Prost Neukraut, Würzburg!

Den Jahreswechsel habe ich gemütlich im Gehrings und im DOC gefeiert und war so gegen 2 Uhr im Bett. Jetzt wird das neue Jahr nach guter unterfränkischer Tradition — so habe ich es von meinen Eltern gelernt — mit Sauerkraut kulinarisch begrüßt. Sauerkraut, damit das Geld in dem Jahr nicht ausgeht, ist doch klar! 🙂

Ich esse mal eine doppelte Portion!

Allen Lesern ein friedliches, gesundes und erfüllendes Jahr 2016! 😀

Sauerkraut und Knöchli
Sauerkraut und Knöchli

Von Mäusen, Ratten, Priestern und Nachtwächtern

Das InstiDUTT hat am Freitag zu einer Lesung in der Villa Jungnikl geladen, bei der Nachtwächter Mainka Stellen aus seinem Buch zum Besten gibt, unterstützt von von “Mäus-Voice” Cornelia Boese.

Dominik-Cam
Dominik-Cam

Aus dieser Perspektive hat Dominik die Lesung von Wolfgang Mainka und Cornelia Boese verfolgt. Dominik ist eine Kirchenmaus und einer der Protagonisten in Mainkas neuem Buch “Von Mäusen, Ratten und Priestern.”

Cornelia Boese und Wolfgang Mainka.
Cornelia Boese und Wolfgang Mainka.

Das InstiDUTT hat am Freitag zu einer Lesung in der Villa Jungnikl geladen, bei der Nachtwächter Mainka Stellen aus seinem Buch zum Besten gibt, unterstützt von “Mäus-Voice” Cornelia Boese. Und es war ein wundervoll warmer Frühlingsabend, was den Vorteil hatte, dass die Lesung spontan auf die Terasse verlegt wurde — und gleichzeitig den Nachteil, dass wohl viele potenzielle Gäste liebe in den Biergärten, am Grill oder auf der Alten Mainbrücke blieben, als den Weg auf das Bürgerbräu Gelände zu nehmen.

“Von Mäusen, Ratten und Priestern” wird vom Echter-Verlag als Krimi bezeichnet, wobei Wolfgang Mainka selbst das abschwächt. Das Buch handelt von den Mäusen, die im Dom und anderen Würzburger Kirchen leben, von einem weinverliebten Priester, von einem weinwundertätigen Kelch — und ja, dessen Diebstahl das Verbrechen in dem Buch ist –, einer Stockholm-Syndrom-verursachenden Ratte, Trittbrettfahrern, Kammerjägern und und und.

Den vorgelesenen Stellen nach klingt das nach einem unterhaltsamen Buch, dessen Logiklöcher völlig nebensächlich sind, da es mehr um den Spaß mit den unterfränkischen Menschen und Mäusen geht. Ich werde es mal lesen — und die fränkischen Dialoge mit laut im Kopf vorlesen. Dann klingt es besser! 😉

Das Buch gibt es unter anderem da gedruckt zu kaufen

oder als EBook.

Schönne Worde III: Mehlaach

Es gibt Worte, die sind einfach in Vergessenheit geraten. Was schade ist, gerade bei fränkischen Schimpfworten. Lassen wir doch wenigstens eines mal wieder aufleben — das Mehlaach!

Mehlaach - MehlaugeEs gibt Worte, die sind einfach in Vergessenheit geraten. Was schade ist, gerade bei fränkischen Schimpfworten. Lassen wir doch wenigstens eines mal wieder aufleben — das Mehlaach!

Mehlaach, also “Mehlauge”, kann man statt dem Wort “Depp”, vielleicht ist es sogar etwas weniger hart oder böse.  “Ey, du Mehlaach”. Gesprochen wird es mit einem langen A, darum habe ich es mal mit Doppel-A geschrieben.

Versucht es doch mal! Verwendet das Mehlaach in der nächsten Woche fünfmal und berichtet von den Reaktionen! 😀

Und wenn jemand was zu der Herkunft des Wortes sagen kann — immer her damit! 😀

Update: Es kamen noch folgende Varianten von Lesern dazu:

  • Kühaach (in der Rhön)
  • Pflaaameaaach (Fladungener Ecke)

Hans und Ralf in Kitzingens Stadt und Land

Am Mittwoch hat das Würzblog mal wieder das Kitziblog besucht — Ralf traf Hans und die beiden zogen durch die Kitzinger Stadt und das Land.

Abgeerntete Felder
Abgeerntete Felder

Am Mittwoch hat das Würzblog mal wieder das Kitziblog besucht — Ralf traf Hans. Es begann mit einem Roadmovie. Besser gesagt, mit einem Off-Road-Movie. Wir bretterten mit dem Auto über die schlaglöchrigen Feldwege des Kitzinger Lands, rauchten Zigaretten und waren auf der Suche nach einem Blaukrautfeld, das wir fotografieren wollten.

Blaukraut fanden wir keines, dafür viele abgeerntete Felder. Aber etwas Leben gab es für unsere Linsen doch noch, in Form von Apfelplantagen und Weinbergen.

