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Das 2. Fair Trade Festival

Das Wochenende in Würzburg ist übervoll mit Veranstaltungen — gut, dass ich kaum da bin. 😉

Fangen wir mal mit den Dränglern an. Heute beginnt das 2. Fair-Trade-Festival auf der Bastion (links neben dem Cairo die Treppe hoch) in Würzburg. Die Fair Trade Initiative e. V. zieht dort eine — wenn man so will — Infotainment-Veranstaltung auf. Wie schon beim letzten Mal mischen sich Unterhaltung in Form von Bands mit Informationen in Form von kritischen Vorträgen über Landwirtschaft, Finanzen, Globalisierung, Arbeitsmarkt etc. Schwere Kost, aber gut, man kann es sich ja mal — ebenso kritisch — anhören.

Aber allein musikalisch haben die Veranstalter im Vergleich zum letzten Mal noch mal eine Schippe draufgelegt, gerade am Sonntag. Dort wird für einen läppischen Eintritt von 3 € mit den großartigen und vom U&D bekannten Rainer von Vielen und Senore Matze Rossi (ich hab ihn nach wie vor nicht live gesehen, fast schon ein Running Gag) wirklich Gutes geboten. Heute spielen — gleich nach der Eröffnungsrede von Adi Bauer — die Würzburger Paper Palace guten Indierock. Schon mal gehört und für gut befunden (Paper Palace meine ich, nicht Adi Bauer). Schon allein wegen der Musik kann sich der Besuch also lohnen.

Das Festival beginnt heute, 30. Juli 2010, um 18.00 Uhr und geht bis Sonntag. Das genaue Programm gibt es hier.

Unfaires Wetter

Wenn ich so am Monitor vorbei durch das Fenster schaue, dann sehe ich windgeschüttelte Bäume und einen Himmel, der aussieht, als hätte man die Tageszeitung zu Pappmachee zerkocht den ganzen Papp an das Firmament geklatscht. Zu allem Übel ist es auch noch kalt, kein Tag also, den man bei einer Freiluftveranstaltung verbringen möchte.

Was natürlich Pech für Attac und den Mitveranstaltern, die heute und morgen auf der Bastion das 1. Würzburger Fair Trade Festival auf die Beine stellen. Neumodisch würde ich die Veranstaltung als Edutainment deklarieren, denn das Festival ist eine Mischung aus Konzerten und Kurzvorträgen. Musikalisch ist gar nicht mal Schlechtes geboten; Paper Palace, Skalamanda oder Exit Oslo verheißen wirklich Gutes, es gäbe aber auch genug Alternativgruppen auf der Bühne. Was ist mit den Vorträgen? Keine Ahnung, aber bei dem Vortrag mit dem Titel “Ethisch überdachte Geldanlagen – eine Alternative” hätte ich mir schon gerne mal angehört, wie man die sich ausschließenden Begriffe “Ethik” und “Geldanlage” zusammenbringen kann. 😉

Dem Programm im Internet  kann ich leider überhaupt nicht entnehmen, welcher Programmpunkt wann stattfindet. Schade, denn eine von den drei oben genannten Bands hätte ich mir schon gerne angehört. Aber für einen Daueraufenthalt fehlt mir am Wochenende die Zeit und auf gut Glück will ich auch nicht hingehen.

Wir protestierten, auf allen Vieren

Mir klingeln noch die Ohren. Gerade eben fand in der Innenstadt eine Demonstration für den Erhalt einer 1. Klasse in der Burkarder Schule statt. Die kleine Schule an der Bastion überhalb des Cairo ist schon länger verwaltungstechnisch mit der Steinbachtal-Schule zusammengelegt und ihr Einzugsgebiet ist das Mainviertel bis hinter zur Frankenwarte.

Nun haben sich für das kommende Schuljahr ca. 56 Kinder für die Verwaltungsgemeinschaft Steinbachtal-Burkarder-Schule angemeldet, davon wollen nur 12 (angeblich mittlerweile 14) Kinder in die Burkarder-Schule, teils weil das für sie näher ist, teils weil schon Geschwister in der Schule sind oder auch beides. Nun will das Schulamt aber nur zwei Klassen genehmigen, die beide in der Steinbachtal-Schule stattfinden sollen, also zwei Klassen á ca. 28 Schüler. Für die Kinder aus dem Burkarder Viertel wird aber kein Schulbus zur Verfügung gestellt werden. Und das passt den Eltern der 12 Burkarder Kinder und einigen anderen gar nicht, sie wollen eine eigene Klasse in der Burkarder Schule, auch weil in den nächsten Jahren eh mit einem Anstieg der Anmeldungen zu rechnen ist. Und sie haben Angst, dass die Schule mittelfristig ganz geschlossen wird. Soweit das Problemfeld in aller Kürze.

