U&D sucht dringend Abbauhelfer

Das Umsonst & Draussen gab am Montagmittag einen Hilferuf ab. Wegen der Hitze brauchen sie noch mehr Helfer beim Abbau. Die Arbeit ist zwar draußen, aber nicht umsonst. 9,19 Euro gibt es pro Stunde, dazu Essen und Trinken “und gaaaaaanz viel Fame&Love”. Also, wenn ihr nicht völlig ungeschickt seid, gebt euch einen Ruck und helft mit.

Wer interessiert ist, kann sich beim U&D über den Facebook Messenger oder per Telefon melden. Die Nummer steht in dem verlinktem Facebook-Post.

 

#UD2019: Neun Gründe, warum Regen beim U&D toll ist

Regen während des Umsonst & Draussen-Festivals hat viele guten Seiten.

  1. Ich muss nicht lange bei den Getränken und an den Essensständen anstehen. Genaugenommen gar nicht.
  2. Heuschnupfen ist endlich kein Thema mehr
  3. Tolle Sicht bei den Konzert, ich kann locker bis in die erste Reihe vor der Bühne laufen
  4. Mein Weinschorle hält länger und macht nicht so betrunken
  5. Keine harten Schlagschatten auf den Fotos
  6. Die für teuer Geld gekauften Regenumhänge der Landesgartenschau 2018 kommen endlich zum Einsatz
  7. Kinder hüpfen freudig durch die Pfützen. (Ja, leider nur die Kinder)
  8. Meine T-Shirt-Bräune wird nicht noch stärker
  9. Das Gefühl als tapferer und nasser Besucher, heldenhaft den Naturgewalten zu trotzen

Ja, der Samstag war für das Umsonst & Draussen etwas schwierig. So ab halb drei fing es mit dem Regen an und der hat in den kommenden Stunden nur wenig Pausen eingelegt. Etliche Besucher haben dem Wetter getrotzt — ich natürlich auch –, aber die übliche Besucherzahl für den Samstagnachmittag und frühen Abend wurde nicht erreicht. Ich hoffe, dass sich die finanzielle Delle durch den Regen nicht allzu schwer für das Festival auswirken wird.

Surrogate Parachute im Surrogate Tent der WüRG-Palettenbühne.

Surrogate Parachute war eine der Bands, die gegen den Regen angesungen hat. Die fünf Musiker haben sich von der Palettenbühne der Würzburger Rockgemeinschaft in deren Zelt verzogen, eine kleine, aber sehr tapfere Zahl an Zuschauern hörten ihnen immer nasser zu. Aber der Auftritt, den sie akustisch ablieferten, entschädigte absolut für ein am Körper klebendes Shirt.

The Main Beat auf der Drinnen-Bühne, mit einer jungen Drummerin.

Zu den Gewinnern während des Regens gehörten Bands wie The Main Beat, die im Drinnen-Zelt vor dieser unfassbar schönen Plastikstuhl-Kulisse spielten. Ist sonst der frühe Nachmittag eher eine undankbare Zeit für einen Auftritt, war das trockene Zelt am Samstag dann doch gut gefüllt und die Band spielte vor einem recht großem Publikum.

Kant aus Aschaffenburg auf der U-25-Bühne.

Ein Name, der es auf meinen musikalischen Merkzettel geschafft hat, ist der der Band Kant. Auf der U-25-Bühne spielten die Aschaffenburger vor einer riesigen Pfütze und einem für die Umstände großem Publikum. Das Zusammenspiel der drei Musiker war wirklich toll, das war originelle Rockmusik mit Können und Leidenschaft gespielt. Im Herbst soll eventuell eine EP herauskommen, ich halte Augen und Ohren auf.

Rilan & the Bombardiers auf der Draussen-Bühne.

Abends hörte der Regen dann doch mal auf, und zum Glück kamen dann doch viele Besucher auf die Mainwiesen. Die Besucher tummelten sich dann nicht mehr nur in den Zelten, die Konzerte von Dr. Umwuchts Tanzpalast, Rilan & the Bombardiers und Andreas Kümmert hatten dann auch das Publikum, die sie verdienten.

#UD2019: Freitag frei von Regen und voll der Musik

Bei guten Wetter kann ja jeder U&D machen. Aber da macht es auch am meisten Spaß!

