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WürzburgWiki, der Vereinsausflug 2015

Am Sonntag hat der WürzburgWiki-Verein einen kleinen Ausflug gemacht. Am Vormittag haben wir die Kirche St. Cyriakus, St. Laurentius und St. Maria Magdalena in Gramschatz besichtigt — und ich hatte meine Barock-Unverträglichkeit im Griff! 😉

Nach dem Mittagessen ging es weiter ins Schloss Grumbach nach Rimpar — mit langer Führung und anschließendem Kaffeetrinken.

Mit der Bimmelbahn gebummelt

City-Train in Würzburg
City-Train in Würzburg

Seit fast genau vier Jahren schippert der City Train — auch Bimmelbahn genannt, obwohl das gar nichts bimmelt — Touristen durch Würzburg. Welcher Autofahrer ist nicht schon gefühlte Stunden hinter dem Drecksbähnle hinterher geschlichen. Hinterher gefahren bin auch ich schon — aber noch nie mit. Das musste geändert werden.

Da heute eh keine Karfreitagsstimmung aufkam, hab ich die Gelegenheit mal genutzt. Acht Euro kosten 40 Minuten Rundfahrt durch die Innenstadt. Und ich weiß nicht so recht, ob es das wert war. Klar, dass ich nicht mehr viel Neues über Würzburg erfahren kann, zumindest nichts, was man bei einer Führung aus der Konserve erfahren kann. Damit hab ich auch nicht gerechnet. Aber ich dachte, dass die Führung etwas … nun … unterhaltsamer sein würde.  Aber so empfand ich es nicht, es war mehr so einen klassische Führung mit Fakten über die Stadt. Und schlecht verstanden hab ich die Stimme aus dem Lautsprecher leider teilweise auch.

City-Train in WürzburgDer einzig wirkliche Spaßfaktor war die Aussage gegen Ende der Fahrt, dass es in Würzburg 30 000 Studenten gäbe — eine halbe Stunde vorher hieß es aber noch, es wären 20 000. Da wurden in meinem Abteil schon mal Witzchen gemacht, dass die Studentenzahl in Würzburg aber ganz schnell ansteigt und heute Abend sich wohl 100 000 Studenten in den Kneipen der Stadt tummeln.

Ich fand es so mittelgut, aber vielleicht lag das am zu schönen Wetter oder dass ich bald 25 Jahre in Würzburg lebe. Aber eines muss man dem City Train lassen — durch das langsame Fahren und das leichte Schaukeln wird man sehr angenehm müde. Auch was wert! 😉

Spieglein, Spieglein ...
Spieglein, Spieglein …

Blind

Am 6. Juni war Sehbehindertentag. Das Berufsförderungswerk Würzburg, das Blindeninstitut und der Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund haben in Würzburg an diesem Tag Stadtratsmitglieder und Presse eingeladen, mal auszuprobieren, wie man sich als Blinder oder Sehbehinderter in der Stadt zurechtfindet.

Und da es in Würzburg — schon alleine durch das BFW und dem Blindi — doch einige Blinde und Sehbehinderte auf der Straße unterwegs sind, ist es mal ganz gut, sich in deren Lage zu versetzen.

Udo Feldinger und Robert Scheller üben mit dem Blindenstock.
Udo Feldinger und Robert Scheller üben mit dem Blindenstock.

Sozialreferent Robert Scheller und SPD-Stadtrat Udo Feldinger waren früh da — später habe ich noch Raimund Binder von der ÖDP gesehen — und ließen sich von Mobilitätstrainern den Umgang mit dem Blindenstock erklären. und liefen mit Brillen, die Blindheit oder starke Sehbehinderungen simulierten, durch sie Würzburger Innenstadt. Erklärt wurde auch die Navigation durch Apps wie Blindsquare auf dem Smartphone, das Daten aus Foursquare und Open Street Map zieht und dem sehbehinderten Benutzer Orientierungspunkte über Sprachausgabe liefert — “Marktplatz in 50 Meter”, “Dom in 30 Metern”, … .

Langstock: Zeigefinger ausgestreckt an die flache Seite des Griffs
Langstock: Zeigefinger ausgestreckt an die flache Seite des Griffs

Später durfte ich auch selbst mal ran. Schnelleinführung Blindenstock, auch Langstock genannt: Zeigefinger auf die flache Seite des Griffs, Stab in Schrittfrequenz auf dem Boden nach links und rechts auf dem Handgelenk pendeln lassen.

