Schlagwort-Archive: bockshorn

Podiumsdiskussion “Was ist Kultur wert?”

Heute Abend beginnt eine dreiteilige Veranstaltungsreihe des Dachverband freie Würzburger Kulturträger zum Thema “Der Preis der Kultur”. Das Thema des heutigen Abend lautet “Was ist Kultur wert?”, das Ganze findet um 20 Uhr im Bockshorn statt, der Eintritt ist frei — auch schon ein Statement zu “Was ist Kultur wert”. 😉

Darf es Kultur umsonst geben? Muss es Kultur umsonst geben? Ist das, was nichts kostet, nichts wert? Für welche Kultur ist man bereit Geld auszugeben und wie viel? Wer macht die Preise? Ist die Förderung über Croudfunding die einzige gerechte Möglichkeit? Oder muss es eine Kulturflatrate — digital undoder nicht-digital — geben? Was fällt überhaupt unter Kultur und was unter Kommerz? Schließen sich die beiden Sachen überhaupt aus?

Das sind mögliche Fragen, über die im Bockshorn Jojo SchulzDierk BerthelRalf Duggen und Ulli Heinlein diskutieren werden. Wirtschaftsjournalist und Blogger Johannes Eber wird als Gast den Einführungsvortrag halten und danach mitreden.

dv_plakat_4_3

Heute Abend: Podiumsdiskussion KulturRaum Frankenhalle

Im Veranstaltungskalender steht der Termin schon länger, nun nur noch ein paar Worte dazu: Heute Abend eröffnet der Dachverband freier Würzburger Kulturträger die Veranstaltungsreihe “KulturRäume”. Der erste Raum, der in den Fokus rücken soll, ist die Frankenhalle, die meine Bürogemeinschaft gerade erst verlassen hat.

Es soll bei der Podiumsdiskussion vor allem um die Verbindung Kultur und Raum gehen, Denkmalschützer werden da also vermutlich nicht so viel Freude haben. Auf dem Podium sitzen für die Kultur Jojo Schulz von der Posthalle und Hermann Schneider vom Mainfranken Theater, der Kulturreferent Muchtar Al-Ghusain sitzt wohl für Kultur und Geld, nur für das Geld sitzt der Stadtkämmerer und Spielverderber aus Berufsgründen, Christian Schuchardt, und das Thema Raum wird vom Architekten Christian Brückner vertreten.

Die Podiumsdiskussion beginnt um 20.00 Uhr im Bockshorn, um 19.30 Uhr kann man die Frankenhalle schon mal kurz besichtigen. Wie weit man in die Frankenhalle darf, weiß ich nicht; der Stand letzter Woche war, dass man nur in einen kleinen abgesperrten Bereich darf — aus Sicherheitsgründen. Mal sehen, ob der Dachverband da noch ein paar riskante Meter rausholen konnte.

Inhaltlich wird sich der Abend vielleicht ein wenig mit der morgigen Veranstaltung “Werden Sie Besitzer eines Kinos” im Luisengarten überschneiden, denn für das ersonnene und gewünschte Programmkino ist eben die Frankenhalle im Gespräch.

Giulio, Emil & Randy

Der erste Tag — oder mehr die Nacht — des Filmwochenendes liegt hinter mir.

Gestartet bin ich mit dem italienischen Film “Il divo”, der versucht, die Person und die Verstrickungen von Giulio Andreotti, des ehemaligen Ministerpräsidents Italiens, zu beleuchten. Ein gut gemachter Film, aber keine Dokumentation. Starke Bilder und eine noch stärkere Filmmusik. Nur leider bin ich wohl an der Oberfläche des Films geblieben, um ich besser zu verstehen müsste ich schon deutlich größere Kenntnisse der italienischen Politikgeschichte haben. Hab ich aber nicht, da half auch der ausgeteilte, doppelseitige bedruckte DIN-A4-Zettel mit einem Crashkurs nichts. Der Film war mit deutschen Untertiteln, die manchmal etwas zu schnell durchrasten, aber ich konnte folgen. Filmerisch empfehlenswert, inhaltlich nur wirklich empfehlenswert für den, der die italienische Polikszene der 80er- und 90er-Jahre gut kennt. Und für die, die trotzdem reingehen: Auf die Musik des ersten Abspanns warten und sich daran erfreuen! 🙂

