@Katja Wolf: Ja richtig, ich bin beleidigt und ich finde mit Fug und Recht. Habe über viele Jahre das U&D als Besucher mit viel Sympathie verfolgt und als Musiker und Moderator mit etlichen Beiträgen engagiert begleitet. Da tut es natürlich weh, wenn sich über Jahre eine gewisse Großmannsucht einschleicht, das Festival immer kommerzieller und größer wird und Masse statt Klasse gefahren wird. Habe deswegen wirklich viele Gespräche geführt und je heftiger es wurde, desto weniger wurde zugehört, auf einmal war der Twitterwall wichtiger als die Bands, die davor spielten (ich halte sowas für respektlos gegenüber jedem Künstler). Und dann stimmten die Zahlen nicht mehr, aber statt sich an die eigene Nase zu fassen und festzustellen „wir geben zuviel Geld aus“, „wir haben falsch kalkuliert“, waren natürlich die Gäste Schuld, die nicht gekommen waren, keiner fragte sich warum Sie weggeblieben waren.
Und zum Thema Gagen: Gut, ich bin freier Musiker, drum bin ich da vielleicht besonders sensibel, aber warum kriegen ausgerechnet die Menschen nichts, wegen derer das Publikum zum Festival kommt. Klar, kann dem Publikum doch egal sein, „Geiz ist geil“, wenn die das umsonst machen, aber ist das bei einem Umsatz in ordentlicher sechsstelliger Höhe okay? Trägt man als staatlich geförderter Verein nicht auch eine soziale Verantwortung? Es wird ganz selbstverständlich eine professionelle Performance von den Bands erwartet, aber das komplette Geld kriegen andere? Ich fand das immer höchst fragwürdig, etwas anderes wäre es gewesen, wenn alle ehrenamtlich gearbeitet hätte, aber so war und ist es nicht.
Also ja, ich bin beleidigt und verärgert über die Arroganz mit der Ralf Duggen und der Rest des U&D-Vereins jahrelang über jede Art von begründeter Kritik hinweggegangen sind und ich ärgere mich, dass ich zusehen muss wie dieses ehemals kleine, feine, regionale Festival ohne äußere Not zu einer Karikatur seiner selbst geworden ist. Indignez-vous!