Punkt 2: Worum es in meinem Beitrag eigentlich ging: Das Bloggen beim U&D.
@stefan: Natürlich darf man in diesem Land schreiben, was man will (innerhalb gewisser Grenzen — Beleidigungen zu Beispiel). Aber ich habe beim Bloggen und im Journalismus oft genug erlebt, dass versucht wird, im Vorfeld oder im Nachhinein auf die Berichterstattung Einfluss zu nehmen. Oder wie ich gehört habe, wollen manche Veranstalter die Rechte an den Bildern haben, die gemacht wurden. Das war — bisher — beim U&D nie der Fall. Oder wie neulich in Hamburg: http://www.heise.de/foto/meldung/Hamburger-Abendblatt-verzichtet-auf-Bartoli-Foto-1884425.html
Eine Akkreditierung ist keine Vorteilsnahme, sondern in diesem Fall die Möglichkeit, in Bereiche zu kommen, die für die normalen Besucher nicht zugänglich sind, und die Infrastruktur — wie zum Beispiel das WLAN — vor Ort zu nutzen. Meine Aufenthaltsdauer im Backstagebereich ist immer recht kurz, meistens nur mal um mich hinzusetzen, die Akkus zu laden, Bilder hochzuladen, schnell was Bloggen und was essen. Wohlgemerkt – die Blogger müssen sich Essensmarken kaufen, günstig, aber nicht kostenlos.
An und für sich kein großes Ding, für Journalisten sogar langweiliger Alltag. Dass das U&D eine Akkreditierung auch für Blogger anbietet, ist in diesem Land aber noch eher ungewöhnlich.
Ob ein Blogger dann PR für das U&D macht, knallhart kritisch darüber schreibt, nur Bilder von den Konzerten macht oder sich ausschließlich für die Stände interessiert, bleibt jedem selbst überlassen.
Vielleicht versuche ich bei euch, Stefan und Dennis, mal das Bild der Blogs gerade rücken. Ein Blog per se ist nicht zwangsweise dafür gedacht, knallharten und investigativen Journalismus zu betreiben. Beim genaueren und sogar beim ungenaueren Hinschauen sind von den mehreren hundert Millionen Blogs die (pseudo)journalistischen Blogs eine absolute Randerscheinung. Ein Blog ist ein Medium. Was man damit macht, bleibt jedem selbst überlassen.
Ja, das U&D kann natürlich etwas davon haben, wenn die Blogs im Vorfeld und währenddessen über das Festival schreiben. Ist ja auch nicht schlimm. Ist es schlimm, wenn Dennis mir seine neue CD gibt und ich darüber schreibe? Finde ich nicht, weder für Dennis noch für mich. Ich weiß natürlich nicht, ob ich nochmal eine CD bekommen würde, wenn ich einen Verriss schreiben würde (das ist zum Glück bei Dennis noch nicht vorgekommen). Bei einem Buch von Roman Rausch ist es vorgekommen, seitdem hab ich auch kein Rezensionsexemplar mehr bekommen — auch nicht schlimm. 😉