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Schönen Kuttertag

Am Donnerstag habe ich mal wieder das Oberdeck der Fischbar zum Krebs betreten. Bei dem brillanten Sommerabend konnte ich einfach nicht anders, als ihn auf dem Kutter am Mainkai zu verbringen.

Der Kutter ist für mich schon einer der Top-10-Orte in Sachen Chillen in Würzburg. Einfach hinsetzen — sofern es noch einen Platz gibt –, das Weinschorle trinken (andere machen das mit Bier), wenn man mag leckeren Fisch essen und sich an den fast schon gesungenen Aufrufe der Bestellnummer erfreuen, sich die warme Briese um die Nase wehen lassen und das leichte Schaukeln der Wellen genießen.

Sommerabend an der FIschbar Krebs

Allerdings habe ich aber gemerkt, dass ich auf dem Kutter immer relativ wenig Alkohol trinke. Das liegt wohl daran, dass ich durch den Wellengang immer denke, ich bin schon betrunken. Wenn das allen so geht, wäre das ja fast schon schlecht für’s Geschäft der Fischbar.  😉 Außerdem bin ich Nichtschwimmer, da liegt die Promillegrenze auf Schiffen für mich deutlich niedriger! 😀

Ja, da kommt schon ein wenig Hamburg-Feeling auf. Das Leben am Fluss hat schon was — nachdem es eh immer in Fluss ist.

Sommerabend an der FIschbar Krebs

Italienisch Essen im Porta Nova – lecker!

Ich esse gern. Meistens koche ich selbst, in ein Restaurant gehe ich in Würzburg eher selten. Doch vergangene Woche war es wieder mal so weit. Freunde von mir — die Hälfte der Bar D.O.C.-Besitzer, meines Haus-und-Hof-Kaffee-und-Prosecco-Dealers — haben das ehemalige Restaurant “Fischzucht” in Heidingsfeld übernommen und neu eröffnet. Das kannte ich nur vom Vorbeifahren mit der Straßenbahn, zwischen Haltestelle Reuterstraße und Klingenstraße. Da sieht man von der Straße aus gut das Hotel Fischzucht, das es auch nach wie vor noch gibt, mit dem Restaurant aber nur räumlich etwas zu tun hat.

Gaetano, der Chef der Küche.
Gaetano, der gut gelaunte Chef der Küche.

Seit einer Woche heißt das Restaurant dort “Porta Nova” und da gibt es — wie vorher auch schon — italienische Küche. In der steht Und in der steht Gaetano, der Neffe des Besitzers Boris.

Überhaupt ist das Porta Nova zum großen Teil ein Familienunternehmen. Aber das muss nichts Schlechtes sein. Gaetano kann definitiv sehr gut kochen, trotz seines jungen Alters — gelernt ist gelernt.

Boris und Maria im Porta Nova.
Boris und Maria im Porta Nova – und die goldene Espressomaschine als Blickfang.

Ich war am zweiten Tag nach der Eröffnung dort. Noch lief da nicht alles perfekt, die Speisekarte war noch im Beta-Test, das Baustellenschild mit dem Hinweis “lavoro in corso” wies darauf hin. Aber alle waren freundlich und gut gelaunt und — nicht ganz unwichtig — das Essen auf den Tellern war einfach gut. 🙂

Als Vorspeise hatte ich Mariniertes aus dem Meer. Sehr leckerer Schwertfisch, nicht zu dünn geschnitten, Scheiben vom Oktopus und noch zarte Sardinen. Hat großartig geschmeckt.

Marinierter Schwertfisch, Oktopus und Sardinen.
Marinierter Schwertfisch, Oktopus und Sardinen.

Dann die Hauptspeise. Ich wusste, dass Gaetano super Pizza backt, so mit selbstgemachtem Teig. Und da ich schon ein bisschen im Fischmodus war und ich es einfach sehr mag, hab ich mir eine Pizza mit Sardellen — schön salzig — und Kapern bestellt. Toller Teig, schon cross gebacken, aber nicht bretthart. Bloß wie ich beim Fotografieren gemerkt habe — optisch hätte ich Spannenderes bestellen können. 😉 Aber egal, sie hat wunderbar geschmeckt und danach war ich wirklich pappesatt.