Das Wetter ist für Open-Air-Festival ein zentraler Erfolgsfaktor. Also sollte der zweite Tag des Umsonst & Draussen 2019 ein voller Erfolg gewesen sein, denn das Wetter war beinahe perfekt. Obwohl manchen schon jammerten, dass es nachmittags ein bisschen zu viel Sonne … aber irgendwas ist ja immer. 😉

WhiteTrashVoodoo
auf der Palettenbühne des Immerhin-Stands.

Auch für mich war es ein toller U&D-Freitag. Das Verhältnis von Quatschen und Musikhören ist im Vergleich zum Donnerstag  ein wenig mehr in Richtung Musik gekippt. Trotzdem durfte ich eine Zeit lang ein kleines Kind auf dem Arm schaukeln (Was für ein Taschenofen!) und etliche lang nicht mehr gesehene Freunde umarmen. Davon zwei Wieder-Schwangere — der Freitag stand irgendwie unter dem Thema “Kinder” bei mir. 😉

Die schwedische Band “The Bland” auf der Drinnen-Bühne.

Wie ein Kind gefreut habe ich über die Musik. Bei White Trash Voodoo auf der Palettenbühne (die ist immer eine Reise wert) und Ashes of Sorrow im Zirkuszelt (sehr, sehr laut) habe ich kurz vorbeigeschaut. Länger verweilt bin ich bei dem Auftritt von The Bland im Drinnen-Zelt. Hatte ich gar nicht auf dem Schirm, aber die gute Laune-Musik, die Schweden mit ihren Oberteilen in der gleichen Farbe wie Rööös Shirt (nein nicht schwarz — gelb-orange! 😁), das hat wirklich Spaß gemacht.

Masha Qrella auf der Drinnen-Bühne.

Abends war ich noch bei Masha Qrella, die ich vor 13 Jahren(!) schon mal im Cairo gehört habe. Natürlich habe ich das Konzert von damals nicht mehr präzise im Kopf, aber ich habe nun schon gemerkt, wie sich die Musikerin weiterentwickelt hat, aber doch irgendwie ihr künstlerisches Ding durchgezogen hat.

Mich hat es dann noch später an die Draussen-Bühne gespült und bin nach Mashas Melancholie voll gegen das kraftvolle Hip-Rock von Chef’Special gelaufen. Auch wenn ich nur zwei Songs mitbekommen habe — da haben die Niederländer echt was auf dem U&D vor einer übervollen Draussen-Bühne abgeliefert, ich kam gar nicht nach vorne, um Fotos zu machen.

Die Biennale der kleinen Häuser

Bei der 5. Fin-Ger-Biennale geht es um ein Würzburger Thema: Wohnraum. Der Berliner Architekt Van Bo Le-Mentzel erklärt das Konzept der Tiny Houses, der Würzburger Blogger Ralf Thees moderiert und verlost zwei Karten für die Veranstaltung.

Die Fin-Ger Biennale, ihr erinnert? Das Mini-Architekturfestival, das der verrückte Finne Juhani Karanka und der nicht minder verrückte Deutsche Matthias Braun jedes Jahr veranstalten und im Wechsel finnische und deutsche Architekten einladen und mit einem goldenen Mittelfinger beschenken.

Es ist wieder soweit, Aufschlag: Deutschland, am Montag 24. Juni 2019. Und es geht — unter anderem — um ein Thema, dass eigentlich jeden Würzburger Bürger interessieren müsste, nämlich Wohnraum. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Zu Gast ist der Berliner Architekt Van Bo Le-Mentzel, der zum Beispiel bekannt wurde durch Projekte wie die Hartz-IV-Möbel oder eben die Tiny Houses. Diese Kleinst-Wohnungen wie Le-Mentzels “100-Euro-Wohnung” (6.4 Quadratmeter) könnten dem Architekten nach eine neue Ära von Städtebau einläuten: “Wir brauchen keine Megacities, sondern ein ‘Internet Of Spaces'”.

