Das Würzblog gibt acht

Was für ein 6.6.2012! Venus-Transit, IPv6-Day und auch noch der 7. Geburtstag Geblogstag des Würzblog. Das Blog ist nicht nur ein Jahr älter geworden, sondern auch um 159 Artikel und 651 Kommentare reicher geworden.

Der Jounalistenberuf, den ich seit über einem Jahr vorwiegend ausübe, hat Spuren im Würzblog hinterlassen. Nach acht bis zehn oder auch mal mehr Stunden Schreiben habe ich oft keine Muse mehr, mich an den Rechner zu setzen und zu Bloggen. Wobei die Lust am Bloggen an sich nicht weniger geworden ist, im Gegenteil. Es ist ein schöner Ausgleich zur journalistischen Arbeit bei einer Zeitung ist — Zeitung an sich funkioniert einfach anderes als Bloggen. Nicht besser, nicht schlechter, einfach anders. Tut mir leid, Medien-Heulsusen! 😉

Ideen für die kommenden Blogjahre habe ich noch genug. Da geistern Fetzen einer Weekly-Soap in meinem Kopf herum, ich grüble über eine regionale Kulturförderung über Croudfunding nach, will mal das zu lang aufgeschobene Podcast-Projekt mit Herr Breitenbach angeben, mit der Würzmischung steht noch ein sportlicher 24-Stunden-Podcast an und will gut vorbereitet werden, das WürzburgWiki will ich auch mal wieder eine Stufe weiterbringen, WUEvent weiterentwickeln, wieder mal Radio moderieren,  und, und, und.

Und ich will mal wieder mehr über die Lokalpolitik und -wirtschaft in Würzburg schreiben, die Damen & Herren sind von mir viel zu lange verschont worden! 😉

Froh bin ich darüber, das die Blogger in Würzburg nicht totzukriegen sind — beste Grüße vor allem an den Blogger- und Twitterstammtisch. Und es ist wichtig, dass es sie gibt. Eigentlich wieder immer wichtiger, denn man muss sich auf den Tag vorbereiten, an dem die Facebook-Aktie weniger wert ist als ganz Griechenland. Und diesem Tag sehen wir Blogger gelassen entgegen. 🙂

Wer es noch nicht mitbekommen hat  — heute Abend ist Bloggertreffen im Gehrings, wo das Jubelfest hoffentlich gebührend gefeiert wird, alle Leser sind natürlich herzlich eingeladen (zahlen müsst ihr aber selbst 😉 )

Auf ins achte Bloggerjahr … 😀

Das verflixte 7. Jahr

Das Würzblog feiert  heute seinen 6. Geblogstag und geht damit in das verflixte 7. Jahr. Obwohl: Gefühlt hat es das verflixte 7. Jahr gerade hinter sich, denn es war kein leichtes. Im letzten Jahr kam ich in Sachen Webaktivität an die existentielle Grenze. Die Zeit, die ich ehrenamtlich in das Blog und dessen Schwesterprojekte wie Podcast, Wiki, Radio etc. gesteckt habe, standen in keinem gesunden wirtschaftlichen Verhältnis mehr zu der Zeit, die ich in meine freiberufliche Webdesigntätigkeit investieren musste. Das ging stark an meine Nerven und ans Konto, und auch stark an die Anzahl der Beiträge hier im Blog.

Aber seit ein paar Monaten hat sich das geändert, ich bin so gut wie Vollzeit bei der Main-Post beschäftigt und finanziell deutlich solider aufgestellt als vorher. Dass deswegen der Ausstoß an Artikel noch nicht sehr zugenommen hat liegt daran, dass ich durch den vielen Input im neuen Job abends einfach kaputt bin, aber auch das bessert sich langsam und ich sehe da optimistisch in die Zukunft! 😉

Was sich im letzten Jahr auch geändert hat, ist die Blogszene allgemein. Das Internet hat für viele Menschen in Deutschland nur noch ein einziges Synonym: Facebook. Eine Menge kleiner Blogs haben im letzten Jahr die Arbeit eingestellt und deren Autoren sind komplett zu Facebook abgewandert, die Linkliste hier im Blog muss ich in den nächsten Tagen mal bearbeiten, da sind etliche Leichen zu finden. Hier im Würzblog merke ich es an der Zahl der Kommentare, die ist nämlich rapide gesunken. Nicht dass nicht mehr kommentiert wird, aber da die Beiträge ausschnittsweise auch nach Facebook geschossen werden, werden sie vor allem bei Facebook kommentiert. Bin schon am überlegen, die Artikel gar nicht mehr in Facebook posten zu lassen.

