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Rollstuhlbasketball Oberliga Süd: VdR Würzburg gegen AuXburg Basketz

Am Samstag war Spieltag in der Oberliga Süd  beim Rollstuhlbasketball. Für den VdR Würzburg hieß das zwei Heimspiele in der Höllberghalle in Kürnach. Gegner waren der  RSV Basket Salzburg 2 und die AuXburg Basketz.

VDR Würzburg (weiß) gegen AuXburg Basketz (schwarz)
VDR Würzburg (weiß) gegen AuXburg Basketz (schwarz)

Beim Spiel gegen Augsburg war ich als Zuschauer dabei. Früh um 10 Uhr war die Besucherzahl noch sehr überschaubar, zur Halbzeit hin kamen aber doch ein paar Fans aus dem Bett und vorbei — 15 oder 20 vielleicht. Angeblich wird es ab Mittag bei den Heimspielen etwas voller.

In den ersten beiden Vierteln zeigten die Würzburger, wo der Barthel den Frankenmost holt. Die Schwaben hatten den Gastgebern nicht viel entgegenzusetzen.  Eher standen sie sich selbst im Weg — viele Fehlpässe und gescheiterte Korbwürfe ließen die Augsburger einfach nicht ins Spiel kommen.

Mit 30 : 10 gingen die Mannschaften in die Halbzeitpause und ich an die Kaffeebar. Kuchen gab es auch.

In der zweiten Halbzeit gaben die Augsburger endlich Gummi, doch der VdR hielt dagegen — da krachten die Rollstühle schon mal ineinander. Hätten die Schwaben schon ab dem ersten Viertel so gespielt, wäre es ein enges Match gewesen. Doch so war der Puffer der Würzburger einfach zu groß und der Punkteabstand beider Mannschaften blieb über den größten Teil der zweiten Halbzeit einigermaßen konstant.

Nur in den letzten zehn Minuten ließen die Kräfte der Augsburger dann doch nach und der VdR Würzburg zog den Sack locker mit 25 Punkten Vorsprung zu. Endstand 67:42.

Zweites Spiel des Tages ist AuXburg Basketz gegen RSV Basket Salzburg 2, danach der VdR Würzburg gegen RSV Basket Salzburg 2. Die Ergebnisse kann man — wenn sie dann eingegangen sind — auf der Website des Deutsche Rollstuhlbasketballs nachlesen.

Trainer Gerd Herold war zufrieden mit dem Spiel gegen die Augsburger.
Trainer Gerd Herold war zufrieden mit dem Spiel gegen die Augsburger.

Gerd Herold, der Trainer des VdR Würzburg, konnte sich mit dem Sieg gegen die Augsburger über einen gelungenen Start in den 20. Spieltag freuen. Doch er wusste, dass sie mit den Salzburgern am Nachmittag auf den Tabellenersten treffen werden. “Gegen Salzburg wird es ganz anders zur Sache gehen”, sagt Herold, “da wird es harte taktische Fouls geben.”

Update: Der 20. Spieltag ist gelaufen. Hier die Ergebnisse:

Würzburg  – Augsburg: 67 : 42 (30 : 10)
Augsburg – Salzburg: 40 : 78 (18 : 42)
Würzburg – Salzburg: 50 : 56 (30 : 24) (Ja, Gerd hatte Recht — es wurde hart)

Der nächste Heimspieltag ist am 5. März 2016 ab 10 Uhr, Spielort wieder die Höllberghalle in Kürnach. Einen Überblick über das Regelwerk beim Rollstuhlbasketball gibt es bei Wikipedia)

Wem gehört eine Stadt?

Ein Augsburger Blogger reserviert sich die Domain “augsburgr.de”, fragt sogar bei der Stadt Augsburg nach, ob die was dagegen hat, und erhält von eben dieser Stadt eine Abmahnung, bei der schon die Anwaltkosten sich auf knapp 2.000 € belaufen. Die Aufregung im Netz war groß, die Stadt Augsburg ist (deswegen?) heute zurückgerudert und hat die Abmahnung zurückgenommen — aber sie fühlt sich noch im Recht.

