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#UD2019: Der Donnerstag hatte seinen Namen völlig zu recht

Viel Musik habe ich am ersten Tag des Umsonst & Draussen-Festivals nicht gehört. Ich war tagsüber familiär hundert Kilometer weit weg von Würzburg und erst so gegen halb sieben auf dem Gelände an den Mainwiesen. Darum hatte ich auch den ersten spektakulären Teil verpasst: das Gewitter am Nachmittag.

Wie mir mehrfach begeistert erzählt wurde, rollten am Donnerstagnachmittag ein kleines, aber heftiges Unwetter über Würzburg und damit auch über das U&D hinweg. Es soll gehagelt haben, starke Windböen hätten  an den Zelten gezerrt und binnen Minuten sei alles nass gewesen.

Davon war abends nicht mehr viel zu merken. Ok, ein paar mittelgroße Pfützen zierten die Mainwiesen, aber die Helfer hatten gute Arbeit geleistet, den Platz einigermaßen wieder trocken zu bekommen. Die Temperaturen waren in Ordnung, für mich im Shirt und kurzen Hosen absolut auszuhalten, den Pfützen konnte ich locker ausweichen.

Für mich hieß es auf dem Gelände vom ersten Augenblick an: Reden. Weil ich in den vergangenen Jahren oft aus Zeitgründen nicht so am Würzburger Kulturleben teilhaben konnte, wie ich gemocht hätte, war der Festivalabend eine gute Gelegenheit, mit Leuten zu quatschen, ich habe viel Interessantes erfahren und nette Leute mal wiedergesehen.

The Cool Quest am U&D-Donnerstag auf der Draußen-Bühne.

Darum blieb das Musikalische für mich am ersten U&D-Tag sehr auf Sparflamme. Mich hatte es zuerst an die Draussen-Bühne gespült, aber The Cool Quest konnten mich leider so gar nicht halten, das war — wie Hip Hop sehr oft für mich — nicht mein Ding.

Adam Evald im Zirkuszelt.

Interessanter wurde es für mich im Zirkuszelt. Bei Les Berrtas bin ich nur vorbei geschrammt, die waren mir aber gleich zu dunkel. Viel länger bin ich später bei Adam Evald. Der meist ruhige und verschmitzte Schwede saß einfach hinter seinem E-Piano auf der Bühne und machte schöne Musik. Erinnerte mich irgendwie sehr an Owen Pallett, der 2007 auf dem U&D aufgetreten ist, nur eben ohne Geige und Loopstation.

Sons Of The East im Drinnen-Zelt

Bevor Sons Of The East im Drinnen-Zelt aufgetreten sind, wurde bei der Ansage schon vor dem nächsten Gewitter gewarnt, das im Anrollen ist und dass das Konzert abgebrochen werden müsste, falls ein Unwetter droht. Ins rappelvolle Zelt habe ich mich gar nicht gewagt, ich war müde und machte mich schon auf den Heimweg.

Und dann komme auch ich endlich in den Genuss, von einem spektakulären Wetter zu berichten. Zwar hagelte es nicht wie am Nachmittag, aber es regnete aus Kübeln.Binnen Sekunden war ich klitschnass. Von den ganz krassen Regenminuten habe ich gar keine Bilder gemacht. Die Kamera wollte ich dem Wetter nicht aussetzen und das Smartphone … schon mal versucht das Touchdisplay zu bedienen, während sich zwischen einem Finger und dem Gerät der Amazonas hindurchschiebt? Keine Chance! 😀 Und trockenwischen konnte ich es nicht — womit denn, ich war bis auf die Unterhose nass. 🙈 Ob das Festival an diesem Abend abgebrochen wurde? Ich weiß es gar nicht, aber eigentlich war aus auch nur Regen. 😉

Wie eine Springflut spritzten auch die Leute vom U&D-Gelände. Dass ich auf der Friedenbrücke von den vorbeifahrenden Autos mit Wasserfontänen übergossen wurde, merkte ich kaum noch. Und der Frau, die beim Vorbeigehen anmerkte, dass es wohl sinnlos sei, wenn sie mir ihren Regenschirm anböte, musste ich leider zustimmen. Aber was soll’s. Meine Klamotten trocknen wieder. Das U&D-Gelände hoffentlich auch wieder.

Pro-Tipp vom Würzblog für den U&D-Freitag: Masha Qrella (21.30 Uhr, Drinnen-Bühne), 13 Crowes (18.35 Uhr, Draußen-Bühne), Violet Pilot (17.20 Uhr, Drinnen-Bühne), regenfeste Schuhe — man weiß ja nie.

Blogger, Podcaster, Webentwickler und freier Journalist

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