Am Montag startet die Biennale um 19 Uhr mit einem Vortrag von Van Bo Le-Mentzel im Kinosaal 1 des Central Programmkinos auf dem Bürgerbräu Würzburg. Danach gibt es eine Podiumsdiskussion mit dem Architekten, moderiert von … ach, schau an … vom “Journalisten und Blogger Ralf Thees”, also von mir! 😜

Dann geht es rüber zur Sektkellerei Höfer, bei Sekt (Überraschung! 😉) und Fin-Ger-Food (Wortwitz 😉) kann man noch quatschen und die dann eröffnete Tiny-House-Ausstellung anschauen — das originale Tiny100-House von Le-Mentzel steht auf dem Bürgerbräugelände.

Karten für den Biennale gibt es für 15 Euro im Fin-Ger-Conceptstore auf dem Bürgerbräu und in der Buchhandlung Knodt in der Textorstraße.

Zweimal eine Karten für das Fin-Ger-Biennale gewinnen

Update-Update: Ein Gewinner hat sich im Tag vertan. Wer jetzt noch die Antwort in die Kommentare schreibt, bekommt die Karte. 🙂

Update: Gewinner  (Chris und Frauke) haben die richtige Antwort per Mail an mich geschickt. Das war’s also mit den Karten. Die richtige Antwort übrigens: Get ’em out by Friday. In der Geschichte des Songs wurden übrigens Menschen genetisch klein gezüchtet, damit mehr Mieter in die Häuser passen. Im Interesse der Menschheit. Oder doch der Vermieter?

Wer den Grips und das musikalische Grundwissen hat, kann auch kostenlos an Karten kommen. Im Würzblog verlose ich zweimal eine Karte für die Fin-Ger-Biennale 2019. Ihr müsst nur eine Frage beantworten:

Auf dem Album “Foxtrot” aus dem Jahr 1972 thematisierte die britische Prog-Rock-Band Genesis das Thema Wohnraum und Mietkapitalismus auf fast schon zynische Art. Wie heißt dieses Lied?

Die Antwort schreibt ihr in die Kommentare, gebt dabei auch eure Mailadresse an (die sehe nur ich). Viel Erfolg (Rechtsweg und so – vergesst es ;-))

#UD2019: Der Donnerstag hatte seinen Namen völlig zu recht

Erst dachte ich, mit dem Nachmittagsgewitter habe ich den besten Teil des ersten Tags des Umsonst & Draussens verpasst. Alle erzählten mir davon. Aber spät am Abend war ich dann doch noch voll integriert. Und nass.

Viel Musik habe ich am ersten Tag des Umsonst & Draussen-Festivals nicht gehört. Ich war tagsüber familiär hundert Kilometer weit weg von Würzburg und erst so gegen halb sieben auf dem Gelände an den Mainwiesen. Darum hatte ich auch den ersten spektakulären Teil verpasst: das Gewitter am Nachmittag.

Wie mir mehrfach begeistert erzählt wurde, rollten am Donnerstagnachmittag ein kleines, aber heftiges Unwetter über Würzburg und damit auch über das U&D hinweg. Es soll gehagelt haben, starke Windböen hätten  an den Zelten gezerrt und binnen Minuten sei alles nass gewesen.

Davon war abends nicht mehr viel zu merken. Ok, ein paar mittelgroße Pfützen zierten die Mainwiesen, aber die Helfer hatten gute Arbeit geleistet, den Platz einigermaßen wieder trocken zu bekommen. Die Temperaturen waren in Ordnung, für mich im Shirt und kurzen Hosen absolut auszuhalten, den Pfützen konnte ich locker ausweichen.

Für mich hieß es auf dem Gelände vom ersten Augenblick an: Reden. Weil ich in den vergangenen Jahren oft aus Zeitgründen nicht so am Würzburger Kulturleben teilhaben konnte, wie ich gemocht hätte, war der Festivalabend eine gute Gelegenheit, mit Leuten zu quatschen, ich habe viel Interessantes erfahren und nette Leute mal wiedergesehen.

The Cool Quest am U&D-Donnerstag auf der Draußen-Bühne.

Darum blieb das Musikalische für mich am ersten U&D-Tag sehr auf Sparflamme. Mich hatte es zuerst an die Draussen-Bühne gespült, aber The Cool Quest konnten mich leider so gar nicht halten, das war — wie Hip Hop sehr oft für mich — nicht mein Ding.

