Stadtgeologie für Anfänger

Schlagloch Ulmer HofJa, am Aschermittwoch ist alles vorbei. Und vorbei dürfte es in den nächsten Jahren auch mit den Straßen in Würzburg sein. Schon seit längerer Zeit wird über den schlechten Zustand der Fahrbahnen gemeckert, aber die Stadt hat scheinbar kein Geld dafür. Doch mit jedem Frost wird der Straßenbelag spürbar schlechter. In meinem Stadtteil Grombühl sind manche Straßen fast nur noch im Schritttempo befahrbar, wenn einem etwas an den Stoßdämpfern liegt.

Wo soll das enden? Ist der Vorgang vergleichbar mit der Kontinentalplattenverschiebung auf der Erdkugel? Kann man die Risse und Löcher als natürliche stadtgeologische Vorgänge deuten? Die Matterstockstraße als Würzburger Andreasgraben? Wird sich die Grombühlplatte unter die Innenstadtplatte schieben und ein innerstädtisches Gebirge schaffen? Wird der Heuchelhof sich von Würzburg lösen und mit Rottenbauer einen eigenen Stadtkontinent bilden? Wird die Zellerauplatte sich unter heftigen Erdbeben Richtung Heidingsfeld schieben? Natürlich nur bis zur Zahlgrenze!
Da ist zu hoffen, dass sich diese Stadttektonik nicht beschleunigt. Sonst wird das Straßenbahnfahren zum Glücksspiel, ich steige am Athener Ring ein und bin an der nächsten Haltestellen am Dom, obwohl ich in Heidingsfeld aussteigen wollte.

Nun kann man natürlich sagen, dass die Stadt wirklich wichtigere Probleme hat. Geld ist keines in den Kassen und das wenige, das da ist, wird für andere Zwecke benötigt. Das ist sicher richtig, aber der Zahn der Zeit nagt an den Straßen Würzburgs – und das ist nicht nur metaphorisch gemeint. Eines Tages nagt der Zahn nicht mehr nur, sondern beißt große Stücke aus dem Asphalt. Und dann wird es richtig teuer.

Ach ja, eine kleine Schlagloch-Photostrecke gibt es auch und wird auch erweitert …

Kartoffeläcker aus Asphalt

Schlaglöcher und Risse in der MatterstockstraßeDie Würzburger Straßen. Das Thema taucht immer öfter auf. Al Gore beschwert sich über die Stoßdämpferqual seiner Vespa, vorgestern hat sich eine Freundin über den Zustand des Straßenbelags echauffiert, und wenn ich doch mal mit dem Auto durch Würzburg fahre, wird auch regelmäßig mein interner Vibrationsalarm ausgelöst. Die Fahrbahnen in unserer Stadt gleichen immer mehr einem Kartoffelacker aus Asphalt.

Es ist also an der Zeit, das Thema mal in die Öffentlichkeit zu bringen – und sei es “nur” in die Blogs. So rufe ich also einen Blog-Battle zum Thema “Würzburger Straßenbeläge” aus. Wer mitmachen will, der kann am nächsten Mittwoch (Aschermittwoch) in seinem Blog einen Text- oder Bildbeitrag dazu veröffentlichen. Ob Fotostrecken oder Fotoschrecken, ob Poesie oder Prosa, ob Sinnvolles oder Sinnloses, ob Kunst oder Käse ob kurz oder lang – alles ist erlaubt.