• Frängisch,  Zeuch

    Frängisch is ke Frach der Bigmende

    Vorhin in der Straßenbahn. Eine ältere Frau steigt am Bahnhof ein und setzt sich neben eine dunkelhäutige Frau etwa Mitte Zwanzig. (Ältere Frau, mit einem Blick auf den verschneiten Bahnhof): “Na, jetzt wisst ihr Afrikaner auch mal, was Schnee ist” (Junge Frau, etwas entrüstet, in breitestem Fränkisch): “Ich bin fei in Würzburg gebor’n!” (Ältere Frau, peinlich berührt und leiser): “Ach so.“

  • Frängisch,  Gastronomie

    Leberwürscht im Maulaffenbäck

    Wenn einem nach einer oder zwei Feuerzangenbowlen der kleine Hunger am Kragen packt, gibt es eine gute Möglichkeit, den Abend kulturell und kulinarisch ausklingen zu lassen — den Maulaffenbäck. Am Freitag war ich nach langer Zeit mal wieder drin und muss sagen, es hat sich gelohnt. Nicht nur, dass man dort Unterfranken in Reinkultur erleben kann. Nein, auch kann man so richtig lecker bodenständig essen. So zum Beispiel gebratene Leberwürschtli mit Kraut und Brot. So fettig es ist, so lecker ist es auch. Die Schoppen schmecken dazu prima und auch die zur Verdauung dringend notwendigen Schäpse. 🙂 Und die Leute am Stammtisch, zu denen wir uns setzen, haben stimmungsmäßig die…

  • Events,  Frängisch,  Zeuch

    We gradulier sä blägg schtars

    Bei Temperaturen, die Afrika würdig wären, machte die Nationalmannschaft von Ghana einen Abstecher zum Würzburger Marktplatz. Dort ließ sie sich — trotz Niederlage im gestrigen Spiel — von uns Einheimischen feiern. Und sie schienen sich wirklich über die kleine Menschenmenge zu freuen, die ihnen zujubelte. Ghanas Sprecher zeigte sich optmistisch für die nächsten Spielen, aber das sind sagen die Teams ja immer. Ein unfreiwilliges Highlight im Unterhaltungsbereicht bescherte uns Bürgermeister Adolf “Adi” Bauer. Seine Ansprache in unglaublich schlechtem Englisch mit übelst fränkischem Dialekt wird wohl in die Annalen des fränkischen Komödiantentums eingehen. Ich wurde hin und her gerissen zwischen dem Wunsch Bilder zu knipsen oder mit der Kamera den Ton…

  • Frängisch,  Zeuch

    200 Jahre

    Kinder, wie die Zeit vergeht. Gerade mal 200 Jahre ist es her, dass Franken von Bayern okkupiert wurde mit freundlichen Armen empfangen wurde. Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, dass die Tausch- und Kauforgie Bayerns begann. Morgen beginnt in Nürnberg die Ausstellung “200 Jahre Franken in Bayern“, heute wurde sie von Edmund Stoiber eröffnet. Laut Nürnberg Online sieht Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly in der Ausstellung “einen Beitrag dazu, dass sich Franken und Bayern noch lieber haben”. Das ist doch zu befürworten, oder? 😀 Zur Feier des Tages haben sie heute bei Bayern 3 erklärt, was ein “Grupfter” ist und was “Kümmeli” sind — und den Wetterbericht…

  • Frängisch,  Zeuch

    Don’t call it Wursburg

    Vor ein paar Tagen hat die Mainpost einen kleinen WM-Skandal aufgedeckt. Beim Surfen auf ghanaischen Webseiten hat sie festgestellt, dass der Name der Stadt, in der die ghanaische Nationalmannschaft ihr Quartier aufschlägt, nicht ohne Verluste nach Afrika übermittelt wurde. So wurde aus “Würzburg” ein “Wursburg”. Hier müssen wir als verantwortungbewusste Gastgeber natürlich einschreiten. Wursburg, was soll das den sein? Wenn es wenigstens “Wurstburg” hieße, damit könnte man sich noch in bester fränkischer Bratwursttradition arrangieren. In der lokalen Variante würde es dann “Wurschdburch” ausgesprochen werden. Aber damit wäre wohl – außer der Metzgerinnung – keinem geholfen sein. Hier also eine kleine Hilfe für unsere ausländischen Gäste: Dear guests! Würzburg is spelled…

  • Frängisch

    Schönne Worde II

    Wenn auf einer Party nichts los war und ein Franke – ja, auch ich – am nächsten Tag gefragt wird, wie es war – was sagt er dann? Genau! Da war die Katz’ gebleud! “Gebleut” kommt wohl von dem altdeutschen Wort “bleuen”, was soviel heißt wie “schlagen”. “Da war die Katze geschlagen” – vielleicht will man gar nicht wirklich wissen, wo diese Redensart her kommt. 😉

  • Frängisch,  Politik

    Gandidadn

    Mist, Gripperückfall! Man hätte doch auf die Praktikantin hören und sich ordentlich auskurieren sollen. Nun habe ich wenigstens Zeit mich um die wichtigen Dinge zu kümmern. Auch wenn es schon ein paar Wochen her ist, dass das Thema der “Bundestagskanditaten” der CSU in Würzburg so heiß wie das Wetter war (Ja, da war noch Sommer!), so taucht es jetzt bei Spiegel Online und beim PR Blogger auf. Aber allen Beiträgen fehlt ein wichtiger Hinweis: Hier in Unterfranken bemerkt diesen Fehler kaum jemand. Das fränkische Alphabet besteht nun mal nur aus 23 Buchstaben, wobei noch drei Synonymbuchstaben existieren, nämlich “k”, “t” und “p”, die genauso ausgesprochen werden wie “g”, “d” und…

  • Frängisch

    Schönne Worde I

    Fränkisch ist eine wunderschöne Sprache, wo gibt es sonst Worte wie Bressbendl (Pressbändel) Ein “Bressbendl” ist eine Schnur, aber woher der Name genau kommt, weiß ich auch nicht. Der “Bendl” kommt wohl von Band, Schnur. Und “Bress” von Pressen. Aber was wird oder wurde damit gepresst? Sind irgendwelche fränkischen Etymologen da?