Archiv der Kategorie: Musik

Stadtfest Würzburg 2016 Samstag

Im Tal der Arschkarten

Stadtfestwochenende in Würzburg. Das hat mich heute früh um 8 Uhr nicht in die Innenstadt getrieben, ich wollte einfach mal wieder morgens im DOC gemütlich einen Cappuccino trinken und ein bisschen quatschen. Diese Morgenstunden mag ich gern, das Stadtleben ist noch leicht schlummrig und erwacht erst so langsam.

Blaskapelle Winterhausen auf der Main-Post-BühneAber schon gegen 9 Uhr schraubte sich mir Blasmusik aus Richtung Vierröhrenbrunnen ins Ohr. Eine halbe Stunde später bin ich mal hin. Und tatsächlich — auf der Main-Post-Bühne spielt sich die Winterhäuser Blaskapelle wach. Wie ich später gemerkt habe, war für die Uhrzeit vor der Bühne richtig viel los. Etwa fünf Zuhörer gingen ihrer Aufgabe nach und hörten zu. Sicherheitspersonal war mehr da. Auf der Frizz-WVV-Bühne am oberen Markt wenige Minuten später blies ein Blechblasensemble für einen Besucher — halt, mit mir waren es zwei — in ihre Instrumente. Ich frage mich ja schon, warum man um diese undankbare Uhrzeit überhaupt Musikgruppen auf die Bühnen stellt? Da ist so gut wie niemand in der Stadt. Die meisten Geschäfte haben noch zu, die Menschen, die da durch die Straßen huschen sind die, die gleich in den Geschäften arbeiten werden.

Rising End auf der TV-Touring-Bühne.
Rising End auf der TV-Touring-Bühne.

Ab zehn Uhr besserte sich die Lage minimal, die Zuschauerzahlen verdoppelten sich etwa. Aber als ich das Konzert der Jazzini-Jungs an der WVV-Bühne verließ, hat sich auch die Anzahl der Zuhörer halbiert. Am Unteren Markt auf der TV-Touring-Bühne rockte alternativ — übrigens überraschend gut — die junge Band “Rising End“. Da war schon ein bisschen mehr los, aber das Grüppchen vor der Bühne sah verdächtig nach Eltern, Freunde und Verwandtschaft der sechsköpfigen und geschlechtermäßig paritätisch besetzten Band aus.

Black Velvet Band
Black Velvet Band

Auf dem Heimweg hab ich dann die Band gesehen, die die Oberarschkarte beim Stadtfest gezogen hat. Die Black Velvet Band folkte im Durchgang zum Zinkhof. Potenzielle Zuhörer hatten die Wahl:

  1. Sich etwa 30 Zentimeter vor die Folk-Band auf den Gehsteig stellen und ständig die Fußgänger vorbei lassen.
  2. Sich auf die Straßenbahnschienen stellen und sich der Gefahr eines plötzlichen ÖPNV-Todes aussetzen.
  3. Sich auf einen sehr schmalen freien Streifen auf der anderen Straßenseite stellen, mit den Ständen der Murmel unmittelbar im Rücken und trotz Wasserrohrbruch am Hauger Ring alle paar Minuten ein laute und große Straßenbahn vor sich — was ein wenig den Musikgenuss trüben kann.

Da half den drei Jungs nur Galgenhumor. Denn muss man da aber auch haben.

Wer Schlagzeug spielt, neigt zu ausdrucksstarker Mimik.
Wer Schlagzeug spielt, neigt zu ausdrucksstarker Mimik.

 

 

Wer Schlagzeug spielt, neigt zu ausdrucksstarker Mimik.
Wer Schlagzeug spielt, neigt zu ausdrucksstarker Mimik.
Stramu 2016 - Ohrbooten

Stramu-Quickie und -Quetschi

Nachdem ich am Freitag beim Bloggertreffen war und am Sonntag arbeiten musste, blieb mir für das Stramu in Würzburg nur der Samstagabend.

