Schlagwort-Archive: berlin

Goldfinger und Metallregale bei der Architektur-Biennale

Reduziert, anpassungsfähig, modular, erweiterbar — das sind ein paar Schlagworte, mit denen man die Arbeit des Architekturbüros “Hütten und Paläste” aus Berlin beschreiben könnte. Ausführlich haben Nanni Grau und Frank Schönert von ihrer Arbeit am Dienstagabend in ihrem Vortrag bei der dritten Fin-Ger Architektur Biennale im Fürstensaal der Residenz erzählt.

Fin-Ger Architektur Biennale 2017 mit “Hütten und Paläste” – Nanni Grau und Frank Schönert – aus Berlin.

Angefangen haben die beiden mit dem Umbau von Gartenlauben — Jobs mit minimalen Budget, Platz und Honorar. Aber gelernt haben die Architekten dabei, wie man das Nötigste auf engtem Raum unterbringt und wie man mit besonderen Gegebenheiten umgeht. Das Wissen haben sie dann in größere und große Projekte einfließen lassen, auch im kreativen-alternativen Bereich in Berlin.

Modell des Holzmarkts in Berlin

So entstanden beispielsweise das CRLCR-House oder das Holzmarkt-Konglomerat, beide Projekte in sehr enger — und teilweise anstrengender — Zusammenarbeit mit den Bauherren. Ein wenig Neid kam bei mir als Würzburger auf, was da in Berlin möglich ist, nicht nur an Ideen, sondern auch an alternativen Finanzierungsmöglichkeiten. Aber auch die Gedanken hinter der Arbeit, wie das Büro arbeitet und Projekte angeht, fand ich sehr interessant.

Hütte und Paläste wurde an dem Abend, wie es sich gehört, mit dem Goldfinger ausgezeichnet.

Der Goldfinger der Fin-Ger Architektur Biennale 2017 geht an "Hütten und Paläste" aus Berlin. Von links: Matthias Braun, Nanni Grau, Frank Schönert und Juhani Karanka.
Der Goldfinger der Fin-Ger Architektur Biennale 2017 geht an “Hütten und Paläste” aus Berlin. Von links: Matthias Braun, Nanni Grau, Frank Schönert und Juhani Karanka.
Fin-Ger Architektur Biennale 2017

Danach ging die Biennale weiter im Fin-Ger und der Bar 87 auf dem Bürgerbräugelände — leider bei strömenden Regen.  Als Ausstellung hatten Hütten und Paläste Metallregale mit gefühlt tausenden Modellen von Projekten und Teilen davon in den Fin-Ger-Concept-Store gestellt, wo wir Gäste prima gucken und stöbern konnten. Und zu später Stunde gab es für den harten Kern auch noch Panzerkette zu trinken — als Abschluss eines interessanten und sehr witzigen Abends. 🙂

Bis zum 8. August 2017 kann man sich die Ausstellung noch im Fin-Ger auf dem Bürgerbräugelände anschauen, Montag bis Sonntag von 12 Uhr bis 18 Uhr.

Hier noch ein paar Bilder …

Fin-Ger-Biennale in Hütten und Palästen

Es ist wieder Zeit für die Fin-Ger Architektur Biennale in Würzburg. Die wohl coolste Veranstaltung um moderne Architektur in der Stadt. Ich will gar nicht wissen, wie Matthias Braun und Juhani Karanka es immer schaffen, so angesagte Architekten nach Würzburg zu bringen — Bilder von schwarzen Lieferwägen mit laufendem Motor und blickdichten Kapuzensäcken schießen mir durch den Kopf. Besser nicht nachfragen … 😉
Man muss gar nicht Architekt sein, um Gefallen an diesen bisher immer unterhaltsamen Biennalen in lockerer Atmosphäre zu finden. Zumindest ging es mir die letzten beiden Male so.

In diesem Jahr hat die deutsch-finnische Ideenschmiede wieder Architekten aus Deutschland eingeladen — das heißt, nächstes Jahr ist wieder Finnland dran.

Den Mittelfinger für “Hütten und Paläste”

FIN-GER Architecture Biennale 2017 mit dem Büro “Hütten und Paläste” aus Berlin.

