-tiefsinnige Gwendoline gab und sich schön zickig mit ihrer vermeintlichen Rivalin Christina Miceli in der Rolle der Cecily anlegte. Und Franziska Wirths wirkte so blasiert, arrogant und herrisch als Algernons Tante Augusta, dass ich nach der Vorstellung zweimal hinschauen musste, um die nette und sympathische Frau am Getränkestand zu erkennen.

Bunbury - Ernst sein ist allesZu den “kleinen” Rollen. Gisbert von Liebieg spielte seinen Dr. Chasuble viel zu hölzern, glücklicherweise in einer wenig tragenden Rolle.  Und ich möchte Dennis Kappelsberger, der den Butler Lane spielte, endlich mal in einer Rolle sehen, in der er keinen gefühlsarmen und kontrollierten Briten spielt — wie auch schon neulich  in “Zeugin der Anklage”. Nicht dass er das nicht gut kann, im Gegenteil, aber ich möchte einfach mal sehen, was er noch so drauf hat. Tapferkeitspunkte gab es für Co-Regisseurin Karolin Benker, die für die kurz vorher erkrankte Schauspielern der Rolle der Miss Prism einsprang und mit einem Textbuch in der Hand auf die Bühne musste. Das hat sie aber mit großer Würde getan. 🙂

So weit, so schön. Aber ein paar Wermutstropfen gab es doch. Zum einen das Stück selbst. Sehr unterhaltsam, wenn man wie ich Oscar Wildes Sprachakrobatik und -konstruktionen mag. Allerdings zum Schluss recht langatmig. Wenn endlich die meisten Verwirrungen im Stück aufgelöst sind, muss Wilde nochmal eins draufsetzen und nochmal neue Verwandtschaftsverhältnisse schaffen. Für mich hätte das Stück fünf Minuten nach der Pause schon enden können.

Bunbury - Ernst sein ist allesEin wenig schmerzt auch der Eintrittspreis. 17,50 Euro sind schon ein Wort, zumindest für meinen Geldbeutel. Klar verstehe ich, dass eine Produktion außerhalb der Heimatbühne etwas aufwändiger und teurer sind, aber ich kann mir vorstellen, dass beim Eintritt bei manchen schon die Schmerzgrenze überschritten wird. Gut, wenn ich ehrlich bin, hätte ich in der selben Zeit zum selben Preis woanders drei Cocktails getrunken, so relativiert es sich also etwas. 😉
Ermäßigt kostet der Eintritt übrigens 14,50 Euro. Günstiger ist es immer am Mittwoch, da kostet die normale Karte 14,50 Euro und die ermäßigte 8,50 Euro — der Tag also für Leute, die auf ihr Geld achten müssen oder wollen. Die Getränkepreise sind im Gegenzug allerdings wieder ganz günstig, 3,50 Euro für einen guten Bürgerspital-Silvaner und 2 Euro für ein Weinschorle.

Schön finde ich bei so kleinen Theaterproduktionen, dass man die Darsteller und Mitarbeiter nach der Vorstellung noch an der Theke treffen und mit ihnen plaudern kann. Macht mir immer Spaß — auch diesmal.

“Bunbury – Ernst sein ist alles” wird noch bis zum 20. Juli 2013 aufgeführt, immer Mittwoch bis Samstag um 20 Uhr — wenn das Wetter passt.

Hafen.Sommer.Bilder in der Stadtbücherei

20130627_184756Gestern Vorgestern war ich in der Stadtbücherei Würzburg im Falkenhaus bei der Vernissage der Fotoausstellung “Hafen.Sommer.Bilder”, wo bis zum 15. August 2013 Fotos von Konzerten am Hafensommer gezeigt werden. Da kann man seinen Kindern mal zeigen, dass es mal wirklich ein Festival an der Treppe am Alten Hafen gab — wer weiß, wie lange das Gelände wegen der bröckelnden Kaimauer gesperrt sein wird.

Ab 17. Juli werden Hafensommerbilder nicht nur in der Stadtbücherei, sondern auch auf dem Kunstschiff Arte Noah ausgestellt — da kommt man noch hin.