Äpfel
Äpfel
Trauben
Trauben
Gräser am Landesgartenschaugelände im Kitzingen im Hintergrund.
Gräser am Landesgartenschaugelände mit Kitzingen im Hintergrund.

Nach der anstrengenden Landpartie gönnten wir uns Entspannung in der Stadt Kitzingen. Den ersten Schoppen gab es für uns im Biergarten der Goldenen Gans, nah am Landesgartenschaugelände. Dort sind wir auch noch ein wenig flaniert und haben uns mit unseren Fotoapparaten an der Kitzinger Stadtsilhouette versucht — bei eher mäßigem Licht.

Nachtfalter
Nachtfalter

Zweite Station war der “Nachtfalter” in der Rosengasse. Der Nachfolger unserer Stammkneipe “Kultour” hatte erst vor drei Tagen eröffnet, und so kamen wir in ein recht sympathisches Anfangschaos (“Was kostet der Wein?”). Die neue Besitzerin ist aber sehr bemüht, alles ordentlich zu machen und guten Wein auszusuchen — ich kann empfehlen, den leckeren Blaufränkischen mal zu probieren.

La Dolce Vita
La Dolce Vita

Zu späterer Stunde besuchten wir noch eine liebe Bekannte, die seit Kurzem im “La dolce vita” arbeitet — einem italienischen Restaurant in Kitzingen, von dem ich bis dahin nicht einmal gehört habe. Ich hatte eine typische Pizzeria erwartet und war angenehm überrascht, in einem recht schicken Restaurant zu landen.

Als wir ankamen, machte das Personal allerdings schon Feierabend, aber wir bekamen trotzdem noch einen Nero d’Avola zu trinken und einen Teller mit Antipasti zu essen. Der sah schlicht aus, schmeckte aber ausgesprochen gut.

Antipasti
Antipasti

Nach einem selbstgemachtem Limoncello und einem vorzüglichen Grappa ging es satt und zufrieden mit dem Zug wieder nach Würzburg zurück. Auf jeden muss ich ins La Dolce Vita mal wieder zu einer vernünftigen Uhrzeit gehen, denn ich glaube, das “normale” Essen könnte dort sehr gut sein.

Ach, ich muss doch wieder öfter mal nach Kitzingen fahren. Irgendwie hat es schon was …

Der Dativ ist fei dem Genitiv sein Tod

Wenn die WVV wenigstens das Wörtchen “fei” eingefügt hätte, dann könnte man das noch als Fränkisch durchgehen lassen. Aber so … 😉

Der Dativ ist fei dem Genitiv sein Tod

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Postkarten nach Schweden: To Umeå With Love

Umeå liegt in Schweden, Umeå ist die Partnerstadt Würzburg und Umeå ist die europäische Kulturhauptstadt. Grund genug, der Stadt in Sachen junger Kultur mal einen Besuch abzustatten – mit Postkarten im Gepäck.

Umeå liegt in Schweden, Umeå ist die Partnerstadt Würzburg und Umeå ist die europäische Kulturhauptstadt. Grund genug, der Stadt in Sachen junger Kultur mal einen Besuch abzustatten.

logo_umeaDas dachte sich der Würzburger Stadtrat — oder zumindest machte er das Geld locker, um den Preisträgern für junge Kultur der letzten Jahren eine Reise nach Umeå zu spendieren.

Also dürfen im Juni die Musikerin Karo, die Streetart-Künstlerin Manou Tigapics, Rapper und DJ Mistaa , der Filmemacher Steffen Boseckert , die Jungs von Conrads Kartell , die Improtheatergruppe “Die Kaktussen” und die jungen Architekten und Blogger von LP10 nach Schweden reisen — die “Junge Kultur Reise”. Da dürfen sie Kontakte knüpfen , mit den Schweden gemeinsame Projekte entwickeln und sich mit Künstlern dort austauschen. Coole Sache!

Matthias und Julia von LP10 haben sich im Vorfeld schon was ausgedacht. Mit der Aktion “To Umeå with love” wollen sie, dass Würzburger Bürger den Umeånern Umeåistas Umenesen Umeåsen  Bürgern Umeås die unterfränkische Stadt vorstellen — und zwar mit Postkarten.

Grüße aus Würzburg  - aus dem dem Café zum schönen RenéDazu werden im neuen Blog umea.lp10blog.org Bilder von Würzburg gesammelt. Nicht die üblichen Postkartenmotive, sondern originelle, interessante und/oder ungewöhnliche Ansichten der Stadt.

Die Bilder bekommen dann noch den “to Umeå with love”- und “Greetings from Würzburg”-Schriftzug. LP10 druckt kurz vor der Reise Postkarten und verteilt sie dann im Juni in Umeå .

Wer sich an der Aktion beteiligen will, kann ein Foto an picture@lp10blog.org schicken.

