Warmes Essen

An diesem Mittwoch, 25. April 2007, kann man ab 18 Uhr im CinemaxX-Restaurant zu Gunsten des CSD in Würzburg futtern. Und zwar ordentlich. Für 7,90 € darf man soviel Pasta essen soviel mal will — und da das mein Abendessen sein wird, ist die Gewinnspanne in meinem Fall eher gering … 😉
Wenn man bei der Bestellung auch noch das Stichwort “CSD” dezent fallen lässt, dann bekommt man auch einen Prosecco auf Kosten des Hauses. Also beim Bestellen “CSD.CSD.CSD.CSD.CSD” sagen, dann ist der Abend gerettet! 😉

Kleine Demo, große Hitze

IMG_4986Naja, viel waren es gerade nicht, die für die Lesben und Schwulen in Würzburg beim CSD demonstriert haben. Der Zug durch die Innenstadt war doch sehr übersichtlich.
War es zu heiß? Kein Mut? Keine Lust? Keine Zeit? Oder doch vom Tanzen oder Loungen im Zauberberg zu verkatert? Im letzten Jahr waren doch deutlich mehr Homosexuelle und Sympatisanten unterwegs.
Doch fairerhalber muss man auch erwähnen, dass überhaupt wenige Menschen in der Innenstadt waren. Und das lag wohl doch an den schweißbringenden Temperaturen. Da erhofft man ja fast für das nächste Jahr beim CSD Regen oder Schneefall, sonst wird das nie was mit der Öffnung des Trausaals.

Der CSD 2006 ist eröffnet

IMG_4873Zwei sich küssende Frauen, Pax und Justitia, begleiteten die Eröffnung des Würzburger CSD in Form eines Reliefs im Wappensaal des Rathauses. Auch wenn die beiden steinernen Mädels fast schon 10% des Publikums stellten, war die Stimmung bei den anderen Besuchern schon deutlich lebendiger. Die Europa-Abgeordnete Lissy Gröner sprach über die Entwicklung der Akzeptanz von Schwulen und Lesben in Europa und besonders Polen, wo zwar Verbesserungen zu sehen sind, aber den Homosexuellen noch starker Gegendwind entgegenbläst. Und natürlich wurde die Weigerung der Stadt Würzburg kritisiert, den Trausaal nach wie vor nicht für homosexuelle Paare zu öffnen. Aber wenigsten durfte ja schon mal die Eröffnung im altehrwürdigen Wappensaal stattfinden.
Grußworte gab es dann noch von — sehr süß mit Hut — Bürgermeisterin Marion Schäfer und von der Co-Schirmherrin (Schirmfrau?) Simone Tolle MdL.

IMG_4864Nach einem kurzen Schwätzchen nach der Eröffnung ging es zur csd.lounge im Zaubergarten. Doch hatte ich um 21 Uhr noch den Eindruck, dass die CSD-Interessenten doch sehr in der Minderheit waren. Doch später am Abend füllte sich der Biergarten, die Stimmung war so gut wie die Cocktails. In den Zauberberg selbst traute sich allerdings erst kaum jemand, selbst im Garten herrschte noch eine brütende Wärme, so dass eine brühwarme Disco nicht wirklich verlockend war. Aber auch hier füllte sich nachts dann doch die Räume und die verschwitzen Tanzbeine konnte geschwungen werden.

Preview: CSD 2006 in Würzburg

Um schon mal einen ganz lahmen Witz vorneweg zu nehmen: das Wochenende wird warm! (Und damit soll auch das Kontingent für müde Schwulen- und Lesbenwitze in diesem Artikel erschöpft sein, ok?)
In Würzburg findet von Freitag bis Sonntag wieder der Christopher Street Day statt, bei dem die Lesben und Schwulen in Würzburg feiern, informieren und demonstrieren. Untern dem Motto “Wir sind Würzburg” wird neben der allgemeinen Gleichstellung der homosexuellen Lebenformen auch wie letztes Jahr schon die Öffnung des Würzburger Trausaals für homosexuelle Paare gefordert. Meine Meinung dazu dürfte ja bekannt sein.

Der CSD beginnt mit der politischen Eröffnung im Wappensaal des Rathauses (dass sie da rein dürfen? ;-)), zum Thema “Stoppt Homophobie in Europa!” spricht die Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Frau Lizzy Gröner. Danach kann man zum Loungen in den Zaubergarten, was dann direkt in die csd.volution-Party im Zauberberg übergeht (sehr voll, sehr witzig!).

Am Samstag findet von 14 Uhr bis 22 Uhr ein Straßenfest auf dem Paradeplatz hinter dem Dom statt (da kann man ja auch mal kurz zu Frank Boil schauen), um 16 Uhr geht ein Demonstrationszug durch die Würzburger Innenstadt. Der politische Teil endet um 17 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Paradeplatz, danach ist der entspannte Teil angesagt: ab 22 Uhr After-Show-Party im Airport und Nachtsauna in der Alibi-Sauna, für die es noch immer nicht heiß genug ist.