Adam Evald im Zirkuszelt.

Interessanter wurde es für mich im Zirkuszelt. Bei Les Berrtas bin ich nur vorbei geschrammt, die waren mir aber gleich zu dunkel. Viel länger bin ich später bei Adam Evald. Der meist ruhige und verschmitzte Schwede saß einfach hinter seinem E-Piano auf der Bühne und machte schöne Musik. Erinnerte mich irgendwie sehr an Owen Pallett, der 2007 auf dem U&D aufgetreten ist, nur eben ohne Geige und Loopstation.

Sons Of The East im Drinnen-Zelt

Bevor Sons Of The East im Drinnen-Zelt aufgetreten sind, wurde bei der Ansage schon vor dem nächsten Gewitter gewarnt, das im Anrollen ist und dass das Konzert abgebrochen werden müsste, falls ein Unwetter droht. Ins rappelvolle Zelt habe ich mich gar nicht gewagt, ich war müde und machte mich schon auf den Heimweg.

Und dann komme auch ich endlich in den Genuss, von einem spektakulären Wetter zu berichten. Zwar hagelte es nicht wie am Nachmittag, aber es regnete aus Kübeln.Binnen Sekunden war ich klitschnass. Von den ganz krassen Regenminuten habe ich gar keine Bilder gemacht. Die Kamera wollte ich dem Wetter nicht aussetzen und das Smartphone … schon mal versucht das Touchdisplay zu bedienen, während sich zwischen einem Finger und dem Gerät der Amazonas hindurchschiebt? Keine Chance! 😀 Und trockenwischen konnte ich es nicht — womit denn, ich war bis auf die Unterhose nass. 🙈 Ob das Festival an diesem Abend abgebrochen wurde? Ich weiß es gar nicht, aber eigentlich war aus auch nur Regen. 😉

Wie eine Springflut spritzten auch die Leute vom U&D-Gelände. Dass ich auf der Friedenbrücke von den vorbeifahrenden Autos mit Wasserfontänen übergossen wurde, merkte ich kaum noch. Und der Frau, die beim Vorbeigehen anmerkte, dass es wohl sinnlos sei, wenn sie mir ihren Regenschirm anböte, musste ich leider zustimmen. Aber was soll’s. Meine Klamotten trocknen wieder. Das U&D-Gelände hoffentlich auch wieder.

Pro-Tipp vom Würzblog für den U&D-Freitag: Masha Qrella (21.30 Uhr, Drinnen-Bühne), 13 Crowes (18.35 Uhr, Draußen-Bühne), Violet Pilot (17.20 Uhr, Drinnen-Bühne), regenfeste Schuhe — man weiß ja nie.

Das WürzburgWiki und der Keks des Oberbürgermeisters

Es ist ja nicht so, dass das Jubiläum des WürzburgWikis die Stadt Würzburg völlig kalt gelassen hätte. Dem Verein wurden nun Schöppchen, Schinkenstangen und eine Scheibe aus Biskuitporzellan verliehen.

Wenn ich sonst Einladungen ins Rathaus bekommen habe, ging es meist um Dinge wie den Parkausweis zu verlängern. Eher selten wurde ich dort mit kleinen Schoppen empfangen.

Christian Schuchardt liest aus der Urkunde für die Verleihung der Ehrenmedaille des Oberbürgermeisters der Stadt Würzburg vor.

Dass es sich um einen der wichtigen und würdevollen Anlass handelte, habe ich daran gemerkt, dass es dazu noch Schinkenstangen von der Bäckerei Brandstetter gab — das sind einfach die besten! 🙂

Um es kurz zu machen: Ich war natürlich nicht alleine eingeladen, sondern mit weiteren Mitgliedern des WürzburgWiki-Vereins zur Förderung des freien Wissens in Würzburg.  Denn der Verein bekam die Ehrenmedaille des Oberbürgermeisters verliehen, die es seit 2014 als Auszeichung gibt.

Besagter Oberbürgermeister Christian Schuchardt war bei der Verleihung in der Grafeneckartstube des Rathauses gut gelaunt, lobte das bürgerliche Engagement des Wikis seit zehn Jahren für die Stadt und sagte allerlei nette Dinge über das StadtWiki. Und ich habe es ihm sogar abgenommen. 🙂 Dabei war auch Stadtrat Willi Dürrnagel, selbst ein Wühler in Würzburgs Geschichte und eine Art StadtWiki auf zwei Beinen.

