Das WürzburgWiki und der Keks des Oberbürgermeisters

Es ist ja nicht so, dass das Jubiläum des WürzburgWikis die Stadt Würzburg völlig kalt gelassen hätte. Dem Verein wurden nun Schöppchen, Schinkenstangen und eine Scheibe aus Biskuitporzellan verliehen.

Wenn ich sonst Einladungen ins Rathaus bekommen habe, ging es meist um Dinge wie den Parkausweis zu verlängern. Eher selten wurde ich dort mit kleinen Schoppen empfangen.

Christian Schuchardt liest aus der Urkunde für die Verleihung der Ehrenmedaille des Oberbürgermeisters der Stadt Würzburg vor.

Dass es sich um einen der wichtigen und würdevollen Anlass handelte, habe ich daran gemerkt, dass es dazu noch Schinkenstangen von der Bäckerei Brandstetter gab — das sind einfach die besten! 🙂

Um es kurz zu machen: Ich war natürlich nicht alleine eingeladen, sondern mit weiteren Mitgliedern des WürzburgWiki-Vereins zur Förderung des freien Wissens in Würzburg.  Denn der Verein bekam die Ehrenmedaille des Oberbürgermeisters verliehen, die es seit 2014 als Auszeichung gibt.

Besagter Oberbürgermeister Christian Schuchardt war bei der Verleihung in der Grafeneckartstube des Rathauses gut gelaunt, lobte das bürgerliche Engagement des Wikis seit zehn Jahren für die Stadt und sagte allerlei nette Dinge über das StadtWiki. Und ich habe es ihm sogar abgenommen. 🙂 Dabei war auch Stadtrat Willi Dürrnagel, selbst ein Wühler in Würzburgs Geschichte und eine Art StadtWiki auf zwei Beinen.

Konzentriertes Zuhören in der Grafeneckartstube.

Kurz vor der Preisverleihung wurde ich — obwohl ohne offizielle Funktion im Verein — spontan als Sprecher des WürzburgWikis ausgedeutet. Und so durfte ich als Wiki-Gründer auch noch ein paar Worte verlieren, in der ich unserer Freude über die Ehrung Ausdruck verleihen durfte, aber auch der Freude darüber, dass das StadtWiki unabhängig von der Kommune oder einem Verlag ist, wie das bei manch anderen Wikis der Fall ist. Freies Wissen ist am besten in den Händen der freien Bürger aufgehoben.

Das Wissen um Würzburg und den Landkreis weist noch viele Lücken auf und wird wohl nie vollständig sein, genauso wie es nicht fehlerfrei ist. Aber der Verein und hoffentlich möglichst viele Bürger arbeiten daran, die Lücken zu schließen und es immer ein Stückchen richtiger zu machen.

Die Ehrenmedaille des Oberbürgermeisters der Stadt Würzburg aus Biskuitporzellan.

Über Unterstützung von Seiten der Stadt Würzburg freuen wir uns aber natürlich trotzdem, und der Oberbürgermeister sprach davon, dass die Stadt das Wiki in Sachen Serverkosten unterstützen wird (sind nur wenige paar hundert Euro im Jahr).

Dem Gag, dass die Ehrenmedaille irgendwie wie ein Keks aussieht, setzte Schuchardt mit der Information die Krone auf, dass sie aus Biskuitporzellan gefertigt ist. Für mich wird das nun immer der Keks des Oberbürgermeister sein. Und uns hat er geschmeckt. 😀

Zum Abschluss zeigte Christian Schuchardt dem WürzburgWiki ein Rätsel mit auf den Weg. In den Grafeneckartstube steht ein Stuhl, auf dessen Lehne eingeschnitzt ist: “Der 10 000. Stuhl für die Stadt Würzburg. Juli 1946. Holzindustrie Hofheim.” Die Geschichte des Stuhl ist wohl nicht mehr bekannt. Und ich habe es in den Augen meiner Vereinsmitglieder leuchten sehen. 🙂

Wie ist die Geschichte des Stuhls in der Grafeneckartstube aus dem Jahr 1946?

Pressemitteilung der Stadt Würzburg zur Ehrung und ein Artikel auf mainpost.de kommen wohl demnächst auch noch  gibt es nun auch.

Update: Der Bayerische Rundfunk berichtet kurz online über die Ehrung.

Kein Tennis, aber Musik, Ambiente und ein Glas Wein

So ein Fest im Park des Juliusspitals in Würzburg hat schon was. Musik, Kunst und die Notwendigkeit eines nicht zu kleine Geldbeutels.

