Dicke Backen

Deutsches Musikfest 2007
Ja, ich gebe zu, als ich das erste Mal gehört habe, dass das Deutsche Musikfest in Würzburg stattfindet, hatte ich schon akustische Horrorvisionen von Ernst Mosch-Fetischisten mit Dauerkarten beim Musikantenstadel.

Deutsches Musikfest 2007
Aber dann war ich doch — zum großen Teil — angenehm überrascht. Auch wenn gespielte Musik meist doch noch unter dem Oberbegriff “Blasmusik” einzuordnen war, war es doch recht peppig, modern und gefällig. Recht viel Jazz und Swing hallte von den Bühnen in der Innenstadt, und da, wo die Märsche und Bierzeltstücke gespielt wurde, konnte ich ja immer schnell vorbeigehen.

Heute beim Unzug ist mir die Musik allerdings doch eher wieder in die altbackene Richtung gerutscht, aber vielleicht musste da die Tradition gewahrt werden. Leider.

Deutsches Musikfest
Woran ich mich hingegen nie so recht gewöhnen werde, ist der Hang zum Uniformismus. Solange die Gruppen nur alte Trachten tragen, kann ich noch einigermaßen mit. Aber wenn die Kleidung schon stark an Militäruniformen erinnern (oder sogar sind), da bekommt doch der Ex-Zivildienstleistende in mir doch etwas Bauchweh.

Gut 200.000 Besucher waren während den vier Tagen in Würzburg, um dem musikalischen Spektakel beizuwohnen. Und man kann musikalisch zu der Veranstaltung stehen wie mal will — das Musikfest hat der Stadt Würzburg schon gutgetan. Nicht nur dass die Eisdielen wohl satten Umsatz gemacht haben dürfen, auch für die Bekanntheit und das Ansehen der Stadt war das schon eine gute Sache. Und Würzburg hat sich von seiner besten Seite gezeigt — vor allem was das Wetter betrifft.

Bilder gibt es natürlich auch. Und wo? Genau! Im dazu passenden Flickr-Set.

Deutsches Musikfest 2007 – sie kommen!

Weitere Beiträge über das Deutsche Musikfest 2007 gibt es unter dem Stichwort “Deutsches Musikfest” 😉

In drei Tagen fallen sie über Würzburg her — die 15894 Musiker, die am diesjährigen Deutschen Musikfest teilnehmen. Vom 17. Mai bis 20. Mai 2007 treffen sich Musikgruppen aus ganz Deutschland (376 angemeldete Orchester) in unserer unterfränkischen Metropole, um den Musen Euterpe und Terpsichore zu huldigen. Einen groben Programmüberblick gibt es hier.

Nur eines ist mir nicht ganz klar. Alle Konzerte, die ich im Programm gefunden habe, sind von klassischen Orchestern, Blaskapellen oder Jazz- und Swingbands. Wo ist der große Anteil der Rock- und Popmusiker? Wo sind die Indiebands, die Rocker, Rapper und Hip-Hopper? Sind die bei der Veranstaltung nicht zugelassen oder haben sie keine Lust? Wo sind die Bands, die jede Woche im AKW, Cairo, Immerhin, Pleicher– und B-Hof auftreten? Die sind doch auch — ob sie es so sehen wollen oder nicht — Teil der deutschen Musikszene.

Nicht dass ich einer Jazzband oder einer guten Blaskapelle (ok, eine sehr gute Blaskapelle) nicht gerne zuhören würde. Aber für ein deutsches Musikfest erscheint mir das musikalische Spektrum doch recht eng.

Ich werde aber trotzdem mal hingehen, alternativ gibt es abends ja auch noch die Jubiläumstage im Cairo.