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit — der Eröffnung im Bockshorn. Darauf hatte ich mich schon den ganzen Nachmittag gefreut, denn ich hatte irrsinnig Hunger und beider Eröffnung gibt es immer Sekt und Gebäck für umme. Dabei fand das übliche Meet & Greet statt, unter anderem mit anderen Blogger.
Als das Gebäck alle und die Sektflaschen leer waren, wurde auch wirklich eröffnet. Hannes Tietze von der Filmini sprach fast schon globalpolitische Eröffnungsworte, Georg Rosenthal folgte ihm mit ein paar warmen Worten über das Ehrenamt und die Orgafee Julie Barthel durfte dann den Eröffnungsfilm einläuten.
Gezeigt wurde “Der Freund”, ein Film aus der Schweiz. Der schüchterne und verklemmte Emil lernt die junge Musikerin Larissa kennen. Sie bittet ihn, für ihre Eltern ihren Freunde zu spielen. Dazu kam es aber nicht, man ging seiner Wege und als Emil sich nach ein paar Tage doch Herz fasst und Larissa auf dem Handy anruft ist ihre Mutter am anderen Ende und sagt, dass Larissa gestorben sei. Auf die Frage, ob er ihr Freund sei, sagt er dann unbedarft “Ja” — und die Tragikkomödie nimmt ihren Lauf. Fragen nach Leben und Tod, Liebe, Identität, Sorge werden in dem Film gestreift, mal in tiefem Ernst, mal mit leichter Heiterkeit. Tolle Schauspieler, vor allem Emil wird fein dargestellt.
Mir ging der Film ganz schön an die Substanz, aber dafür kann der Streifen nichts. Manchmal gewinnt einfach der Film.
Da so ziemlich alles an schweizer Dialekten in dem Film vorkommt, ist er mit (schweizer)deutschen Untertiteln. Aber oft — nicht immer — versteht man die Schauspieler auch so ganz gut.
Sehr empfehlenswert.

Wer könnte die Rolle von Randy “The Ram” Robinson, eine gealterten und abgehalfterten Wrestler, besser spielen als Mickey Rourke. Früher fütterte Mickey Blondinen vor Kühlschränken, jetzt lässt sich Mickey Tackerklammern in die Haut jagen und springt von Boxringseilen auf seine Gegner, in “The Wrestler”.
Randy kann nur wreseln und eigentlich will er auch nur das machen. Aber er ist zu alt für die Profiliga, catcht jetzt bei kleinen Events für wenig Geld und arbeit nebenbei ein wenig in einem Supermarkt. Er ist ein netter Typ, er mag Kinder, seine Kollegen respektieren ihn und er hat sogar noch immer Fans. Eigentlich will Randy nur Anerkennung, sei es von den Fans, von seiner heimlichen Liebe, der Stripperin Cassidy oder von seiner Tochter. Die besuchte er aber erst nach Jahren wieder, als ihn ein Herzinfarkt zeigte, dass sein Körper schlapp macht. Und nun ist Randy auf der Suche nach dem Inhalt seines Lebens.
Der Film ist im englischen Original, aber man kommt mit durchschnittlichen Englischkenntnissen gut mit — es wird nicht hochphilosophisch geredet im Wrestlermilieu. Und Mickey Rourke, wie schon gesagt, ist die perfekte Besetzung, man nimmt ihm die Rolle mit den blondierten langen Haaren gut ab. Wer ein bisschen empfindlich ist, was Blut angeht, sollte öfters mal die Hand in Augennähe halten — hier werden Wrestlevarianten gezeigt, die waren mir neu. Mit dem Tacker … tststs. 😉