Dazu bekam ich eine sogenannte RP-Brille, die mein Sehfeld komplett schwarz macht — bis auf ein kleines Loch vor meinem linken Auge. Damit wird wird Retinitis pigmentosa simuliert, eine Degeneration der Netzhaut, bei der sich das Sehfeld des Betroffenen immer weiter einengt, bis eben nur noch ein kleiner Fleck übrig bleibt, mit dem er mehr oder weniger scharf sehen kann. Prima, dachte ich, dann wird das ja gar nicht so schwer, ich sehe ja noch was.

Julia Kuhles von Bayerischen Rundfunk mit einer Simulationsbrille.
Julia Kuhles von Bayerischen Rundfunk mit einer Simulationsbrille.

Klar hab ich mit der Brille noch etwas sehen können, aber das räumliche Orientierungsvermögen wurde bei mir völlig außer Kraft gesetzt. Ich bin mit dem Stock an einem Schild hängengeblieben, von dem ich mir mit meinem kleinen Sehrest sicher war, dass er einige Meter rechts von mir stünde und ich locker daran vorbei käme. Also müssen die anderen Sinne verstärkt genutzt werden.

Der Stock gibt mir Informationen über Hindernisse und die Beschaffenheit des Bodens. Eingangsbereiche von Geschäften haben gerne mal eine andere Oberfläche. Einfahrten kann man an einer veränderten Akustik erkennen. Den Blumenladen in der Plattnerstraße durfte ich erriechen, da er auch erst mal außerhalb meines Sichtfelds war.  Und Kopfsteinpflaster habe ich in den zehn Minuten, in denen ich mit dem Blindenstock unterwegs war, hassen gelernt, da das Stockende herumspringt und mir — zumindest als Neuling am Langstock — keine brauchbaren Informationen gibt.

Stehen statt Gehen: So die Information der falsch verlegten Platten an der Adalbero-Kirche in der Sanderau.
Stehen statt Gehen: So die Information der falsch verlegten Platten an der Adalbero-Kirche in der Sanderau. Von der Laterne ganz zu schweigen.

Praktisch sind die Blindenleitsysteme an manchen Stellen. In den Boden eingelassene Rillensteine weisen längs den Rillen entlang den Weg z. B. zu einer Haltestelle oder. Sind die Rillen quer zur Laufrichtung, dann bedeutet das Halt. Sinnvolle Orientierungsmöglichkeiten für Blinde und Sehbehinderte in der Stadt.

Wenn man sie richtig installiert.

Weniger clever wurde das Blindenleitsystem in der Sanderau an der Adalbero-Kirche verlegt.  Die Idee, auf den Zebrastreifen hinzuweisen und den Blinden zum Verkehrsüberweg durch eben solche Längsrillen zu führen, ist ja gut. Blöderweise wurden alle Platten um 90 Grad gedreht verlegt und — um den Ganzen noch die Krone aufzusetzen — eine Laterne mitten auf das Blindenleitsystem gestellt. Schlimmer geht es kaum.

Weiter bin ich dann noch in die Graf-zu-Bentheim-Schule in der Herzogenstraße.  Dort gehen sehbehinderte Kinder und Jugendliche zur Schule, der Unterrichtsraum ausgestattet mit einem digitalen Smartboard — auf dem man prima vergrößert schreiben und zeichnen kann — und für manche Schüler noch einen extra Monitor am Tisch, mit dem sie den Inhalt des Smartboards noch mal vergrößern und den Kontrast verändern können.

Mal wirklich nützlich: Ein Smartboard bei sehbehinderten Schülern.
Mal wirklich nützlich: Ein Smartboard bei sehbehinderten Schülern.

Den Beitrag des Bayerischen Rundfunks zum Sehbehindertentag kann man hier ansehen.

P.S: Gut, ich gebe zu, die Aussicht auf Käsefüße haben mich auch in die Schule gelockt.  😉

Lecker: Die Käsefüße in der Graf-von-Bentheim-Schule.
Lecker: Die Käsefüße in der Graf-von-Bentheim-Schule.

Hotelturmverwurschteln

Man kann dem Hotelturm viel vorwerfen — unter anderem dass er nicht fertig gebaut ist –, aber er dient doch als Quell der Kreativität in Würzburg. Ob er als vertikaler Bauernhof beackert wird oder als Museum dient, aus so einer Ruine kann man zumindest auf dem (virtuellen) Papier etwas machen.

