Archiv für den Monat: August 2014

Die Glücksfee und das Eiskübeldings

Die Ice Bucket Challenge — obwohl für einen guten Zweck, so habe ich bei solchen Massenaktionen immer ein komisches Gefühl und nie so richtig Lust darauf. Nominiert wurde ich — eigentlich über mein Foodblog — von meinem Brotmentor Werner Danz. Aber einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf? Ich als Nichtschwimmer? Da spende ich lieber so – und das habe ich auch gemacht!

Aber wofür hat man denn ein Alter Ego!? 😉

Ich nominiere niemanden, aber nicht für die Alte Landesschule Korbach spenden will, sondern einfach so für eine Hilfe der an der amyotrophen Lateralsklerose  erkrankten Menschen und der Erforschung der Krankheit, der kann das in beliebiger Höhe tun:

Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM)
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
IBAN: DE38 6602 0500 0007 7722 00
BIC: BFSWDE33KRL
Kontonummer: 777 22 00
BLZ: 660 205 00

Wem das mit dem ALS übrigens zu blöd ist, der kann ja auch das Geld an anderer Stelle gut unterbringen.

Z.B.

Ärzte ohne Grenzen
IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00
BIC: BFSWDE33XXX
Bank für Sozialwirtschaft
Konto: 97 097
BLZ: 370 205 00

Vivovolo e.V.
Kontonummer.: 44936490
Sparkasse Mainfranken, Bankleitzahl: 79050000

Würzburger Tafel e.V.
Sparkasse Mainfranken/Würzburg
Kto. Nr.: 43 938 802
BLZ: 790 500 00

#45

Er spielt Football bei den Würzburg Panthers, trägt auf seinem Trikot die Nummer 45 und möchte eigentlich auch gern mit zu den Auswärtsspielen — aber Madiama Diop aus dem Senegal ist Asylbewerber und durch die Residenzplicht darf er den Regierungsbezirk Unterfranken nicht verlassen. Nicht mal für ein Spiel. Die Ironie dabei: Durch das Integrationsprojekt “Sport ohne Grenzen” kam Madiama überhaupt erst zu den Panthers. Klappt ja super, das mit der Integration.

Berichte dazu auf

wuerzblog_45_bearbeitet-1

Papiergeflüster-Podcast: Jubiläum mit Zimtschnecken

Simone vom Papiergeflüster-Podcast und -Blog hat mich heute zu eben einem Podcast zu sich geladen. Was ich nicht geahnt habe war, dass es sich um den 10. Podcast der Papiergeflüster-Reihe handelt. Und da ich angeblich Simone irgendwie inspiriert habe, den Podcast überhaupt zu starten, hat sie uns beide vor das Aufnahmegerät gesetzt.

Tja, Simone wollte wirklich nur reden! ;-)
Tja, Simone wollte wirklich nur reden! 😉

Natürlich kann ich auch etwas thematisch zum Thema “Bücher” beitragen — wir haben über das Verlinken von Büchern in Blogs geredet, und über mein Plugin für WordPress ,”WP-Stadtklick”, dass das Verlinken auf Büchern im lokalen Online-Buchhandel erleichtert.

Und wir haben die Zimtschnecken gegessen, die Simone gebacken hat. Leckeres Zeug! 🙂

Alles Gute zum Jubliläum, liebe Simone, auf viele weitere Podcasts über Bücher und den Buchhandel!

Zu Papiergeflüster der Podcast Nr- 10:  Blogger und der lokale Buchhandel

Urban Gardening: Tomatenzeit

Tomatenpflanzen auf dem Balkon
Tomatenpflanzen auf dem Balkon

Beim Urban Gardening auf meinem Balkon in der Sanderau beginnt nun die Endphase für dieses Jahr: Die Tomatenernte geht los.

Die drei verschiedenen Tomatensorten sind sogar einigermaßen gleichzeitig rot bzw. orange geworden. Aber nicht alle an jedem Stock, da hängen immer noch genug unreife Tomaten rum, in den nächsten Wochen wird es also Nachschub geben.

Und dann wurden die Tomaten probiert …

Fest und innen doch noch ein wenig grün - das ist König Humpert.
Fest und innen doch noch ein wenig grün – das ist König Humpert.
Orange und leicht süßlich - eine Sorte, deren Namen ich leider nicht weiß.
Orange und leicht süßlich – eine Sorte, deren Namen ich leider nicht weiß.  Auriga Orange.
Klein, fein und gerne am Ende mal brau - die Andenhörnchen.
Klein, fein und gerne am Ende mal brau – die Andenhörnchen.

Jede Tomatensorte schmeckte nach Tomate — und doch jede anders. Was sie verbindet …

... alle Tomaten waren lecker! :-)
… alle Tomaten waren lecker! 🙂

Ich darf bloß nicht vergessen, von den letzten Tomaten ein paar aufzuheben, um daraus Samen für das nächste Jahr aufzuheben — schließlich habe ich samenfeste, nicht-hybride Pflanzen! 🙂

Erfolglose Schnuppenjagd

Im August jeden Jahres rast die Erde durch die Abgaswolke des Kometen Swift/Tuttle, die uns beim Verglühen in der Atmosphäre den schönen Perseiden-Meteoritenschauer beschert.