Die Bilder fand ich großteils gut, in paar nicht so berauschend, aber das soll jeder selbst entscheiden. Ein bisschen viel Bilder vom Stian Westerhus-Konzert waren für meinen Geschmack dabei.
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Und weil die beiden ausstellenden Fotografen gerade da waren — natürlich bin ich mit Hans Will vom Kitziblog und Gerald Langer von Music On Net noch einen Schoppen trinken gegangen. 🙂

Hafensommer @ Mainwiesen

Nachdem die Würzburger ein paar Tage lang lustig spekulieren durften, wo der Hafensommer dank der überraschend maroden Kaimauer in diesem Jahr stattfinden soll, ist es nun raus: Laut Main-Post wechselt der Hafensommer 2013 einfach nur die Uferseite und findet auf den Mainwiesen statt. Da lag ich mit meinen Ahnungen gar nicht so schlecht.

Da kann sich ja das U&D und der Hafensommer die Klinke in die Hand geben und im Stadtrat darf man sich streiten, wer die ganzen Zusatzkosten für die Zuschauertribüne übernehmen wird.

Mein U&D 2013

Dank dem Unwetter leider nur ein halbes Konzert - Daniel Norgren
Dank dem Unwetter leider nur ein halbes Konzert – Daniel Norgren

Drei Tage Umsonst & Draussen konnte ich mir in diesem Jahr gönnen — 20 Stunden Festival an den Mainwiesen in Würzburg. Und unterm Strich bin ich glücklich aus dem Festival gegangen. Auch wenn mein Abschied von U&D 2013 schon vier Tage her ist, so hat es mich nicht ganz verlassen — in den Beinen spüre ich das Rumlaufen und -stehen immer noch. 😉

Die meiste Zeit herrschte perfektes Festivalwetter — nicht zu heiß, wie in den Tagen vorher, aber auch nicht zu kalt. Die große Ausnahme war Donnerstagnacht: Ausgerechnet beim Konzert des schwedischen Bluesmusikers Daniel Norgren, auf das ich mich schon den ganzen Tag gefreut habe, kippte das Wetter auf dramatische Weise. Etwa um halb elf betrat Moderator Tilman Hampl mitten im Lied die Bühne und bat alle Besucher, zügig das Gelände zu räumen, es gibt eine Sturmwarnung. Das löste erst mal Unmut bei den Zuhörern aus, die sich an wenige Minuten in Verständnis wandelte, denn in kürzester Zeit ging die Welt unter. Sturmböen wehten fast die Zelte weg und es goss nicht nur aus Eimern, sondern großen Fässern. Tropfnass bin ich dann daheim angekommen.

Edgar, der Patenzwerg des Würzblog.
Edgar, der Patenzwerg des Würzblog.

Angenehm fand ich die “Verschlankung” des U&D. Nicht mehr ganz so viele Bands im Programm, die man eh nicht alle anhören könnte. So war es doch entspannter, die Konzerte zu genießen, aber natürlich logischerweise etwas auf Kosten der Vielfalt.

Entspannt habe ich es auch in Sachen Bloggen angehen lassen. Auf dem Gelände habe ich vor allem ein paar Bilder über Instagram gepostet und einen Blogartikel über Matze Rossi. Gehemmt war ich aber sowieso dadurch, dass der Mobilzugang über das Handy gerade am Abend recht schlecht war, das Netz war oft überlastet. Und ständig in den Backstage-Bereicht zum WLAN wollte ich auch nicht, dafür war mir auf dem Gelände einfach zu viel los.

Eine Hammond-Orgel! Ich liebe sie!
Eine Hammond-Orgel! Ich liebe sie!

Was ging bei mir musikalisch? Toll fand ich das Konzert von Wolvespirit, wobei sie bei mit schon durch den Einsatz einer Hammond-Orgel leichtes Spiel hatten, mein Ohr zu erobern — ich liebe einfach diesen Sound, auch wenn er mir in der Tonmischung fast etwas unterging. Großartiger Oldschool-Psychedelic-Rock!

Von Instant Vood Kit und auch von Markus Rill habe ich leider nur wenig hören können — ich habe einfach zu viele Leute getroffen und mit denen gequatscht. Auch das ist das U&D für mich: Freunde und Bekannte treffen, und das recht geballt.

 

Doch weiter mit der Musik, der Freitag blieb für mich lange Zeit rockig. Und auch Cover-lastig.

Beinah wie Brian Johnson.
Beinah wie Brian Johnson.

