Claudia, Michael, Martin und Matthias gegen die CSU


Die Landtagswahl wirf ihre Schatten voraus, der Wahlkampf läuft langsam warm. Heute war Claudia Roth in Würzburg, um den Kandidaten der Grünen ein wenig unter die Arme zu greifen — nicht einmal angefordert, sondern aus Eigeninitiative. Leider hatte ich nur wenig Zeit zuzuhören, die Mittagspause war kurz. Ich habe noch Michael Gerr mitbekommen, der über Lüge und Wahrheit philosophierte, da kam ich in meiner mittäglichen Koffeintief aber nicht mit. Dann eine ganz kurzer Auftritt vom Würzburg-Land-Kanidaten Martin Heilig und dann kam auch schon Claudia Roth, nachdem die Lautsprecher von den Marktständen weggedreht wurden — denen wurde es beim Gurkenverkauf zu laut. Die Veranstaltung war überhaupt sympathisch unspektakulär inszeniert, die Redner bis auf Herrn Gerr standen auf umgedrehten Getränkekisten und als Pult diente eine Notenständer.

Inhaltlich natürlich wenig Überraschendes: CSU weg, Grüne her, Huber schlecht, Beckstein schlecht, SPD und  FDP waren nicht einmal wert beschimpft zu werden, Klimaschutz wichtig, erneuerbare Energien gut, Atomstrom schlecht. Dann war meine Mittagspause auch schon vorbei.

Überrascht war ich dann aber doch, als durch die Lautsprecher die Verbindung zwischen den Grünen und EON aufgezeigt wurde. Skandal! 😉

Kein Gabriel, nur Roth

Das hätte ein heißer politischer Dienstag in Würzburg werden können, zumindest was die Dichte der Politprominenz betroffen hätte. Aber Herr Gabriel wird das Heizkraftwerk nicht besichtigen, da er krank ist. Gute Besserung Sigmar, komm lieber im nächsten Jahr zum Hafensommer, da bis du auch ganz nah am Kraftwerk.

Doch Claudia Roth wird — wie schon so oft — in Würzburg sein und um 12.30 Uhr am Unteren Marktplatz sprechen. Ja, leider nur sprechen, auflegen wird sie diesmal nicht.

Dodal normal

[Update: Für die Dauer des CSD gibt es auch einen Regenbogen-Kilian im Blogheader. So! 😉 ]


Was ist normal? Wer ist normal? Welche Lebensweise ist normal? Diese Frage versucht der diesjährige Christopher Street Day in Würzburg zu beantworten. Wie in den letzten Jahren wird für die verstärkte Akzeptanz von Homosexuellen in Gesellschaft geredet, demonstriert und gefeiert.

Sind Lesben und Schwule “total normal” in Würzburg? Ja und Nein.
Normal ist, dass ich tagtäglich mit vielen Homosexuellen zu tun habe. Von manchen weiß ich es, von vielen nicht. Stört mich auch nicht. Ich käme gar nicht auf den Gedanken, mir darüber Gedanken zu machen. Ich mache mir ja auch keine Gedanken darüber, ob jemand Linkshänder ist. Oder ein Knüller, Wickler oder Falter. Was juckt es mich, wen diese Person küsst oder mit wem sie Sex hat?

Normal sind Homosexuelle in der Gesellschaft aber noch nicht. Zwar dürfen sie inzwischen heiraten. Aber wo? In Würzburg ist es nach wie vor nicht möglich, dass ein homosexuelles Paar im Trausaal im Rathaus heiraten darf. Warum? Mit einer katholischen Argumentation zu kommen, ist selbst in einer Bischofsstadt fehl am Platz. Das Standesamt und der Trausaal ist eine Sache des Staats und der Stadt, da spielen Glaubensfragen keine Rolle. Woran scheitert es dann?
Der Stadt Angst vor einer “Kontamination des Trausaals” vorzuwerfen schießt meiner Meinung nach weit am Ziel vorbei. Ich glaube eher, dass ein Teil des Stadtrats dem Phänomen Homosexualität unsicher und etwas misstrauisch gegenüber steht.

Und um genau solche Unsicherheiten und solches Misstrauen abzubauen, dafür ist der CSD in Würzburg auch da. Auf den politischen Kundgebungen, auf dem Straßenfest, bei der Demonstration und bei den Partys kann man Schwule und Lesben kennenlernen. Und auch Heterosexuelle (Ja, da gibt es beim CSD auch einen signifikanten Anteil!). Und das witzige ist: man kann beide oft nicht auseinander halten. Gut, man sieht Männer, die sich weiblich geben. Aber hey, wir Leben in der Zeit einer Werbeikone namens David Beckham, der mehr Make Up verwendet als meine Frau! Sicher, ein “tuntiger Schwuler” kann mich tierisch annerven. Aber das kann ein machomäßiger Heterosexueller auch. Dann liegt es an der Person und nicht am Gehabe. Ich kenne und mag sowohl auch einige “Tunten” als auch einige Machos. Und manche eben nicht, unabhängig von ihrer sexuellen Neigung.

Der CSD beginnt an diesem Freitag, 28. Juni 2007 mit dem politischen Empfang um 19 Uhr im Rathaus. Eröffnet wird er durch die Schirmfrau Marion Schäfer, als Gäste sprechen noch die Bundesvorsitzende der Grünen und Bald-Tirili-DJane Claudia Roth (da kann man bestimmt schon Zettel mit Liedwünschen abgeben ;-)) und Simone Tolle.

Freitag Abend ist dann csd.volution im Zauberberg mit Livemusik von Kim Davis. Samstag findet von 14.00 Uhr bsi 22.00 Uhr das Straßenfest auf dem Paradeplatz hinterm Dom statt und um 15.00 Uhr der Demozug durch die Würzburger Innenstadt. Um 22.00 Uhr ist CSD-After-Show-Party (bitte erspart mir die alten Scherze) im Art am Berliner Ring. Sonnatgs ist langer Brunch im Fuege an der Juliuspromenade und ab 19.00 Uhr rollt der Schoppen-Express verkleidet als Prosecco-Express über Würzburgs Straßenbahngleise.
Das genauere Programm und weitere Informationen finden sich hier.

Wer sich akustisch auf den CSD in Würzburg einstimmen will, kann das gerne mit der Würzmischung #2 tun. Reinhören lohnt sich! 😀

Claudia Roth am Plattenteller

Am 20. Juli 2007 hat die Grüne Jugend Würzburg Claudia Roth mit einem Vortrag über Rechtsextremismus zu Gast. So weit, so gut. Nichts Ungewöhnliches.

Der Vortrag und die anschließende Diskussion finden im Tirili statt, der Disco unter der Stadtmensa. Und da Frau Roth schon mal in der Disse ist, wird sie gleich den Rest des Abends am Plattenteller die DJane geben. Man darf schon jetzt über die Musikwahl spekulieren, ich tippe mal auf schweren Flowerpower-Pop und natürlich Ton Steine Scherben.

Natürlich muss man sich nun die beängstigende Frage stellen, ob demnächst Guido Westerwelle im Studio, Oskar Lafontaine im AKW, Kurt Beck auf dem Boot auflegen werden und Edmund Stoiber im Höfbräu Biergarten sein Abschiedskonzert geben wird.

Wer Liedwünsche hat, der kann sie Claudia Roth vielleicht ja schon beim politischen Empfang des Würzburger CSD sagen, da ist es meist nicht so voll.