Und so hat sich die Künstlerin und Grombühlerin Martina Jäger eine Aktion unter dem Motto “Babühlonischer Hotelturm verschönern” ausgedacht, bei der man Vorlagen, auf dem der Hotelturm gezeichnet ist, irgendwie kreativ verarbeitet. Die Vorlagen liegen in Würzburger Geschäften aus, wo genau weiß ich gar nicht, aber in Grombühl bestimmt gehäuft.

Die Arbeiten kann man sich unter anderem an den Offenen Ateliertagen in Grombühl — es gibt auch noch gleichzeitig die “normalen” Tage des offenen Ateliers — am kommenden Samstag und Sonntag anschauen. Grombühl ist ja eh ein Ort völlig unterschätzter Kultur — ich muss das ja wissen –, um das zu zeigen sind dort am Wochenende überall offene Kulturräume zu finden, an denen eben genau das passieren soll: Kultur.

Und hier kann man am 17. und 18. Juli von 14.00 -18.00 Uhr hin:

  • KunstForum, Martina Jäger, Schiestlstr.5 (neben dem Ernst-Reuter-Platz)
    M. Jäger, robART, Prof. B. Neumayer, Heidi Hotelm Fine-Art-Photography, Kiki & 3 Kölner Künstler / Objekte, MedienKunst, Malerei, Fotografie, Lyrik, Musik
  • Sabine Saam, Mechthild Hart, Grombühlerstr. 5 , Ateliergemeinschaft für Malerei und Fotografie
  • Park-Ausstellung am Ernst-Reuter-Platz / Kinder und Jugendliche erLEBEN. Kinder und Jugendliche aus Grombühl zeigen Acrylbilder
  • Schulkinder erLEBEN Form&Farben, Ernst-Reuter-Platz
    15./16.7. 16-18 Uhr, offenes Kreativangebot für Kinder mit Künstlern aus Grombühl
  • Brunch, “Zeit für Gedanken zur Wertschätzung”
    17.07. 11-13 Uhr, Zeitbank Grombühl stellt sich vor im KunstForum
  • Führung durch Grombühl & Weinberge
    17.07./ 18 Uhr, G. Schüttler, Treff am Kunstforum

Bis Ende Juli sind in etlichen Geschäften um den Wagnerplatz in Grombühl Ausstellungen von Künstlern zu betrachten. Also: Mal auf ins schöne Grombühl, die Sonnenseite Würzburgs — meine zumindest! 😀

Um Martina auch etwas für die Hotelturm-Aktion beizusteuern, habe ich eine kleine turmförmige Collage aus etlichen Bildern der Weihnachtsturm-Aktion gemacht — der Ruhm und Rum gebührt den damals teilnehmenden Künstlern. Dafür habe ich mich zwar nicht an die Vorlage gehalten, aber da ich Martina Jäger als wilde Kreative — oder kreative Wilde? — kenne, wird das schon in Ordnung sein. 😉

Gibt’s auch als PDF zum Ausdrucken und über’s Bett hängen. 😉

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(CC-BY-SA)

13.09

Historische Orte des Genusses angeschaut

13.09
Gestern war ich mal beim Tag des offenen Denkmals, bei dem Thema “Historische Orte des Genusses” musste ich einfach hin. 🙂

Ich habe die Führung “Historische Gasthöfe und Cafés” mitgemacht. War ganz interessant, ein wenig von der Geschichte des Reichsapfels zu hören (jetzt Monte Mare), vom Werdegang des Barockgebäudes, in dem jetzt CU und Enchilada sind. Ich habe erfahren, dass in der Castellbank früher eine Wirtschaft (Wittelsbacher Hof) war, was ich vom Falkenhaus schon wusste.

Es war eine schöne Führung, ohne großen Wehmut des Kunsthistorikers, der einfach nur aufgezeigt hat, dass sich Würzburg schon immer ständig gewandelt hat und das auch weiterhin tun wird — und da ist nicht schlimm. Damals hielten die Bürger den Barock auch für eine neumodische Spinnerei, ebenso den Rokoko. Gebäude wurden oft umgenutzt, verändert, halb abgerissen, Fassaden verändert und modernsiert.  DAS historische Würzburg gab es nie, es gab immer nur EIN historisches Würzburg, das Jahrzehnte später schon wieder anders aussah. Das sollte jeden Freund von Würzburg doch beruhigen — und sogar den Verschönerungsverein.

