Programmkino auf dem Weg zur Genossenschaft

So langsam kommt die Initiative Programmkino strukturell in die Pötte. Sie hat sich nun entschieden, eine gemeinnützige Genossenschaft zu werden, die Anträge liegen beim Finanzamt und beim Genossenschaftsverband.

Ende Juni sollten die Anträge durch sein und dann kann man auch Anteile an der Genossenschaft zeichen, also kaufen. Was ein Anteil kosten wird ist noch unklar, ich hoffe ja sehr auf einen kleinen Beitrag, damit auch weniger gut betuchte Filmfreunde sich beteiligen können. Denn einen Genossenschaftsanteil von 10 € können sich auch Hartz IV-Cineasten leisten, einen Anteil für 50 € oder 100 €  schon nicht mehr so leicht. Die Gutbetuchten können ja dann mehrere Anteile zeichnen.

Was mich bisher an der Initiative Programmkino etwas stört ist, dass man kaum etwas von hinter den Kulissen mitbekommt. Seit Februar dümpelt die Website vor sich hin, gerade mal mit ein paar Kinoprogrammhinweisen bestückt. Aber den Stand der Dinge, was den weiteren Weg des zukünftigen Kinos, sieht man dort nicht. Oder mal, wer im Moment da überhaupt dahintersteht. Oder was noch zu tun ist. Dabei wäre es doch gerade bei einer solchen Initiative, die letztlich auf eine sehr breite Unterstützung von Würzburger Bürgern angewiesen ist, ein wenig Mitmachtransparenz an zentraler Stelle sehr hilfreich.

Im Juni werden übrigens scheinbar keine Filme gezeigt, aber ich hoffe, dass da bald wieder etwas — vielleicht sogar Open-Air? — gehen wird.

Programmkino im Mai im theater ensemble

Im Monat Mai zeigt die Initiative Programmkino Würzburg zwei Filme, diesmal — provisorisch wie immer  — im theater ensemble.

Der erste Film “Boxhagener Platz” — schon ziemlich ausverkauft — läuft heute Abend um 20.00 Uhr; der Zweite, “Tanzträume” in Kooperation mit dem Tanzspeicher am 18. Mai 2010 auch um 20.00 Uhr. Kartenpreise immer 4,50 €.

Update: Wegen der großen Nachfrage wird der Film “Boxhagener Platz” am 11. Mai 2010 nochmal gezeigt. (via Twitter)

Update II: Der Film wird doch nicht noch einmal gezeigt. :-/ (via Twitter)

Fremdkörper – eigentlich eine Premierenankündigung

Ja, so sah es 2008 aus, als Alex Weimer und sein Team von den Moviebrats den Film “Fremdkörper“, der im Rahmen von Alex’ Diplomarbeit (und diversen anderen) entstand, bei der Diplomausstellung in der FH Würzburg präsentierten.

Mehr als 1 1/2 Jahre gingen ins Land. Man hätte denken können, dass der Film ein Fire-And-Forget-Projekt gewesen ist, nur zum Zweck der Diplomarbeit. Aber weit gefehlt. Die Zeit wurde benötigt, um den Film in ein neues Schnittformat umzuwandeln, damit dann eine auserwählte Cutterin den Film um ein Viertel kürzen konnte. Was dann zur Folge hatte, dass ein guter Teil der Musik neu gemacht werden durfte. Und schon vergehen 20 Monate im Flug.

Aber nun ist er fertig. Oder besser: Nun haben die Macher ihn für fertig erklärt! Die Geschichte darum, was wichtig im Leben ist und um Wünsche und Chancen. Gedreht wurde der Film hier in der Region, vor allem in Karlstadt. Allerdings weniger mit regionalen Schauspielern. Vom Sehen bekannt waren mir Brigitte Zeh, die manchmal im Tatort auftritt, und Stephan Tölle, den ich schon im Kurzfilm “O sole mio” — gedreht im Dencklerblock — wunderbar fand. Und in irgendeiner Fernsehwerbung ist er auch gerade zu sehen, hab aber vergessen, welche. Den Hauptdarsteller Daniel Frantisek Kamen kannte ich vor “Fremdkörper” überhaupt nicht.
Da er auf seiner Website als Dialekt-Möglichkeit “Hessisch” angibt, kann man messerscharf schließen, dass “Fremdkörper” kein Heimatfilm ist. Die Hauptdarsteller reden kein Fränkisch, was vielleicht auch besser so ist, denn es gibt kaum etwas Schlimmeres als einen Dialekt zu hören, den der Sprecher nicht beherrscht. Und so spielt der Film zwar in Karlstadt, ohne übermäßig auf fränkischen Lokalkolorit einzugehen. Das stört aber auch nicht.

Ein wenig Lokalkolorit kommt aber musikalisch in den Film, denn Songs von Karo und The wind-up robots killed my cat untermalen den Film.

Ich bin schon sehr gespannt auf den Film, der wohl nicht mehr der Film sein wird, den ich 2008 im Hörsaal der FH gesehen habe.

