Kabarettistische Vielfalt, kulinarische Eifalt

Stadt hatte ich mit dem kurzen Besuch des Stadtfestfests am Samstagvormittag genug, den Rest des vergangenen Wochenendes gab es Land für mich.

40 Jahre gibt es TBC schon, die Kabarettgruppe Totales Bamberger Cabaret. Und ich schätze, seit etwa 20 Jahren habe ich sie nicht mehr live gesehen. Doch am Samstagabend hatten wir in der Höchberger Kulturscheune ein Wiedersehen. Wobei ich alle auf der Bühne in diesem Jahr schon mal woanders gesehen habe. Florian Hofmann beim Filmwochenende, mittlerweile Teil des Vorstands der Filminitiative, und Georg Koeniger und Martin Hanns beide beim Theater am Schützenhof — wo lustigerweise Martin vor zehn Jahren Florian ablöste.

Karte für das TBC-Programm "Macht ja sonst keiner" in der Kulturscheune in Höchberg.
Karte für das TBC-Programm „Macht ja sonst keiner“ in der Kulturscheune in Höchberg.

Das neue Trio harmonierte echt gut miteinander, die Gags und das Timing stimmte. Und bissig bleibt TBC nach vor, in vielen Albernheiten verpackt teilten die drei gegen lokale, nationale und globale Politik und Gesellschaft aus.
Als ich TBC zum allerersten Mal gesehen habe, da war ich etwa 16 Jahre alt und noch nicht einmal Georg Koeniger als aktuell dienstältester TBCler damals Teil der Kabarettgruppe. Es ist viel passiert seitdem, in der Welt und in der TBC-Personalabteilung. Aber sie machen noch immer Comedy, sie machen immer noch Kabarett und sie machen mir immer noch Spaß. So viel Spaß gemacht, dass ich überlege, ob ich mir nicht schon mal Tickets für ihr neues Programm „Womerschomadasin“ im Mai kommenden Jahres kaufe. Wieder in Höchberg, denn im Neuerplatz-Theater in Würzburg ist die Vorpremiere schon ausverkauft.

Mein zweiter Ausflug auf Land an dem Wochenende — auch hier ehrlicherweise nicht sehr weit von der Würzburger Stadtgrenze entfernt — ging nach Randersacker. Ich wollte dort essen gehen, wegen eines besonderen Anlasses mit und wegen zauberhafter Begleitung.

Tatsächlich beschränkt sich meine Erfahrung in „Essen gehen in Randersacker“ in den 31 Jahren, in denen ich in Würzburg wohne, auf einen warmen Kartoffelsalat vor der Weinstube Körner vor rund zehn Jahren und einen Besuch im Teufelskeller während der Corona-Pandemie. Alles andere kenne ich nicht.

Wir hätten eine Münze werfen können. Haben wir aber nicht, sondern uns einfach so für das „Spielberg“ entschieden und dort einen Tisch reserviert. Vorher habe ich natürlich auf die Webseite geschaut. Die dort präsentierten fränkischen Spezialitäten fanden das Wohlwollen meiner zauberhaften Begleitung und ich bin einfach davon ausgegangen, dass es — immerhin im Jahr des Herrn 2025 — auch ein paar leckere warme vegetarische Gerichte geben wird.

Spiegelei mit Bratkartoffeln im Spielberg.

Gab es. Genau eines. Spiegelei mit Bratkartoffeln. Das war nicht mal schlecht, nur nicht unbedingt das, was ich mir für einen feierlichen und vielleicht sogar ein klein wenig romantischen Abend vorgestellt hatte. Aber wenn ich das nicht genommen hätte, hätte ich Salat essen müssen. Und das genau einen Tag vor meinem 4. Jahrestag als Vegetarier (die mir wie 40 Jahre vorkommen; ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, dass es mal anders war).

Das soll jetzt nicht gegen das Weinhaus zum Spielberg gehen, die dürfen auf ihre Karte setzen, was sie mögen. Aber ich mag halt nicht mehr zum Essen hingehen. Und ich lerne daraus, zumindest außerhalb der Stadtgrenzen mich vorher zu informieren, ob es was Vegetarisches gibt. Vielleicht sogar nicht nur Kässpätzli. Ich gebe Randersacker kulinarisch für mich noch nicht auf.

P.S. Weil irgendwie dadurch die Stimmung ein bisschen raus war, sind wir gar nicht lange im Spielberg geblieben. Doch leider mussten wir länger auf den Bus nach Würzburg warten und sind zum spontanen Überbrücken gegenüber der Bushaltestelle in die Vinothek Steigerwald, die noch geöffnet hatte. Und da hatten wir noch eine schöne Zeit bei ein paar Schoppen.

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