Neben dem Image- und PR-Desaster für die Stadt Augsburg, neben dem unsäglichen Abmahnrecht und auch neben jeglichem juristischen Namens- und Markenrecht — was passiert da eigentlich?

Hat eine Stadtverwaltung das alleinige Nutzungs- und Vergaberecht am Stadtnamen? Wohlgemerkt, es ging nicht um die Domain “augsburg.de”, da kann ich noch verstehen, dass die Kommune diesen selbst nutzen will. Aber augsburgr.de? Eine web-zwei-nullige Verkürzung von dem Wort “Augsburger”? Der Blogger ist Augsburger Bürger, ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen der Person und dem Domainnamen ist also erfüllt. Dürfen Bürger, Firmen, Organisationen nicht von sich aus den Stadtnamen verwenden? Denn wenn es bei Augsburgr anfängt, dann hört das bei der Augsburger Allgemeinen auf? Darf diese Zeitung sich so nennen? Augsburger und auch noch ganz allgemein? Darf die Domain “ich-in-augsburg.de” (noch frei) nur dem Augsburger Oberbürgermeister zugesprochen werden? Wird der Stiftung “mein-augsburg.de” jetzt die Planung eines Putschversuchs unterstellt?

Schon wurde beim Twitter-Account der Stadt Würzburg nachgefragt, wie das in Würzburg gehandhabt werden würde und es kam die rechtsunverbindliche Antwort:

Namensrecht ist wichtig!! Manchmal ist aber etwas mehr Fingerspitzengefühl besser als die Holzhammer-Methode…:)

Aber es geht mir gar nicht um die Wahl der Methoden, sondern um das moralische Recht, den Namen einer Stadt zu verwenden. Der Anspruch des Rathauses auf den Namen Würzburg hört bei mir bei wuerzburg.tld bzw. würzburg.tld auf. Bin ich der Gnade des Stadtrats ausgeliefert, um den phonetisch ähnlich klingenden Domainnamen wuerzblog.de verwenden zu dürfen? Sagt die Stadtverwaltung zu unser-wuerzburg.de “Nein, das ist nicht euer Würzburg, das ist unseres”? Oder der-wuerzburger.de? Muss Vogel Media jeden Tag zitternd zum Briefkasten gehen und hoffen, dass eine Abmahnung der Stadt die Portkasse plündert? Man muss nur mal die Würzblog-Linkliste durchgehen und findet etliche Domainnamen, die nach Augsburger Rechtsempfinden bedenklich wären.

Augsburg den Augburgrn, Würzburg den Würzburgern. Augsburg, Würzburg und andere Stadtnamen sind neben Marken auch eben einfach auch Ortszeichnungen, auf die man sich beziehen darf. Oder dürfen muss. Egal in welchen Zusammenhang. Auch wuerzburg-ist-scheisse.de (auch noch frei) muss von der Stadt ertragen werden — in Bezug auf das Wort Würzburg, nicht unbedingt in Bezug auf die Beleidigung. Genauso wie wuerzburg-ist-die-beste-stadt-auf-der-ganzen-welt.de (ebenfalls noch frei). Und ich fühle mich absolut im Recht, ein Blog unter dem Namen wuerzblog.de zu betreiben. Ich bin seit 15 Jahren Bürger der Stadt Würzburg, mit Freud und Leid. Und darauf darf ich ja wohl in dem Domainnamen Bezug nehmen.

Vielleicht war der Vorfall mal nötig um den Stadtverwaltungen wieder vor Augen zu führen, dass sich die Welt seit der Wappen-und-Wachssiegel-Zeit geändert hat. Und die Emanzipierung der Bürger auch.