Pizza mit Sardellen und Kapern.
Pizza mit Sardellen und Kapern.

Meine zauberhafte Begleitung hat sich für die Linguini mit Muscheln entschieden. Muscheln esse ich seit vielen Jahren kaum noch, ich fand immer, dass diese harten, gummiartigen Klümpchen die Mühe nicht wert waren. Im Porta Nova wurde ich eines Besseren belehrt, das Muschelfleisch, dass ich probieren durfte, war schön zart und lecker. Mit der Tomatensoße schmeckte das wirklich richtig gut.

Linguini mit Muscheln
Linguini mit Muscheln

Nicht bestellt hatte ich die Nachspeise, denn eigentlich war ich satt. Aber wir sollten noch eine Nachspeise probieren, irgendwas mit Pistazien und Feigen. Hammergut, aber glücklicherweise nur ein Gläschen zu zweit.

Nachtisch: Irgendwas mit Pistazien.
Nachtisch: Irgendwas mit Pistazien und Feigen.

Klar bin ich etwas befangen mit meinem Urteil, da ich die Besitzer des Porta Nova gut kenne. Aber trotzdem habe ich ganz normal gezahlt — gut 50 Euro zu zweit inklusive Wein — und fand das Geld wirklich sehr gut angelegt, weitaus besser als bei manchem Durchschnitts-Italiener in Würzburg. Ich kann jedem empfehlen, das Porta Nova auf jeden Fall mal auszuprobieren. 🙂

Fiffiger Fischereimarkt mit frischen Fischen

Dafür dass Würzburg am Main liegt, gibt es hier ziemlich selten einen Fischmarkt. Selten heißt aber nicht nie, darum ist es auch nicht verwunderlich, dass es einmal im Jahr doch einen gibt, nämlich morgen. Ja, am Samstag, 17. Oktober 2015, veranstaltet die Würzburger Fischerzunft ihren traditionellen Fischereimarkt, von 9 Uhr bis etwa 14 Uhr. Inkonsequenterweise nicht am Fischerbrunnen, sondern am Vierröhrenbrunnen.

Ich werde wie in jedem Jahr ein paar Meefischli essen — wenn sie welche haben — und dazu einen Federweißen trinken — wenn sie welchen haben. Und vielleicht noch ein paar fische Fische mit nach Hause nehmen — haben sie bestimmt!

Wer so mir stoßen will, ich bin so gegen 10 Uhr dort.

Futtern bei der Fischerzunft

Ich kann nicht dran vorbei - knusprige Meefischli.
Ich kann nicht dran vorbei – knusprige Meefischli.

Völlig zufällig und angenehm überrascht bin ich heute Vormittag am Vierröhrenbrunnen zum Tag der Fischerzunft Würzburg gestoßen. Und auch wenn es erst dreiviertel neun war — eine Portion heiße Meefischli und ein Glas Federweißer musste einfach sein.

Eigentlich wollte ich dort mittags noch frischen Fisch kaufen, konnte allerdings da noch nicht ahnen, dass der Podcast mit Charly Heidenreich, wegen dem ich erst noch mal heim musste, dermaßen lang dauert wird — aber dazu später mehr.

Also war es heute nichts mit frischem Fisch,  das muss ich im nächsten Jahr mal besser planen! 🙂

Fischimbissschiff Krebs

Schifffisch

Fischimbiss Krebs - MeefischliWürzburg liegt am Main. Etwa 600 Badewannen an Wasser rauschen pro Sekunde am Pegel Würzburg im Durchschnitt vorbei. Aber irgendwie rauscht der Fluss auch am Leben in Würzburg vorbei, wirklich intensiv nutzt man den Main nicht. Was passiert groß auf dem Wasser, abgesehen vom Güterverkehr? Da dümpelt eine Disco auf dem Main und ein chinesisches Restaurant.