Habe wir keine wichtigeren Sorgen, mag sich da manch einer denken? Doch, bestimmt, aber das ist ja kein Grund deswegen die Sache auf sich beruhen zu lassen.

Und heute Mittag zogen ca. 100 Kinder, Eltern und Unterstützer aus dem Mainviertel mit 1500 Unterschriften laut lärmend zum Würzburger Rathaus. Dort wurden die Unterschriften Frau Beckmann in Anwesenheit von Frau Schäfer und Herrn Al Ghusain überreicht. In der akustisch schwierigen Diskussion (viele Kinder mit Pfeifen und Trommeln!) kam heraus, dass die Stadt natürlich nur das Beste will (welch Überraschung), teilweise nicht zuständig ist (welch Überraschung) und das es bei der ganzen Sache einige Kommunikationsversäumnisseâ„¢ auf Seiten der Stadt, Schulamt, Regierung und Schulleitung gab (welch Überraschung). Wer jetzt wie, was und warum falsch oder richtig gemacht hat, kann ich kaum noch sagen und unterscheiden.
(Nebenbei bemerkt: Es ist gut zu wissen, dass der Ohrwurm “Wir protesieren, auf allen Vieren” nach wie vor auf Platz Eins der Demo-Charts zu finden ist ;-))

Ich habe keine große Ahnung schon Schulpolitik und noch weniger Ahnung vom Schulwesen in Würzburg, in dessen Genuss ich nie kam. Aber ich finde es schlimm, dass immer mehr kleine Stadtteilschulen geschlossen bzw. zusammengelegt werden. Ganz besonders bei Grundschulen.
Ich bin damals in die Grundschule gegangen, die mir am nächsten war. Dort waren nur Kinder, die auch nicht weit weg von mir wohnten. Man kannte sie schon vom Spielplatz, man kannte teilweise ihre Eltern und meine Eltern kannten sie. Es war für den Beginn meiner Schulzeit ein soziales Umfeld, das ich gewohnt war. Und das hätte ich nicht missen wollen.
Später, im Gymnasium, war das natürlich anders. Aber da war ich selbst schon mobiler in der Stadt, durfte schon längere Strecken zu Freunden mit dem Fahrrad fahren und weider daheim sein, wenn die Straßenlaternen angehen. Aber in der Grundschule war das alles noch recht vertraut.

Eine Stadtteilschule hat direkten und indirekten Bezug zu dem jeweiligen Stadtviertel und wird wiederum von diesem beeinflusst. Und eine Beschneidung der Schule ist auch immer eine Beschneidung des Viertels. Wenn es keine Grundschule in der Nähe gibt, dann ist es für junge Eltern weniger attraktiv dahin zu ziehen. Dadurch leidet der Einzelhandel vor Ort, die Leute ziehen weg, der Stadtteil verödet und schon bald brennen die Mülltonnen auf der Straße.

Ich übertreibe maßlos? Stimmt! Aber man muss als Staat oder Stadt nicht jammern, dass die Kindern gerade in jungen Jahren ein solideres soziales Umfeld brauchen, wenn man mit solchen Aktionen das Gegenteil bewirkt. Und auch eine Stärkung des altehrwürdigen Mainviertels ist — gerade im Leonhard-Frank-Jahr — bestimmt nicht verkehrt.

Bilder der Demostration hier.

Benefizkonzert an der Bastion

Leckere Musik hören und das noch für einen guten Zweck? Das gibt es am Samstag, 23. September 2006, an der Bastion neben dem Cairo. Dort veranstaltet die Brücke zur Menschlichkeit, ein Zusammenschluß von fünf sozialen Vereinen in Würzburg, ein Benefizkonzert.

Los geht es um 14.00 Uhr mit Bang the Cat und um 15.30 Uhr mit Solid Ground. Ab 17.00 Uhr spielt Guitaration X auf, um 18.30 Uhr Markus Rill und um 20.00 Uhr Hugo for Sale. Den Abschluss macht um 21.30 Uhr Voices 4 your Soul.

Ein Loch im Sommer

So langsam trägt das Sommerloch-Festival in Würzburg seinen Namen zu recht. Der Sommer hatte an diesem Tag wirklich ein Loch. Wegen des Regens am Nachmittag und der hohen Regenwahrscheinlichkeit für den Rest des Tages wurde das Festival kurzerhand vom Open-Air auf der Bastion zu einem Im-Hof im Cairo. Wie letztes Jahr auch schon. Die haben aber auch ein Pech.

