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Junger Fußballnachmittag: Würzburger FV – FC Coburg

Marvin Ott für den WFV am Ball - ein Tor wird es aber nicht,
Marvin Ott für den WFV am Ball – ein Tor wird es aber nicht,

Ich war heute mal wieder beim Fußball — familiär bedingt. Mein Neffe spielte heute mit seiner Mannschaft, dem FC Coburg,  in der Sepp-Endres-Sportanlage in der Zellerau gegen den Würzburger FV (der Link führt leider auf die WFV-Seite mit der Mannschaft vor zwei Jahren!). Kein Drittliga-Fußball wie bei den Kickers, sondern eine Partie in der U19 A-Junioren Landesliga Bayern Nord —  dafür mit mehr Toren.

Hat aber Spaß gemacht zuzuschauen. In der ersten Halbzeit fehlte beiden Mannschaften zwar noch der Biss. Bei den Coburgern klopfte Niklas Ehrlich bereits nach neun Minuten den Ball ins Würzburger Tor, aber in der 33. Minute revanchierte sich Tim Kunter bei den Oberfranken mit dem 1:1. Dann dümpelte das Spiel etwas halbherzig bis zum Halbzeitpfiff hin.

Millisekunden vor dem 2:1 für Coburg -- und Adrian Guhling wird Torschütze.
Millisekunden vor dem 2:1 für Coburg — und Adrian Guhling wird Torschütze.

In der zweiten Halbzeit kam dann deutlich mehr Stimmung ins Spiel — und übrigens auch bei den Zuschauern, die wohl zu 80 Prozent Eltern der Spieler waren. Adrian Guhling löste mit seinem zweiten Tor für die Coburger irgendwie auch die Handbremse im Spiel. Die Jungs auf beiden Seiten rannten plötzlich über den Platz wie die Irren, die Eltern plärrten und vor beiden Toren war was los. Am meisten los war aber vor dem Würzburger Tor, und so war es kein Wunder, dass Miguel Malaj in der 77. Minute den Oberfranken ihr drittes Tor der Partie schenkte.

Im großen und ganzen ein faires Spiel, doch der Preis für die meisten gelben Karten ging mit 3:0 an den Würzburger FV. Unfair fand ich, dass es bei dem Spiel nicht die legendären WFV-Bratwürste gab, nur Brezeln und Kuchen. Und ein weiterer Wermutstropfen war die Parkplatzsituation am WFV-Stadion — die Mainfrankenmesse war bis tief in die Zellerau parkplatztechnisch zu spüren.

Mehr Infos zum Spiel gibt es beim BFV, einen sportlichen Spielbericht gibt es beim FC Coburg.

BFW/VSV, weg mit der roten Laterne!

Heute um 13 Uhr spielt der BFW/VSV Würzburg beim vorletzten Spieltag in der Blindenfußbal-Bundesliga gegen den FC St. Pauli. Wollen wir mal sehen, ob die Würzburger es schaffen, die rote Laterne in der Tabelle kurz vor Saisonende mal anzugeben.

Das Spiel wird live aus Düren übertragen, den Stream gibt es auf blindenfussfall.net, getwittert wird auf @blindenfussball, Hashtag #dbfl2015.

Update: Es bleibt bei der roten Laterne, doch es war ein torreiches Spiel. In der erste Halbzeit drückte St. Pauli die Würzburger mit einem 4:1 an die Wand, aber in der zweiten Halbzeit legten die Unterfranken dank eines tollen Basti Schäfers noch ordentlich nach, so dass St. Pauli gegen Spielende doch noch ein wenig nervös wurde. Aber es bleib beim Endstand von 6:4 für St. Pauli.

Das Match-Log des Spiels, später wird es vermutlich noch einen kurzen Bericht auf blindenfussball.net geben.

Blindenfußball-WM-Testspiel in Würzburg

Die Saison 2014 in der Blindenfußball-Bundesliga ist vorbei. Deutscher Meister wurde der MTV Stuttgart, den letzten Platz in der Tabelle belegt … genau, der BFW/VSV Würzburg ist das Schlusslicht. Naja, noch kann man ja nicht absteigen und nächste Saison wird es schon werden, ich glaube fest an die Jungs, die mich in ein paar Minuten Training schon mal platt gemacht haben. 😀

Im Team der Würzburger sind auch zwei Spieler der Deutschen Blindenfußball-Nationalmannschaft, Torwart Enrico Göbel und Stürmer Sebastian Schäfer. Und so ergibt es sich, dass am Samstag, 27. September 2014, die Nationalmannschaft ein Spiel gegen die französische Mannschaft Girondins de Bordeaux hat. Das Spiel dient zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im Blindenfußball im November in Japan.

