Dracula ist mein

Am Dienstagabend fand im Brückenbäck in Würzburg ein Bookcrossing-Mini-Meetup statt. Was Bookcrossing ist, habe ich ja schon einmal erklärt. Nur soviel zu Erläuterung: beim Bookcrossing werden Bücher getauscht bzw. zum Mitnehmen hinterlegt. Alle Bücher sind bei der Webseite bookcrossing.com mit einer Nummer (BCID) registriert. So kann man immer sehen, wer gerade welches Buch hat. Wenn man also ein Buch in der Stadt findet, das einen Bookcrossing-Hinweise trägt (meist ein Aufkleber), so trägt man auf der Seite ein, dass man es gefunden hat.

Leider ist Bookcrossing in Würzburg im Vergleich zu anderen Städten noch relativ unbekannt, so dass in der Wildnis (Cafés, öffentliche Gebäude, …) freigelassene Bücher oft einfach verschwinden — zumindest im Sinne des Bookcrossings.

Solch kleine Treffen (Meet-Ups) wie am Dienstag tragen natürlich zur Motivation der Bookcrosser in der Stadt bei. Kryptische Namen wie Agrippine314 und Komma bekommen plötzlich sympathische Gesichter — und neue Bücher gab es auch. Die beiden Damen sind weitaus erfahrenere Bookcrosser als ich selbst und haben mich wieder mal bewegt, Bücher von mir in Freiheit zu entlassen. Und ich habe mir mal Bram Stokers Dracula geschnappt, den wollte ich schon immer mal lesen.

Ein nächstes Treffen ist für die Zeit des Weihnachtsmarkts angepeilt, ich werde den Termin hier im Würzblog ankündigen. Bis dahin – Augen auf und auf herrenlose Bücher in der Stadt achten.

Freiheit für Bücher

Bookcrossing-LogoWegen eines Erlebnisses von Mondschaf muss ich mal auf das Thema "Bookcrossing" eingehen. Bookcrossing ist eine Bewegung, die Bücher aus ihrer Gefangenschaft in Bücherregalen befreit und sie in die Freiheit entlässt. Und das ist wörtlich zu nehmen: Beim Bookcrossen geht es darum, Bücher, die man nicht mehr liest oder die man einfach in Umlauf bringen will, irgendwo auszusetzen und zu hoffen, dass ein geneigter Leser sich ihrer annimmt. Bookcrossing-Bücher sollten bei bookcrossing.com registriert werden. Jedes Buch erhält eine eindeutige Nummer, die sogenannte BCID. Diese Nummer wird in das Buch geschrieben oder auf das Buch geklebt, meist mit einem netten Sprüchlein, so dass man auch weiß, warum das Buch da liegt. Dann sucht man sich eine schönen Platz zum Freilassen. Sei es der Tisch in der Kneipe, der Sitz in der Straßenbahn, eine Parkbank, im Supermarkt – hauptsache das Buch kann gefunden werden.

Wenn man ein Buch findet geht man auf die Bookcrossing-Seite und gibt die BCID an. Dann weiß der Benutzer, dass das Buch in guten Händen ist und kann ruhig schlafen. Wenn man das Buch gelesen hat oder es irgendwie loswerden will, lässt er es wieder frei – und weiter geht’s. Es gibt Bücher, die haben schon eine richtig lange Reise hinter sich. Eine sehr gute Einführung und Anleitung gibt es auf der inoffiziellen deutschen Bookcrossing-Seite bookcrossers.de.

Hier in Würzburg ist die Bookcrossing-Kultur nicht sehr ausgeprägt. Von den paar Büchern, die ich ausgesetzt habe, ist noch keines – laut Bookcrossing.com – wieder angekommen. Aber ich bin Optimist, ich gehe davon aus, das sie gelesen wurden und nur nicht bei Bookcrossing.com gemeldet wurden. Und ein Buch habe ich auch wirklich gefunden (gejagt habe ich schon etliche, war aber immer zu spät), wurde allerdings durch einen sogenannten "release alert" darauf hingewiesen. Wer wissen will, ob und wo Bücher in Würzburg zu finden sind, kann sich die "Go Hunting"-Seite anschauen. Heute gehen wieder drei Bücher auf die Reise, wer scharf darauf ist, der sollte sich zur späteren Mittagszeit mal in der Nähe des Würzburger Marktplatzes aufhalten Gute Jagd! 😀