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Le théâtre dans la cour de lierre

Die Saison hat begonnen, im Efeuhof im Würzburger Rathaus ist wieder in der Hand des Theater Ensembles. Auf dem Programm steht — nur kurz unterbrochen vom Konzert von “Jazz in Baggies” — das Stück “Der Menschenfeind oder Der verliebte Melancholiker” von Molière, dem alten Franzosen.

Ganzkurzfassung: Der Protagonist der bald 350 Jahre alten Komödie ist stolz darauf, nicht zu heucheln, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und den Leuten nur die Wahrheit zu sagen — was bei der eher feinen Gesellschaft nicht immer ganz so gut ankommt.

Könnte lustig sein, ich werde mit das Stück auf jeden Fall die nächsten Tage anschauen, die Aufführung im Efeuhof fand ich die letzten Jahre immer ganz schön. Gespielt wird bis Mitte Juli immer Mittwoch bis Samstag um 20 Uhr. Der Eintritt kostet regulär 15 Euro, ermäßigt 10 Euro. Muss mal schauen, ob ich im Moment als Auszubildender zähle … 😉

Der Menschenfeid (Pfeil) im Efeuhof (ohne Pfeil)
Der Menschenfeid (Pfeil) im Efeuhof (ohne Pfeil)

Shaky, Sara, Lilly und ein bisschen Dennis

Dennis Schütze & His Electric Combo: Probe vor dem Konzert im Efeuhof - noch ohne Licht.
Dennis Schütze & His Electric Combo: Probe vor dem Konzert im Efeuhof – noch ohne Licht.

Schon ein bisschen platt habe ich am Freitag meinen Konzertabend angetreten. Aber trotzdem bin ich in den Efeuhof, um Dennis Schütze & His Electric Combo noch wenigstens beim Proben kurz zu sehen.

Sie haben sich, da das mit dem Wetter recht unsicher aussah, in den Vorraum des Hofs verzogen. Und der trübe Himmel hat wohl auch ein paar Besucher veschreckt, denn zumindest als ich vor dem Konzert noch gegangen bin, waren noch einige Plätze frei. Schade.

Mein eigentliches Ziel an diesem Abend war das Cairo, die Release Party von Shaky Foundations neuem Album “Psychonaut”. Und das sogar mit zwei Vorbands.

Für mich völlig überraschend — und bis dahin ebenso unbekannt — war Sara. Die junge Frau stand fast völlig unbewegt mit ihrer Gitarre auf der Bühne und sang mit schöner Stimme Lieder. Unspektakulär schön, nur klangen mit ihre Lieder doch recht ähnlich. Allerdings tritt sie sonst als Duo “Duke & Sara” auf, kann sein, dass da einfach die Hälfte gefehlt hat.

Sara ohne Duke, aber mit Gitarre
Sara ohne Duke, aber mit Gitarre

 Dann kam Lilly auf die Cairo-Bühne. Ein wenig abgekämpft, da sie wohl an diesem Tag recht viel zu tun hatte, aber doch herzlich lächelnd. Intensiv und mit eindringlicher Stimme sang sie ihre Lieder, von sich selbst auf einem holzvertäfeltem E-Piano und einer Gitarre begleitet (nicht gleichzeitig). Tolles Vorkonzert.

Lilly. Einfach nur Lilly.
Lilly. Einfach nur Lilly.

Und dann kamen die Helden des Abends — die drei jungen Jungs von Shaky Foundation.  Sie breiteten einen Soundteppich im einigermaßen gut gefüllten Cairo aus, mal zurückhaltend, mal einen fetten, komplexen Flokati.

Die Shaky Foundation beim Konzert im Cairo
Die Shaky Foundation beim Konzert im Cairo

Natürlich versäumten die Shakys es nicht, den Crowdfundern zu danken, die dieses Album im Vorfeld finanziert haben. Ich nehme für meinen Teil den Dank an, es hat sich ja gelohnt! 😉 Meine CD habe ich an dem Abend nicht mitgenommen, die Jungs waren noch so im Freudentaumel, da wollte ich nicht stören und bin, müde und glücklich wie ich war, nach Hause gegangen.

