Der Loisl, der Anton und der Ralf

So, jetzt muss ich die nächsten Tage aber mal ein paar Dinge ins Blog schreiben, die schon ein Weilchen her sind — ich kam leider vorher nicht dazu. Sonst sind sie nicht nur vergangen, sondern vergessen.

Vorletzte Woche habe ich ein neues Café in Würzburgs Innenstadt entdeckt. Ok, auf den Tipp einer Freundin hin. Aber der Tipp passte mir gerade ganz gut und ich hab gleich mal am Vormittag reingeschaut.

„Loisl & Anton“ heißt das Café und die Bar, die in die Räume der ehemaligen Stoffe Wolz am Marienplatz eingezogen ist. Der Name hat mich zuerst irritiert, aber meines Wissens hat die Gastronomie nichts mit dem ehemaligen — und damals ein bisschen kultigem — „Zum Loisl“ in Grombühl zu tun.

Loisl & Anton von innen.

Ich fand es im Loisl & Anton ganz hübsch. Alte Möbel, ein bisschen retro, ganz nett. Klar, nicht wirklich alt, sondern auf alt gemacht. Vor allem gefiel mir, dass es recht luftig möbliert war, da war viel Fußboden. Finde ich gut. Ob das immer so ist oder möglicherweise dem Wunsch nach mehr Umsatz standhalten wird, weiß ich nicht. An diesem Vormittag reichten die Stühle aber locker aus, denn es war kaum etwas los. Aber das Wetter war an dem Tag sehr mäßig und es war nicht lange nach der Eröffnung, das muss sich wohl auch noch rumsprechen. Vielleicht ist es auch mittlerweile immer bumsvoll.

Loisl & Anton von außen.

Mir wurde der bestelle Cappuccino von einer sehr netten Bedienung serviert. Der Cappuccino war … ein Cappuccino. Ohne Höhen, aber auch ohne Tiefen, für mich völlig ok. Ich habe ihn mit Hafermilch getrunken — Ja, Milch! –, die es ohne Aufpreis gibt. Leider nicht selbstverständlich.

Da saß ich und genoss mein Heißgetränk und ließ meinen Blick durch den Raum schweifen. Kurz blieb er irritiert an den Zeitungshaltern an der Wand hängen, in denen nur Bild-Zeitungen klemmten. Da aber gleichzeitig aus den Lautsprechern „Bella ciao“ ertönte, glitt der Blick beruhigt weiter.

Beim Kaffeeschlürfen habe ich nebenbei auf meinem Smartphone die Café-Bar auf OpenStreetMap angelegt, ein Artikel im WürzburgWiki folgt noch (wer mag, darf ran). Damit es neben Instagram und GMail wenigstens eine Stelle im Internet für Loisl & Anton gibt, die nicht manipulierenden Milliardärs-Datenkraken gehört. Tut mir leid, sowas regt mich immer mehr auf.

Aber genug des digitalethischen Unmuts. Ich freue mich, dass es ein weiteres Café so richtig in der Würzburger Innenstadt gibt. Und dass es abends als Bar noch auf hat, der Aperol Spritz mit 6,90 Euro dort fast schon günstig ist und es so grob auf meinem Heimweg liegt.

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