Facebook ist schon eine nette Sache (von grundsätzlichen Problemen wie Datenschutz mal abgesehen), aber ich finde es schade, dass damit auch viel Individualität verloren geht. Viele liebevoll gepflegten und gestalteten Blogs fehlen mir schon, da ist es kaum ein Ersatz, dass die selben Leute auf Facebook posten, das geht dann einfach im Einheitsbrei unter. Mal sehen, wie sich das alles weiterentwickelt.

Aber ich denke es wird ein gutes 7. Jahr für das Würzblog und das zu den 1785 Artikel und den 11825 Kommentaren noch etliche dazu kommen werden. Heute Abend wird auf  jeden Fall gefeiert! 🙂

Die große Stille

So langsam ist es an der Zeit zu erklären, warum in den letzten Wochen hier im Blog kaum etwas passiert ist. Nein, das Würzblog ist nicht tot. Es ist vielmehr so, dass ich mich beruflich verändern werde. Ab 1. April 2011 — kein Scherz — werde ich bei der Main-Post in der Online-Redaktion arbeiten.

Ursprünglich hatte ich mich Ende letzten Jahres bei der Main-Post um ein Volontariat beworben. Das hat ganz knapp nicht geklappt, dafür hat es mit eben der So-Gut-Wie-Vollzeit-Stelle in der Online-Redaktion geklappt, wo ich sogar ein wenig mitvolontieren darf.

Im Moment bin ich — für all die, die es nicht wissen — freiberuflicher Webdesigner. Und ich möchte bis Ende des Monats noch alle laufenden Projekte abschließen, was mir für Februar und März ein unanständig hohes Arbeitspensum auferlegt (hat). So langsam lichtet sich zwar der Arbeitsdschungel für mir, aber es blieb und bleibt erst einmal zu wenig Zeit für meine Web2.0-Aktivitäten.

Das ist also das — für mich eher erfreuliche — Geheimnis hinter der großen Stille im Würzblog. Und da wird es wohl noch drei Wochen eher ruhig bleiben. Aber dann wieder … 🙂

Heute geht es los: Coworking in Würzburg

Heute Abend gehe ich von meinem aktuellen Büro im alten Zollamt schräg über die Straße in mein altes Büro im Kopfbau der Frankenhalle — eine Reise in die Vergangenheit und gleichzeitig in die Zukunft. Denn in den wunderschönen Räumen des ehemaligen Verwaltungsbaus der Frankenhalle beginnt heute eine neue Ära des Arbeitslebens in Würzburg — der erste echte Coworking-Space in Würzburg.

Coworking heißt, dass es einen oder mehrere Räume mit einer Infrastruktur gibt, in der man arbeiten kann, und zwar mehr oder weniger spontan und zeitlich begrenzt. Quasi ein Stundenhotel für Selbstständige. Wie in jedem Hotel ist es natürlich möglich, sich dauerhafter einzumieten — man denke nur an Udo Lindenberg im Hotel Atlantic –, aber auch für Freiberufler, die mal einen Tag in Würzburg sind und mal schnell einen Arbeitsplatz mit Internetanschluss, Kaffeemaschine und Drucker brauchen, ist das eine feine Sache.

Der heutigen Auftakttag startet inhaltlich gleich um 19.00 Uhr mit einem Webmontag, wo sich Macher, Entwickler, Interessierte aus dem Web 2.0-Bereich treffen und miteinander plauschen und sich Neuigkeiten in Kurzvorträgen vorstellen. Und natürlich wird es um Coworking gehen — und die Eröffnung wird vorher und nachher auch gefeiert.

Eine tolle Sache, die von den Verantwortlichen, allen voran aus meiner Sicht wohl Markus Heurung, mit viel Herzblut und Engagement ins Leben gerufen wurde. Zwar bin ich noch glücklich in meiner Bürogemeinschaft (Nein, für mich ist eine Bürogemeinschaft kein Coworking, auch wenn sich mal öfters Gäste bei uns einnisten) bin, wer weiß — vielleicht hocke ich eines Tages wieder dort, wo meine Selbstständigkeit anfing. Es gäbe Schlimmeres! 😉 Und bis die Frankenhalle doch wirklich für das Stadttheater umgebaut werden wird, da werden vermutlich noch ein paar Hochwässer durch Würzburg rauschen. Für die Coworker wäre das fast zu hoffen (die Zeit, nicht das Hochwasser!).