Das Vorbereitungsspiel wird am Samstag  um 15 Uhr auf dem Sportgelände der Uni am Hubland ausgetragen, der Eintritt ist frei. Eine der seltenen Gelegenheiten, Blindenfußball auch mal in Würzburg spielen zu sehen.

Das Spiel als Veranstaltung bei Facebook.

Die Würzburger Blindenfußball beim Bundesligaspieltag in Mainz.
Die Würzburger Blindenfußball beim Bundesligaspieltag in Mainz.
Fotos: Marcus Meier

Robert und der runde Bauch

"Der Bauch ist rund und Schluss ist, wenn die Hebamme abpfeift" von Robert Meier.
“Der Bauch ist rund und Schluss ist, wenn die Hebamme abpfeift” von Robert Meier.

Gestern ist mir im Gehrings Historikblogger Robert Meier in meine Arme und an den Tisch gelaufen — mit einem Paket unter seinem Arm. Darin waren Bücher. Exemplare eines Buchs, das er vor über zehn Jahren geschrieben hat und mittlerweile schon in der 9. Auflage zu kaufen ist: “Der Bauch ist rund und Schluss ist, wenn die Hebamme abpfeift”.  Und netterweise hat er mir gleich mal eines der Bücher geschenkt, vermutlich war ihm nur das Paket zu schwer! 😉

Wieder ein Blogger in Würzburg, der ein Buch (eigentlich sogar mehrere, aber der Rest ist so Geschichtskram) geschrieben hat, ich muss mir da langsam mal was überlegen! 😉

Vorhin hab ich mal in “Der Bauch ist rund …” reingeblättert, und es ist sogar für nicht werdende Väter ganz witzig, vor allem, wenn man was für Fußball übrig hat.

Zu kaufen gibt es da Buch als Hardcover …

.. oder eBook

WM-Würzmischung mit Kellerduell

Es darf ja keine Fußball-WM mehr verübergehen, ohne das Alex und ich sich mit Manfred und Hubi von der Kellerduell-Fußballrevue auf einen Podcast treffen. Und genau das haben wir heute gemacht.

Drei Fußball-Nerds unterhalten sich über die Weltmeisterschaften der letzten 200 Jahre (mit Endergebnissen), berühmte Spieler und Trainer, über Panini-Sammelalben und Fußball-Literatur. Und ich sitze auch dabei! 😉

Hört euch die Würzmischung #95 an — Nach dem Kellerduell ist vor dem Kellerduell.

Katja Franzi Stummel

Frauen und Fußball – ich will nur guggen

Katja Franzi Stummel
Dieses Bild dient nicht der erotischen Ergötzung, sondern schlicht und einfach dazu, unglaubliche Besuchermengen auf diese Seite zu locken.
Foto: goenn111s, CC-BY-ND

Ich verstehe ja von Fußball nix wenig. Ich habe nie in einem Verein gespielt und in der Schule kam ich durch hand- und basketballbegeisterte Sportlehrer um das zweifelhafte Vergnügen auch herum. Ich habe nicht einmal einen Lieblingsverein in der Bundesliga, auch wenn ich zart mit dem Glubb sympathisiere. Ob aus regionaler Verbundenheit oder Mitleid, darüber bin ich mir nicht im Klaren. Offen gesagt habe ich an der Bundesliga oder an so Sachen wie Championsleague absolut kein Interesse — weder im Frauen- oder Männerfußball.

Was mir seltsamerweise sehr gefällt, das sind Europa- und Weltmeisterschaften im Fußball. Nicht dass ich da meinen sonst eher bescheidenen Nationalstolz entdecke. Ich mag aber einfach das kollektive Mitfiebern und den Event an sich. EM und WM haben einfach etwas mytisches. Da ich aber eben keine Ahnung von Fußball habe, ist mir ziemlich wurscht, ob da Männer oder Frauen spielen. Angebliche qualitative Unterschiede sehe ich eh nicht.

Und nun ist sie fast da, die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011.

