Die Zipfel, die blauen!

Zutaten für Blaue Zipfel
Zutaten für Blaue Zipfel

Bei der Minx-Fashion-Night in der Residenz vor gut einer Woche sagte Schauspielerin Eva Habermann, dass ihr fränkisches Lieblingsessen Blaue Zipfel seien und fügte hinzu:

„Die meisten Leute kennen das nicht und gucken mich verstört an und denken, das ist eine Geschlechtskrankheit“ (Quelle: Main-Post)

Gut, wenn man weiß, dass Eva ein beinahe in eine Liebessklavin transformierter 200 Kilo-Klops vom Planeten B3K ist und in einer zehn Kilometer langen Libelle ohne Flügel durch das Weltall fliegt, kann man sich die „meisten Leute“ schon vorstellen, die das denken.

Aber ich kann mich Zev Eva nur anschließen — Blaue Zipfel sind schon was Leckeres, darum kamen sie am Samstag mal wieder auf den Tisch.

Tränen

Als erstes heißt es Zwiebeln schneiden. Viele Zwiebeln. Drei große kamen mir unter das Messer, davon eine rote. Von der Farbe Rot bleibt später in der Zwiebel nicht mehr viel übrig, dafür geht das Rot aber etwas in den Sud über und macht ihn etwas hübscher.

Normalerweise macht mir Zwiebelschneiden nicht viel aus, aber diesmal war eine ganz garstige dabei — da sind die Tränen geflossen. Aber als Mann im Jahr 2013 muss man sich seinen Tränen nicht mehr schämen — abwischen, Nase hochziehen und weiter schnippeln!

Dann noch ein paar Karotten in kleine, aber nicht zu kleine Stücke schneiden und die gröbste Arbeit ist schon gemacht.

Jetzt geht es eigentlich schnell. Den Topf auf den Herd, den Herd einschalten, die Zwiebeln und die Karotten rein und nur leicht anschwitzen. Das Ganze mit etwa einen viertel Liter Weißwein und einem viertel Liter Essig ablöschen und noch mal — sagen wir einen drittel Liter — Wasser dazu. Das genaue Verhältnis der Flüssigkeiten kann man nach eigener Lust und Laune variieren — man kann es weiniger, saurer, kräftiger oder weniger kräftiger machen.

06-20131019_153520Eine gute Priese Prise Salz und eine ziemlich ordentliche Portion Zucker — wegen der Säure — dazu streuen, Pfeffer — gemahlen oder ganze Körner — dazu. Abrunden kann man den Sud noch mit Lorbeerblättern, einen Hauch Muskat und/oder Gewürznelken (nicht übertreiben).

Zum Schluss kommen die Bratwürste rein und man lässt das alles gut eine halbe Stunde auf kleiner Hitze nur ganz, ganz leicht köcheln. Fertig sind die Blauen Zipfel.  Ob und wie blau die Zipfel Würste werden, hängt von der Art der Würste und vom Säuregehalt des Suds ab. Mehr als eine ganz, ganz zarte bläuliche Färbung konnte ich aber noch nie rausholen.

Blaue Zipfel im Sud

Und meine haben überhaupt nicht nach Geschlechtskrankheit geschmeckt! 🙂

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2 Gedanken zu „Die Zipfel, die blauen!“

  1. Das ist eine etwas einfache Variante: sehr gut passen noch 1 Lorbeerblatt, Wacholderbeeren,
    eine gute Prise (nur mit „i“ bitte!) Pfeffer oder auch Pfefferkörner zum Abrunden des
    Geschmacks, dazu ein würziges Schwarzbrot, so isst man das in Franken!

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