Am Dienstag, 25. Juli 2017, geht es im wahrsten und mehrfachen Sinne um Hütten und Paläste. Um 19 Uhr halten die beiden Architekten Nanni Grau und Frank Schönert vom Büro “Hütten und Paläste” aus Berlin ein Vortrag in unserem Würzburger Palast, im Fürstensaal der Residenz. Seit zwölf Jahren haben sich die Berliner “auf die Planung und Ausführung experimenteller Architektur für urbane Lebens- und Wohnformen in partizipativen Planungsprozessen spezialisiert” — übersetzt heißt das, die zwei lassen coole und originelle Mitmach-Architektur bauen.

Nanni Grau und Frank Schönert werden an diesem Abend für ihre Arbeit mit dem Goldfinger-Preis für Architektur 2017 ausgezeichnet — den jeder Zeitreisende aus der Zukunft als den renommiertesten Preis überhaupt kennen, zumindest als den mit der obszönsten Geste.

Nach dem Vortrag geht es vom Palast zu den Hütten, den ehemaligen Pferdeställen auf dem Bürgerbräugelände, wo ab 21 Uhr im Fin-Ger-Concept-Store eine Installation des Büros “Hütten und Paläste” auf die Besucher wartet, dazu ein Gläschen Sekt und natürlich Fin-Ger-Futter.  Und Quatschen mit interessanten, originellen und lustigen Leuten ist im Preis mit drin! 😉

Karten im Vorverkauf

Umsonst ist der Besuch der Biennale im doppelten Sinne nicht, zumindest kostet er 15 Euro Eintritt.

Wer sich sicherheitshalber die Karten für die FIN-GER Architektur Biennale vorher besorgen will — mehr als 200 Besucher passen nicht in die Hütten und Paläste, der kann sie bei der Buchhandlung Knodt und im Fin-Ger-Store kaufen.

Hope im Dornheim

Hope - Cell
Hope – Cell

Die Band Hope, einer der musikalischen Exportschlager Würzburgs, zieht es mal wieder in die alte Heimat. Am nächsten Freitag, 18. November 2016, spielen die Wahl-Berliner in der Waldschänke Dornheim, dem ehemaligen Talaveraschlösschen.

Uhrzeit? Laut dem Facebook-Event von 20.30 Uhr bis 0 Uhr, aber irgendwie zweifle ich daran, dass Christines wundervolle Stimme dreieinhalb Stunden durchhält. Aber vielleicht täusche ich mich. Eintrittspreis? Ebenfalls unbestimmt, Hope “spielt für den Hut”, da sollte man sich aber nicht lumpen lassen.

Hope – Cell

Unsere ehemaligen Würzburger Musiker von Hope, die in die weite Welt (oder nach Berlin) auszogen, haben einen neuen Song herausgebracht: Cell. Und dazu auch ein Video.

“Dies ist die unendliche Geschichte menschlichen Ringens. Das Ringen um Geborgenheit, das Ringen um Platz, das Ringen mit der Einsamkeit. Jedes Mal, wenn wir dieses Stück spielen, ringen wir mit der Stille. Ringen wir mit der Wucht.” (Hope, Facebook-Post zum Video-Release)

Eine intensive Musik wird in intensiven Bildern festgehalten. Ich freue mich schon, Hope mal wieder live zu sehen und zu hören. Christine Börsch-Supan hofft, dass sie im Herbst wieder mal nach Würzburg kommen. Ich hoffe auch. Hope.

Den Song gibt es zum Beispiel bei 7digital,  iTunes, Spotify,

Fin-Ger Biennale: Vortrag von Jürgen Mayer H.

Die finnische-deutsche Kreativ-Schmiede Fin-Ger ruft die erste Fin-Ger Architektur-Biennale aus. Und legt gleich mal die Latte mit einem ganz großen Namen hoch: Am Montag, 13. Juli 2015, wird Jürgen Mayer H. um 18 Uhr einen Vortrag im Fürstensaal der Residenz halten. Danach wird es  um 20.30 Uhr die Vernissage mit Arbeiten Jürgen Mayer H.s (wo gehört da jetzt das Genitiv-S hin? 😉 ) im Fin-Ger-Concept-Store auf dem Bürgerbräu-Gelände geben.

