Einmal Schnitzel mit Pommes und ohne Styropor zum Mitnehmen, bitte!

Ich stehe gerade wieder mal vor einem Dilemma. Einerseits koche ich total gerne selbst. Ob ich das gut kann, sei dahin gestellt — ich sage natürlich: Ja! –, aber auf jeden Fall mache ich es gern. Andererseits will ich die Gastronomie unterstützen. Das Geld dazu habe ich ja sozusagen übrig, ich kann es ja gerade nicht in so leicht abends in Kneipen und anderen Spelunken wie sonst ausgeben.

Schon im Frühjahrs-Lockdown habe ich wenigstens hin und wieder mal Essen zum Mitnehmen aus meinen Lieblingskneipen und-restaurants geholt, sofern sie es angeboten hatten. Was es mir aber schon vermiest hat, war die noch überraschend häufig verwendete Styroporverpackung der Essen. Zumindest da, wo ich bestellt hatte. Und wenn es nicht gerade Pizza war.

Als sich meine Stammkneipe Gehrings vor ein paar Tagen bei mir gemeldet hat, dass es wieder mal Essen-To-Go anbietet, hatte ich auf der Stelle gleichzeitig guten Speichelfluss und schlechtes Umweltgewissen. Um so größer war die Freude, Erleichterung und letztlich auch der Appetit, als mir Schnitzel und Cordon Bleu mit Pommes, aber ohne Styropor überreicht wurden. Sondern in schicken Schachteln aus … hmm … müssten so Zuckerrohrfasern gewesen sein.

Schnitzel mit Pommes zum Mitnehmen schmeckt aus nachhaltiger Verpackung noch besser.

Ich hoffe, dass nicht nur das Gehrings auf die nachhaltigen Take-Away-Verpackungen umgestiegen ist. Dass im Frühjahr keine große Zeit war, die Läden plötzlich auf einen reinen Mitnahme-Betrieb umzustellen, ist mir klar. Aber jetzt ist ein gutes halbes Jahr ins Land gegangen. Das manche Kneipen und Restaurants aktuell völlig umsonst ihren Gastronomie teuer coronasicher umgebaut haben, tut mir leid. Aber wenigstens will ich die Bemühungen würdigen, das Essen zum Mitnehmen weniger zur Umweltsünde zu machen. Bin gespannt, ob da noch mehr Wirtschaften in der Beziehung nachgelegt haben.

Dass die Schachteln  sogar im Rucksack geschlossen blieben, als ich mich mit dem Rad durch eine Demo von Maskengegnern in der Münzstraße drängeln und gegen einen renitenten SUV-Fahrer durchsetzen musste, ist eine andere Geschichte. Geschmeckt hat das Essen, die Umwelt hat sich auch gefreut (noch mehr natürlich, wäre es kein Fleisch gewesen, schon klar).

ralf

Blogger, Podcaster, Webentwickler und freier Journalist

Das könnte dich auch interessieren …

6 Antworten

  1. Julia sagt:

    Die umweltbewusste Lösung freut mich! Wir hatten ja noch vor ein paar Wochen drüber gegrübelt…

  2. moggadodde sagt:

    Super Sache, dieses Zuckerzeug. Ich nehme auch gern das Essen mit, in diesen Zeiten, muss mich aber dann beim Heimweg aufs Land schon sputen, damit es noch halbwegs warm ist. Seufz.

    • ralf sagt:

      Ja, das mit Take-Away ist für Landbewohner manchmal blöd. Im eigenen Dorf gibt es nicht mehr viel Gastro und aus der Stadt was mitnehmen — am besten noch zur Hauptverkehrszeit — ist nur für Fans von Gazpacho oder Salat (und selbst der wird welk bei den vielen Baustellen in Würzburg)

  3. Hazamel sagt:

    Jap, Zuckerrohr. Hat Robert erzählt.
    Wir hatten danach auch totales Fresskoma gestern. Die Bratkartoffeln als Beilage waren auch großartig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.