CSD 2008 in Würzburg — los geht’s

In diesen Minuten wird der Würzburger CSD 2008 eröffnet, der Kilian im Würzblog-Kopf trägt wieder die Farben des Regenbogens. Also, das heißt, eröffnet wird der CSD im Cineworld in Dettelbach. Aber heute ist eh nur Vorgeplänkel, morgen geht es dann richtig los, am Samstag die Post ab und am Sonntag zu Ende.

Der Christopher Street Day müsste in diesem Jahr eigentlich eine Siegesfeier sein. Denn seit kurzem steht der Trausaal auch homosexuellen Paaren offen, damit auch sie in den Genuss der geschmacklosen Tapete kommen dürfen. Gleiches Recht für allle. Das Thema Trausaalöffnung war zumindest der Dauerbrenner der vergangenen CSDs in Würzburg. Genau wie die hartnäckige Weigerung des Stadtoberhaupts Pia Beckmann, Schirmherrin der Veranstaltung zu sein. Aber auch das hat sich ja geändert, El Chefe persönlich wird morgen um 19.30 Uhr die politische Eröffnung … eröffnen und Adelheid Rupp wird weiterreden. Der gemütliche Teil danach findet im Zaubergarten statt und geht in die csd.volution im Zauberberg über.

Der Samstag ist für’s Volk. Ab 14.00 Uhr geht das CSD Straßenfest los. Zum Glück und leider auf der Alten Mainbrücke. Zum Glück, weil es dort einfach schön ist. Leider, weil es da einfach eng ist und eine Menge Menschen — und Touristen — laufen darauf hin und her. Da eine Bühne, Infostände, Bänke und feierlustige Homo- und Heterosexuelle — ich könnte mir vorstellen, dass das ganz schön eng und ungemütlich werden kann. Eigentlich wollten die Veranstalter auf den Unteren Markt, aber da ist die Weinparade.In dem Zusammenhang ein kurzes Zitat aus einer Pressemitteilung:

Die Stadtverwaltung räumte uns gegenüber Kommunikationsdefizite im Rahmen der Vergabe des Standorts Unterer Markt ein. Wir nehmen dies zur Kenntnis und hoffen für die zukünftigen Jahre auf eine kooperativere Art der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.

Das klngt mir fast danach, als hätten die Weinfest-Wirte nachträglich den Vorrang erhalten. Hm.

Egal. Kein CSD ohne Demo. Und die zieht — Autofahrer aufgepasst — ab 15.00 Uhr durch Karmelitenstraße, Juliuspromenade, Schönbornstraße, Domstraße und endet wieder am Vierröhrenbrunnen mit der Abschlusskundgebung, bei der Volker Beck, Jens Brandt, Aron Schuster, Marco Schneider und Wolfgang Ziller sprechen werden — und teilweise ganz nebenbei Stimmen für die Landtagswahl sammeln wollen. Auf der Mainbrücke gibt es auch Musik, reichlich Musik. Die beiden Topacts — im Sinne der Bekanntheit, nicht unbedingt im Sinne meines musikalischen Geschmacks — sind Room2012 (Oh Gott, Autogrammstunde um 11.00 Uhr im MDonalds!) , die Gewinner der letzten Popklone- Popstars-Staffel, und Steffi List, die bei Stefan Raabs Dingsbums den 3. Platz machte und mit mir die Geburtsstadt teilt. Naja, es gbt ja zum Glück reichlich Alkohol. Um 21.00 Uhr ist Aids-Gedenkminute und ab 22.00 Uhr verlagert sich die Party ins plan.b in die Mainaustraße.

Sonntags ist nur noch Stadtführung und Proseccoexpress (mit Voranmeldung) angesagt — und früh ins Bett gehen.

Ä weng rumschlabb am Alandsgrund

Ein herrlicher Sommertag ist heute in Würzburg, genau richtig, um am späten Nachmittag ein wenig spazieren zu gehen. Warum nicht am Alandsgrund?
Der städtische Umweltreferent Wolfgang Kleiner lädt um 17.00 Uhr zu einer Wanderung zwischen Alandsgrund und Sanderheinrichsleitenweg ein, um dabei die geplanten Naturschutzmaßnahmen vorzustellen, die durchgeführt werden, wenn der FH-Neubau wie geplant in der Ecke entstehen sollte.Vielleicht kann man es sich dann eher vorstellen, wie und wo die 20.000 m² Grünfläche entstehen sollen und welcher Teil den Baggern zum opfer fallen wird.

Treffpunkt ist um 17.00 Uhr am Beginn des Alandsgrundwegs beim Uni-Sportzentrum am Hubland.