Es blieb mancher Wettervorhersage zum Trotz am Sonntag die meiste Zeit doch recht schön in Würzburg. So konnte ich den frühen Nachmittag beim Juliusspital Open verbringen. Das ist kein Tennis-Turnier, wie man vermuten könnte, sondern ein Fest im Park des Juliusspitals — ein Ort, wo es mich sonst selten hin verschlägt.

Ein Knochen?

Im vergangenen Jahr war ich zum erste Mal bei der Veranstaltung, und fand es eigentlich recht nett, das Ambiente ist schon besonders. Tagsüber findet man dort eher älteres Publikum — noch älter als ich 😉 –, abends verjüngt sich das Ganze.

Ich bin ein wenig im Park herumgeschlendert und habe mir die Kunstobjekte angeschaut, habe mit angesehen. was die paar Kunsthandwerker angeboten haben und habe vor allem der Black Velvet Band gelauscht, die ich schon lange nicht mehr gehört habe.

Womit ich etwas Schwierigkeiten habe, sind die Preise. Der Schoppen Wein 5,50 Euro, eine Mettstange 3,50 Euro … da kann man ganz schön Geld lassen. So habe ich mir mit meiner zauberhaften Begleitung einen Schoppen Silvaner und ein Wasser geteilt — Weinschorle wurde nicht ausgeschenkt — und das war es dann. Ich habe kaum Familien mit Kindern da gesehen — vielleicht könnte es daran liegen, denn dann sind die Haare schnell vom Kopf gefressen.

Nicht dass das Bürgerspital keinen guten Wein ausschenken würde, im Gegenteil. Aber 5,50 Euro fühlt sich für mich irgendwie zu teuer an.

Aber ich war ja nicht da, um mich zu betrinken. Einen schönen Nachmittag konnte ich auch so dort verbringen.

Gratiscomictag beim Comicdealer

Am 11. Mai gibt es deutschlandweit gratis Comics. Und in Würzburg gibt es nur einen würdigen Ort, diesen Tag zu begehen, seiner Comic-Leidenschaft zu frönen oder sich anfixen zu lassen,

In Berlin versucht man die Drogendealer in auf den Boden gesprayte rosa Rechtecke zu bannen. In Würzburg ist der Comicdealer auch in einem dafür vorgesehen Areal zu finden, im Erdgeschoss des Gebäudes in der Valentin-Becker-Straße 1a, Hermkes Romanboutique.

Dass Berlin auch noch einen Tag einführt, an dem man kostenlos Drogen bekommt … ich glaube eher nicht. Bei den Comics gibt es das allerdings, und zwar wieder an diesem Samstag, 11. Mai. Da ist Gratiscomictag in Deutschland, und in Würzburg macht Hermkes Romanboutique auch wieder mit. Ein treffend gewählter Name für die Veranstaltung, denn an diesem Tag gibt es gratis Comics. Die Verlage wollen damit die Fans auf so manche kommende Veröffentlichung hinweisen und dafür Werbung machen. Und ja — hier rutschen wir wieder in die Drogenmetaphern –, es geht natürlich auch darum, Noch-nicht-Comic-Leser anzufixen. Und lasst euch sagen: Es gibt Schlimmeres! 😁

Mit dabei bei Hermkes Romanboutique an Gratiscomictag: Das künstlerlische Allzweckwerkzeug Erik Staub (hat mal bei Alien-Schöpfer H. R. Gieger gearbeitet, wie cool!),  Cosplayer bei der Arbeit, Würstchen vom Grill, Comics von der Kilowaage, Nerds von jeglicher Spezies und viel von Spaß.

Ach ja, ich will es nicht verheimlichen. Hermkes Romanboutique ist nicht das einzige Geschäft, dass in Würzburg am Gratiscomictag dabei ist. Die Hugendubel-Filiale macht da auch mit. Und nicht dass ich etwas gegen Hugendubel habe — ok, ich kaufe dort fast nie etwas –, aber aus meiner Sicht gibt es nur einen Ort, wo man in Würzburg würdig den Gratiscomictag begehen kann. Nämlich der Ort, wo auch an den anderen 364 Tagen im Jahr Comics nicht nur verkauft, sondern auch gelebt werden — und das ist einfach Hermkes Romanboutique.

Trinär: Die Benefiz-Bloggerlesung zur WüWW2

Zur Würzburg Web Week lesen wir Blogger wieder — Ulrike Schäfer, Heidi Luger und Ralf Thees sind mit ihren Texten erneut für einen guten Zwecke auf der Bühne.