Die CD gibt es unter anderem bei BandCamp als Download oder ab Montag in der Musik Butik (und deren Online-Shop)

Jannis
Jannis
Basti
Basti
Max
Max

Dennis Schütze im Efeuhof

Es gibt so Tage, da kommt es einfach dicke! So wie heute! Die Shaky Foundation spielt im Cairo ihre neuen Songs und fast gleichzeitig — um 20 Uhr — singt Dennis Schütze & His Electric Combo seine ungesungenen Lieder im Efeuhof des Würzburger Rathauses. 

Dennis Schütze im EfeuhofToll! Ich fordere alle Bands in Würzburg auf, Konzerttermine bitte vorher mit mir abzuspechen! 😉 Denn zu Dennis wäre ich auch gerne gegangen. Seine neue Scheibe “Unsong Songs” habe ich zwar im Blog sträflich — und ohne böse Absicht — vernachlässigt, aber sie läuft im Radio Würzblog rauf und runter und ist auch fast schon fest in der Playlist meines Smartphones verdrahtet.  Ein schönes, gut produziertes und vielschichtiges Album, ein Review ,dem ich mich ziemlich anschließen kann, findet man in einem Artikel von Chaops (ja, der mit “Zoo”) oder bei Gerald “Music On Net” Langer.

Gestern Abend habe ich mich noch gefragt, ob das Konzert in jeden Fall gespielt wird, da das Wetter unter Umständen nicht so toll wird. Und habe mir vorgenommen, Dennis heute morgen noch danach zu fragen. Aber in einem Blogbeitrag gestern hat mir Dennis diese Frage schon vorher beantwortet:

Das Konzert findet bei jedem Wetter statt, Bühne und Zuschauerraum sind überdacht und windgeschützt.

Um so ärgerlicher für mich, dass beide Konzerte parallel heute stattfinden. Aber aus der Shaky-Foundation-Nummer komme ich nicht mehr raus, das stecken 30 Euro von mir drin, dafür will ich was bekommen! 😉

Wer es auch nicht schafft, heute Abend zum Konzert in den Efeuhof zu gehen, das Album gibt es hier zu kaufen:

Sommerbühnensommer im Efeuhof

Sommer in der Stadt, Sommerbühne in den Efeuhof. Das Theater Ensemble ist wieder in den ebenso schönen wie efeulosen Innenhof des Würzburger Rathauses gezogen, um das Ensemble Theater spielen zu lassen und auch andere Künstler an die frische Luft kommen zu lassen.

Sommerbühne im EfeuhofIm 450. Geburtsjahr von William Shakespeare werden zwei Stücke des Engländers auf die Bretter gebracht. Los geht es — am heutigen Mittwoch — mit “Viel Lärm um nichts”, die Liebesgeschichte um Bene und Bea mit Happy End.  Abgelöst wird die Komödie am 30. Juli von “Romeo und Julia”, die Liebesgeschichte um Romeo und Julia ohne Happy End.

Dazwischen gibt es immer mal Andreas Büettners One-Man-Show “Casablanca — die Theater-Parodie zum Kult-Film” und das Stück “Akte K” von SchülerInnen der Christophorus-Schule.  Und das Theater Ensemble ist vielerorts unterwegs, den parallel zu den Produktionen im Efeuhof wird in der Heimatbühne in der Zellerau auf der Grünen Bühne — also auf der Wiese — das Kinderstück (und auch für Erwachsene) “Michel aus Lönneberga” gezeigt.

Musik im Efeuhof auch gemacht. Schmitts Katze macht Kletzmer, The Shoo-Shoos machen Swing-Comedy, Schattenspringer machen Chansons von Georg Kreisler und — was mich besonders freut — Dennis Schütze & His Electric Combo machen was Dennis Schütze & His Electric Combo eben so machen: Gute Musik! 🙂

Die Sommer im Efeuhof geht bis zum 14. September 2014 — Zeit genug um manches vom vollen Programm mitzunehmen, den gesamten Spielplan gibt es auf der Website des Theater Ensembles.

Karten für “Den Diener zweier Herren”

Plakat: Der Diener zweier HerrenDas Sommertheater im Efeuhof des Rathauses in Würzburg geht mit einem neuen Stück weiter. Nach “Bunbury”, das mir sehr gut gefallen hat, bringt das Theater Ensemble nun die Komödie “Der Diener zweier Herren” auf die Bühne, von dem ich noch nicht weiß, wie es mir gefällt, da ich es noch nicht gesehen haben. 😉

Wer herausfinden will, ob es ihr oder ihm gefällt, der oder die hat nun dazu die Chance, zweimal zwei Karten für das Stück zu gewinnen.

