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Handbuch für Raumfahrer: Nach der Lesung ist vor dem Flug ins All

Bei dem Schmuddelwetter am Sonntag konnte man kaum etwas Besseres machen, als zur “Space Lecture”-Lesung in die Unibibliothek gehen. Dort lasen die Geschwister Bergita und Urs Ganse aus ihrem Buch Das kleine Handbuch für angehende Raumfahrer.

Alles was man über den Flug ins All wissen muss

In eine Sojus-Kapsel hätten die Zuhörer der Space Lecture schon mal nicht gepasst.

Und angehende Raumfahrer gibt es in Würzburg allem Anschein nach gar nicht so wenige, geschätzte 60 Besucher kamen in die UniBib. Vielleicht aber auch nur, weil es dort drinnen im Gegensatz zum Herbstelend draußen mollig warm war. 😉

In ihrem kleinen Handbuch machen Bergita und Urs einen Rundumschlag für alle, wie mal ins Weltall fliegen wollen. Wir werde ich Astronaut — oder Weltraumtourist? Wie baue ich ein Raumfahrzeug? Und wie fliege ich das Teil dann? Was mache ich dann im All und wie wirkt sich das auf mich aus? Und warum das Ganze?

Die Geschwister lasen aus jedem der Kapitel ein paar Seiten. Das Buch ist recht locker und unterhaltsam geschrieben. Nicht unbedingt für die blutigsten aller Laien, aber wer sich ein klein wenig für das Thema Raumfahrt interessiert, wird — soweit man das in der Lesung abschätzen kann — keine Schwierigkeiten haben, den Inhalt zu verstehen.

Urs Ganse, Astrophysiker und Autor von “Das kleine Handbuch für angehende Raumfahrer”

Trotz aller Populärwissenschaft: Bergita und Urs Ganse wissen wovon sie reden und schreiben. Bergita ist wirklich Weltraummedizinerin, forscht über die Auswirkung der Schwerelosigkeit auf Muskeln und Knochen und lehrt an der RWTH Aaachen. Urs ist Astrophysiker und arbeitet im Moment in Helsinki, hat aber in Würzburg studiert und promoviert. Etwa ein Jahr haben die beiden an dem Buch geschrieben, etwa ein Jahr hat es gebraucht, bis es auch erscheint. Darum sei manches auch nicht mehr ganz aktuell, sagte Bergita mit Bedauern.

Das Handbuch ist ein Würzburger

Das war auch der Grund, dass die erste Lesung in Würzburg abgehalten wurde. Denn die Mitarbeiterin des Springer-Verlags, die die Geschwister gefragt hat, ob sie so ein Buch schreiben wollen, ist eine ehemalige Wohnheim-Mitbewohnerin von Urs Ganse.

“Und so lag es auf der Hand, die erste Lesung in Würzburg zu machen, das Buch ist sozusagen wenige Meter von hier im Galgenberg-Wohnheim entstanden.”
Bergita Ganse, Space Lecture an der Unibibliothek WÜrzburg.

Lesung ohne Buch

Urs Ganze zeigt wir hoch eine Weltraumlift sein müsste – ziemlich maßstabsgerecht.

Eine gute Stunde lasen Urs und Bergita aus dem Buch. Oder korrekter — sie lasen von ihren Notebooks ab. Denn das gedruckte Buch ist noch gar nicht erschienen. Vom Verlag war ursprünglich geplant,  “Das kleine Handbuch für angehende Raumfahrer” im Juli in den Buchhandel zu bringen. Um ein wenige Puffer zu lassen, haben die Ganse-Geschwister den Beginn ihrer Lesungs-Reihe in den November gelegt. Alles kam aber anders, das Buch kommt wohl in den nächsten Wochen in die Buchhandlungen. Allerdings gibt es schon das E-Book, immerhin. Um irgendetwas zum zum Signieren zu haben, wurden einfach die Ankündigungsplakate genutzt – ging auch. 🙂