Ja, wir lesen wieder. Ulrike, Heidi und ich. Anfang April ist zum zweiten Mal Web Week in Würzburg, uns was wir zum Thema Digitalisierung beizutragen haben, sind unsere Texte, die in oder um unsere Blogs entstanden sind. Vom Byte zum Buch eben, und das trinär zu dritt.

Die Bloggerlesung im vergangenen Jahr hat uns viel Spaß gemacht, der Raum war bis auf den letzten Stuhl belegt und kein Zuhörer ist schreiend davongelaufen — das hat uns Lust auf eine Wiederholung gemacht. Im Grunde haben wir auch kaum eine Wahl, denn das ist eine der wenigen Kulturveranstaltungen während der Würzburg Web Week. (Digitale Künstler, das war ein Last-Minute-Aufruf! 😁)

LEsung im Kusthaus Michel

Heidi “Moggadodde” Luger, Ulrike Schäfer und Ralf Thees.

Am Dienstag, 2. April, könnt ihr ab 19 Uhr wieder einen Abend mit uns verbringen. Wir sind mutiger geworden und uns an einen etwas größeren Ort gewagt, ins Kunsthaus Michel in der Semmelstraße. (Danke dafür an Gerd Michel übrigens!) Was wir genau lesen werden, mal sehen. Ob Neues, ob Altes, ob Impro oder den einen oder anderen Unsinn — es wird großartig werden, das kann ich schon sagen! 😀

Der Eintritt ist frei, aber wir bitten wie beim letzten Mal um Spenden in beliebiger Höhe für den Verein “Hand in Hand gegen Tay-Sachs und Sandhoff”.

FiWo-Mehrfachkarten und guten Kaffee im Überfluss

Morgen, am Donnerstag, flimmert das Internationale Filmwochenende bis Sonnntag durch Würzburg. Schon lange gibt es dafür Mehrfachkarten, die aber traditionell kurz vor dem Filmwochenende sehr rar werden.

Jetzt  habe ich heute zufällig eine üppige Quelle für Fünfer- und  Zehnerkarten gefunden. Bei Julie im Co-op-Coffee Mainviertel fast neben dem Spitäle gibt es noch wirklich reichlich davon. Und das Tollste dabei – – leckeren Kaffee gibt es  mit dazu. Der kostet allerdings extra. 😉

WürzburgWiki: Zehn Jahre freies Wissen für Würzburg – Zeit für ein Dankeschön

Seit zehn Jahren gibt es nun das WürzburgWiki. Über eine Millionen Besucher hat es im Jahr, es ist ein gern genutzter Quell für Informationen rund um Würzburg. Aber dafür hat es kaum Geld, den nicht mal teuren Server zu zahlen.

Ja, ganz unbescheiden darf ich sagen, dass ich es gezeugt, ausgetragen und vor zehn Jahren, am 2. Januar 2009 zur Welt gebracht habe, das WürzburgWiki. Etwas bescheidener darf ich hinzufügen, dass ich diesem Stadtwiki in den ersten Jahren viel beigebracht und es erzogen habe. Das allerdings schon nicht mehr alleine, sondern mit viel, viel Unterstützung. Ganz bescheiden war allerdings mein Beitrag zu dem, was daraus heute geworden ist — etwas Großes!

Drittgrößte Regiowiki Deutschlands

Über 21.000 Artikel über alles Mögliche in der Stadt und im Landkreis Würzburg kamen in den zehn Jahren zusammen. Dazu nochmal gut 19.000 Bilder, auch viele historische Fotos. Und dahinter stecken unzählige Stunden an Recherche, vorwiegend von dem Kernteam des WürzburgWikis. Aber auch vielen andere Leuten haben mit kleinen Mosaiksteinen ihren Beitrag zum Gesamtbild des freien Wissens über Würzburg und Umgebung geleistet. Aktuell ist das WürzburgWiki das drittgrößte Stadt- bzw. Regionalwiki in Deutschland und das fünftgrößte im deutschsprachigen Raum (also mit Österreich und Schweiz). Das größte — und älteste — Stadtwiki gibt es in Karlsruhe, das zweite fällt mir gerade nicht ein! 😉 (Julia? Daniel? Hilfe! 😁)

Über eine Millionen Besucher im Jahr

Genutzt wird das Stadtwiki für Würzburg ordentlich. Mehr als 1,1 Millionen Besucher hatte das WürzburgWiki im Jahr 2018, das sind gut 3000 Besucher pro Tag.

