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Schönen Kuttertag

Am Donnerstag habe ich mal wieder das Oberdeck der Fischbar zum Krebs betreten. Bei dem brillanten Sommerabend konnte ich einfach nicht anders, als ihn auf dem Kutter am Mainkai zu verbringen.

Der Kutter ist für mich schon einer der Top-10-Orte in Sachen Chillen in Würzburg. Einfach hinsetzen — sofern es noch einen Platz gibt –, das Weinschorle trinken (andere machen das mit Bier), wenn man mag leckeren Fisch essen und sich an den fast schon gesungenen Aufrufe der Bestellnummer erfreuen, sich die warme Briese um die Nase wehen lassen und das leichte Schaukeln der Wellen genießen.

Sommerabend an der FIschbar Krebs

Allerdings habe ich aber gemerkt, dass ich auf dem Kutter immer relativ wenig Alkohol trinke. Das liegt wohl daran, dass ich durch den Wellengang immer denke, ich bin schon betrunken. Wenn das allen so geht, wäre das ja fast schon schlecht für’s Geschäft der Fischbar.  😉 Außerdem bin ich Nichtschwimmer, da liegt die Promillegrenze auf Schiffen für mich deutlich niedriger! 😀

Ja, da kommt schon ein wenig Hamburg-Feeling auf. Das Leben am Fluss hat schon was — nachdem es eh immer in Fluss ist.

Sommerabend an der FIschbar Krebs

Marokko, Marrakesch, Mahlzeit!

Kalter Minztee mit Limette.
Kalter Minztee mit Limette.

Gestern habe ich meine ersten Erfahrungen mit marokkanischer Küche in Würzburg gemacht.

Ich war mit meiner zauberhaften Begleitung zum Essen im “Marrakesch”, einem Restaurant in der Pleichertorstraße beim Maritim-Hotel — da, wo früher mal Sam’s Steakhouse war. Moggadodde war vor ein paar Monaten auch schon mal dort zu Gast.

Im Grunde hatte ich einen unglücklichen Tag für einen Besuch im Marrakesch ausgesucht. Fast die ganze Belegschaft war in Aschaffenburg beim Afrika-Karibik-Festival, wo sie einen Stand haben. Darum war der Umfang der Speisekarte extrem reduziert worden und der nette Herr Bedienung war mit einem Hilfskoch und der Chefin alleine da.

Gemischte Vorspeise
Gemischte Vorspeise: Aubergine, Kichererbsen, Gelbe Rüben und Rote Beete.

Aber es gab für mich absolut keinen Grund zu jammern. Ich habe mit eine gemischte kalte Vorspeise bestellt, die auch recht schnell auf dem Tisch stand. Je ein Schüsselchen mit Aubergine, Kichererbsen, Gelbe Rüben und Rote Beete  — und alle hatten mir mit Kräutern, Nüssen und Gewürzen herrlich geschmeckt.

Fruchtige Lamm-Tagine
Fruchtige Lamm-Tagine

Noch köstlicher wurde es bei meiner Hauptspeise. Eine Tagine mit Lammfleisch, Feigen, Aprikosen, Nüssen und Sesam. Wunderbar zart! Nur leider irrsinnig heiß — da bin ich leider aber auch ziemlich empfindlich. 🙂

Ich kann mich Moggadodde in ihrem Urteil nur anschließen: Sehr empfehlenswertes Restaurant, wenn man dem unterfränkischen Bratwurstgaumen mal eine leckere Abwechslung gönnen will. Und das werde ich wieder machen …

Aperitivo all’ Italiana in Würzburg

Aperitivo all' Italiana in der Bar D.O.C.
Aperitivo all’ Italiana in der Bar D.O.C.

Wer mal so richtig in Norditalien war, der wird gelernt haben, dass zu der Genusskultur dort nicht nur der Espresso und Cappuccino im Café, sondern auch der Aperitivo am Abend gehört.

Da trifft man sich mit Freunden nach Feierabend in der Bar, trinkt Cocktails, isst kleine Häppchen und gleitet mehr oder weniger lang in den Abend.

Und das kann man jetzt auch in Würzburg haben.

In meiner Stamm-Caffe-Bar, dem D.O.C. in der Dompassage, wird diese Tradition jetzt eingeführt. Im Moment nur am Freitag und Samstag ab 18 Uhr.

Am Freitag vor gut einer Woche war ich mal nach der Arbeit dort und habe beim Aperitivo den Abend verbracht.

Tja, was soll ich sagen — es geht dann wieder mal so schnell. Eigentlich wollte ich nur mal einen kleinen Cocktail probieren, ein bisschen Focaccia essen und dann wieder heim gehen. Aber ich hatte nicht mit dem Aperitivo-Effekt gerechnet.

Negroni
Negroni auf der Theke im D.O.C.

Eine Kollegin kam zufällig vorbei, mit der ich auch noch ein Feierabend-Gläschen getrunken habe. Danach noch eines mit zwei Freunden, die vorbei schauten. Und dann noch einen mit einer Bekannten. Und zwischenrein immer wieder den Teller mit den Leckereien vollmachen — bei dem Alkohol ist Essen auch wichtig.

So war ich dann überrascht, dass ich tatsächlich schon vier Stunden beim Aperitivo verbracht habe. Die Zeit vergeht so schnell, wenn man Spaß hat! 🙂

Schnittchen auf Italienisch
Schnittchen auf Italienisch
Die Getränkekarte
Die Getränkekarte

Die Qualität der Cocktails schwankt zwischen gut und sehr gut — je nachdem, welcher der Baristas am Mixen ist. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis passt auf jeden Fall, um so mehr, wenn man das Essen mit einrechnet.

