Schlagwort-Archive: fränkisch

Mädschigg-Widmung un di Diddel-Gschichd

Nach langer Zeit ist mal wieder ein Asterix-Band auf “Meefränggisch” erschienen. Diesmal wurde der Averner-Schild fränkisch verbratwurschtelt, wie gewohnt von Kai Fraass und Gunther Schunk.

Kai Fraass und Gunther Schunk bei der Signierstunde von "Asterix un di Schlåchtbladdn" in der Buchhandlung Knodt.
Kai Fraass und Gunther Schunk bei der Signierstunde von “Asterix un di Schlåchtbladdn” in der Buchhandlung Knodt.

Am Samstag hab ich mir den Band endlich mal besorgt und das Machwerk von den beiden Übersetzern signieren lassen. Dafür bin ich eigens zur angeblich “letzten Signierstunde vor Weihnachten”, so Gunther, zur Buchhandlung Knodt geradelt.

Und dabei habe ich mir blau auf weiß ein wenig Ruhm festhalten lassen. Denn wer sich fragt, welch genialer Geist hier in Würzburg vom Originaltitel “Asterix und der Avernerschild” auf den fränkischen Titel “Asterix un di Schlåchtbladdn” gekommen ist — das war ich. Beim morgendlichen Kaffee mit Kai im D.O.C. Vor etlichen Monaten. Die Rechte an diesen Worten voller Witz und Weisheit habe ich den beiden kostenfrei abgetreten. Und nun ist die Menschheit reif genug, um die ganz Wahrheit verkraften zu können.

Aber ich muss gestehen: Mit dem Rest der Übersetzung hatte ich nichts zu tun. Mein ehrenvoller Beitrag beschränkte sich auf den Titel, und da genau genommen nur auf ein Wort. Aber immerhin — das bleibt! 😀

Wer “Asterix un di Schlåchtbladdn” in bestem Meefränggisch lesen will, der kann das Comicbuch in jeder gut sortierten (Comic)Buchhandlung kaufen. Oder online zum Beispiel hier bestellen:

Ich glaube, wir sagen da gerade “Wörz”!

U&D 2017 – Vorfeier und Nachzahlen

Bevor das 30. Umsonst & Draussen-Festival in Würzburg am Donnerstag losgeht, ging Umsonst & Draussen am Mittwoch los. Zumindest für einen erlesenen Kreis, zu dem ich in letzter Minute auch noch auserkoren wurde. Das runde Jubiläum des Festivals wurde mit einem Mini-Fest gefeiert.

Vegetarische Wraps

Ein bisschen scheiße kam ich mir ja schon vor. Außerhalb des Kunstzelts wurde noch geackert, geschwitzt und geschuftet, um die die letzten Arbeiten fertigzustellen, damit das U&D am Freitag beginnen kann. Und in und vor dem Kunstzelt gab es Sekt, Bier, Ciabattawürste (mein neues liebstes Wort in Fränkisch: Dschabbawoschd. Das zehnmal hintereinander sagen mag immer gute Laune und pflegt die Lippen) und vegane Wraps.

Ungewöhnlich hohe Politikprominenz hat sich da im Zelt versammelt. MdL Bärbel Stamm, MdL Oli Jörg, MdB Paul Lehrieder — aber die CSU/CDU ist ja bekannt als von Rock oder Punk oder alternativer Kultur.

Umsonst & Draussen 30-Jahre-Feier: Ein Teil der U&D-Macher

Und natürlich wurden auch Reden geschwungen. Aber ich muss zugeben — so schlimm waren die gar nicht. Es wurde kein großer Blödsinn erzählt in noch allzu langer Zeit gelabert, zwischendurch stellten sich U&D-Vereinsmitglieder vor und die junge Band Chapter 5 durfte ein paar Songs spielen. Und Christian Schuchardt spendierte dem U&D-Verein noch zu Feier des Tages die Ehrenmedallie des Oberbürgermeisters — oder war es die Kulturmedallie? Egal, das U&D bekam eine Scheibe in die Hand gedrückt und alle freuten sich, das reicht mir. (Das kommt davon, wenn man lieber mit Hazamel schwätzt).