Ich weiß nicht ob es anmaßend ist, aber auch wenn ich nicht mehr sehr am WürzburgWiki mitarbeite, bin ich doch wahnsinnig stolz und begeistert davon, was daraus geworden ist. Dafür danke ich in erster Linie Julia, Daniel, Wolfgang, Roland und Jan, das Fünfkammer-Herz des Stadtwikis. Aber auch jedem, der auch nur ein wenig am Wiki mitgearbeitet hat.

Finanzielle Unterstützung nötig

Aufgabe eines Stadtwikis ist es, das Wissen einer Stadt möglichst objektiv zu sammeln und bereitzustellen. Und das schafft das WürzburgWiki sehr gut. Die Nutzung ist kostenlos. Doch der Betrieb des Wikis kostet Geld. Vor allem die Technik. Zwar bekommt der WürzburgWiki-Verein Dank der Unterstützung von Rockenstein den Server recht günstig zur Verfügung gestellt. Aber etwas Geld kostet es doch, und manche Anpassungen der WürzburgWiki-Software werden extern durchgeführt. Im Grunde auch sehr günstig, aber auch das kostet wieder Geld. 600 bis 800 Euro bräuchte der Verein im Jahr für den Betrieb.

Leider ist die Spendenbereitschaft für das WürzburgWiki bisher recht überschaubar. Trauriger Zustand für eine Seite, die uneigennützig eine riesige Menge an Informationen zur Verfügung stellt. Informationen, die es teilweise nirgendswo anders gibt und die fleißig genutzt werden.

Darum geht mal in euch. Wie sehr habt ihr das WürzburgWiki in den vergangenen Jahren genutzt? Und was ist euch das wert? Und diese Summe überweist ihr am besten auf das Konto des WürzburgWiki-Vereins. Wer will, kann sogar eine Spendenquittung bekommen. Und wenn es unbedingt sein muss, kann man auch Partnerlinks über Amazon nutzen — sympatischer wäre es uns allen aber, wenn man lokal einkauft und das Geld lieber direkt überweist.

Hey, Stadt und Landkreis

Und liebe Stadt Würzburg und lieber Landkreis: Ich wäre enttäuscht, wenn nicht im Jubiläumsjahr nicht von euch — ohne vorherigen Bettelgang des Vereinsvorstands — eine großzügige Spende an den gemeinnützigen Verein geht. Muss gar nicht heimlich sein, ich bin sicher, da finden sich irgendwelche Geldtöpfe bei euch. Denn das Wiki leistet eine Arbeit für die Region, die kaum zu bezahlen wäre, müsste sie von offizieller Seite geleistet werden (davon abgesehen, dass diese Aufgabe an einer nicht-kommunaler Stelle besser und neutraler aufgehoben ist).

WürzburgWiki bei der WueWW

In diesem Jubiläumsjahr wird sicher noch die eine oder andere Aktion kommen, bei der man für das WürzburgWiki spenden kann. So wird das WürzburgWiki auch an der Würzburg Web Week in der ersten Aprilwoche eine Veranstaltung anbieten — bald mehr dazu. Aber lasst euch davon nicht abhalten, von euch aus finanziell aktiv zu werden. 😀

Gastgeber für die Stadtwiki-Tage 2020

Und schon mal zum Vormerken: Im kommenden Jahr wird der WürzburgWiki-Verein Gastgeber für die Stadtwiki-Tage 2020 sein. Dafür kann der Verein gesondert noch Unterstützung gebrauchen.

Also: Nach zehn Jahren WürzburgWiki ist es vielleicht an der Zeit, dem Wiki für alle Würzburger auch mal etwas zurückzugeben, in welcher Form auch immer. Ich als Mutter und Vater würde mich freuen. 🙂

P.S. Einen Podcast wird es bald auch noch dazu geben. Bestimmt auch mit lustigen Anekdoten aus den ersten Jahren. Ich wüsste noch ein paar! 😉

P.P.S. Am Geburtstag lief auch ein kleiner Beitrag in der BR-Frankenschau (in der Mediathek ab Minute 17:30).

Hannes weinte für die Viertelkultur, ich koffeinierte

Unterm Strich war das Thema des Abends wohl “alternative Finanzierungsmodelle”. Aber verpackt in einen wundervollen Ort, mit wundervoller Musik und die Menschen ebenfalls. Nur die Getränkeauswahl nicht.

Nach einer durchaus stressigen Woche hatte ich gestern Abend eigentlich erst mal einen Wunsch — einen ordentlichen Schoppen! Und den, so dachte ich mir, genehmige ich mir im Viertelkultur in der Zellerau. Dort gab nämlich Hannes Wittmer ein Benefiz-Konzert zu Gunsten des Cafés/Treffpunkts/Kulturorts/Bald-Unverpacktladens. Ein zauberhafter neuer Ort für Würzburg, als Sanderauer neide ich der Zellerau etwas die Viertelkultur, unterstütze es aber sehr gern.