Die Würzburger Band Bon’s Balls, lockte wieder die Massen an die Draussen-Bühne. Da kann man über Cover-Bands lästern wie man will — wenn sie mit Stil, Können und einem Augenzwinkern Musik anderer Gruppen nachspielen, dann kann das auch viel Spaß bringen. Nichts was ich jetzt jeden Tag haben will, aber wenn ich schon nicht so oft ein AC/DC-Konzert besuchen kann, dann doch einmal im Jahr eine ordentliche Dosis Bon’s Balls als Ersatzdroge.

Und auch die Gruppe Mandowar, die nach Bon’s Balls auftraten, spielten “nur” nach. Bekanntes Hard Rock- und Heavy Metal-Liedgut auf Mandoline und Gitarre zum Besten geben hat ein paar tausend Besuchern einen lustigen Abend beschert, was will man mehr.

Nachts habe ich dann noch dem Akustik-Konzert von Rainer von Vielen auf der Zelt-Bühne gelauscht. Oder versucht zu lauschen. Schon an diesem Abend ist mir die blöde Akustik im Zelt unangenehm aufgefallen. U&D 2013 Gar nicht mal die Akustik der Musik an sich, sondern dass gerade bei eher ruhigen Stücken man die Besucher gehört hat, die sich laut unterhalten — ein ständiger und störender Laberlärmpegel. Und so toll ich das Konzert trotzdem fand — vielleicht wäre nach Mitternacht doch eine etwas fetzigere Musik auch kein Fehler gewesen, für die Uhrzeit war mir das fast zu ruhig.

Rainer von Vielen spielte am nächsten Tag, Samstag, noch mal. Und ich war mir unsicher, ob ich da hingehen soll, nachdem ich ihn in der Nacht schon gehört habe. Aber zum Glück habe ich es getan und wurde von seiner musikalischen Vielseitigkeit nicht enttäuscht: Das Konzert am Samstagnachmittag war ein komplett anderes als Freitagnacht. Am Samstag ließ er wirklich die Allgäuer Kuh fliegen und gab für mich einen der besten Auftritte meines U&Ds in dem Jahr ab (nicht dass ich eine Rangliste führen würde). Da hatte ich sogar mal so gar keine Lust mich direkt vor die Bühne zu quälen, um mit meinem Handy ein Bild aus der Nähe zu machen, sondern genoss das Konzert einfach mal aus einiger Entfernung.

Joe Krieg und Daniel Biscan an den Gitarren.
Joe Krieg und Daniel Biscan an den Gitarren.

Aber angefangen hat der U&D-Samstag für mich mit einem Konzert des Fotografen, Bildredakteur und Main-Post-Kollegen Daniel Biscan, der mit der Band Benedix sich nach 10 Jahren mal wieder als Musik auf die Bühne gewagt hat.

Dafür, dass er sich mit nur einem Song beim U&D beworben und zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Band hatte, mit der er dann vor dem Auftritt nur fünfmal mit schnell komponierten Lieder geprobt hatte, lieferte er eine sehr ordentliche Leistung ab. Gerade zu der undankbaren Uhrzeit Samstagnachmittag um 15 Uhr.

Und endlich konnte ich an dem Tag auch mal Karo mit ihrem neuen Album live anhören. Hätte ein schönes Konzert werden können, wenn es nicht auf der Drinnen-Bühne im Zelt stattgefunden hätte, mit den schon ein Rainer von Vielen erlebten akustischen Nebeneffekten. Und das, obwohl das Zelt — für mich überraschend — bei ihrem Konzert gar nicht so voll war.

Wallung am Getränkestand
Wallung am Getränkestand

Dann hätte ich ja noch gern The Joker & The Thief gehört. Das heißt, ein wenig habe ich sogar von Konzert gehört. Den Rest der Zeit, ziemlich genau 25 Minuten, stand ich am Getränkestand an, um mir einen Wein und ein Wasser zu kaufen. Die Getränkelogistik war am Samstagabend an der Draussen-Bühne heillos überlastet und überfordert. An der Drinnen-Bühne gab es zwei Getränkestände, dann lange nichts und dann an der Draussen-Bühne drei Stände — das war einfach viel zu wenig, gerade an der Draussen-Bühne, wo einfach sehr viel los war.

Und was darf bei einem Festival, das sich zu guten Teilen über den Getränkeverkauf finanziert, nicht passieren? Genau, dass man sich nichts zu trinken kaufen kann. An dem Stand, an dem ich war, lief auch das Bier total langsam aus dem Hahn, was nicht zur einer schnellen Abfertigung der durstigen Gäste beigetragen hat. An anderen Ständen sollen die Getränke teilweise ausgegangen sein? Sorry U&D, das darf einfach nicht passieren! Ich möchte da gar nicht auf die Mitarbeiter am Getränkestand einprügeln, die haben in den meisten Fällen ihr Bestes gegeben.