Stramu 2016 - mit einem normalen Blick auf die Musiker.
Stramu 2016 – mit einem normalen Blick auf die Musiker. Nicht irritieren lassen – das auf dem Bild ist nicht Dominic Fritz, wie auf dem Schild zu lesen, sondern eine Hälfte von Sajul. 😉

Da war bei dem tollen Spätsommerwetter natürlich die Hölle los. Ich hab viel Musik gehört, wie die Künstler aussahen, konnte ich trotz einer Größe von 1,85 Metern nur hin und wieder ausschnittsweise erhaschen — es war ganz schön voll. Und Lust, mich in ein Sichtfenster fünf bis zehn Reihen nach vorne zu quetschen habe ich auch nicht.

Wie in den vergangenen Jahren schon das beinahe übliche Luxusproblem des Festivals. Ich wüsste auch nicht, wie man das ändern könnte — außer nicht mehr so gut und attraktiv zu sein. 😉

Toll war es trotzdem! Viele schöne und originelle Musik gehört und hin und wieder sogar etwas interessantes gesehen … 😉

 

Scallwags im Immerhin

Scallwags, 20 Jahre Rock’n Roll

Nach dem Stramu ging es am Samstag noch mal kurz mit Herrn Nutzschall und Schwester C.   ins Immerhin. Die Fun-Ska-Punk-Rock-Band Scallwags aus Schweinfurt, die noch auf ihrer “20 Years of Rock’n’Roll”-Tour sind, spielte mal wieder in Würzburg.

Scallwags im Immerhin
Scallwags im Immerhin

Ja, die Jungs spielen wirklich so lange, und ich kann mich noch an ihren — soweit ich weiß und mich erinnere — ersten Auftritt im Jugendhaus in Schweinfurt erinnern. Da muss ich wohl so 25 Jahre alt gewesen sein. Schon toll, wenn man so Mitte/Ende Dreißig schon sein 20-jähriges Bühnenjubiläum feiern kann. 😉

Und 20 Jahre danach hat Scallwags eine fette Show im Immerhin abgeliefert, bei Temperaturen, die sogar die Außentemperaturen übertroffen haben.

Es war mir wie immer eine schweißtreibende Freude! 😀 Jane Doe hab ich leider verpasst. 🙁

Vollbildaufzeichnung 17.07.2016 143535

Hope – Cell

Unsere ehemaligen Würzburger Musiker von Hope, die in die weite Welt (oder nach Berlin) auszogen, haben einen neuen Song herausgebracht: Cell. Und dazu auch ein Video.

“Dies ist die unendliche Geschichte menschlichen Ringens. Das Ringen um Geborgenheit, das Ringen um Platz, das Ringen mit der Einsamkeit. Jedes Mal, wenn wir dieses Stück spielen, ringen wir mit der Stille. Ringen wir mit der Wucht.” (Hope, Facebook-Post zum Video-Release)

Eine intensive Musik wird in intensiven Bildern festgehalten. Ich freue mich schon, Hope mal wieder live zu sehen und zu hören. Christine Börsch-Supan hofft, dass sie im Herbst wieder mal nach Würzburg kommen. Ich hoffe auch. Hope.

Den Song gibt es zum Beispiel bei 7digital,  iTunes, Spotify,

DSC07700-001

U&D 2016, Tag 1

Umsonst & Draußen 2016, Tag 1
Umsonst & Draußen 2016, Tag 1

Das war eine Hetzerei, bis ich am Donnerstag endlich zu Umsonst & Draussen-Festival kam. Im Schneckentempo kroch ich mit dem Auto von Marktheidenfeld nach Würzburg. Bis ich dann endlich — mit der Straßenbahn — auf den Mainwiesen angekommen bin, ging es im Schneckentempo zu Fuß weiter.

