Gastgeschenke beim Hafensommer.

Einen “heißen Abend” versprach Markus Rill zu Beginn seines Konzerts beim Hafensommer. Er sollte in mehrfacher Weise Recht behalten.

So recht weiß ich auch nicht, was mich gestern Abend geritten hat, spontan zu einem Konzert des Würzburger Hafensommers zu gehen. Es hatte um 19.30 Uhr noch rund 34 Grad Celsius in Würzburg, schon die Fahrt mit dem Rad von der Sanderau zum Alten Hafen hat mich zwei Liter Schweiß gekostet — ein zu hoher Verbrauch auf hundert Kilometer.

Markus Rill auf der Hafensommer-Bühne in Würzburg
Markus Rill auf der Hafensommer-Bühne in Würzburg

Aber ich wollte einfach endlich mal zum Hafensommer. Fünf Abende hatte ich in diesem Jahr dort bereits verpasst, jetzt wollte ich doch mal mindestens ein Konzert mitnehmen. Auf dem Programm stand Markus Rill mit Band und Gästen. Und Markus ist — auf dem Papier noch eine Woche lang — nicht nur Musiker, sondern auch mein Reporter-Kollege bei der Main-Post im Raum Main-Spessart. Natürlich auch ein weiterer Grund für diesen Hafensommer-Abend für mich.

Nicht unbedingt ein drängender Grund war allerdings Markus’ Musik. Er ist definitiv ein guter Musiker, keine Frage, seine Art von Musik ist allerdings nicht so ganz meine Art von Musik. Country-, Folk- oder Americana-Stil kann ich mir schon mal anhören, aber so richtig begeistern tut es mich meist nicht. Vielen geht das aber ganz anders! 🙂

Immer wieder ein ganz besonderes Ambiente: Der Hafensommer Würzburg zwischen schwimmender Bühne auf dem Main und der orangen Welle des Heizkraftwerks.
Immer wieder ein ganz besonderes Ambiente: Der Hafensommer Würzburg zwischen schwimmender Bühne auf dem Main und der orangen Welle des Heizkraftwerks.

Aber es gab keinen wirklichen Grund zu Jammern, für mein Eintrittsgeld bekam ich definitiv einen unterhaltsamen Abend. Als ich an der Kasse dann auch wusste, wie hoch der Eintritt nicht. Denn auf der Hafensommer-Webseite habe ich nicht entdecken können, was eine Karte an der Abendkasse kosten wird. Nur was eine Karte kostet, die ich online kaufen kann. Aber erfahrungsgemäß ist das nicht der Abendkassenpreis, sondern gibt im besten Fall mal einen Größenordnung an. Hilfreich fände ich aber direkt diese Information über die Veranstaltung auf der Webseite zu finden, um zu entscheiden, ob ich mir das Konzert leisten kann oder will. Oder jemand zeigt mir, wo die Info auf der Seite steht. 😉

Ich glaube, dass das Konzert gut besucht war. Das einzuschätzen fiel mir nicht leicht, da sich ein Großteil der Besucher auf der Hafentreppe in dem Schattendreieck der Bühne drängte, die heißen Sonnenplätze blieben anfangs noch eher leer. Es war einfach heiß an diesem Tag.

Getränke holen besser mit Navi.

Aber dafür gibt es ja kalte Getränke. Und eine Einweiserin an den Getränkeständen. Ja, im Ernst. Vor den Getränkeständen wurde durch Kordeln, Pflanzen und Schildern Einbahnstraßen geschaffen, an dessen einen Ende eine junge Frau stand, die mich freundlich anwies, doch rüber an den freien Platz an der Ausschanktheke zu gehen, und nicht zu den schon von anderen Gästen belegten Plätzen. Das habe ich auch irritiert gemacht — das hätte ich ohne hin gemacht. Wie mir später glaubhaft erklärt wurde, können durch das System gerade bei großem Andrang mehr durstige Gäste in kurzer Zeit abgearbeitet werden. Das mag wirklich sein, aber dass man für einen recht simplen Vorgang wie Getränke kaufen so ein Regelwerk und so eine Struktur braucht, macht mich fast schon traurig. Ich bin mir nur sich sicher, wen ich betrauere — diejenigen, die so ein System installieren oder die Gäste, die es nicht schaffen, halbwegs effizient Getränke zu holen und so ein System erst hilfreich machen.

Gitarrist Ferdy Doernberg

Aber mal zur Musik. “Abwechslungsreich” wäre ein sehr passendes Adjektiv für den Konzertabend. Markus Rill trug Stücke seines neuen Albums “Songland” vor und Gäste steuerten eigene Wunschstücke bei, die sie mit Markus und seiner Band auf der schwimmenden Bühne im Main spielten. So kam es zu einem bunten Mischmasch an Musik, umgesetzt von einer wirklich großartigen Band. Mir besonders in Ohr und manchmal auch ins Auge gesprungen ist der Ersatz-Gitarrist Ferdy Doernberg, der spontan für den ursprünglichen Gitarristen eingesprungen ist, und ein meisterhafte — und witzige — Show ablieferte. Aber gut, er hat schließlich auch einen eigenen und recht langen Wikipedia-Eintrag. 🙂

Christoph Lewandowski an der Trompete und Jochen Rothermel an der Posaune

Für fetten Sound sorgten Christoph Lewandowski an der Trompete und Jochen Rothermel an der Posaune, die nicht umsonst mehrere Male am Abend Szenenapplaus bekamen.

Abwechslung brachten die musikalischen Gäste: Peter Wendel von der Black Velvet Band, die Texanerin Elizabeth Lee, die Teil der Band war aber auch eigene Stücke gesungen hat, Stephan Schmitt (auch Teil der Band) mit Conny Morath  (komischerweise nicht auf der Webseite erwähnt) vom Duo famos, Benjamin Haupt von Kleeberg und Duo 10-saitig und die kleine feine Sara Teamusician. Alles Vollblutmusiker und -musikerinnen, die mit ihren Songs aus anderen Stilrichtungen — Markus Rill hat als “Konzertmeister” bestimmt geschaut, das alles am Ende zusammenpasst — das Konzert bereicherten.

Benjamin Haupt als Gastmusiker bei Markus Rill & Band.

Ich hatte schon mit einem guten Konzertabend gerechnet, aber gerade die Gastgeschenke der Musiker habe ihn für mich noch besser gemacht. Nicht falsch verstehen, Markus! 😉 Wobei ich gestehen muss, dass ich in der zweiten Hälfte nicht alle Songs aufmerksam gehört habe, da ich stellenweise heftig geschwätzt habe. Böser, Ralf! 😉

3 Gedanken zu „Gastgeschenke beim Hafensommer.“

  1. Tolle Bilder! 😊
    Dem Text stimme ich uneingeschränkt zu, bis auf die Tatsache daß ich Markus Rills Musik immer sehr gerne höre. 😜 Aber die Gäste hatten die Qualität noch einmal um ein Ganzes erhöht, soweit das überhaupt möglich ist. Toller Abend!

    Ob die Straßenführung am Getränkestand das Holen beschleunigt, wage ich übrigens zu bezweifeln.

    1. die “… and friends”-konzerte beim hafensommer waren in den letzten jahren immer wieder außerordentlich gut. das konzept funktioniert, die fans des musikers sind da, die der gäste dazu und heraus kommt meist etwas sehr originelles.

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