Würzblog-Bilderrätsel #14

Ein Blick auf die “Alte Mainmühle” an der “Alten Mainbrücke”. Sie ist erst seit einigen Jahren ein Restaurant für Touristen mit tollem Blick auf Brücke und Festung, den sogar der ehemalige SPD-Vorsitzende Kurt Beck einmal als Hintergrund für ein Fernseh-Interview nutzte.
Seit 1923 wurde sie als erstes Kraftwerk der Grossschifffahrtsstrasse Rhein-Main-Donau genutzt. Bis 1921 stand an derselben Stelle die “Untere Mainmühle, erbaut im Auftrag von Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn.

Würzblog-Bilderrätsel-Frage Nummer 14: In welchem Jahr wurde die “Untere Mainmühle” erbaut? Gesucht ist die Quersumme der Jahreszahl. Sie entspricht dem Buchstaben des Alphabets, der in der Lösung an der 20. Stelle steht.

 

CSD 2008 in Würzburg — los geht’s

In diesen Minuten wird der Würzburger CSD 2008 eröffnet, der Kilian im Würzblog-Kopf trägt wieder die Farben des Regenbogens. Also, das heißt, eröffnet wird der CSD im Cineworld in Dettelbach. Aber heute ist eh nur Vorgeplänkel, morgen geht es dann richtig los, am Samstag die Post ab und am Sonntag zu Ende.

Der Christopher Street Day müsste in diesem Jahr eigentlich eine Siegesfeier sein. Denn seit kurzem steht der Trausaal auch homosexuellen Paaren offen, damit auch sie in den Genuss der geschmacklosen Tapete kommen dürfen. Gleiches Recht für allle. Das Thema Trausaalöffnung war zumindest der Dauerbrenner der vergangenen CSDs in Würzburg. Genau wie die hartnäckige Weigerung des Stadtoberhaupts Pia Beckmann, Schirmherrin der Veranstaltung zu sein. Aber auch das hat sich ja geändert, El Chefe persönlich wird morgen um 19.30 Uhr die politische Eröffnung … eröffnen und Adelheid Rupp wird weiterreden. Der gemütliche Teil danach findet im Zaubergarten statt und geht in die csd.volution im Zauberberg über.

Der Samstag ist für’s Volk. Ab 14.00 Uhr geht das CSD Straßenfest los. Zum Glück und leider auf der Alten Mainbrücke. Zum Glück, weil es dort einfach schön ist. Leider, weil es da einfach eng ist und eine Menge Menschen — und Touristen — laufen darauf hin und her. Da eine Bühne, Infostände, Bänke und feierlustige Homo- und Heterosexuelle — ich könnte mir vorstellen, dass das ganz schön eng und ungemütlich werden kann. Eigentlich wollten die Veranstalter auf den Unteren Markt, aber da ist die Weinparade.In dem Zusammenhang ein kurzes Zitat aus einer Pressemitteilung:

Die Stadtverwaltung räumte uns gegenüber Kommunikationsdefizite im Rahmen der Vergabe des Standorts Unterer Markt ein. Wir nehmen dies zur Kenntnis und hoffen für die zukünftigen Jahre auf eine kooperativere Art der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.

Das klngt mir fast danach, als hätten die Weinfest-Wirte nachträglich den Vorrang erhalten. Hm.

Egal. Kein CSD ohne Demo. Und die zieht — Autofahrer aufgepasst — ab 15.00 Uhr durch Karmelitenstraße, Juliuspromenade, Schönbornstraße, Domstraße und endet wieder am Vierröhrenbrunnen mit der Abschlusskundgebung, bei der Volker Beck, Jens Brandt, Aron Schuster, Marco Schneider und Wolfgang Ziller sprechen werden — und teilweise ganz nebenbei Stimmen für die Landtagswahl sammeln wollen. Auf der Mainbrücke gibt es auch Musik, reichlich Musik. Die beiden Topacts — im Sinne der Bekanntheit, nicht unbedingt im Sinne meines musikalischen Geschmacks — sind Room2012 (Oh Gott, Autogrammstunde um 11.00 Uhr im MDonalds!) , die Gewinner der letzten Popklone- Popstars-Staffel, und Steffi List, die bei Stefan Raabs Dingsbums den 3. Platz machte und mit mir die Geburtsstadt teilt. Naja, es gbt ja zum Glück reichlich Alkohol. Um 21.00 Uhr ist Aids-Gedenkminute und ab 22.00 Uhr verlagert sich die Party ins plan.b in die Mainaustraße.

Sonntags ist nur noch Stadtführung und Proseccoexpress (mit Voranmeldung) angesagt — und früh ins Bett gehen.

In den Rädern der Alten Mainmühle

Es gibt so Tage im Jahr, da will man sich etwas Besonderes gönnen. Zum Beispiel am Hochzeitstag. Im letzten Jahr haben wir uns zu diesem Tag die frisch eröffnete Alte Mainmühle gegönnt. Service, Essen und Ambiente waren hervorragend, ein Grund also, es sich in diesem Jahr dort wieder gut gehen zu lassen.