Um an die Karten zu kommen, müsst ihr in den Kommentaren je ein Stück angeben, welches das Theater Ensemble in diesem Jahr noch auf der Sommerbühne im Efeuhof oder im Grünen spielt — es sind auch genau zwei. 🙂 Wenn schon jemand das Stück A geantwortet hat, dann nennt ihr Stück B, klar? 🙂 Den Rechtsweg lassen wir links liegen.
Gebe eure richtige Mail-Adresse beim Kommentieren an, ich benachrichtige dann die Gewinner.

Wer die Antworten nicht weiß oder zu spät dran war — “Der Diener zweier Herren” wird noch bis zum 7. September 2013 aufgeführt, immer Mittwoch bis Samstag. Die Karten kosten von Donnerstag bis Samstag regulär 17,50 Euro, ermäßigt 14,50 Euro. Am Mittwoch ist Billigheimertag, da kostet die normale Karte nur 14,50 Euro und ermäßigt geldbeutelfreundliche 8,50 Euro.

Bunbury und ich im Efeuhof

Bunbury - Ernst sein ist allesWenn zumindest der Kalender “Sommer” anzeigt, ist es Zeit für Theater im Efeuhof des Würzburger Rathauses — ein schöner und stimmungsvoller Ort für Theater. Auch am Freitagabend war kalendarisch Sommer und zumindest regnete es nicht, darum wagte ich mich spontan zu der Aufführung von “Bunbury – Ernst sein ist alles”, inszeniert vom Theater Ensemble.

Das Stück ist eine klassische Verwechlungs- und Verwirrungskomödie aus der Feder von Oscar Wilde. Der grobe Plot: Zwei Männer erschaffen die fiktiven Personen Ernst und Bunbury, um frei und ungebunden das Leben zu genießen. Als sich deren Liebschaften mehr für die Kunstfiguren als für sie selbst interessierten, beginnen die Verwicklungen. Und es geht um den Vornamen “Ernst”, der auf die Frauen im Stück sehr anziehend wirkt. Ich habe mich beim Zuschauen gefragt, wie die Wortspiele um den Namen Ernst im englischen Original wohl lauten? Die Lösung: Im Original heißt das Stück “The Importance of Being Earnest” und kalauert mit der ähnlichen Aussprache des Namens “Ernest” und dem Wort “Earnest” für aufrichtig, ehrlich.

Das Stück lebt allgemein sehr von der ironischen und teilweise sarkastischen Sprachspielerei von Oscar Wilde — die auch in der deutschen Übersetzung –, mit der der Autor die Oberflächlichkeit und Lebensweise der britischen Oberschicht Ende des 19. Jahrhunderts aufs Korn nimmt. Eine Übertragung auf den Anfang des 21. Jahrhunderts fällt im Kopf aber nicht sehr schwer. Und wer unbedingt die Inhalte des Stücks  in die Moderne übertragen will, kann die Probleme mit den Scheinidentitäten — das “Bunburysieren” — als Anspielung auf die Schöpfung von Fakeaccounts in sozialen Medien, um gepflegt die Sau rauszulassen, verstehen. Ist aber eine gewagte These. 😉

Bunbury - Ernst sein ist alles

Ich glaube, das Stück ist nicht leicht für die Schauspieler. Nicht weil komplexe Gefühle dargestellt werden müssen — da ist “Bunbury” doch eher einfach gestrickt –, sondern weil sie den Text recht exakt drauf haben müssen. Oscar Wilde baut akrobatische Wortgefechte auf, die aber auch nur funktionieren, wenn sie genau wiedergegeben werden. Viel Platz für Improvisation bleibt da nicht.

Bunbury - Ernst sein ist allesAber am Freitag,  bei der zweiten Aufführung von “Bunbury”, klappt das ganz gut, offensichtliche Hänger gab es kaum. Michael Wagner brachte die Rolle des Lebemanns Algernon in einer leicht überdrehten Captain-Jack-Sparrow-Art gut rüber, Michael Völkl gab souverän dessen Freund Jack auf dem Weg zur Ernsthaftigkeit/Aufrichtigkeit.
Optisch atemberaubend in ihren eher an die 20er-Jahre erinnernden Kleidern war Kristina Förster, die  glaubwürdig die naiv-pseudo-tiefsinnige Gwendoline gab und sich schön zickig mit ihrer vermeintlichen Rivalin Christina Miceli in der Rolle der Cecily anlegte. Und Franziska Wirths wirkte so blasiert, arrogant und herrisch als Algernons Tante Augusta, dass ich nach der Vorstellung zweimal hinschauen musste, um die nette und sympathische Frau am Getränkestand zu erkennen.