Und da in Würzburg der Himmel einigermaßen klar war, hab ich mich auf den Balkon gesetzt und in den Himmel geglotzt — und prompt auch zwei Sternschnuppen gesehen.

Da hat mich mein neu erwachter fotografischer Ehrgeiz gepackt und ich habe versucht, mal mittels Langzeitbelichtung ein paar Schnuppen einzufangen.  Und wurde enttäuscht. Außer Flugzeugen hat sich am Himmel immer, wenn die halbe Minute Belichtung lief, nichts bewegt. In der Zeit, in der ich nicht fotografiert habe, haben doch immer wieder ein paar Sternschnuppen den Himmel gekreuzt. Scheue Dinger, scheue! 😉

Flugzeug, keine Sternschnuppe.
Flugzeug, keine Sternschnuppe.
Flugzeug, keine Sternschnuppe.
Flugzeug, keine Sternschnuppe.

Dafür hab ich den Mond erwischt. Der stand ruhig, geduldig und nicht voll am Himmel. Ein dankbares Model! 😉

 

Mond, nicht voll.
Mond, nicht voll.
Fred Frith

Fred Frith: Musik aus der Dose, Bürste und Kette

Fred Frith
Fred Frith pinselt die Gitarre

In der Kellerperle spielte am Montagabend der britische Musiker Fred Frith. Obwohl er schon öfter in Würzburg war — schon vor etwa 30 Jahren –, hab ich noch nie die Gelegenheit gehabt, ihn einmal live zu hören. Also bin ich mal hin.

Auf dem Tisch neben Fred Frith sah es aus, als wäre ein Einkaufswagen aus dem Baumarkt in ein Schaufenster eines Musikgeschäfts gerauscht.

Fred Frith
Fred Friths Gemischtwarenladen.

Und der Künstler griff das ganze Konzert über wahllos Gegenstände von dort heraus und probierte aus, was für Töne man der Gitarre damit entlocken kann. Pinsel und Bürsten werden über die Saiten gestrichen, Metalldosen darauf gelegt und mit dem Geigenbogen oder Metallketten bearbeitet, die Tonabnehmer mit unförmigen Eisenteilen oder Stahlklammern aus dem Sado-Maso-Studio bekannt gemacht.

Fred Frith
Fred Frith mit Gitarre, Dose und Bogen.

Fred Frith gab in der Kellerperle den Testpiloten für Gitarren. Wie klingt es, wenn ich beim Spielen die Gitarrensaiten mit einer Schnur wegdehne? Schon gemerkt, dass die Klicken der Glieder einer Kette, die ich langsam in eine Metallschachtel gleiten lasse, ein Geräusch wie ein kleines Schlagzeug macht?

Aus all diesen ungewöhnlichen Tönen und Geräuschen bastelte er mit Hilfe einer Batterie von Effektgeräten beeindruckende Soundräume und Kompositionen.  Ja, auch wenn das alles beim Durchlesen nach einem einzigen großen infernalischen Krach klingen mag, klang es doch Musik. Keine zum Mitsingen — obwohl Fred Frith auch gesungen hat –, aber auf einer tiefen Ebene Musik.

Fred Frith
Fred Frith singt.

Frith wollte nicht, das während des Konzerts fotografiert wird — das Klacken der Kamera hätte auch in einer Atmosphäre gestört, in der die Zuhörer auf jede noch so kleine akustische Nuance gelauscht haben. Darum war ich schon vorher beim Soundcheck in der Kellerperle, um ein paar Bilder zu machen.

Der Vorteil, drei Stunden vor dem Konzert schon da zu sein, war, dass ich dann noch mit Frith, seiner Frau und noch ein paar Leuten der Kellerperle draußen vor der Stadtmensa saß und wir geplaudert haben — ein sehr netter Abend mit netten und unkomplizierten Menschen.

Des Künstlers Essen.
Des Künstlers Essen.

Und ich durfte mal sehen, was Künstler in der Kellerperle vor dem Konzert so zum Essen vorgesetzt bekommen. Und da möchte ich doch fast mal ein Instrument lernen und dort auftreten, um auch so einen Traumsalat aus Sepianudeln und Roter Bete mit einer Himbeeressig- und Walnußölvinaigrette mit Schalotten und frischen Himbeeren zu bekommen.
Ich hab es nicht probiert, aber es sah wahnsinnig lecker aus. 😀

Fred Frith
Fred Frith grinsend nach dem Soundcheck.

Beim Soundcheck sagte Fred Frith, dass er mit 50 Zuhörern ganz zufrieden wäre. Mit den vor mir grob gezählten 90 Besuchern dürfte er wohl noch zufriedener gewesen sein. Die Kellerperle war vor der Bühne gut voll, alle Sitzplätze belegt und an den Seiten drängten sich die Leute, um den Meister bei der Arbeit zu sehen.

Tolles Konzert, toller Abend, ich bin glücklich und zufrieden nach Hause gegangen. 🙂

Als Schmankerl gibt es noch ein Video, das mir gestern nach dem Konzert der Musiker Ralph Nebl empfohlen hat: Der Dokumentarfilm “Rivers And Tides” über den britischen Landartkünstler Andy Goldsworthy, zu dem Fred Frith die Musik machte.