Hannes Wittmer und Clara Jochum im Viertelkultur.

Stücke von seinem neuen Album “Das große Spektakel” gab Hannes zum Besten, aber auch aus einer Spaceman-Spiff-Zeit — und unterstützt von der wundervollen Clara Jochum am Cello und mit Gesang. Trauriges, Nachdenkliches, aber doch auch Schönes spielte er, erklärte auch, warum es das neue Album nicht im normalen Verkauf, sondern nur als kostenlosen Download gibt — und trank leckeren Frankenwein.

Den hätte ich auch gern getrunken, doch der Bocksbeutel war allem Anschein nach der einzige Wein in der ganzen Viertelkultur und den Künstlern vorbehalten. Für mich als Nicht-Bier-Trinker gab es dann eben … Kaffee. So weinte Hannes und ich auch, jeder auf seine Weise. 😉

Hannes im Spiegel.

Liebe Viertelkultur, ich wünsche mir Wein auf eurer Karte. Sonst muss ich Gitarre, Theremin und Nasenflöte einpacken und bei euch ein Konzert geben, nur damit ich einen Schoppen bekommen — und glaubt mir, das wollt ihr nicht! 😉

Gegen Ende des Konzerts ging ein Blechdosen-Hut herum und ich behaupte mal, der Abend hat sich in Sachen Spenden für die Viertelkultur gelohnt. Und gelohnt hat es sich für mich auch, es war ein schöner Abend in einem schönen Ambiente. Und lohnen darf es sich für Hannes selbst dann auch am 9. Februar, da spielt er mit Band im Cairo. Natürlich ohne festen Eintritt, sondern auf Zahl-was-du-willst-Basis. Aber Karten kann und sollte man online auf Wütix für einen knappen Euro reservieren.

10 Jahre “Bodenangst”: Spaceman Spiff verschenkt Download

Zehn Jahres ist es her, dass Hannes Wittmer in Würzburg sein erstes Album herausbrachte. Der Künstler probiert neue Wege aus, als Künstler zu leben. Und da passt es, dass er sein Debüt kostenlos zur Verfügung stellt.

Wie die Zeit vergeht. Vor genau zehn Jahren brachte Hannes Wittmer, der damals noch unter dem Künstlernamen Spaceman Spiff auftrat, sein erstes Album “Bodenangst” heraus. Hannes wohnte damals noch in Würzburg, hatte die ersten CDs selbst gebrannt und das Cover ausgedruckt. Das Album war schnell eingespielt, wie er sich erinnnert:

“Die 11 Lieder hatte ich kurz zuvor, allein mit meiner Gitarre, bei einer Demo-Session im Tonstudio Würzburg quasi am Stück eingespielt.” — Hannes Wittmer

Hannes zog nach Hamburg, machte weiter erfolgreich Musik, zuletzt unter seinem echten Namen.  Und geht bei der Vermarktung seiner Musik neue Wege. Sein jüngstes Album “Das große Spektakel” gibt es “weder auf Spotify, iTunes und co, noch auf CD oder sonst irgendwo im Handel“. Hannes stellt das komplette Album als Download auf seiner Webseite kostenlos zur Verfügung. Er hofft, dass er als Künstler durch Spenden unterstützt wird.  Ist Spenden das richtige Wort dafür? Klingt irgendwie komisch.

In dem Blogbeitrag zum Album und ein paar dort verlinkten Beiträgen versucht er zu erklären, warum er das macht. Wobei er gesteht, dass er da noch kein zu Ende gedachtes Konzept hat.

“Ich befinde mich auf einer Forschungsreise und freue mich, wenn Ihr Lust habt mich ein Stück zu begleiten.” — Hannes Wittmer

Und so ist es fast nur konsequent, wenn Hannes auch “Bodenangst” zum Zehnjährigen den Freunden seiner Musik schenkt. Aber auch für das Geschenk darf man sich in Worten und bestimmt auch finanziell bedanken. 😉

Danke dafür Hannes! 🙂 (Auch wenn ich das Album schon auf CD besitze 😉 )

Wer Hannes Wittmer live sehen will: Am 9. Februar 2019 spielt er in seiner alten Heimat Würzburg im Cairo. Kein fester Eintritt, sondern ein Zahl-was-du-willst-Konzert. Natürlich.