Ich wünsche allen Schwedenreisenden neidvolle eine gute Fahrt, viel Spaß — und einen Koffer voller toller Postkarten mit Grüßen aus Würzburg! 🙂

Die unnatürliche 5. Jahreszeit

Ich bin ja eigentlich ein saisonaler Typ. Ich esse Spargel nur von Mai bis zum 24. Juni, Zwetschgen werden im Herbst verarbeitet und Feldsalat gibt es im Herbst und Winter. Ich unterwerfe mich da gern dem Rhythmus der Natur und der Jahreszeiten.

Als völlig unnatürlich empfinde ich den Rhythmus der fünften Jahreszeit. Eine künstliche Saison zu erschaffen, in der man lustig ist und sich verrückte Sachen anzieht — da kann ich nicht mit.

Aber viele können mit und ich muss jedes Jahr aufs Neue akzeptieren, dass ich in der Faschingshochburg in Bayern lebe. Wer den Rest Bayerns in Sachen Fasching kennt weiß, dass das nicht wirklich viel heißt. Aber mir reicht es schon.

Nicht das wir uns falsch verstehen — ich hasse Fasching und dessen Anhänger nicht. Aber ich verstehe es einfach nicht und glaube, dass meine über mehrere Generationen angezüchtete fränkische DNA dafür einfach nicht angelegt ist.

Aber wie das Leben so spielt, war ich natürlich heute am späten Vormittag in der Würzburger Innenstadt — und das am 11.11. Und durfte die Inthronisierung unseres neuen Prinzenpaars miterleben. Mit meinem persönlichen musikalischen Nemesis, den Partyvögeln. Hurra.

Fasching: Prinzenpaar Martina II. und Ralph I.
Fasching: Prinzenpaar Martina II. und Ralph I.
Die Ranzengarde
Die Ranzengarde

 

Ein paar animierte GIFs — für deren Revival ich Google+ wirklich dankbar bin — gibt es noch auf der zweiten Seite, die sind wie immer ein paar Megabyte groß.

Die Zipfel, die blauen!

Blaue Zipfel – für manche eine Geschlechtskrankheit, für andere ein ganz leckeres fränkisches Essen. Und nicht schwer zu kochen.

Zutaten für Blaue Zipfel
Zutaten für Blaue Zipfel

Bei der Minx-Fashion-Night in der Residenz vor gut einer Woche sagte Schauspielerin Eva Habermann, dass ihr fränkisches Lieblingsessen Blaue Zipfel seien und fügte hinzu:

“Die meisten Leute kennen das nicht und gucken mich verstört an und denken, das ist eine Geschlechtskrankheit” (Quelle: Main-Post)

Gut, wenn man weiß, dass Eva ein in beinahe eine Liebessklavin  transfomierter 200 Kilo-Klops vom Planeten B3K ist und in einer zehn Kilometer langen Libelle ohne Flügel durch das Weltall fliegt, kann man sich die “meisten Leute” schon vorstellen, die das denken.

ZwiebelnAber ich kann mich Zev Eva nur anschließen — Blaue Zipfel sind schon was leckeres, darum kamen sie am Samstag mal wieder auf den Tisch.

TränenAls erstes heißt es Zwiebeln schneiden. Viele Zwiebeln. Drei große kamen mir unter das Messer, davon eine rote. Von der Farbe Rot bleibt später in der Zwiebel nicht mehr viel übrig, dafür geht das Rot aber etwas in den Sud über und macht ihn etwas hübscher.

Normalerweise macht mir Zwiebelschneiden nicht viel aus, aber diesmal war eine ganz garstige dabei — da sind die Tränen geflossen. Aber als Mann im Jahr 2013 muss man sich seinen Tränen nicht mehr schämen — abwischen, Nase hochziehen und weiter schnippeln!

Dann noch ein paar Karotten in kleine, aber nicht zu kleine Stücke schneiden und die gröbste Arbeit ist schon gemacht.

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Jetzt geht es eigentlich schnell. Den Topf auf den Herd, den Herd einschalten, die Zwiebeln und die Karotten rein und nur leicht anschwitzen. Das Ganze mit etwa einen viertel Liter Weißwein und einem viertel Liter Essig ablöschen und noch mal — sagen wir einen drittel Liter — Wasser dazu. Das genaue Verhältnis der Flüssigkeiten kann man nach eigener Lust und Laune variieren — man kann es weiniger, saurer, kräftiger oder weniger kräftiger machen.

Eine gute Priese Salz und eine ziemlich ordentliche Portion Zucker — wegen der Säure — dazu streuen, Pfeffer — gemahlen oder ganze Körner — dazu. Abrunden kann man den Sud noch mit Lorbeerblättern, einen Hauch Muskat und/oder Gewürznelken (nicht übertreiben).

Zum Schluss kommen die Bratwürste rein und man lässt das alles gut einen halbe Stunde auf kleiner Hitze nur ganz, ganz leicht köcheln. Fertig sind die Blauen Zipfel.  Ob und wie blau die Zipfel Würste werden, hängt von der Art der Würste und vom Säuregehalt des Suds ab. Mehr als eine ganz, ganz zarte bläuliche Färbung konnte ich aber noch nie rausholen.

Blaue Zipfel im Sud

Und meine haben überhaupt nicht nach Geschlechtskrankheit geschmeckt! 🙂

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