Carolina Theremina

Ich komme gerade vom Konzert von Carolina Eyck im Spitäle und bin noch völlig durch den Wind. Klar habe ich sie schon auf vorher gehört oder Videos gesehen. Aber mal live zu erleben, wie entspannt und gleichzeitig absolut präzise das Theremin spielt, war wirklich beeindruckend. Dazu noch das Loopen von gesungenen oder auf dem Theremin gespielte Teilen. So baute sie Stücke wundervoll nacheinander und manchmal recht komplex auf, eine Technik, die mal auch erst mal beherrschen muss. Und manchmal auch mit Gestik und Mimik, wie bei dem Stück “Elephant in Green”.

Carolina Eyck am Theremin beim Konzert im Spitäle in Würzburg.

Es war ein Gesprächskonzert, das heißt Carolina — wir haben uns irgendwann auf das Du geeinigt 😉 — hat nicht nur gespielt, sondern auch viel erzählt. Und Fragen aus dem Publikum beantwortet. Und da wurde mir mal wieder bewusst, wie wenig Menschen das Theremin kennen. Etliche Besucher kamen zu dem Konzert ohne zu wissen, was da jetzt eigentlich genau passieren wird, das habe ich  vor Beginn von einigen am Rande mitbekommen.

Aber Carolina erklärte gut, sympathisch und vermutlich zum tausendsten Mal, was ein Theremin ist, wie es funktioniert und wie es gespielt wird. Und dazu noch, wie sie es als Solo-Künstlerin spielt, das heißt mit ein paar Effektgeräten und eine Loop-Station. Erstaunlich war übrigens auch, dass zumindest um mich herum viele wirkten, als würden sie zum ersten Mal eine Loop-Station und deren Einsatz erleben. Aber vielleicht waren das die Klassik-Fans, in dem Metier ist sowas nicht so vertreten. 😉

Irgendwie fügte sich an dem Abend alles schön zusammen, Carolina Eycks Theremin-Spiel, das Spitäle und dazu noch die Bilder der Ausstellung von Isa Wagner. Carolina improvisierte auch zu einem vom Wagners Bildern, “Die Quelle”, das hinter ihr hing. Zum Abschluss ehrte sie den 100. Geburstag des Komponisten Ennio Morricone mit dem Stück “The Ecstasy of Gold” — wie ich es in der Ankündigung prophezeit habe.

Ich mache mich jetzt verstärkt ans Üben an mein Theremin. Und etwa in 973 Jahren bei täglich acht Stunden bin ich  etwa halb so gut wie Carolina Eyck heute. 😉

Carolina Eyck am Theremin.
Carolina Eyck am Theremin.

Carolina Eyck am Theremin – und zwar in Würzburg

Für Freunde und Spieler des Theremins wie mich wird der kommende Sonntag sein, als kämen die Rolling Stones (an dieser Stelle eine beliebig andere legendäre Band oder Künstler einsetzen) nach Würzburg. Carolina Eyck gibt am 11. November 2018 um 18 Uhr ein Konzert im Spitäle.

Gesprächskonzert mit Carolina Eyck

Carolina Eyck spielt am 11. November 2018 im Spitäle in Würzburg. Foto: Ananda Costa

Das Theremin ist eines der ältesten elektronischen Musikinstrumente, und Carolina Eyck daran eine der jüngsten Superstars. Sie hat es mit sieben Jahren quasi innerhalb der Blutlinie des Erfinders Leon Theremin gelernt, jettet jetzt durch die Welt als Theremin-Spielerin. Klassik, Pop, Experimental, Solo, Orchestral — sie zieht mit dem berührungslosen Teil so ziemlich alles durch und scheut sich nicht, moderne Möglichkeiten wie Loop-Stations oder Effektgeräte zu benutzen.

Für mich als demütigen, ewigen Theremin-Anfänger ist das Konzert eigentlich eine Pflichtveranstaltung, nur leider muss ich am Sonntag arbeiten. Und 18 Uhr wird eine ganz knappe Nummer für mich, aber ich werde es versuchen. Die Karten kosten 20 Euro regulär bzw. 12 Euro ermäßigt und können telefonisch reserviert werden.

Angekündigt ist es als “Gesprächskonzert”, was genau das sein soll, weiß ich auch nicht. Irgendjemand wird dabei wohl auch etwas reden. 😉

Passend zum 90. Geburtstag des Filmkomponisten Ennio Morricones am Tag vor Carolinas Konzert in Würzburg hier ein Video von ihrer Interpretation des Stücks “The Ecstasy of Gold” aus dem Film “The Good, the Bad and the Ugly” (Zwei glorreiche Halunken) für Theremin, Stimme und Loopstation. Vielleicht spielt sie es ja am Sonntag, würde sich ja anbieten.

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https://www.youtube.com/watch?v=ajM4vYCZMZk

 

Auch sehr nett: Ihr Cover von Kate Bushs “Babooshka”

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https://www.youtube.com/watch?v=raM8Lp0aGCk

 

Header-Bild: Christian Hüller

Kollision mit dem Zombiewalk

Mit Halloween hab ich eigentlich nicht viel am Hut. Aber wenn ich schon mal mittenrein geraten bin, konnte ich auch das Beste daraus machen.

Auf Diskussionen, ob Halloween nun mit der deutschen und christlichen Kultur (welcher genau eigentlich?) nichts zu tun hat und nur ein amerikanisches Kommerzfest ist, dass den Reformationstag als Fest verdrängt (ich habe mein Leben lang nicht erlebt, dass der ernsthaft gefeiert wurde), hab ich mal gar keine Lust. Wer Lust an Grusel und Verkleidung hat, soll sich an Halloween austoben. Ich muss ja nicht mitmachen und entziehe mich dem Ganzen eher.

Alten Bekannten zu begegnen kann sehr unheimlich sein.

Das mit dem Entziehen hat gestern Abend allerdings nicht geklappt, als ich beim Vierröhrenbrunnen mit dem Zombiewalk kollidiert bin. Auch wenn ich selbst absolut keine Lust auf Verkleidung in jeglicher Form habe, habe ich mir doch teilweise wirklich schrecklich kreativen Maskierungen mit Vergnügen angeschaut.

Fotos mit Blut bezahlt.

Und da ich die Kamera dabei hatte, hab ich gleich noch ein paar Bilder gemacht — auch wenn mich mein Sony Alpha 6000 an diesem Abend etwas im Stich gelassen hat und ungewohnt unscharfe Bilder bei dem wenigen Licht gemacht. Naja, vielleicht ist es besser, wenn man den Horror nicht so genau sehen kann. 😉

Einen Preis kostete die Fotos allerdings doch — ich musste wenigstens eine Minimal-Maskierung mit Kunstblut über mich ergehen lassen. Bis auf den etwas blöden Geschmack auf den Lippen war das aber nicht allzu schlimm und den Spaß wert. 🙂