50 Faces als Panorama
50 Faces als Panorama

Ein bisschen schade fad ich auch, dass das Kunstzelt abends per DJ beschallt wurde. Das Zelt war sonst immer eher ein Ort der Ruhe, wo man mal einen Kaffee trinken oder die Bilder anschauen konnte, ohne gleich wieder was auf die Ohren zu bekommen.

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Mein finanzieller Beitrag zum Umsonst & Draussen 2013: Mindestens 42 Euro habe ich vertrunken, davon 6 Euro Pfand, das ich gespendet habe. Die wirkliche Zahl dürfte ein klein wenig höher liegen, da ich bestimmt nicht mehr alle Pfandzettel im Geldbeutel hatte.

Damit komme ich bei 20 Stunden Festival auf einen Stundenpreis von 2,10 Euro oder 14 Euro pro Tag, was für eine Veranstaltung, bei dem ja dann die Getränke rechnerisch inklusive sind, ein Witz ist.

90000 Besucher war laut Veranstalter beim Festival — man möchte sich gar nicht ausmalen wie die Finanzen aussähen, wenn man ein paar Euro Eintritt verlangen würde …

Rööö hat schon mal angefangen, Blogbeiträge zum U&D zu sammeln. Ich war so frei, seine Liste mal zu übernehmen und zu ergänzen:

Rööö:

Hazamel:

Würzburcher:

Icey:

Papiergeflüster:

Dear you Würzburg:

Pogoweb:

U&D 2013: Matze & ich

Endlich.  Nach Jahren kann ich mir endlich Matze Rossi endlich mal live anhören. Das wollte ich schon gefühlte tausend Mal, aber das Schicksal — und mein Kalender — wollte und wollte es einfach nicht zulassen.

Aber jetzt, beim Umsonst & Draußen 2013, wächst zusammen was zusammen gehört. Sehr schön, interessante Stimme. Das Warten und Hoffen hat sich gelohnt.

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Wenn Mauern und Menschen versagen

In diesem Jahr ist wirklich der Wurm drin. Das Africa Festival säuft im Hochwasser in Würzburg ab, das Umsonst & Draussen kriegt gerade noch die Kurve und könnte nur noch durch heftige Sommergewitter gestoppt werden — und nun erwischt es auch noch den Hafensommer am Alten Hafen. Nein, nicht wegen Hochwasser, sondern wegen einer Mauer.

Der Hafensommer findet in diesem Jahr spontan mal nicht an der Hafentreppe bzw. im Hafenbecken statt, denn wie die Main-Post gestern berichtete, ein neuer Ort muss jetzt schnell gefunden werden. Denn die alte Kaimauer am Alten Hafen  ist einsturzgefährdet, oder wie die WVV-Sprecherin — die Hafen AG ist einer Tochter der WVV — zitiert wurde: “Ein Versagen der Mauer kann nicht ausgeschlossen werden”.

Nun, die Kaimauer versagt nicht, sie ist einfach nur über 100 Jahre alt. Darüber, wer in diesem Fall versagt hat, kann man nun streiten. Die Kaimauer tauchte schon im WVV-Geschäftsbericht 2009 auf (Seite 56):

Als Folge der Ergebnisse einer ersten Untersuchung wurde die bestehende Rückstellung für die Sanierung der Schadstellen an der Kaimauer Alter Hafen im Berichtszeitraum erhöht.

Im Geschäftsbericht 2010 wird die Kaimauer mit dem identischen Wortlaut erwähnt, dazu noch an anderer Stelle von einer “notwendigen Sanierung”. Und im Geschäftsbericht 2011 ist die Sanierung der Kaimauer immer noch notwendig, aber anscheinend nicht mehr sooooo notwendig: (vermutlich ist  damit die Kaimauer am Alten Hafen gemeint, das steht aber nicht explizit im Bericht)

Die Sanierung der Kaimauer wurde von den Jahren 2012 und 2013 auf die Jahre 2013 und 2014 verschoben. (S. 67)

Die WVV wusst also um das Problem, hat sich aber nicht gerade überschlagen, es zu lösen. Doch ganz untätig war sie nicht: Im letzten Jahr hat das Landesamt für Denkmalschutz eine Vorschlag abgelehnt, die Mauer durch eine Spundwand aus Stahl abzusichern. Im Jahr 2010 hat der Bauausschuss der Stadt Würzburg diesen Vorschlag laut Main-Post schon einstimmig abgelehnt.