Bunbury - Ernst sein ist allesZu den “kleinen” Rollen. Gisbert von Liebieg spielte seinen Dr. Chasuble viel zu hölzern, glücklicherweise in einer wenig tragenden Rolle.  Und ich möchte Dennis Kappelsberger, der den Butler Lane spielte, endlich mal in einer Rolle sehen, in der er keinen gefühlsarmen und kontrollierten Briten spielt — wie auch schon neulich  in “Zeugin der Anklage”. Nicht dass er das nicht gut kann, im Gegenteil, aber ich möchte einfach mal sehen, was er noch so drauf hat. Tapferkeitspunkte gab es für Co-Regisseurin Karolin Benker, die für die kurz vorher erkrankte Schauspielern der Rolle der Miss Prism einsprang und mit einem Textbuch in der Hand auf die Bühne musste. Das hat sie aber mit großer Würde getan. 🙂

So weit, so schön. Aber ein paar Wermutstropfen gab es doch. Zum einen das Stück selbst. Sehr unterhaltsam, wenn man wie ich Oscar Wildes Sprachakrobatik und -konstruktionen mag. Allerdings zum Schluss recht langatmig. Wenn endlich die meisten Verwirrungen im Stück aufgelöst sind, muss Wilde nochmal eins draufsetzen und nochmal neue Verwandtschaftsverhältnisse schaffen. Für mich hätte das Stück fünf Minuten nach der Pause schon enden können.

Bunbury - Ernst sein ist allesEin wenig schmerzt auch der Eintrittspreis. 17,50 Euro sind schon ein Wort, zumindest für meinen Geldbeutel. Klar verstehe ich, dass eine Produktion außerhalb der Heimatbühne etwas aufwändiger und teurer sind, aber ich kann mir vorstellen, dass beim Eintritt bei manchen schon die Schmerzgrenze überschritten wird. Gut, wenn ich ehrlich bin, hätte ich in der selben Zeit zum selben Preis woanders drei Cocktails getrunken, so relativiert es sich also etwas. 😉
Ermäßigt kostet der Eintritt übrigens 14,50 Euro. Günstiger ist es immer am Mittwoch, da kostet die normale Karte 14,50 Euro und die ermäßigte 8,50 Euro — der Tag also für Leute, die auf ihr Geld achten müssen oder wollen. Die Getränkepreise sind im Gegenzug allerdings wieder ganz günstig, 3,50 Euro für einen guten Bürgerspital-Silvaner und 2 Euro für ein Weinschorle.

Schön finde ich bei so kleinen Theaterproduktionen, dass man die Darsteller und Mitarbeiter nach der Vorstellung noch an der Theke treffen und mit ihnen plaudern kann. Macht mir immer Spaß — auch diesmal.

“Bunbury – Ernst sein ist alles” wird noch bis zum 20. Juli 2013 aufgeführt, immer Mittwoch bis Samstag um 20 Uhr — wenn das Wetter passt.

pygmalion

Pygmalische Karten

pygmalionPassend zum Thema “Theater”: Das Theater Ensemble hat sich den Sommer über wieder im Efeuhof des Rathauses eingenistet. Gespielt wird bis Anfang September “Pygmalion” von George Bernhard Shaw, die Vorlage zum bekannten Musical “My fair lady”.

Ich habe die Freude und Ehre, zweimal zwei Karten für eine Vorstellung in dieser Woche — auch für die Premiere morgen — zu verlosen.

Zum Gewinnen einfach eine der beiden Fragen in den Kommentaren beantworten:

  • Welcher antike Dichter lieferte wiederum die Vorlage zum Shaws Pygmalion?
  • In welchem Jahr war die Uraufführung von Shaws “Pygmalion” auf deutsch

Den Rechtsweg könnt ihr vergessen.

"Es war die Lerche"

War es wirklich die Lerche? Ich glaube schon.

