Der Feldzug der Jungfrauen

Im Sommer geht man Samstag abends immer recht ängstlich in Würzburgs Kneipen – denn SIE sind wieder unterwegs.

SIE, das sind die Horden junger Frauen, die ausgelassen Jungfrauenabschied feiern. Das weibliche Gegenstück zum Junggesellenabschied begegnet einem immer häufiger in der freien Wildbahn. Man kann sie recht einfach an vollgekritzelten T-Shirts, Blumengirlanden oder lustigen Hüten erkennen. Meist ist die Braut in spe schwer alkoholisiert und in einem Zustand, in dem sie, falls sie so ihren Verlobten kennen gelernt hätte, niemals Braut in spe geworden wäre. Finanziert wird der Abend oft durch eine Art Amateurprostitution (einmal wurde mir für 5€ ein Kuss auf den Mund, für 10€ ein Kuss auf’s Dekolleté und 20€ für einen Zungenkuss – wollte gar nicht fragen, was ich für 50€ bekommen hätte) oder durch den illegalen Verkauf von Alkoholika.

Gestern bin ich im Chase wieder auf so ein Trüppchen gestossen. Die waren aber ganz nett. Die Braut hat uns sehr charmant und sehr günstig Pfläumchen verkauft, wir haben uns im Gegenzug auch von den Etiketten unserer Unterhosen getrennt. (Witzigerweise ist sie, wie sich nach einem kurzen Gespräch herausgestellt hat, die Tochter meines ehemaligen Englisch- und Geschichtelehrers im Gymnasium. Die Welt ist ein Dorf)
Aber irgendwie ist man schon froh, dass die Mädels das normalerweise nur einmal im Leben machen …

Darth Surfer

Nicht aus tiefster Überzeugung, aber aus tiefstem Traditionsbewusstsein bin ich gestern ins Cinemaxx, um mir endlich Star Wars Episode III anzuschauen. Über den Film möchte ich mich jetzt gar nicht groß auslassen (Optisch ein Augenschmaus, die Handlung sehr gepresse, konstruiert und pathetisch).
Danach sind wir noch nebenan ins Lumen, was dann einen ganz eigenen kosmischen Kontrast mit sich brachte. Den Kopf noch voll mit Lichtschwertern, Hyperantrieben, Droiden und Außerirdischen steht man plötzlich in der kalten Luft, die Füße im Sand und schaut sich auf einer Open-Air-Leinwand einen ganz seltsamen Surf-Film auf den 80ern oder 90ern an.

Nach zwei Cuba Libre sah ich schon Darth Vader röchelnd auf der Leinwand über die Wellen von Hawaii gleiten … %-)

Altes Muttersöhnchen

Heute schon die Mainpost gelesen? Rubrik “Landkreis Würzburg”?
Da war ein großer Bericht über die 40-Jahr-Feier des Altenheims Aurelia in Zell. Halt, falsch! Die 40-Jahr-Feier wurde mit keinem Wort – oder höchstens mit verwirrenden Worten – erwähnt (ein beliebtes Mainpost-Problem ;-)). Erwähnt wurde nur der Star des Samstagabends – Heintje Simons, den Meisten besser bekannt unter seinem Vornamen “Heintje” – und noch besser bekannt herzzereissend singendes Gör, das die Seele einer jeden Mutter mit seinem “Maaaamaaaaaaa” zum schmelzen bringt. Dummerweise ist Herr Simons mittlerweile fast 50 Jahre alt und Vater von drei, teilweise schon erwachsenen, Kindern. Ich stelle es mir schon ziemlich peinlich für ihn vor, in seinem gesetzen Alter noch solche Kleinkindschnulzen wie “Mama” oder “Aba Heidschi Bumbeidschi” zu trällern. Ok, das Publikum ist im Schnitt schon noch 20-30 Jahre älter als er selbst – aber ob ihn das mehr motiviert.

Damit man nicht missversteht: Ich finde es nicht schlimm, wenn jemand diese Lieder mag. Mein Musikgeschmack ist sicher auch nicht allgemein gültig. Und das Herr Simons nun mal ein Kinderstar war, bei dem die Zeit auch nicht stehen geblieben ist, dafür kann er jetzt nichts mehr. Ich finde es fast nur ein bisschen entwürdigend für diesen Menschen. Wie er selbst in der Mainpost zitiert wird:

“Sein persönlicher Musikgeschmack muss bei solchen Events zurückstehen.”
(Mainpost, 4.7.05)

Muss er das wirklich? Ich glaube doch, dass er das Recht hat, sich vom kleine Heintje zu Heintje Simons entwickeln zu dürfen.