Und jetzt muss ich langsam mal schauen, wie der heutige Tage ablaufen wird — oder könnte. Ich melde mich wieder. 🙂

FiWo, o FiWo

Es ist schon komisch. Jetzt sitze ich hier bei der Eröffungsveranstaltung des 35. Internationalen Filmwochenendes in Würzburg und blogge. Da hat sich schon was geändert. Vor ein paar Jahren musste ich mir noch überlegen, wie ich meine kostbare 10er-Karte für das Filmfest verplane. Jetzt bin ich — als Blogger — Besitzer einer Pressekarte und kann in die Veranstaltungen kommen und gehen. Fühlt sich immer noch seltsam an und es geht auch ein gewisser Reiz verloren.

Aber trotzdem bleibt dir Grundsspannung. Es bleibt die Qual der Wahl. Denn auch eine Pressekarte ist keine Zeitmaschine. In welchen Film kann ich gehen, kollidiert er mit einem anderen interessanten Streifen? Es stellt sich *nicht* die Frage: Wann schlafe ich denn mal? Diese Frage ist für den Montag reserviert.

Es geht um Filme. Wer noch nicht beim Filmwochenende war, der mag vielleicht denken, da wird nur intellektueller Scheißdreck gezeigt. Ok, derjenige hat nicht völlig unrecht. Aber er hat auch nicht nur recht. Denn die Bandbreite ist doch enorm. Was habe ich schon japanische Aktion- und Horrorfilme und Mangas beim Filmwochenende geschaut. Was habe ich nicht schräge und sehr unintellektuelle Dokumentationen gesehen. Was habe ich nicht britische schwarze Thriller geschaut, die jeden Hollywood-Schinken zu einem Pippi-Langstrumpf-Abklatsch degradieren. Aber davon abgesehen — was ist denn so schlimm an tiefsinnigen Filmen?

Du liest gerade ein Weblog. Eine kleine Produktion in der Medienlandschaft. Aber dennoch lesenswert, oder? Zumindest scheinbar für dich, sonst wärst du doch schon beim Wort “Eröffnungsveranstaltung” ausgestiegen. Oder bist du Schmerz gewohnt? Egal. Solche kleinen Produktionen laufen hier beim Filmwochenende. Von der (ominösen) Masse kaum wargenommen und doch – oder trotzdem? – sehr wertvoll. Obwohl die Produktionen nicht unbedingt klein sen müssen, manche haben schon ein ordentliches Budget oder sind für eine Oskar-Nominierung eingereicht. Manchmal sogar beides.

Aber ich verlabere mich gerade. Und der Eröffnungsfilm läuft schon. Und sieht ganz gut aus. “Der Freund”. Schweizer Film mit Untertiteln — und die völlig zu Recht. Rechner aus und schauen. Und damit meine ich mich und dich.

(Gebloggt doch erst weit nach dem Eröffnungsfilm, Dank dem engen Zeitplan und den absolut strahlungssicheren Mauern des Bockshorns)

Kurznachrichten zum Filmwochenende 09

Ach, Pressekonferenzen. Meist erfährt man da wenig, was man nicht nachlesen könnte. Aber doch ist es doch immer ganz nett, mal die Organisatoren zu sehen und Bekannte zu treffen. So wie heute bei der Pressekonferenz zum Internationalen Filmwochenende, das nächsten Donnerstag beginnt.