Seit 2011 gibt es eine unglaublich nahe liegende Neuheit — den schwimmenden Fischimbiss Krebs. Ich habe im letzten Jahr wenige Tage vor der Winterpause einen Besuch geschafft, dafür war ich in diesem Jahr schon zweimal dort. Denn dort gibt es mein seit erst wenigen Jahren liebstes Würzburger Fischgericht: Meefischli! Die frittierten Lauben und Rotaugen haben es mit angetan. Die Fische werden nicht mehr  in solchen Mengen gefangen wie früher, da sowohl das Angebot — beide Arten werden aber als kaum gefährdet gesehen — als auch die Nachfrage nachgelassen hat. Man muss jetzt ja nicht Tonnen davon essen.
Fischimbiss Krebs - MeefischleNeben den Meefischli gibt es auch Fish & Chips — Seelachs & Kartoffeln, frittiert — und diverse Fischbrötchen mit unfränkischen Fischen. Die Möblierung ist schlicht: grüne Plastikgartenstühle mit grün-braunen Plastikgartentischen. Aber das reicht. Da sitzt man dann auf dem ehemaligen Kontrollboot der TU München, das die neuen Besitzer vor dem Abwracken gerettet haben, lässt sich die Flussbrise um die Nase wehen, lauscht dem Rauschen der Staustufe und isst leckeren Fisch. Tolle Sache!

Perfekt wäre es natürlich, gerade in den Abendstunden, wenn man dazu noch einen Schoppen trinken könnte. Mööööp! Geht nicht. Keine Schanklizenz! Es fehlt nämlich an Toiletten. Und da ist die Stadt gnadenlos. Auch der pragmatische Ansatz, dass die öffentlichen Toiletten unter dem Alten Kranen ja in Spuck- bzw. Pinkelweite sind, zählt da nicht. Ohne Klos nix los!

Also: Lecker Essen von netten Leuten auf einem knuffigen Schiff auf einem feuchten Fluss. Leider noch viel zu unbekannt.

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Fischimbissschiff Krebs

Meine ersten Meefilschli

Meine ersten Meefischli

Meine ersten MeefilschliJetzt wohne ich schon seit 15 Jahren in Würzburg und habe erst gestern zum ersten Mal in meinem doch langen Leben Meefischli gegessen — zum Frühstück! Die Würzburger Fischerzunft hat sie gestern auf ihre Fischmarkt am Vierröhrenbrunnen serviert und ich muss sagen, die waren lecker. Man muss sich eventuell etwas überwinden, in so einen kleinen frittierten Fisch mit Kopf, Augen und Schwanz zu beißen. Aber wenn man diese Hemmschwelle, die früh um halb zehen noch etwas höher als gewöhnlich liegt, mal überwunden hat, dann ist das schon eine feine Sache.

Komisch, dass man die Meefischli so selten in Würzburg in Restaurants bekommt. Ich habe sie nur mal vor Jahren in den Büttnerstuben in Heidingsfeld auf der Karte gesehen, aber an diesen Tag gab es natürlich nicht mehr. Vermutlich waren die Kormorane schuld, die immer öfter ihren Fischsnack aus dem Main holen. Weg mit dem Kormoran sagen die Fischer und Fischzüchter, weg mit den Fischern sagen die Vogelschützer und ernennen den Fischgourmet zum Vogel des Jahres 2010. Ohne ein Rezept für frittierten Kormoran scheint keine Lösung in Sicht zu sein.

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Mir stinkt der Würzburger Bahnhof

Würzburg hat weiß Gott keinen schönen Bahnhof. Von außen schon keine Augenweide, sind die Gleistunnel nichts für Menschen, die und Klaustrophobie oder schwachen Nerven leiden. Und auf dem Bahnhofsklo hat man auch den Eindruck, dass man mehr mitnimmt als dort lässt.
Aber was dem Ganzen noch die Krone aufsetzt, ist der widerlich Fischgeruch, der von diesem Verlaufsstand für tote Wasserbewohner kommt.

Versteht mich nicht falsch, ich esse wahnsinnig gern Fisch. Aber wenn es in dem abgeschlossenem Bahnhofsgebäude riecht wie in einer Sammelstelle für ausrangierte Krabbenkutter, dann möchte ich fast schon schnell zum Durchatmen aus Bahnhofsklo — und wer dort mal gewesen ist, weiß was das heißt.

Kann man da kein regionales Essen anbieten? Gerade ist Spargelzeit, da würde die Geruchsbelästigung dort landen, wo es eh schon egal ist — auf dem allseits bekannten Bahnhofsklo.