Am Sonntag klingt der CSD mit einer Stadtfühung, Kaffeklatsch und Kino aus, und mit der csd.lounge im Maritim endet ab 21 Uhr auch schon der CSD 2006.

Es ist also viel geboten. Und ich kann nur alle Heterosexuellen ermutigen, eventuell vorhandene Berührungsängste über Bord zu werfen und sich unter das CSD-Volk zu mischen. Denn meiner Meinung nach sollte das CSD keine abgekapselte Homo-Veranstaltung sein, sondern ein miteinander von Heten und Homos, Großen und Kleinen, Rechts- und Linkshändern sein. Man muß ja nicht unbedingt gleich zur Nachtsauna gehen … 😉

Ausführliche Informationen und das Programm finden sich auf der Website des CSD Würzburg.

So nebenbei: das Motto “Wir sind Würzburg” finde ich nicht so glücklich. Nachdem wir schon Papst, Deutschland und Weltmeister der Herzen sind, sind wir jetzt auch noch Würzburg. Ich fühle mich etwas überfordert … 😉

Lost & Found

Eine Hochzeit und einen 70. Geburtstag erlebt; CSD, Ringparkfest und MS Einstein verpasst. Was für ein Wochenende.
Ausschnitt CSD-BannerDas CSD-Banner wird bis nächstes Jahr eingemottet – werft noch einen letzen Blick darauf. Ich fand es schön! 😀

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CSD in Würzburg – nicht nur für Schwule und Lesben

Übermorgen, am Donnerstag, startet der Christopher Street Day in Würzburg. Von Sport, Politik, Kunst, Kultur und viel Spaß ist alles geboten. Das Donnerstagsprogramm findet, was ich sehr lästig finde, vor allem im Cineworld in Dettelbach statt, aber der Rest im Flair der verschiedensten Orte in der Großstadt Würzburg. Ich kann nur allen ans Herz legen, einfach mal zum CSD zu schauen, auch wenn es nicht so eine Megaveranstaltung wie in Köln oder sonstwo ist. Obwohl ich seit 34 Jahren heterosexuell bin und es aller Wahrscheinlichkeit nach auch die nächsten 34 Jahre bleiben werde, fand ich die CSDs in Würzburg (auch auch andere Gay-Veranstaltungen) immer recht nett. Ich habe mich immer recht wohl gefühlt und wurde bisher auch nie blöd angemacht. Und vom Party-Faktor sind Gay-Partys schwer zu übertreffen. Zum Demonstrationszug am Samstag unter dem Motto "Traut euch" bin ich leider nicht da, ich bin – ironischerweise – auf eine Hochzeit (hetero) eingeladen. Vertretet mich würdig, in Gedanken bin ich bei euch! 🙂 Zum Thema "Trausaal-Tabu" gibt es übrigens ein Statement der Europaabgeordneten Lissy Gröner.

Keine Kinder, keine Ehe?

Passend zum kommenden CSD-Motto “Traut euch!”:
Die Stadt Würzburg hat gestern in einer knappen Abstimmung beschlossen, den Trausaal im Rathaus auch weiterhin für homosexuelle Paare verschlossen zu halten. Warum? Frau Beckmann wies auf den besonderen Schutz der Familie im Grundgesetz hin – sie meinte wohl

Artikel 6
(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

Und da kann man auch nichts dagegen sagen. Schön, dass Ehe und Familie vom Staat so hoch anerkannt sind, finde ich wirklich gut. Aber da steht nicht “heterosexuelle Ehe”. Da steht auch nicht “heterosexuelle Ehe, aber nur wenn Kinder da sind”. Ist die Ehe nur schützenswert, wenn ein Kinderwunsch da ist oder die Möglichkeit zur gemeinsamen Fortpflanzung?
Denn im Trausaal dürfen ja auch heterosexuelle Paare heiraten, die niemals Kinder wollen oder haben können. Und genauso gibt es ja homosexuelle Paare, die Kinder aus vorherigen heterosexuellen Partnerschaften haben, also eine Famile sind. Stehen die nicht unter dem besonderen Familienschutz?
Ganz einsichtig ist mir das nicht.

Schön, dass ich als heterosexueller verheirateter Mann den besonderen Schutz des Staates genießen darf. Aber Kinder haben wir noch keine – ich hoffe, da läuft für uns keine Frist ab. Eine Mahnung staatlicherseits wie

“Ihr besonderer Schutz droht abzulaufen. Bitte zeugen sie in den nächsten 6 Monaten ein Kind oder ihre Ehe wird annuliert.”

kam noch nicht.
Noch.