Ein paar Notizen:

  • Der Vorverkauf läuft gut (BTW: 65% -70% des Geldes für das FiWo kommen aus den Kartenverkäufen). Leider habe ich vergessen zu fragen, wie gut. Gibt es noch Mehrfachkarten im Vorverkauf? Ich weiß es nicht, aber aus Erfahrung rate ich, sich möglichst schnell welche bei einer der Vorverkaufsstellen zu besorgen.
  • Die Spielorte sind das CinemaxX, das Corso, das Bockshorn, die Turnhalle gegenüber vom Cairo (Trashfilm)  — und die Innenstadt (dazu später mehr)
  • Was manchmal vergessen wird: Für manche Filmemacher geht es auch beim Filmwochenende um richtig Geld. Das können sie nämlich durch die Publikumspreise gewinnen, die in den Kategorien Spielfilm, Dokumentation, Kinderfilm, Kurzfilm und für die Lange Nacht der Selbstgedrehten vergeben werden.
  • Insgesamt sind es 126 Vorstellungen von etwa 90 Filmen, fast jeder Film also zweimal gezeigt  werde.
  • Die Eröffnungsveranstaltung ist am Donnerstag im Bockshorn ab 19 Uhr. Der Eröffnungsfilm “Der Freund” kommt aus der Schweiz und wird dort als Nominationskandidat für den Auslands-Oscar eingereicht.
  • Die Filmwochenende-Party ist am Freitag ab 22.00 Uhr im Foyer (Ballroom) im Obergeschoss des CinemaxX. Ich weiß nicht, ob das ein sooo toller Ort für die Filmparty ist, mal abwarten.

Dann wurden ganz viel Programmpunkte vorgestellt, hier aber nur eine kleine Auswahl:

  • Spannend klingt für mich der Punkt “Filme über Fotografen — Filme von Fotografen”, der Titel sagt ja schon, um was es geht.
  • Italien arbeit wohl seine Politprominenz auf. Vor zwei Jahren wurde beim Filmwochenende der — meiner Meinung nach sehr gute — Film über Berlusconi “Il caimano” gezeigt, in diesem Jahr geht handelt “Il divo” von Giulio Andreotti. Italienisch: Paolo Sorrentino über Andreotti. / Drehbuchautor von Camorra. 3 von 5 ital. Filmen haben schon einen deutschen Verleih.
  • Dieses Jahr wird es logischerweise verstärkt Französischspachig, dank dem Schwerpunktthema Quebec. Französischsprachige kanadische Filme haben kaum eine Chance auf amerikanischen Festivals gezeigt zu werden, vielleicht klappt es ja in Europa. Zu meinem Leidwesen verstehe ich nur ca. fünf Worte Französisch, aber ich bin ja untertitelerprobt.
  • Beim Diagonale Spezial werden Filme vom Filmfest Diagonale in Österreich gezeigt, so auch der Gewinnerfilm des letzten Jahres “Revanche“. der von Österreich ins Oscar-Rennen geschickt wird.
  • In der englischen Schiene läuft der Dokumentarfilm “9 to 5 – Days in Porn” über das  Leben in der Pornobranche. Der Film ist kein Porno, darum bin ich mir nicht sicher, ob die Bemerkung, dass der Film ab 18 Jahren ist, ernst gemeint war. Kinder nehmt im Zweifelsfall lieber Mama und Papa mit, wenn ihr da rein wollt. 😉
  • Für die Jungs, die gerne in die Porno-Doku gegangen wäre, aber noch zu jung sind, kommt die nächste Enttäuschung: Die Kinder- und Jugendfilmschiene ist in diesem Jahr sehr mädchenfilmlastig. Aber vielleicht wollte ihr ja mal später ein Mädchen werden.
  • Für Lehrer gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal am Montag nach dem Filmwochenende eine Lehrerfortbildung mit Schwerpunkt Dokumentarfilm
  • Die Lange Nacht der Selbstgedrehen, die zum 11. Mal stattfindet, geht mit 13 Filmen trotz ihres Namens nur bis ca. 22.00 Uhr
  • Gerüchte, wirklich nur Gerüchte: Die Macher der Trashfilmnacht spielen mit dem Gedanken, im nächsten Jahr keine Trashfilmnacht, sondern etwas Neues zu machen. Ist aber bisher wirklich nur ein Gerücht. Trotzdem in diesem Jahr sicherheitshalber hingehen (Hausschuhe nicht vergessen!), wer weiß.
  • Ganz neu und sehr interessant ist die Veranstaltung “Die Stadt ist unser Kino”. Am Freitag trifft man sich um 20.00 Uhr vor dem Corso, dann geht es um die Ecke in die Markusstraße, dort wird der erste Kurzfilm an die Wand projeziert. So geht es durch die Stadt und an diversen freien Flächen wird ein Film per Beamer gezeigt. Marktgarge. Es gibt ca. 7 Filme und dauert vermutlich 90 – 120 Minuten und ended am Cinemaxx, wo dann auch gleich die Filmparty losgeht, wie praktisch. Warm anziehen.
  • Meine Generation kennt ihn noch als George McFly aus “Zurück in die Zukunft” — Crispin Glover. Der macht neben ein paar Nebenrollen in großen Hollywoodstreifen auch selbst Filme als Regiesseur und Produzent im Independent-Bereich. Diese Film bekommt man aber kaum zu Gesicht, denn seine Film gibt es nur im Paket mit ihm zusammen, denn er macht vor den Filmen noch immer eine Lese-Performance. Witzigerweise hat ihn, da er auch kaum in Europa dieses “Paket” gezeigt hat, noch niemand der Würzburger Filminitiative mit seiner Performance gesehen, also wissen die Veranstalter genauso viel wie das Publikum, nämlich nichts. 😉 Die “Crispin Hellion Glovers Big Slide Show” wird es zweimal geben, aber sie sind jedesmal komplett anderes, sowohl Performance als auch der gezeigt Film.