Ach, bin ich froh dass ich nie Kinderstar war … ich möchte jetzt nicht mehr mit der Blockflöte auftreten müssen. Obwohl … ich biete mich mal zur 50-Jahr-Feier an … 😉

Tito & Tarantula im AKW

Ich weiß nicht ob ich mich aufraffen kann und/oder ob es noch Karten gibt, aber heute Abend spielen im AKW die uns aus Filmen wie “From Dusk Till Dawn” und “Desperado” wohlbekannte Band Tito & Tarantula. Ich höre sie ja schon gern und vermute, dass es da auch Live ganz schön abgehen wird.

Wer hin will: Beginn 21:00 Uhr, Eintritt 14€, AKW

Geist ist geil

T-Shirt - Geist ist GeilWegen den ständigen Nachfragen: Das T-Shirt mit “Gehirn – Geist ist geil” gibt es unter www.lehrershirts.de. Auch wenn die Webseite immer noch nicht ganz fertig ist (jaaaaa, ich arbeite daran … 😉 ) – die Shirts können schon bestellt werden. Das Ganze wird über Spreadshirt abgewickelt, ich stelle also nur die Motive zur Verfügung.

Vom Regen in die Traufe

Es füllt sichDer Tag begann mit Regen und endete mit Regen – und war trotzdem sehr schön. Der Regen am Tag und die Endspiele des Confederation Cups haben das Weinfest im Hofgarten der Residenz schon etwas ausgedünnt. Die Besucher kamen doch eher recht zögerlich. Doch nette Gesellschaft und ausgiebiger Rotlingkonsum (seeehr süffig, aber auch sehr kopfwehig – ich habe die Warnungen leider in den Wind geschlagen) haben aber für eine sehr gute Stimmung gesorgt, die nicht einmal durch den spätern Dauerregen getrübt werden konnte.
Es ist schon komisch – je mehr es auf solchen Festen regnet, desto lustiger ist die Atmosphäre – wer letztes Jahr an diesem legendären Abend beim Weinfest am Stein mit der Keller Mountain Blues Band dabei war, weiß was ich meine.

Weintrinken im Garten der Residenz

Wo früher die Fürstbischöfe wandelten, findet einmal im Jahr ein Westfest in besonders stilvoller Umgebung statt – das Weinfest im Hofgarten der Residenz – auch bekannt unter den Namen “Hofschoppen”, “Residenzweinfest” und “Hofgartenweinfest” -, veranstaltet vom Staatlichen Hofkeller.
Gestern war ich – leider ohne Kamera – dort. Um 20 Uhr war noch nicht viel los, scheinbar war es auch noch zu warm. Erst gegen 22 Uhr wurde es wirklich voll.

Man kann das Weinfest räumlich in drei Bereich einteilen: Das Bierbank-Areal, die Wiesen und der Brunnen. An den Bierbänken sitzt so ziemlich alles, jung und alt, tendenziell aber eher älter und gesetzter. Auf der Wiese sitzen mehr die aus der alternativen Ecke, Eltern mit Kindern und frisch verliebte Pärchen. Und am Brunnen? Natürlich die Schönen und Reichen, die gesehen-werden-Wollenden und die sehen-Wollenden, die tiefen Dekolletés und die solariumgegerbten Häute. Ok, ich stand da auch mal eine Zeit lang herum! 🙂

Was wäre ein Weinfest ohne Wein? Im Falle des Hofschoppens: Vielleicht ein besseres Weinfest! 😉
Der Wein hat einem nicht zu Tränen der Begeisterung hingerissen. Dem Silvaner fehlte die Fülle, beim Müller-Thurgau wurde wieder mal das Biolek’sche “Katzenpippi” bemüht – zumindest bei den normalen Ausschankweinen. Aber was soll’s, nach dem dritten Glas schmeckt es schon! 😉

Und sonst? Das Wetter war toll, die sporadisch auftretende Blasmusik hat genervt, diese Damenhandtaschen im harten, langen Querformat sollten im Gedränge verboten werden, genauso wie diese Fitzel-Futzel-Kühne-Senfpäckchen.

Heute Abend geht es wieder hin – diemal mit Kamera!