Jahrelang war man sich auf Seiten der Stadt und der WVV bewusst, dass die Kaimauer saniert werden muss, hat sich aber viel Zeit dabei gelassen. Und nun muss alles ganz schnell gehen.

Was wird jetzt mit dem Hafensommer?

In 35 Tagen beginnt der Hafensommer und noch ist offensichtlich nicht endgültig klar, wo genau das Musik- und Kulturfestival stattfinden soll. Laut der Facebook-Seite des Hafensommers suchen die Veranstalter gerade mit der Hafen AG einen Ort, “der weiterhin der Bezeichnung Hafensommer gerecht wird”. Ich bin gespannt.

Und ganz beschissen ist es für die Leute vom Eisbrecher Ulla, die ihre Bleibe vom Arte-Noah-Schiff in das ehemalige Lumen im Kulturspeicher verlegt haben. Letzte Woche die erste Veranstaltung und schon müssen sie wieder schließen. Bitter!

Nun kann man natürlich Verschwörungstheorien stricken, dass die Stadt oder die WVV etwas gegen Kultur am Alten Hafen hat. Die Wahrheit ist meiner Meinung nach langweiliger und doch erschreckender: Die Entscheider haben vergessen, dass Zeit eben nicht immer Wunden heilt, sondern auch mal Mauern einstürzen lässt. Diese Zeit kann man auch einfach verschlafen, dafür wird man schreckhaft geweckt.

P.S.: Dear you Würzburg hat auch schon darüber geschrieben

Bloggen für das U&D

Das Verhältnis zwischen dem Umsonst & Draussen-Festival in Würzburg und den Bloggern ist ja schon seit vielen Jahren ein Gutes. Wer über das U&D bloggen will, der kann sich auch in diesem Jahr akkreditieren — im Tumblr-Blog des U&D steht, wie das geht. Und dass das Tumblr-Blog des U&D ist in diesem Jahr wieder aktiviert worden ist, finde ich übrigens eine sehr schöne Sache! 🙂

Vorteile für die Blogger sind, dass sie in den Backstage-Bereicht können (klingt spannender, als es ist) und auch auf die Bühne zum Fotografieren dürfen. Der Vorteil für das U&D ist: mediale Aufmerksamkeit und eine oft mal originelle Berichterstattung! 😉

Das alljährliche Blogger-MeetUp im Vorfeld des U&D findet am Montag, 17. Juni 2013, um 18 Uhr auf den Mainwiesen statt.

Blogger und Twitterer, wie sieht es aus? Wollen wir uns auf dem Festival selbst mal treffen? Sind auswärtige Blogger da? Wann, wo, wie, Vorschläge?

 

Es wird laut – das U&D 2013 im Radio Würzblog

Ich bin jetzt mal guter Dinge und glaube fest daran, dass das Umsonst und Draußen in diesem Jahr wie gewohnt auf den Mainwiesen in Würzburg stattfinden wird — trotz Hochwasser-Nachwehen.

Um mich musikalisch schon auf das Festival einzustimmen, habe ich bei Radio Würzblog eine Sendung für das U&D 2013 gestartet– mit Musik von vielen Künstlern, die in diesem Jahr auftreten werden. Wenn eine Band dort auch gerne gespielt werden will, einfach bei mir melden oder mir ein paar MP3s schicken.

Die Sendung läuft jeden Tag von 7 Uhr bis 10 Uhr, von 15 Uhr bis 18 Uhr und von 21 Uhr bis 0 Uhr. Viel Spaß beim Anhören! 😀

Aktuell im Programm (teilweise aber auch nur mit ein oder zwei Liedern): Kat FrankieBoppin’ B.Lick And A PromiseDevolutionThe Instant Voodoo KitMandowarMamsell ZazouSilenceDaniel NorgrenShubangi & The MaxonsSenore Matze RossiCoby GrantKaro & Jets vs SharksTansy DavisJunge Virtuosen auf dem Weg zum RuhmBratzeRainer Von VielenMarkus Rill & The TroublemakersThe Joker & The ThiefRobert AlanBenedixThe Ghost RocketsTubbePanorama of Destruction