Bergita Ganse, Weltraummedizinerin und Autorin von "Das kleine Handbuch für angehende Raumfahrer"
Bergita Ganse, Weltraummedizinerin und Autorin von “Das kleine Handbuch für angehende Raumfahrer”

Die Lesung hat wirklich Spaß gemacht, die beiden Autoren haben amüsant gelesen und immer wieder dazwischen von sich, ihrer Forschungsarbeit und von der Entstehung des Buchs erzählt. Und die Fragerunde am Ende der Lesung wurde auch rege genutzt und war noch richtig interessant. Wer Gelegenheit hat, die beiden mal in einer Lesung zu hören, sollte sie nutzen.

Ganz kleines Handbuch für angehende Buchkäufer

“Das kleine Handbuch für angehende Raumfahrer” hat 291 Seiten mit vielen Abbildungen, Raumfahrt-Anekdoten und Tipps für Raumfahrer. Das E-Book (gibt’s ja schon, ISBN 978-3-662-54411-2) kostet 19,90 Euro, das gedruckte Buch (ab 30. November 2017, ISBN 978-3-662-54410-5).
Mehr Informationen über das Buch und die Autoren unter raumfahrerhandbuch.de.

Das Blog und der Verein gegen Tay-Sachs und Sandhoff

Wer am Samstag die Main-Post gelesen hat — oder wann auch immer online –, der hat vielleicht die bewegende Geschichte vom kleinen Dario und seinen Eltern gelesen.

Dario ist unheilbar krank, durch einen  Gendefekt funktionieren zwei Enzyme nicht, die für den Stoffwechsel gebracht werden.  Sandhoff, eine höchst seltene Krankheit, was natürlich das Desinteresse der Pharmaindustrie hervorruft und Forschungen an einer Therapie, die den Krankheitsverlauf aufhalten könnte, werden kaum finanziert.

Die Eltern sind Freunde von mir — Dario natürlich auch, der größte Zuproster diesseits des Rio Grande — und seit ein paar Wochen auch Blogger. Denn sie haben vor ein paar Wochen einen gemeinnützigen Verein gegründet — ich war auch mit dabei –, die Selbsthilfegruppe “Hand in Hand gegen Tay-Sachs und Sandhoff“.  Und dazu gibt es eben jetzt ein Blog: http://tay-sachs-sandhoff.de

Willkommen im Kreis der Würzburger Blogger (ich zähle Höchberg mal großzügig dazu), liebe Birgit und lieber Folker! 🙂

Ab in die Feedreader damit … 🙂

 

Würzburger Schnellstart

Da soll noch einer sagen, in Würzburg braucht jede Sache lang, bis sie mal startet. An der Uni Würzburg hat das Team um die Physikerin Karin Pappert, Mitarbeiterin am Spintronics und Nanospin-Forschungsprojekt, einen Speicherbaustein entwickelt, der schnell ist und seine Inhalte auch beim Ausschalten des Rechners behält. “‘Solche Speicher würden das Hochfahren des Computers nach dem Einschalten unnötig machen’, sagt Pappert. Man könnte sofort dort weiterarbeiten, wo man am Vortag aufgehört hat.”, so steht es auf der Uni-Website. Nie mehr die “neverending Bootstory”. Wäre toll.

Praktikabel ist das im Moment nur für Leute die es schaffen, ihren Kühlschrank bei dieser Hitzewelle eine Temperatur von -270°C herauszuquälen, was aber wiederum einen Tick zu kalt für einen fränkischen Weißwein wäre. So muss Frau Pappert noch ein bisschen weiterforschen (lassen), um die Rechner mindestens auch bei fränkischen Schoppentemperaturen (8 – 12°C) auf die Sprünge zu helfen. Im Moment verschafft mir die Bootzeit meines Notebooks nicht nur die Zeit einen Wein von Raum- auf Trinktemperatur zu kühlen, sondern auch Weinstöcke anzupflanzen, den Wein zu keltern und in mundgeblasene Bocksbeutel abzufüllen.

Via TheInquirer.de