Das Immerhin-Zelt
Das Immerhin-Zelt

Alle paar Meter habe ich jemanden getroffen und zumindest kurz gequatscht und hin und wieder auch jemanden umarmt. Aber auch das ist das Umsonst  & Draussen — ein großes Klassentreffen. Der Preis, den ich für diese soziale Freude zahlen musste, war, dass ich erst mal kaum ein Konzert gehört habe. Aber das war ein Preis den ich sehr gerne zahle! 🙂

Zumindest kurz konnte ich mir aber mal Yousef Junid auf der U25-Bühne anhören. Ein schönes Saitenzupfen hat er mit seinem Bruder da hingelegt.

Yousef Junid
Yousef Junid

Dann ging es weiter zu Die Nerven. Hammerkonzert mit einer Mischung aus Punk, Prog-Rock, eine Prise Joy Division und diversen anderen Einflüssen. Und eine geile Show, die drei Jungs da auf der Draussen-Bühen abgeliefert haben, die nicht mal ein gerissenes Fell der Basedrum stoppen konnte. Danke Nerven, Danke, Danke, Danke! 😀

Die Nerven
Die Nerven

Showman das Abends — Die-Nerven-Drummer Kevin Kuhn.

Die Nerven-Dummer Kevin Kuhn
Die Nerven-Dummer Kevin Kuhn

Nur ganz kurz konnte ich Egotronic anhören.

Egotronic
Egotronic

Ein paar Bilder

DSC07493

U&D mit 2016 und hoffentlich mit mir

Morgen beginnt das Umsonst & Draussen in Würzburg. Und obwohl ich im Job gerade viel zu tun und den Kopf damit voll habe, fängt so langsam mein Festival-Zeh zu zucken an. Denn nach etwa fünf Jahren könnte ich vielleicht in diesem Jahr mal mehr als nur kurz vorbeischauen.

Im Moment sieht es zumindest ab Freitag für mich einigermaßen gut aus (falls ich nach der Arbeit zum ersten Mal überhaupt zum U&D fahren würde, vielleicht am späten Donnerstagabend auch schon 😉 ) .  Der Wetterbericht meldet für Würzburg in den U&D-Tagen irgendwas zwischen Sonnenschein und Unwetter, manchmal sogar gleichzeitig. Wir werden sehen, für mich persönlich ist das Festival noch nie am Wetter gescheitert.

Ich würde ja freuen mal wieder in aller Ruhe ein paar Tage über die Mainwiesen zu schlendern, mir bekannte und unbekannte Bands auf der Draussen-, Drinnen- oder U25-Bühne und natürlich auf der Paletten-Bühne des Immerhin anzuhören. Oder die Stände der Initiativen besuchen und ein bisschen mit den Leuten dort zu quatschen. Oder zu schauen, was die Laserkoalas wieder an Kunst auf die Beine gestellt haben. Oder, oder, oder …

Und vor allem freue ich mich darauf, einem ganzen Haufen an netten Leuten dort zu begegnen. Ja, lieber Leser, auch du bist gemeint … 😉

Gitarre

Neues von den Dennis Schützlingen: Am Ende aller Tage und Nights in white satin

Endlich mal ein neues Lied von Simon-Philipp Vogel, wie immer mit kleiner Unterstützung von Dennis Schütze. Es wurde auch Zeit für sein fünftes veröffentlichtes Lied. Womit es eigentlich mal zumindest eine EP angesagt wäre.

“Am Ende aller Tage” ist ein romantische Liebeslied. Ich vermisse im Vergleich zu den Songs zuvor etwas das Augenzwinkern im Text. Musikalisch es es aber ein sauber gespieltes Lied, das man ruhigen Gewissens dem oder der Liebsten vorspielen kann — mit jedem Hintergedanken. 😉

Ebenfalls mit Dennis’ Hilfe ist die Tage eine elektro-angehauchte Version von “Nights in White Satin” entstanden, gesungen von Sandra Buchner.