Zum 30. U&D gibt es ein Fördermitglied mehr.
Zum 30. U&D gibt es ein Fördermitglied mehr – mich. (Foto: Rööö)

Ich kann nicht behaupten, dass ich seit 30 Jahren das U&D in Würzburg besuche. Aber es müssen 23 Jahre sein, soweit ich mich erinnern kann. Seit ich 1994 nach Würzburg gezogen bin, war ich als Besucher auf den Mainwiesen dabei. Und das Festival mittlerweile Teil meinen persönlichen Biorhythmus. Etwa zu Zeit der Sonnwende will mein Körper und Geist seine konzentrierte Dosis an Musik, Kultur, Spaß und Leute.

Dass ich als Besucher das Festival nicht unterstützt habe, kann wohl keiner von mir behaupten. Ich habe es in jeden Jahr ins persönliche Plus gesoffen, viel Wein und hin und wieder auch mal ein Wasser oder einen Kaffee waren mein Mittel zum guten Zweck.

Aber nach 30 Jahren ist es mal Zeit für mich, meine Liebe (obwohl ich durchaus oft was zu kritisieren habe) zum U&D mal anders auszudrücken. Und das hab ich gestern endlich gemacht. Seit dem 14. Juni 2017, 21.20 Uhr, bin ich Fördermitglied des Umsonst-und-Draussen-Vereins. Die 50 Euro im Jahr sind mir das wert. Und vielleicht kann ich als nicht stimmberechtigtes Mitglied mal erwirken, dass das “Draussen” endlich sein scharfes S bekommt.

Spargel Nummer Eins und der bleiche Penis

Für manche sind es nur Stangen gepressten Wassers, die am Ende nach Schwefel riechen. Für die anderen ist es leckerer Spargel.

Frischer fränkischer Spargel
Frischer fränkischer Spargel

Ja, es stimmt schon. Der Gemüsespargel besteht durchschnittlich aus 92 Prozent Wasser. Und die Menschheit besteht zu 40 Prozent aus Spargel-zu-Schwefel-Umwandlern. Zu dieser Minderheit gehöre ich, freue mich aber trotzdem jedes Jahr wie Bolle auf die Spargelsaison. Und die hat für mich am Sonntag begonnen.

Das macht den Spargel für mich auch so besonders: Dass man ihn nicht das ganze Jahr bekommen kann — zumindest keinen fränkischen Spargel. Am 24. Juni, dem Johannistag, ist Schluss für mich für dieses Jahr.

Asparagus als Phallussymbol

Spargel, das fränkische Phallussymbol.
Spargel, das fränkische Phallussymbol.

Für die Anhänger der Signaturenlehre muss die Spargelzeit ja ein Fest sein. Die Lehre besagt vereinfacht, dass Pflanzen, die einem Körperteil ähnlich sehen, sich auch positiv darauf auswirken. Walnüsse sind also gut für das Hirn, Moos hilft gegen Haarprobleme, und so weiter. Oder wie es Paracelsus sagt:

“Die Natur zeichnet ein jegliches Gewächs, das von ihr ausgeht, zu dem, dazu es gut ist.” — Paracelsus

Dann müsste ja der penisähnliche Spargel gut für das männliche Geschlechtsteil sein. Ob das dann lang, dünn und weiß wird, ist mir nicht bekannt — ich konnte bisher noch keine Änderung feststellen. Aber vielleicht, weil mir der Glaube an die Signaturenlehre fehlt.

Zum Glück!

Knöchli mit Eis

In der Zeit der Feiertage war für mich wenig Zeit zum Feiern — eine ganz fiese Grippe hat mich niedergerungen und lässt mich auch nur langsam aus ihren eitrigen Klauen. Weihnachten, Geburtstag und Silvester hab ich überwiegend im Bett verbracht, an etwas anderes war gar nicht zu denken.