Fremdkörper (Trailer DE)

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Lust auf den Film bekommen? Schade, aber die Teampremiere an diesem Samstag im Cinemaxx ist schon lange ausverkauft. Das kann man mal sehen ,was durch Nutzung von Sozialen Netzwerken passieren kann. Eine Fangruppe bei Facebook, Bilder bei Flickr, ein Kanal bei Youtube und ein Twitter-Account reichen aus, um einen Kinosaal zu füllen, lang bevor das erste Plakat in der Stadt hängt. Und um die Fans mit Gimmicks bei der Stange zu halten, kann man auch noch das im Film gesungene Lied “Der Ranger” für 0,99 € bei iTunes oder für 0,77 € bei Amazon herunterladen (läuft auch bei Radio Würzblog, ich habe ihn mir geleistet 🙂 ) oder seinen Firefox mit dem Fremdkörper-Persona verschönern.

Wer es wagen will, die Stadtgrenze von Würzburg zu verlassen, der könnte noch eine Chance haben, den Film zu sehen. Denn zumindest in der letzten Woche — als ich den Artikel eigentlich fertiggeschrieben haben wollte — gab es noch Karten zur Locationpremiere in Karlstadt an diesem Sonntag. Versucht euer Glück!

Wobei die Teampremiere im Cinemaxx schon allein durch den unverschämt gut aussehenden, witzigen, intelligenten und charmanten Mann, der den Film kurz aber heftig an- und abmoderieren wird, ein Erlebnis sein wird. 😉

Kleine Kultur in Kneipen

Gestern Abend war ich, wenn man so will, auf Kneipentour. Nein, nicht um Gott Bacchus und König Cuba zu huldigen, sondern um meinen kulturellen Horizont ein klein wenig zu weiten.

Das Panoptikum
Im Café zum schönen René fand “Das Panoptikum” statt, der nun allmontagliche Kinoabend im Caféclub am Bahnhof. So laut es dort am Wochenende war, so leise war es gestern Abend.
Die Jungs haben es wirklich geschafft, Kinoatmosphäre in den Laden zu zaubern. Schlichte Holzstühle dienten als Sitzplätze, an der DJ-Durchreiche war die Leinwand und sogar ein Vorhang — Show muss sein –angebracht. Der Laden duftete nach Popcorn und Vorfreude — einfach schön. Die beiden Besitzer der ehemaligen Empire-Videothek gegenüber der Stadtmensa zeigten sich für die Filmwahl verantwortlich — aufgeführt wurde als Vorfilm ein Kurzfilm, den ich nicht mal ansatzweise verstanden habe, aus Versehen noch ein zweiter Kurzfilm, den ich ganz nett fand und als Hauptfilm der koreanische Liebesfilm “I’m a cyborg, but that’s ok” des eher für Blutspritzfilme bekannten Regisseurs Park Chan-wook. Der Eintritt war frei, der Abend finanziert sich über die Getränke. Und damit das auch kinotauglich leise klappt, durfte man die Getränkewünsche während des Films auf Zettel schreiben, die zur Theke durchreichen lassen und dann hoffen, dass das Getränk auch von Lippen unberührt den Weg zurück findet. Scheint aber geklappt zu haben.

“Scheint” schreibe ich aus dem Grund, weil ich den Hauptfilm gar nicht gesehen habe. Als ich so im René stand, kam ich immer mehr zur Erkenntnis, dass mit heute eher nach Musik als nach Film ist, was nicht mit der Veranstaltung im René an sich zu tun hatte — da geh ich auf jeden Fall an den nächsten Montagen mal öfters hin.

Fusion-Session im Gehrings
Es trieb mich aber in mein zweites Wohnzimmer, in Herrn Gehrings gute Stube. Da war Fusion-Session angesagt, ein wilder Jazz-Rock-Funk-Mischmasch. Es waren fast so viel Musiker wie Gäste da, was einerseits daran lag, dass nicht so viel Gäste da waren, andererseits aber auch daran, dass so viel Musiker auf der “Bühne” standen. Sieben Männer und eine Frau improvisierten nach Lust und Laune — und auf einem musikalisch hohen Niveau. Ich gebe zu, die Art vom Musik muss man mögen, und der Session-Charakter macht die Musik noch etwas chaotischer. Aber Hey — auf jeden Fall besser als den Abend vor der Glotze verbringen. Und Kneipen-Konzerte haben dazu noch ihren eigenen Charme. Sie kosten keinen Eintritt, es gibt lecker Essen und Trinken, man hört im Hintergrund wie ein betrunkener Gast laut mit der Bedienung flirtet, Leute und Bekannte kommen und gehen, man kann locker zum Rauchen oder auf’s Klo gehen und kann auch ohne schlechtes Gewissen mit den Nachbarn plaudern. Wunderbar! 🙂

Schöner Abend, besonders auch weil man draußen ohne Jacke rauchen konnte. Leise natürlich. Und vor dem Heimgehen bin ich nochmal brav auf’s Klo, damit ich nicht an Hauswände pinkeln muss. Ich weiß, was sich gehört.

Montag ist Kinotag bei René

Auch woanders wird in Sachen Programmkino nicht lange gefackelt — im Café zum schönen René wird nun an jedem Montag ab 19.30 Uhr ein Film gezeigt. Codename: Panoptikum.
Welcher Film? Keine Ahnung, da ist wohl alles drin, die Jungs machen das schon. Ob alle Zuschauer drin sein werden, das wird sich zeigen, denn auf der Facebook-Veranstaltungsseite gibt es schon 26 bestätigte Gäste. Wenn da alle an einem Tag kommen, könnte es ein wenig eng werden. Aber egal, das Café hat zwei große Glasfronten und es wird draußen langsam wärmer.