Konzentriertes Zuhören in der Grafeneckartstube.

Kurz vor der Preisverleihung wurde ich — obwohl ohne offizielle Funktion im Verein — spontan als Sprecher des WürzburgWikis ausgedeutet. Und so durfte ich als Wiki-Gründer auch noch ein paar Worte verlieren, in der ich unserer Freude über die Ehrung Ausdruck verleihen durfte, aber auch der Freude darüber, dass das StadtWiki unabhängig von der Kommune oder einem Verlag ist, wie das bei manch anderen Wikis der Fall ist. Freies Wissen ist am besten in den Händen der freien Bürger aufgehoben.

Das Wissen um Würzburg und den Landkreis weist noch viele Lücken auf und wird wohl nie vollständig sein, genauso wie es nicht fehlerfrei ist. Aber der Verein und hoffentlich möglichst viele Bürger arbeiten daran, die Lücken zu schließen und es immer ein Stückchen richtiger zu machen.

Die Ehrenmedaille des Oberbürgermeisters der Stadt Würzburg aus Biskuitporzellan.

Über Unterstützung von Seiten der Stadt Würzburg freuen wir uns aber natürlich trotzdem, und der Oberbürgermeister sprach davon, dass die Stadt das Wiki in Sachen Serverkosten unterstützen wird (sind nur wenige paar hundert Euro im Jahr).

Dem Gag, dass die Ehrenmedaille irgendwie wie ein Keks aussieht, setzte Schuchardt mit der Information die Krone auf, dass sie aus Biskuitporzellan gefertigt ist. Für mich wird das nun immer der Keks des Oberbürgermeister sein. Und uns hat er geschmeckt. 😀

Zum Abschluss zeigte Christian Schuchardt dem WürzburgWiki ein Rätsel mit auf den Weg. In den Grafeneckartstube steht ein Stuhl, auf dessen Lehne eingeschnitzt ist: “Der 10 000. Stuhl für die Stadt Würzburg. Juli 1946. Holzindustrie Hofheim.” Die Geschichte des Stuhl ist wohl nicht mehr bekannt. Und ich habe es in den Augen meiner Vereinsmitglieder leuchten sehen. 🙂

Wie ist die Geschichte des Stuhls in der Grafeneckartstube aus dem Jahr 1946?

Pressemitteilung der Stadt Würzburg zur Ehrung und ein Artikel auf mainpost.de kommen wohl demnächst auch noch  gibt es nun auch.

Update: Der Bayerische Rundfunk berichtet kurz online über die Ehrung.

Berührungslose Lebensmittel

Ich koche gern. Ich kaufe gerne Lebensmittel ein. Und da gibt es eine neue Möglichkeit in Würzburg – ohne auch nur einen Fuß in einen Laden zu setzen. Wie funktioniert`s?

Ich gebe zu, mich hat vor allem die Neugier getrieben. Vor ein paar Wochen habe ich schon gesehen, dass am Trabold-Markt in der Sanderau eine “Abholstation” aufgebaut wurde. Einen Moment lang dachte ich, das wird auch eine Abholmöglichkeit für Päckchen sein, wie bei der DHL Packstation nur wenige Meter daneben.

Die Abholstation auf dem Parkplatz des Trabold-Markts in Würzburg.

Ist aber aber nicht. Wie an manch anderen Supermärkten und Edeka-Standorten in Deutschland kann man nun auch in Würzburg online in dem Markt einkaufen und die Waren in einem bestimmten Zeitfenster abholen.

Einmal quer Durch den Trabold geklickt

Und das habe ich gleich mal ausprobiert. Ohne dass es nötig war. Denn im Grunde gehe ich gerne Lebensmittel einkaufen. Am liebsten am grünen Markt, am zweitliebsten in kleinen Läden gleich um die Ecke wie in der Metzgerei Naser oder im Gemüseladen Reitzenstein. Mega-Discounter wie Real mag ich nicht so gerne, aber Kupsch- oder Edeka-Märke sind noch Ok für mein Einkaufswohlbefinden.