Metropol Parasol in Sevilla von Jürgen Mayer H. Foto:  Anual/Wikimedia, Lizenz:, CC-BY
Metropol Parasol in Sevilla von Jürgen Mayer H. Foto: Anual/Wikimedia, Lizenz:, CC-BY

Der Berliner ist einer der renommiertesten — und gelegentlich auch umstrittensten — Architekten in Europa. Das wohl bekannteste Bauwerk von ihm ist der Metropol Parasol in Sevilla , wo er mit der abgefahrenen gigantischen Holzkonstruktion ein neues Wahrzeichen für die spanische Stadt geschaffen hat.

Ich habe keine Ahnung, wie Matthias Braun und Juhani Karanka von Fin-Ger an diese große Nummer der Architektur-Szene gekommen sind — und bin mir gar nicht sicher, ob ich es wissen will. 😉

Bis Sonntag kann man Karten für den Vortrag und die Vernissage täglich zwischen 17 und 19 Uhr im Fin-Ger-Concept-Store  für 15 Euro auf dem Bürgerbräu-Gelände kaufen.

Noch zur Biennale selbst — das schreibt Fin-Ger selbst dazu:

Die FIN-GER ARCHITEKTUR BIENNALE präsentiert hochkarätige finnische und deutsche zeitgenössische Architekten und Architektur. Die Idee ist, die Biennale jedes Jahr in Würzburg mit wechselndem Gastland zu organisieren. Die erste FIN-GER Architektur Biennale 2015 beginnt mit Deutschland. Nach der offiziellen Eröffnung am 13.07. 2015 werden im Anschluss noch einige Pop-Up Events wie Kurzvorträge etc. vom 14.07.-26.07. im FIN-GER Store stattfinden.

Den Vortrag von Jürgen Mayer H. sollten sich alle Kreativ- und Architekturinteressierten — mich eingeschlossen — mal anhören, so ein großer Namen kommt nicht alle Tage nach Würzburg. Und ein kleiner Blick über den architektonischen Tellerrand kann einem in Würzburg nicht schaden.

Pier Skulptur, J. Mayer H.; Lazika, Georgien. Foto: Marcus Buck
Pier Skulptur, J. Mayer H.; Lazika, Georgien. Foto: Marcus Buck

Hope: Raw

Vor  fast einem Jahren nannten die vier Musiker ihre Formation noch “Mamsell Zazou” und waren in Würzburg daheim. Mittlerweile nennen sie sich “Hope und leben in Berlin — und es gibt Hoffnung, dass sie Würzburg nicht vergessen haben.

Nach “Nude” melden sich die Vier mit einem neuen Ein-Wort-als-Titel-Song wieder: “Raw” gibt es zu hören und zu sehen. Phillip, Fabian und Martin schaffen mit ihren Instrumenten eine paradoxe dichte Weite, die Christine mit ihrer Stimme ausfüllt. Ein starkes Lied, im Video mit Licht und Schatten, Schnitten und Anschnitten und der Abwesenheit jeglicher Farbe beeindruckend von Riccardo Bernardi umgesetzt.

Würzburg werden Nude in diesem Jahr mindestens zweimal musikalisch besuchen: Am 22. Mai 2015 im Café zum schönen René (das wird eng) und am 19. Juni  auf dem Umsonst & Draussen (Drinnen-Bühne, könnte auch eng werden).

Update, 23.5.2015: Den Song “Raw” gibt es jetzt auch auf iTunes.

6506841199_b110ed7dee_o

Bei den Dreharbeiten von “Lost Place”


RoboterErinnert sich noch jemand wie die Moviebrats den Film “O sole mio” im Dencklerblock gedreht haben? Die süße kleine Liebesgeschichte, bei der ein Spielzeugroboter eine wichtige Rolle spielt,haben die Jungs und Mädels 2006 während ihres Studiums an der FH Würzburg aufgenommen.

Dieser kleine Roboter steht jetzt auf einem Schrank im Büro der Moviebrats in Berlin-Kreuzberg. Moviebrar Alex Weimer drehte 2008 in Karlstadt noch den Spielfilm “Fremdkörper“, der im Cinemaxx in Würzburg seine Kinopremiere feierte. Und kurz danach gründeten die Filmemacher eine Firma in Berlin — und gehen es jetzt gleich mal eine Nummer größer an.