Jaja, Frauenfußball ist langsamer und weniger körperbetont, technisch nicht so ausgefeilt und Männer schauen da eh nur zu, damit wir wackelnde Brüste sehen und nach dem Spiel “Trikottausch” gröhlen können. Und alle Spielerinnen sind lesbisch! Alle! Das mag alles ja vielleicht sogar stimmen — aber soll ich deswegen nicht mit den Mädels der Nationalfrauschaft mitfiebern, wenn sie in den nächsten Wochen um den Titel spielen? Soll ich bei den Männern nicht mehr zuschauen, weil die Mädels David Odonkor so süß finden? Weiß ich, ob nicht alle Fußballer schwul sind und die Alibifrauen vom Verein gestellt bekommen? Spielt das alles irgendeine Rolle?

Nicht für mich. Ich werde ab nächster Woche die Spiele unserer Mädel anschauen. Und zwar — wie bei den Buben — am liebsten mit anderen zusammen. Es wird vermutlich keine Public-Viewing-Welle durch Würzburg schwappen. Es wird großes Public-Viewing in der S.Oliver-Arena geben — die ETSV-Frauen und der Fachbereich Sport laden dazu ein — und auch in der Posthalle werden die Deutschland-Spiele gezeigt.

Ich selbst mag ja so Public-Viewing in großen Hallen gar nicht. Ich schaue lieber in der Kneipe, da ist man “näher dran” und es ist intimer. Meine Homebase für die WM 2011 steht schon fest. Im Gehrings in der Neubaustraße, Ort des allmittwöchlichen Blogger-Twitter-Stammtischs, werden mindestens alle der Deutschen Nationalmannschaft gezeigt, vielleicht sogar andere Spiele auch. Am Sonntag geht es mit dem Eröffnungsspiel los.

Nur der Vollständigkeit halber: Weiß jemand, in welchen Kneipen noch Frauen-WM gezeigt wird?

Im Morgenfeed gefunden

Sprachschule beim WFV – Fränkisch für Anfänger

Bald beginnt das Wintersemester und etliche Studenten aus aller Herren Länder ziehen nach Würzburg. Doch nicht jeder Zugezogene kommt mit dem unterfränkischen Dialekt zurecht. Glücklicherweise gibt es so praktische Einrichtungen wie den Regionalfußball.

Vordergründig eine Sportveranstaltung, dient so ein Spiel der Bayernliga doch vor allem der Sprachschulung für Neufranken. In einfachen Lektionen kann man dort die Feinheiten und Besonderheiten der Würzburger Variante des Fränkischen lernen und vor allem den Wortschatz deutlich erweitern.

Die Lektionen des gestrigen Spiels Würzbuger FV gegen den SV Heimstetten:

Lektion 1 — Vokablen

Um einer Person die gefühlte Antipathie zu kommunizieren, gibt es das universell einsetzbare Hauptwort “Rammel”, gesprochen “Ramml”. Mit dem Wort wird eine Vetrauensbasis aufgebaut, deswegen wird es niemals in der Form “Sie Rammel, Sie” verwendet, sondern in der in Franken gern verwendeten Du-Form. Intelektuelle, die mit ihrer popkulturellen Bildung glänzen wollen, formen dieses Schweizer Messer im Fränkischen Sprachwerkzeugkasten zu einem “Du Rambo!” um. Bei der Aussprache ist darauf zu achten, dass die Dezibelzahl des Satzes nicht unter 110 abfällt.

Lektion 2 – Das Geschlecht

Gender-Diskussionen gibt es im katholischen Würzburg kaum. Eine Frau ist eine Frau, ein Mann ist ein Mann. Wir waren gestern Zeuge einer Stegreifprüfung im Fränkischen, wo ein Mann über diese Hürde gestolpert ist. Man muss erwähnen, dass die Prüfungsbedingungen deutlich durch die Tatsache erschwert wurden, dass der Schiedsrichter eine Frau, also eine Schiedsrichterin war und es eine weibliche Linienrichterin und einen männlichen Linienrichter gab. So hat sich der Prüfling die mündliche Note durch den Zuruf “Du blöde Kuh!” an den Linienrichter verdorben, die korrekte Anrede wäre “Sechpfosten, blöder!” gewesen. Durch die neutrale Titulierung der Schiedsrichterin als “gelbe Missgeburt” konnte gerade noch ein Durchfallen bei der Prüfung verhindert werden.

Wer wissen will, was uns sprachlich und sportlich bei gestrigen Spiel sonst noch passiert ist, der sich kann das in der Würzmischung #49 anhören, Gast war WFV-Vorsitzender Georg Rosenthal.