Uff, das reicht doch erst mal, oder? Mir schon, jetzt heißt es Programmheft schmökern, das heute oder morgen in der Stadt ausliegen sollte.

Weißt du mehr über das Filmwochenende? Dann schreib doch etwas dazu im WürzburgWiki.

Christian Prommer’s Drumlesson weht es ins Bockshorn

Wer sich darauf gefreut hat, beim Hafensommer heute Abend Christian Prommer’s Drumlesson unter freiem Himmel zu genießen, den muss ich enttäuschen. Keine Sorge, sie spielen schon heute Abend, nur nicht auf der schwimmenden Bühne am Heizkraftwerk sondern im Bockshorn. Für heute Abend sind nämliche starke Sturmböen gemeldet und man hat Angst, dass die die Bühne auseinanderlegen.

Im Bockshorn ist natürlich nicht so viel Platz wie auf der Hafentreppe. Wer noch keine Karte im Vorverkauf hat, sollte darum rechtzeitig dort sein — auh rechtzeitig vor dem Unwetter.

IMG 0410

Schlechte Zeiten, gute Zeiten

Die letzten Wochen waren für mich definitiv keine guten Zeiten, aus Gründen, die nicht hier ins Blog gehören. Da waren die Problemchen, Themchen und Eventchen in Würzburg völlige Nebensache.

Aber auch schlechte Zeiten müssen mal aufhören.

IMG 0410
Also zu den guten Zeiten. Heute war im Lumen die zweite Pressekonferenz für den 2. Hafensommer, der ja in einer guten Woche starten wird. Das wird eine gute Zeit!
Die Pressekonferenz an sich war halt eine Pressekonferenz. Aber einiges ist doch einer Erwähnung wert. So zum Beispiel Mistaa, der die Pressekonferenz als teilnehmender Künstler eröffnen durfte — noch gezeichnet vom gestrigen Special-Guest-Auftritt am Weingut am Stein. Neu war mich auch die Tatsache, dass der erste Abend kostenlos ist, da die Sparda-Bank die Würzburger (Jungen) Philharmoniker komplett sponsert. Trotzdem — oder gerade deswegen — sollte man ganz schnell Eintrittskarten in Falkenhaus oder in der Sparda-Bank nicht kaufen, aber abholen. Die Plätze sind begrenzt.
Neu ist in diesem Jahr auch, dass es bei schlechtem Wetter für manche der “kleineren” Veranstaltungen das Bockshorn als Ausweichort zur Verfügung steht. Dann allerdings nur für 200 Besucher, darum gibt es auch im Vorverkauf jeweils nur 200 Karten für die Abende zu kaufen, alle anderen an der Abendkasse.