Heute ging es dann endlich mal wieder raus. Grau war der Neujahrstag, aber trotzdem fand ich die wenigen Momente an der frischen Luft — ich musste arbeiten — recht schön- Würzburg war in trockener Kälte eingefroren, alle Ästchen, Blättchen und Blütchen mit feinen Eisfransen bedeckt.

Eisfransen

Heiß wurde es aber am Abend beim klassisch fränkischen Sauerkraut-damit-das-Geld-nicht-ausgeht-Essen. Diesmal gab es dazu Knöchli und — sehr unfränkisch — Süßkartoffelbrei. Scheiß aufs Geld — es war einfach lecker! 🙂

Knöchli mit Sauerkraut und Süßkartoffelbrei
Knöchli mit Sauerkraut und Süßkartoffelbrei

Ein gutes, friedliches und gesundes Jahr 2017 euch allen. Erfreut euch an allen großen, aber vor allem an den vielen, vielen kleinen Dingen — das Universum ist ein Wunder voller Wunder.

Zwiebelix und Grombülix

In den nächsten Tag sollen zwei Ur-Würzburger Veranstaltungen eigentlich fest in den Kalendern der Bürger dieser Stadt eingemeiselt sein.

Am Mittwoch kommen — wie seit 369 Jahren am 24. August — die Kreuzbergwallfahrer von ihrerer spirituellen oder was-auch-immer Reise zurück nach Würzburg. In der Semmelstraße werden sie a) mit Blumensträußchen und b) mit einem Straßenfest empfangen. Die meisten Gäste bekommen den Durchzug der Wallfahrer gar nicht mit und stürzen sich gleich am Abend auf den eventuell ersten Federweißen und den Zwiebelblootz — und diverse andere Trinker- und Fresserereien.

Mit 43 Jahren hat das Weinfest in Grombühl nicht ganz die lange Tradition in Würzburg wie die Zwiebelkirchweih, sie gehört am letzten Augustwochenende aber auch fest zum Veranstaltungsreigen. Zumindest bei mir. Klar gibt es andere Weinfeste in Würzburg, manche davon sind sogar ganz schön. Aber das Grombühler Weinfest ist das ehrlichste von allen. Kein Schnickschnack und Blingbling. Da gibt es Bänke und Tische, fränkischer Wein und Alleinunterhalter auf der Bühne – und einen kompletten Querschnitt durch Würzburgs Einwohner, die dicht an dicht dort sitzen oder tanzen. Hach, was freue ich mich schon

Burgerbrötchen

1. Würzburger Burger Kochbuch mit Frank’n’Fried Fischli Burger

Am Dienstagabend wird ab 18.30 Uhr Talk im Starthub in der Sanderstraße das 1. Würzburger Burgerkochbuch vorgestellt. Ich durfte auch ein Burgerrezept zur dem Buch beitragen — zu dem ich aber vorher gar nicht viel verraten will. Wer bei der Releaseparty dabei sein will, darf gerne kommen — ich hoffe, ich bin auch rechtzeitig mit de Arbeit fertig. Ein gedrucktes Exemplar werde ich dann auch noch verlosen.

Buns - die selbstgebackenen Burgerbrötchen fränkischer Art.
Kümmel-Buns – die selbstgebackenen Burgerbrötchen fränkischer Art.