DSC00764

Live, laut und lustig mit Daniel Biscan und Kleeberg

Man merkte Daniel Biscan schon eine gewisse Nervosität an, als er im Cairo die Bühne betrat. Auch wenn er mit seinen Musikerkollegen als Vorband von Nena schon vor etlichen tausend Leuten gespielt haben — jetzt treten sie zum ersten Mal in seiner Heimat auf, das ist dann nochmal eine ganz andere Nummer.

Dominik Strutzenberger und Benjamin Haupt sind 2/5 von Kleeberg.
Dominik Strutzenberger und Benjamin Haupt sind 2/5 von Kleeberg.

Das Cairo war gut zu Hälfte gefüllt, was der Stimmung keinen Abbruch tat. Als Vorgrüppchen war Kleeberg in einer reduzierten 2/5-Besetzung da. Benjamin Haupt und Dominik Strutzenberger waren für den eher ruhigeren Teil des Abends zuständig, was aber kurze und heftige Gitarrenschlachten zwischen den beiden nicht ausschloss.

Interessant an der kleinen Kleeberg-Besetzung war, dass damit auch die bekannten Songs des letzten Albums ganz anders klangen. Und ein paar unveröffentlichte Stücke gab es auch zu hören.

Daniel Biscan und Stefan Hergenröder
Daniel Biscan und Stefan Hergenröder

Die Kleebergs machten dann die Bühne frei für Daniel Biscan. Das war dann ganz lustig: Mit Joe “Mr. Jazz” Krieg an der Gitarre, Stefan Hergenröder am Bass, Lars Niekisch am Keyboard und Philipp Palm am Schlagzeug hat Sänger und Gitarrist Daniel vier erfahrene Berufsmusiker an Bord. Aber trotzdem hackelte es an manchen Anfängen von Liedern  — einfach weil es die Band noch gar nicht lange gibt und es wenig Gelegenheiten zum Proben gab. Schlimm war das nicht, die Jungs konnten charmant damit umgehen.

Daniel Biscan im Cairo
Daniel Biscan im Cairo

Ich vermute mal, da die Band an sich ja noch wenig bekannt ist, dass viele im Publikum Bekannte von Daniel, Joe und Stefan als Unterfranken waren. Damit war natürlich schon mal für eine positive Grundstimmung gesorgt. Aber trotzdem merkte man, wie die Songs die Leute nach und nach immer mehr mitrissen und ich hatte den Eindruck, auch die Band legte immer noch einen drauf.

Im Vergleich zum Album ging es beim Liveauftritt von Daniel Biscan ein bisschen mehr ab, der Sound war etwas rockiger. Ein paar wenige Nummern, die nicht auf “Eine Frage von Raum und Zeit” zu finden sind, gab es auch. Doch bei der geforderten Zugabe der Zugabe musste die junge Band passen — es wurde schon alles gespielt. Aber macht nicht — kurzfristig wurde “Unter uns Berlin” in “Unter uns Würzburg” umgedichtet und man hatte eine Zusatz-Zugabe, bei der das Publikum noch mehr mitsingt!  Vielleicht sollte sich die Band das für alle zweisilbigen Städte merken, in denen sie auftreten werden. 😉

Unter Strich: Ein super Abend mit toller Livemusik. Ich habe schon Gutes von Daniel Biscan auf der Bühne erwartet, wurde aber noch positiv überrascht. Und ich lasse mich gern positiv überrascht. Nur ein bisschen mehr Publikum hätte das Konzert vertragen.

Wer mehr hören will: Daniel Biscan und Kleeberg sind auch im Programm des Radio Würzblog.

Daniel Biscan
Daniel Biscan
Joe Krieg
Joe Krieg
Stefan Hergenröder
Stefan Hergenröder
Lars Niekisch
Lars Niekisch
Philipp Palm
Philipp Palm