Das Sommerloch begann am Samstag um 17 Uhr, noch ohne Regen. Der Innenhof des Cairo ist recht schön. Bänke standen vor einer Bühne, die eine fast mittelalterliche Mauer als Hintergrund hatte. Es gab kleine Stände für Wein, Bier und Kaffee, Steaks und Würschtli (wahlweise Soja).

IMG_5162Los ging das Festival musikalisch mit Roy & Bert, zwei Musikern die unüberhörbar aus Südafrika kamen. Die Lieder im Howie-Carpendale-Singstil waren recht witzig, wobei sich der Gag sich im Laufe des Auftritts auch abnutzte. Doch Roy & Bert (wer war Roy, wer war Bert?) zeigten eine sympatische Bühnepräsenz und solide Musik — besonders auf der Hamonika. 🙂
Die letzten 10 Minuten musste der Auftritt in den Turm des Cairo verlegt werden, da es wieder zu regnen anfing. Danach ging es aber auch gleich wieder treppab — der Regen endete wieder).

Guitaration XNach einer kleinen Umbaupause betrat die Guitaration X die Bühne. Die beiden Gitarristen André Bouffon und Tommi Tucker wurden unterstützt vom Percussionisten Sheyk Raleph. Der Himmel hatte die Schleusen schon wieder geöffnet, aber die drei Jungs wischten sich einfach Glatze und/oder Griffbrett ab und los ging es.
Gitarrenmusik vom Feinsten — so kurz kann man ihren Auftritt beschreiben. Reine Instrumentalstücke mit einem sehr passenden Geklopfe Sheyk Raleph und immer recht witzig angekündigt. Das Konzert war quasi auch die Release-Party für ihre neue CD – käuflich zu erwerben in der Musik-Butik.

Mit Guitaration X endete der Konzertteil im Innenhof, die beiden nächsten Konzerte fanden dann oben im Cairo statt. Mathew Albert & the Fuzzy Peaches traten als nächstes auf. Der Folk-Rock-Blues, den sie spielten, klang recht perfekt. Allerdings mir schon zu perfekt. Schon etwas seelenlos und steril für meinen Geschmack.

Die Tanzkinder habe ich leider nicht mehr erlebt, da musste ich schon wieder gehen.

Trotz des Pechs mit dem Wetter war es ein schönes Nachmittag und Abend, ich kann es jedem nur nahelegen nächstes Jahr mal zu Sommerloch zu schauen — hoffentlich mal ein Sommerloch ohne Sommerloch. Und Hut ab vor den Veranstaltern; ein solch sympathisches Festival zu organisieren, fast keinen Eintritt zu verlangen und im Minutentakt zum improvisieren ist schon toll!

Flickr-Set gibt es, und einen Artikels bei Schreibmaschine auch, ob Stede was schreibt, weiß ich nicht.

Das Sommerloch naht

Jetzt, wo der Sommer ein klein wenig das schwächeln anfängt, kommt das Sommerloch. Nein, nicht das Sommerloch, in das Zeitungen fallen und meinen, sie müssten mit uninteressanten Artikel über Blogger den leeren Platz auf ihren Seiten füllen. 😉

Das echte Sommerloch findet am Samstag, 5. August 2006, an der Bastion in Würzburg statt. Die freche, aber süße kleine Schwester des Umsonst & Draussen wird heuer 5 Jahre alt. Und mitfeiern tun diesmal Roy & Bert, Matthew Albert & The Fuzzy Peaches, die Tanzkinder und Guitaration X.

Ab 17 Uhr geht es auf dem Platz oberhalb des Café Cairo los, symbolisch muss 1 € Eintritt gezahlt werden (was bestimmt irgendwelchen faszinierenden finanz-, steuer- oder auflagentechnischen Gründe hat).

Preview: Zeltfestival auf der Bastion

Von Mittwoch, 26. April 2006, bis Samstag, 29. April 2006, findet an der Bastion in Würzburg das Zeltfestival statt. Auf der Anhöhe direkt neben dem Café Cairo ist abends Kultur für jeden Geschmack zu finden. Lesung, Konzert, Film, Tanzen, Theater – fast nichts wird da ausgelassen.
Letztes Jahr hat es viel Spaß gemacht und auch morgen werde ich da voller Vorfreude hingehen. 🙂