Wie genau ich zu der Ehre kam, ein Rezept beisteuern zu dürfen, weiß ich gar nicht. Ich koche sehr gern, bin aber ganz bestimmt nicht der Superkoch und schon gar kein Burger-Experte. Eva Bachmann mich angefragt, ob ich nicht Zeit und Lust hätte, mir ein Rezept für einen Burger auszudenken. Sie suche Rezepte von — ich zitiere aus ihrer Nachricht –“Würzburger Foodies/Startups/coolen Typen”. Ein Startup-Unternehmen habe ich im Moment nicht, also muss es wohl an meinem Kochblog kochdepp.de liegen oder am Ende bin ich doch ein cooler Typ! 😉

Und dann habe ich eben einen Burger kreiert, so Würzburgerisch wie mir ein Burger nur möglich war. Am dem 31. Mai ab 18 Uhr wird es das Würzburger Burger Kochbuch unter burger-kochbuch.de zum kostenlosen Download geben. Und dann erfahrt ihr das Rezept meines Frank’n’Fried Fischli Burgers. 😀

Tauberfränkische Weinprobe

Winzer Ulrich Buck erzählt Geschichten über seinen Schwarzriesling.
Winzer Ulrich Buck erzählt Geschichten über seinen Schwarzriesling.

Am Freitag war ich bei einer netten privaten Weinprobe. Der Winzer Ulrich Buck aus Tauberbischofsheim-Impfingen kam am Abend zu einem Kollegen von mir nach Hause und kredenzte acht seiner Weine. Und ich muss sagen — da hat Buck richtig gute Tröpfchen über die Landesgrenze geschmuggelt, für Tauberfranken waren die richtig gut.  😉 Liebevoll ausgebaute Weine, die nicht immer so schmecken, wie man es erwarten würde.

So eine Weinprobe privat daheim hab ich noch nie mitgemacht — und das hat was. Gemütlich in einem Wohnzimmer sitzen, Wein probieren, Käse und Brot schnabulieren und — nicht nur — über Wein reden.

Und das Schöne dabei ist, dass ich mir gleich mal einen leckeren Sommerwein bei Ulrich Buck bestellt habe — einen Kerner mit einem herrlich angenehmen Zitrusaroma. Ich wäre dann soweit für den Sommer auf dem Balkon … 😉

Das ist nicht der Kerner, das ist der Silvaner.
Das ist nicht der Kerner, das ist der Silvaner. Optisch kein großer Unterschied, geschmacklich schon. 🙂
Ein Regent aus Tauberfranken.
Ein Regent aus Tauberfranken.

Jahr des Kümmels

Nicht vergessen: Die Arzneipflanze des Jahres 2016 kann fränkischer kaum sein — der Echte Kümmel.  Der Studienkreis “Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde” an der Universität Würzburg mit dem Klostermedizin-Guru Johannes Gottfried Mayer hat sich im vergangenen Oktober für den Kümmel entschieden.

Samen des Echten Kümmel, der Arzneipflanze des Jahres 2016
Samen des Echten Kümmel, der Arzneipflanze des Jahres 2016

Auch wenn es manchem Rheinländer die Tränen in die Augen treibt, gehört Kümmel eigentlich in jedes gute fränkische Brot. Oder ins Sauerkraut. Oder in den Krautsalat. Oder ins Gulasch.
Dem Ruf nach ist in jedem fränkischen Essen Kümmel drin. Das stimmt natürlich nicht. Ich habe sogar eher den Eindruck, als gäbe es auch immer weniger Brot mit Kümmel in Würzburg zu kaufen. Immer öfter werde ich in gerade beim Kaufen von belegten Brötchen in der Metzgerei gefragt, ob das Brötchen mit Kümmel sein darf. Vor 30 Jahren war so eine Frage undenkbar. Also würde man beim Wasserkaufen gefragt wird, ob da H2O drin sein darf.

Und gesund ist der Kümmel, wie man bei klostermedizin.de lesen kann:

“Nachgewiesen ist eine krampflösende und antimikrobielle Wirkung. Daneben wirkt Kümmel appetitanregend, fördert die Sekretion des Magensaftes und die Durchblutung von Magen- und Darmschleimhaut, vor allem vertreibt er Blähungen.”

Kein Wunder, dass man Kümmel gern bei Krautgerichten verwendet. 😉

Hat jemand gute Rezepte mit Kümmel? Dann immer her damit! 😀