IMG 0452
Bei “Sind noch Fragen?” habe ich mir eine Frage verkniffen, da sie wie meist an die falschen Leute gerichtet wäre. Aber ich würde schon gerne wissen, ob diesmal der Stadtrat wieder beim Eröffnungstag nach dem Freibier wie im letzten Jahr gehen wird, ohne überhaupt das Konzert anzuhören. Denn das hat mich im letzten Jahr schon ein wenig aufgeregt, dass die Krawatten kein Interesse an der Sache an sich, sondern nur am gesehen werden und am Freibier haben. Und das für sie auch der erste und letzte Besuch des Hafensommers war. Das führte dann auch vor einigen Wochen bei der Sitzung des Kulturausschusses zu der peinlichen Anfrage, ob es denn dieses Jahr wieder diese blöden Getränkebons geben wird, die ja beim letzten Hafensommer nicht so toll waren. Bloß gab es die Getränkebons ausschließlich an einem Tag — am Eröffnungstag. Dann nie wieder, weil man gemerkt hat, dass es ohne besser läuft.

Zum Abschluss machte Muchtar Al Ghusain noch den Pianoman und begleitete Barbara Schöller am Klavier — gar nicht mal schlecht, alle beide.

Danach gab’s Häppchen. Lecker.

Schweizer, Russen, Ghanaer, Schweden — und die fränkische Lokalprominenz


Na, liebe Lokalpolitiker? Wart ihr jetzt auch mal Filmwochenende? Wie schön! Denn selten habe ich eine so große gefühlte Politikerdichte erlebt, wie bei der Eröffnungsveranstaltung zum 34. Internationalen Filmwochenende im Bockshorn. Falls sich Herr Kuttenkeuler nicht auf dem Klo versteckt hat, waren bis auf ihn alle OB-Kandidaten vertreten und etliche amtierende und angehende Stadträte. Aber nächstes Jahr wird das Gedränge um den Sekt und das Gebäck nicht mehr so groß sein, dann ist ja kein Wahlkampf mehr und die dann gewählten Politker müssen nicht mehr so kulturinteressiert tun.

Bevor es zur offiziellen Eröffnung ging, stand für mich schon der erste Film auf dem Programm. Zwei Werke von Fischli und Weiss, von denen ich leider nur den ersten, “Der geringste Widerstand” von 1981, anschauen konnte. Ein Bär und eine Ratte fahren wie die Blues Brothers in Ami-Schlitten durch Hollywood, Kunstmorden und -fragen auf der Spur, fragen, streiten, beobachten, beneiden und sinnieren Kunst und Existenz. Abgefahren in Machart und Bildsprache.

Vor dem Eröffnungsfilm wurde noch ein kleiner, aber sehr süßer und witziger Zeichentrickfilm aus Russland gezeigt, “Lavatory Lovestory” von Konstantin Bronzit, denn man sich auch hier noch anschauen kann. Der Eröffungsfilm selbst, “No Time To Die” aus Ghana, war nett, aber da gab es meiner Meinung nach schon bessere Filme als Opener.

Ein schöner Abschluss des ersten Tags war der Streifen des Schweden Roy Andersson, “Du levande“. In Bildern wie bewegte Gemälde zeigt er Menschen zwischen Alltäglichem und Surrealen. Die starre Kamera fängt Szenen von absurder Witzigkeit ein, aber auch von Traurigkeit und Banalität. Der Film ist optische wundervoll komponiert, die tristen skandinavischen Pastelltöne, die reduzierte Ausstattung vieler Szenen, die markant unschönen Schauspieler, die in ihrem durchschnittlichen Aussehen schon wieder auffielen — ein Augenschmaus. Ein Film zwischen Lachanfällen und traurigem Mitfühlen, eingebettet in ruhige Bilder mit zarter Schrägheit. Ich kann ihn nur empfehlen.