6506833429_775bf1e6c6_bAls ich vor zwei Wochen in Berlin war, durfte ich im Rahmen einer Reportageübung — vielleicht gibt es die auch bald zu lesen — an der EJS den letzten Drehtag ihres aktuellen Projekts “Lost Place” erleben. Und die Moviebrats haben nicht gekleckert, sondern gleich geklotzt. Der Mystery-Thriller wird in 3D gedreht, mit der gleichen 250 000 € teuren Kamera, mit der auch Peter Jacksons “Der kleine Hobbit” und auch Spiderman 4 gedreht wurden. Ein Riesenkasten!

Hello MomDas Filmset sah ziemlich geil aus. Im Film geht es darum, dass Geocacher eine stillgelegte amerikanische Militärbasis in einem Wald in Deutschland entdecken — und in der gehen nach wie vor seltsame Dinge vor sich. Ein geheimes Forschungsprojekt namens HAARP macht komische Sachen mit Menschen– irgendwie sowas, ein Campingplatz kommt auch drin vor. Schaut euch den Film dann einfach an. 🙂

Ein Teil der Außenaufnahmen wurden an einem echten stillgelegten Militärstützpunkt in Rheinland-Pfalz gedreht — und sie durften die Inneneinrichtung ausschlachten und für ihr Set in Berlin verwenden. Darum sah die Einrichtung ziemlich cool nach 70er-80er-Jahre-Kalter-Krieg-Stil aus. Und die Moviebrats haben sich auch gefreut, denn das Geschenk hat ihr knappes Low-1,8 Millionen-Euro-Budget entlastet.

Das Logo am SetIch habe ja bisher noch keinen einzigen Film in 3D gesehen. Das habe ich am Set nachgeholt, denn die Kamerabilder wurden auf den Flachbildschirm geschickt und man konnte schon mal einen prima Eindruck bekommen. Mit Brille eben. Aber ob ich mich daran über 90 Minuten Kinogucken gewöhnen kann, weiß ich noch nicht. Gibt es da Erfahrungswerte?

Bizarr wurde es etwas, als ich mich mit dem Stereographen des Films über dreidimensionale Geometrie unterhalten habe — auf Englisch! Hat mit Hand-und-Fuß-Unterstützung aber funktioniert.

Der GeneratorAnsonst sind Dreharbeiten im Grunde gar nicht so aufregend. Der Aufnameleiter ruft eben “Aufnahme”. Da stehen zwei Schauspieler vor der Kamera. Die Frau ruft “Jessica” und rennt fünf Meter nach vorne bis sie aus dem Bild ist. Dauert fünf Sekunden. Es wird gemurmelt, gemessen und getupft und die Frau schlendert zurück zu ihrem Partner. Und das Spiel geht von vorne los: “Jessica”, rennen, und wieder zum Anfang schlendern. Und irgendwann wird “Danke” gerufen. So schlägt sich die Crew die Zeit tot und ein Film wird mühsam geboren.

Gleich nach Drehschluss gab es auf dem Set von “Lost Place” ein Transmedia-Treffen, zu dem ich auch extra eingeladen wurde. Über Transmedia-Storytelling will ich mich jetzt gar nicht auslassen, das ist mal einen eigenen Artikel wert. Nur soviel: Wenn sich für die Produkte von Transmedia-Storytelling mal der Begriff “Transi” (“Wir machen in Transi!”) einbürgert, dann bin ich dafür verantwortlich. 😉

Auf jeden Fall waren dazu einige Blogger und Leute aus der Transmedia-Szene da, die den Regisseur und andere vom Team befragen konnten, außerdem wurde der erste längere Trailer des Films gezeigt. Ganz besonders gefreut habe ich mich, den ARG-Reporter Patmo unverhofft mal wieder zu treffen.

Wenn der Film Ende 2012 vermutlich in den Kinos anlaufen wird, dann werde ich wohl reingehen. Und wenn es nur aus dem Grund ist, dass ich rausbekomme, was es mit dieser Jessica-Renn-Szene auf sich hat.