Also habe ich nach der Registrierung beim Trabold in dessen Onlineshop mal virtuell eingekauft. Was ein wenig ungewohnt war. Mir war nicht bewusst, dass der Edeka-Markt dreizehn verschiedene Tomatenvarianten im Sortiment hat. Und anschauen kann ich nur ein Symbolbild. Aber das ist das normale Leiden des Online-Shoppens.

Ich habe mir also ein bisschen was zusammengeklickt. Tomaten, Käse, Dosenmais, Mehl, Kichererbsen und Zartweizen. Die Online-Preise waren identisch mit den Preisen im Trabold-Markt selbst.

Dann weiter zum Bezahlen — wenn man für mindestens 10 Euro eingekauft hat. Vorher muss ich aber noch auswählen, in welchem Zeitraum ich die bestellten Waren abholen will. Zur Wahl standen für mich 9 bis 13 Uhr, 14.30 bis 18 Uhr und 19 Uhr bis 8 Uhr am nächsten Tag. Letzteres habe ich gewählt. Das Abholfenster geht auch über Sonn- und Feiertage. Über das Pfingstwochenende geht es von Samstag 19 Uhr bis Dienstag 8 Uhr.

Beim Bezahlen standen nur Lastschriftverfahren und Kreditkarte zur Auswahl — Paypal und so ist also nichts. Und dann endlich auf Bezahlen geklickt. Per Mail kam dann eine Bestellbestätigung mit einem mehrstelligen Zahlencode nebst QR-Code.

So weit, so wenig spektakulär.

Out of the Box

Spannender wurde es für mich dann, als ich zur nach 19 Uhr dann am kommenden Tag an der Abholstation stand.

Dort durfte ich wählen, ob ich den Bestellcode eintippen oder den QR-Code zeigen will. Keine Lust auf tippen, also auf dem Smartphone die Mail von Edeka rausgesucht und den darin enthaltenen QR-Code vor den Scanner gehalten. Piep — es geht weiter.

Die erste Schublade hat sich mit einem Klicken automatisch ein Stück geöffnet. Die Kühlbox. Dort waren nur die Tomaten und meine beiden Käse drin. Die habe ich entnommen und die Kühlbox wieder zugeschoben.

Die Kühlbox nebst Inhalt.

Sobald die Kühlbox wieder verschlossen war, öffnete sich sofort eine andere Schublade. Dort waren in einer Papiertüte — Hurra, kein Plastik — alle anderen von mir bestellten Waren verpackt, obenauf lag die Rechnung.

Die Einkaufstüte mit den ungekühlten Waren.

Die Tüte rausgenommen, die gekühlten Sachen obendrauf gelegt, die Box zugeschoben — und fertig war der Einkauf.

Fragenfazit

Ich gebe zu — es geht wirklich schnell. Selbst auch wenn das Zusammenklicken der Waren im Online-Shop etwas dauert, im Gesamten geht es natürlich viel schnell, als wenn man mit dem Einkaufswagen sich durch die Gänge schieben und vor allem an der Kasse anstehen muss (mittlerweile ja auch an den Do-it-yourself-Kassen). Hinfahren zum Edeka muss man natürlich nach wie vor — noch bieten sie keinen Lieferservice an, soweit ich weiß –, kann aber auch schnell wieder wegfahren.

Was mich gestört hat: Ich vermeide es, in Plastik verpacktes Gemüse zu kaufen. Auf dem Symboldbild im Onlineshop waren die Tomaten lose zu sehen. In der Tüte dann waren sie verpackt. Dann hätte ich sie aber nicht kaufen wollen. Es wäre schön, wenn solche Sachen beim Einkauf klar kommuniziert würden.

Man darf auch nichts vergessen haben. Vor der Abholstation stehen, zu merken, dass man noch Butter und Olivenöl braucht und dann nochmal in den Markt zu gehen, das führt das Ganze etwas ad absurdum.

Noch stand bei der Auswahl des Abholzeitfensters jeweils “0 Euro” als Preis für die Nutzung der Abholstation. Und wenn schon mal eine Preisanzeige vorgesehen ist, wird die wohl auch irgendwann genutzt werden, mit mehr als Null Euro. Dann muss man sehen, wie viel einem dieser Service wert ist.