Zum Untergang verdammt
ist des Himmels Abendsonne,
gewahr eines neuen Morgen Anfang.
Schwer werden die Gedanken
und voll der Tage Wonne.
Sieh und höre
die Gaukler auf der Bretter Holz
von denen gar mancher spricht
doch sei sicher, Freund, –
die Welt – die Welt – bedeuten sie nicht.

Am Freitag kam ich zur Premiere des Stücks “Es war die Lerche” wie die Jungfrau zum Kind. Markus vom Theater Ensemble fragt bei mir an, ob ich über das Blog ein paar Karten für die Premiere verlosen will. Und da ich einfach gerne Dinge verschenke, hab ich zugesagt. Dummerweise hat Markus mich gleich zur Premiere mit eingeladen.

Das ist natürlich nicht verwerflich. Nur ist Theater eine recht fremde Welt für mich, sieht man mal vom Laientheater in Rottendorf im letzten Jahr und dem Froschkönig in der 3. Klasse ab.
Aber gut, neuen Sachen gegenüber bin ich ja immer recht aufgeschlossen — bin halt kein gebürtiger Würzburger –, also hab ich ich, noch leicht erkältet, aufgemacht und bin in den Efeuhof des Rathauses gegangen.

Der Efeuhof war mir ebenfalls fremd, irgendwie hatte ich da noch nie reingeschaut. Nicht sehr groß, aber doch recht lauschig, wenn man mal von der Taubenscheiße absieht.
Ausverkauft war nicht. Daran war aber wohl auch das nicht üppig warme Wetter schuld, in der zweiten Hälfte hat es sogar mal angefangen leicht zu regnen, was zu einem in Plastik- und Jutesäcke verkleidetem Publikum führte.

"Es war die Lerche"
Mangels Theatererfahrung kann ich schwer beurteilen, ob die Schauspieler gut oder schlecht waren. Schlecht waren sie meiner Meinung nach sicher nicht, in Sachen “gut” kann man bestimmt noch eine Schippe drauflegen.
Es war halt eine eheliche Tragikkomödie im typischen Kishon-Stil. Frau ist unzufrieden mit dem Ernährer Mann, weil er ihr nicht das Leben bietet, dass sie gern möchte. Mann ist mit Frau unzufrieden, weil sie den Haushalt nicht so führt, wie er es will. Tochter hasst beide. Interessant wird es dadurch, dass der Mann Romeo und die Frau Julia ist — das klassische Liebespaar der Literatur. Noch interessanter wird es, dass die beiden zwar eine “normale” Ehe leben, sich aber ihrer literarischen Rolle voll bewusst sind. Hier entstehen zwei Ebenen — die des Ehedramas und die des literarischen Dramas, in das sogar in der “reelen” Ebene der tote Shakespeare eingreift. Klar soweit? Gut.
Und diese Durchmischung der Realitätsebenen ist, was für mich das Stück so witzig machte. Das Ehepaar diskutiert mit dem Dichter draüber, ob er sie damals nicht hätte anders schreiben können, der Dichter ist stinkig, dass er nun die Kontrolle über seine herrliche Liebesgeschichte verloren hat — er kommt auch mal mit seinen Stücken durcheinander — und gräbt statt dessen die Tochter Lucretia an.

"Es war die Lerche"
So war es zumindest für mich eine schöne Abendunterhaltung und gerade durch seine satirisches Spiel mit der Welt “Theater” vielleicht ein guter Einstieg für mich in die Welt “Theater”. Ob das alte Theaterhasen auch so sehen weiß ich nicht — und ist mir eigentlich auch egal.

Auf der Bühne wird nicht nur geprochen und geschrien — es wird auch gesungen. Nicht immer gut, aber voll Leidenschaft. 😉 Die Schauspieler waren nicht immer gut zu verstehen, was aber wohl nicht an den Schauspielern lag, sondern am Naidoos Xaver, der während des Theaterstücks auf der Festung so einen Krach gemacht hat, dass es selbst im recht abgeschlossenen Efeuhof zu Würzburg noch gestört hat. War etwas nervig, dagegen war das ständige Kratzen der Tauben an den Dachrinnen süßer Wohlklang.

Mir hat es Spaß gemacht, wer es auch mal ausprobieren will, der hat noch bis Mitte September dazu Gelegenheit.

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