Wasser spar!

Die Corona-Hitze in meinem Kopf hat zum Glück endlich nachgelassen, die Hitze in Würzburg ist um so schlimmer geworden. Aber ich muss mir wenigstens keine Gedanken machen, wo ich in der Stadt ein kühles Plätzchen finden könnte — ich bin in meiner Dachwohnung in Isolation und werde es mindestens bis morgen noch bleiben.

Gedanken mache ich mir, wie ich mehr Wasser sparen könnte. Lange Trockenperioden sind Mist, Trockenperioden und Hitzeperioden zusammen sind Riesenmist. Aber in beiden strecken wir hier in Würzburg (und nicht nur hier), Unterfranken trocknet immer mehr aus. Darum hat die Regierung von Unterfranken heute „außerhalb des zulässigen Gemeingebrauchs“ die Wasserentnahme aus Flüssen und Bächenverboten verboten. Auf Rasensprenger soll verzichtet werden. Was bei Rasen vor unserem Haus schon seit Wochen umgesetzt wird — Beigebraun hat seinen ganz eigenen Charme. Und ganz allgemein bittet die unterfränkische Regierung, sparsam mit Wasser umzugehen.

Klar sollte das gerade selbstverständlich sein. Meinem Gefühl nach war ich auch nie der große Wasserverschwender. Aber die Gas- und Energiekrise hat mich noch viele Verbesserungen entdecken lassen.

Bad

Meine ohnehin recht kurze Duschzeit habe ich nochmals gekürzt und habe das Wasser wirklich nur noch zum anfänglichen Nassmachen und dann zu Abwaschen an. Beim Schrubben oder Haare waschen läuft das Wasser nicht. Ok, der Entspannungsteil, wo ich einfach nur das über den Körper laufende Wasser genieße, entfällt. Muss aber auch nicht sein. Ich dusche nur alle paar Tage mal, dazwischen bekomme ich mich auch mit ein bisschen Wasser, Seife und einem Waschlappen sauber und wohlduftend.

Küche

Beim Kochen versuche ich aufmerksamer darauf zu achten, nur so viel Wasser in den Wasserkocher oder Topf zu füllen, wie ich auch brauche. Also nicht zehn Liter Wasser heiß machen, um 200 Gramm Nudeln zu kochen. Bei Reis klappt bei mir eigentlich immer ziemlich genau die eine-Tasse-Reis-auf-zwei-Tassen-Wasser-Regel.

Sorgenkind Balkon

Mein Balkon ist meine Speisekammer, die ich selbst in trockenen Zeiten ungern aufgeben würde. Tomaten, Erdbeeren, Salat, Kräuter, Minze und Basilikum wachsen da, kaum Zierpflanzen. Früher hatte ich da aus gut gemeintem Überschwang jeden Tag ordentlich Wasser verballert. Über die Jahre habe ich aber gelernt, dass die Pflanzen gar nicht so viel Wasser brauchen oder sogar vertragen.

Das habe ich in diesem Jahr bei den Tomaten weiter getrieben, indem ich mir Tonkegel besorgt habe, die ich in die Erde in den Tomatentöpfen gesteckt habe. Und in die Kegel wiederum habe ich mit Wasser gefüllte Weinflaschen gesteckt. Ist die Erde trocken, zieht sie Wasser durch die porösen Tonkegel und die Wurzeln sind versorgt.

Tomatenbewässerung mit Tonkegel und Weinflasche.

Bisher habe ich mich nicht getraut, die Tomaten ausschließlich über die Tonkegel zu bewässern, ich habe früh oder abends immer noch ein wenig gegossen — aber viel weniger als vorher. Jetzt versuche ich mal, das Gießen wegzulassen. Spart auch noch mal so drei Liter Wasser am Tag.

Ich weiß nicht, ob ihr euch noch erinnert, aber früher hat es auch mal geregnet. Um von diesem kostenlosen Wasser zumindest ein klein wenig zum Gießen zu verwenden, hat meine zauberhafte Mitbewohnerin aus einfachen Mitteln eine Konstruktion gebaut, um über die Ziegel ablaufendes Regenwasser aufzufangen.

Denn mein Balkon ist mit einer recht transparenten Pergola überdacht und im zweiten Stock habe ich keine Regentonne. Ja, das sieht ein wenig nach MacGyverismus aus, aber es funktioniert innerhalb seiner Grenzen. Vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie ich Fallrohr der Regenrinne anzapfen könnte, aber da müsste ich erst mal mit dem Vermieter reden.

Wasser ist jetzt schon eine kostbare Ressource und wird in Unterfranken in Zukunft immer kostbarer werden. Ich habe keine Ahnung, ob meine Strategien zum Wassersparen sinnvoll sind. Aber ich halte es nicht für selbstverständlich, sauberes Trinkwasser zu haben und möchte es nicht verschwenden.

Habt ihr andere Ideen zum Wassersparen? Oder Verbesserungen meiner Ideen?

2 Gedanken zu „Wasser spar!“

  1. Wir haben mal überlegt, ob man wirklich bei jedem Pinkeln spülen muss, oder ob es jedes zweite Mal vielleicht auch tut, zumindest zB morgens wenn alle kurz hintereinander gehen.

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