Fragen bleiben für mich noch. Was passiert, wenn ich die Waren nicht rechtzeitig abhole? Bekomme ich das Geld zurück? Kann ich meinen Einkauf ein andermal abholen? Ist das Geld futsch?
Wie gut ist die Kühlbox? Wenn wie an diesem Wochenende es sein kann,  verderbliche Ware ab Samstagabend darin liegt und die Sonne fast drei Tage auf die Abholstation knallt, ist dann noch alles gut? Und überhaupt, wie kann ich Ware reklamieren, wenn sie nicht in Ordnung ist, und der Markt hat gerade nicht geöffnet?

Ich glaube nicht, dass ich persönlich diese Abholstation allzu oft benutzen werde. Aber ich kann mir vorstellen, dass es für andere ganz praktisch sein kann.

Ch-Ch-Ch-Changes – Der entflixte 14. Geblogstag

Zweimal sieben Jahre Würzblog. Viel passiert in der Zeit. Und aktuell gibt es wieder extrem einschneidende Erlebnisse, die alles verändern. Aber ein Grund zum Feiern ist der Geblogstag allemal.

Am Donnerstag, 6. Juni 2019, wird das Würzblog 14 Jahre alt. Seit vielen, viele Jahren ziehe ich an diesem Tag Krone und auch mal den Umhang an — obwohl das mit dem “Bloggerkönig” im Grunde nach wie vor völliger Quatsch ist.

Die Plüschkrone, die mir vor Jahren verliehen wurde, fand ich in der untersten Schublade meines Schreibtischs in der Redaktion der Main-Post in Marktheidenfeld.  Keine Ahnung mehr, wie sie dahin gelangte.

Es war unbeabsichtigt ein symbolischer Akt, dass ich die Bloggerkrone aus dem Redaktionsschreibtisch gezogen habe. Denn meine Tage bei der Main-Post sind nach acht Jahren dort in der Redaktion gezählt. Sehr gezählt. Es war meine Entscheidung. Zehn Arbeitstage (und etliche freie Tage) noch, dann werde ich nicht mehr für die Main-Post schreiben, sondern nur noch in meinen Blogs. Vorerst zumindest, wie es beruflich mit mir weitergeht, werde ich sehen. 🙂

Der Geblogstag ist für mich natürlich wie immer ein willkommener Anlass, mit anderen Bloggern zu feiern. Das stand bis Dienstagmittag noch auf der Kippe, denn ebenfalls stand in meinem Redaktionskalender noch eine Stadtratssitzung in Marktheidenfeld. Aber ein Kollege hat den Termin übernommen, Danke dafür Roland. 🙂

Aber das doppelsiebte Jahr macht es mir nicht zu einfach. Denn für Donnerstag ist Regen gemeldet, es soll auch wieder etwas kühler werden. Andererseits passiert gerne mal, wenn Regen gemeldet wird, in Würzburg Folgendes: Nichts. Der Kessel hält irgendwie einiges von der Stadt ab. Darum habe ich diesen abenteuerlichen Plan geschmiedet. Ich bin ab 18.30 Uhr am Stadtstrand in Würzburg. Wenn es doch nicht regnet und so kalt wird, kann man da noch schön chillen. Falls es doch regnet, können wir uns unter die Pavillons setzen — dann aber eine Jacke mitnehmen. Ich war neulich bei strömenden Regen und Kälte die halbe Nacht dort, wenn man die richtigen Klamotten an hat, kann man das gut aushalten. 🙂

Ein verflixtes siebtes Jahr und noch ein verflixtes siebtes Jahr — das hebt sich bestimmt zu einem entflixten siebten Jahr auf und alles wird gut. 🙂

Update am 6.6.19: Ok. Hoch gepokert, halb verloren. Es regnet heute, Donnerstag, zwar nicht, aber es ist schon ordentlich kühler geworden. Aber mir ist das jetzt wurscht! Ich bin heute Abend am Stadtstrand, wenn es sein muss in Winterjacke und Handschuhen. Ich stell mir einfach vor, ich feiere in Hamburg und erfreue mich an diesem angenehmen Tag. 😀