Einen Tag vorher habe ich einen Tisch für Zwei reserviert und auch erwähnt, dass wir Hochzeitstag haben. Ich plaudere halt gerne. Kein Problem, hieß es, für 19.30 Uhr sei ein Tisch reserviert. Wunderbar, trotz zeitlich knapper Reservierung hat es ja geklappt.

Pünktlich zu vereinbarten Zeit betraten wir die gut gefüllte Mainmühle. Eine mürrische Bedienung empfing uns, ohne uns groß in die Augen zu schauen. “Ja, Tisch für Zwei, das ist hier”. Hier waren zwei zusammengestellte Tische mit zwei durchgehenden Bänken zu beiden Seiten. Die Plätze waren direkt neben dem Reservierungsbuch und dem Durchgang zur Terasse. Ein bisschen perplex setzten wir uns hin und die Bedienung verschwand sofort wieder.
So, das ist also ein Tisch für zwei!? Die beiden Tische wurden ungefähr einen Daumen breit auseinander gerückt, wohl um eine intime Atmosphäre zu schaffen — wie witzig. Direkt rechts neben mir saß eine ältere Frau mit auf meiner Bank, las Zeitung, aß und trank. Links von mir zog sich ein stetiger Strom von Gästen und Servicepersonal zu Terasse und zurück. Mir fast gegenüber war das Stehpult mit dem Reservierungsbuch, an dem auch ständig neue Gäste standen und die Bedienungen miteinander redeten.

Hallo? Geht’s noch? Wenn die Mainmühle überfüllt ist, dann sagt das bei der Reservierung. In anderen “edleren Läden” wird man schon höflich am Telefon darauf hingewiesen, dass kein Einzeltisch mehr frei ist oder der Platz im Durchgang oder neben der Küche ist. Dann weiß ich vorher Bescheid und kann abwägen, ob ich diesen Platz will. Aber so wirkt das sehr nach “Hauptsache der Laden ist voll”.

Nun gut, wir saßen also an diesem wenig romatischen Eckchen. Und saßen. Nach etwa 20 Minuten erbarmte sich eine Bedienung unsere Bestellung aufzunehmen. Es ist schlimm genug, wenn das so lange dauert. Noch schlimmer ist es als Gast aber in diesen trockenen 20 Minuten folgendes zu beobachten: Leute kommen rein, drücken dem Chef ein Bussi auf die Backe und sagen sie kommen spontan mal vorbei. Der Chef setzt sie an einen gerade freigewordenen Tisch und binnen Sekunden haben sie zwei Prosecci — vom Chef persönlich serviert — auf dem Tisch. Da kommt man sich als gewöhnlicher, aber zahlender Gast etwas verarscht vor.

Nach 5 Minuten kamen die ersten Getränke. Leider zuerst das Wasser — das eigentlich für zwischendurch gedacht war — in Begleitung eines Brotkorbs (gefüllt). Aber schon weitere 5 Minuten (bei Wasser und Brot) später kam der Prosecco. Und endlose Minuten danach das Essen. Und dann nach einiger Zeit endlich der Wein. Brilliantes Timing … sieht anderes aus.

Ich weiß, dass das Personal bestimmt Stress hatte. Aber trotzdem regt es mich auf, wenn im Vorbeirennen von hinten der Brotkorb auf den Tisch geknallt wird und das Besteck aus 10 cm Entfernung auf die Servierte geworfen wird — und das nicht mal sehr zielsicher.

Die gebratene Forelle roch recht lecker und schmeckte sehr gut — zumindest die ersten 5 cm. Dann traf ich auf das geschmackliche Desaster. Der Fisch war stellenweise dermaßen versalzen, dass es schon weh getan hat. Diese Salznester haben mir die Freude an der Forelle wirklich vermiest. Dass der Brokkoli steinhart war, war da fast noch zu verkraften. Auch der Apfelrotkohl meiner Frau schmeckte etwas versalzen und in einer Konsistenz wie er früher in der Studentenmensa hatte, wenn ihn man dort kurz vor Mensaschließung nach 3 Stunden Warmhalten auf dem Teller bekam.

Die Frage der Bedienung, ob alles recht war, konnte ich guten Gewissens mit Nein beantworten. Zum Trost bekamen wir zwei Schnäpse spendiert, was das Essen, das wie ein Stein im Magen lag, im Nachhinein aber nicht besser machte.

Ein sehr enttäuschender Abend in der Mainmühle also. Wenn das alles in der Bahnhofsgaststätte passiert wären, dann kann ich das noch verschmerzen — da zahle ich aber auch deutlich weniger. Aber in einem Restaurant, das in Würzburg doch eher in der gehoberen Klasse mitspielen will, beim Kulinarischen und beim Service, da erwarte ich für das reichliche Geld auch etwas. Und selbst in Heidis Schnitzeleck werde ich freundlicher bedient. Da kostet das Schnitzel mit Pommes 3 € und das Lächeln der Bedienung gibt es umsonst dazu. Vielleicht sollten wir den nächsten Hochzeitstag dort feiern.