Den Aperitivo  gibt es im Augenblick nur am Freitag und Samstag. Das soll sich ändern, wenn das D.O.C. größer geworden ist  — vermutlich im Dezember.

Denn seit etwa zwei Monaten ist die Boutique Michelle in der Dompassage geschlossen, das D.O.C. gegenüber hat den Laden übernommen, baut ihn im Moment um und eröffnet ihn eben Ende des Jahres als italienische Bar. Und dann soll es eben an jedem Abend den Aperitivo all’ Italiana geben. Sehr schön! 🙂

Freiwillige Selbstauskunft: Ich habe vom D.O.C. an diesem Abend einen Cocktail ausgegeben bekommen, der aber keinen Einfluss auf diesen Artikel hatte — nur auf meinen Alkoholpegel! 😉

Auch den D.O.C.lern schmeckt's! :)
Auch den D.O.C.lern schmeckt’s!  Salute! 😀

Mal wieder im Ararat gewesen

Als ich das letzte Mal im “Ararat” essen war, habe ich noch studiert, in einer einstelligen Semesterzahl. Und fand es, soweit ich weiß, richtig gut. Aber ich muss gestehen, dass ich wirklich kein Kenner der türkischen Küche bin. Beim monatlichen Genusstreffen der Foodblogger rund um Würzburg durfte ich das Essen im Ararat mal wieder probieren — und war eher enttäuscht.

Mehr im Kochdepp: http://kochdepp.de/2014/07/26/genusstreffen-im-juli/

Kommunen-Café auf dem Bürgerbräu-Gelände

"Bar 87", das Kommunen-Café auf dem Bürgerbräu-Gelände
“Bar 87”, das Kommunen-Café auf dem Bürgerbräu-Gelände

 

6-20140326_151149Am Mittwoch hat es mich mal wieder an das Bürgerbrau- aka Ex-AKW-Gelände in der Zellerau in Würzburg verschlagen.  Ich hatte eigentlich nur eine kleine Frage an Tilman Hampl, die sich auch hätte telefonisch oder per Mail klären lassen, aber seine Ansage, dass sein Büro jetzt auf dem Bürgerbrau-Gelände sei, hat meine Neugier geweckt.

Ja, es tut sich ein bisschen was auf dem Gelände, auch wenn die meisten Gebäude noch leer stehen.  Aber ein paar Leute wohnen und/oder arbeiten da schon. Wer genau weiß ich gar nicht, eine Übersicht über zumindest die gewerblichen Mieter hab ich auf der Website des Bürgerbräu-Geländes nicht gefunden.

Tilman Hampl erklärt die Kaffeemaschine der "Bar 87"
Tilman Hampl erklärt die Kaffeemaschine der “Bar 87”

Und diese Leute betreiben auf dem Bürgerbräu-Gelände nun ein Café — Arbeitstitel “Bar 87“, in einem Container gleich auf dem Parkplatz. Jeder der beteiligten Anwohner und -arbeiter übernimmt an einem Tag eine Schicht, die von 11.45 Uhr bis 16.45 Uhr dauert.  Kommunen-Café! 😉 Ein paar Brötchen und etwas Gebäck gibt es dort auch, also vielleicht auch für umliegende Firmen als Platz für die Mittagspause ganz interessant.

Als ich ankam, wurde gerade Designer Joachim Lutz von Tilman in die Geheimnisse der Kaffeemaschine eingeführt. Man sollte also gerade am Anfang nicht immer den perfekten Cappuccino erwarten. Obwohl Joachims erster selbst produzierter gar nicht schlecht war — für 1,80 Euro! 😉

Besonders schön ist, dass es bei der Bar 87 möglich ist, einen “Aufgeschobenen” zu bestellen. Das ist ein Kaffee, den man nicht selbst trinkt, sondern der für zum Beispiel Obdachlose aufgehoben wird (finanziell, nicht die Tasse). Von diesen “Suspended Coffees” gibt es immer mehr in Deutschland, eine gute Idee, wie ich finde. So gut, dass ich an dem Tag gleich mal vergessen habe, einen zu bestellen. Das nächste Mal.

Cappuccino auf dem Sonnendeck der "Bar 87"
Cappuccino auf dem Sonnendeck der “Bar 87”

Auch wenn ich mir über die Zukunft des Bürgerbräu-Geländes noch immer nicht im Klaren bin — Programmkino? Große Gastronomie? Kulturstätte? Wohnungen? –, so finde ich es doch schon, dass dort langsam etwas Leben reinkommt und eine angenehme “Aufbruchstimmung” bei den Bürgerbrauern herrscht. Bin gespannt, was da noch so alles passiert. Auf jeden Fall ist es schon mal ein netter Platz, um Kaffee zu trinken. 🙂

Lumen unter Volldampf im Internet

Vor einem Jahr wurde eine Woche lang im Lumen in Würzburg für die Sendung “Unter Volldampf” gekocht und benotet — doch der Sender VOX hat die Serie spontan abgesetzt und die unterfränkischen Folgen waren nie auf der Mattscheibe zu sehen.

Mittlerweile kann man sie doch anschauen, nämlich als Online-Videos unter kochbar.de, da kann man mal prima gucken, ob man die Köche oder Gäste kennt — Biffo vom Kitziblog müsste irgendwo zu sehen sein. 🙂

Kindergeburtstag des schönen René

Ein Jahr wird das Café zum schönen René in den Bahnhofspavillons jetzt alt. Tagsüber ein Café, wo auch Ommi gern mal Kaffee trinkt und Stück Kuchen ist, nachts ein lauter, schriller, ungewöhnlicher Club/Kneipe/Ort.

Danke lieber René für die besten Cuba Libre in Würzburg, für elend lange “Wir trinken nur schnell noch einen Absacker”-Abende, für originelle Konzerte und DJs — nicht immer so mein Ding, aber originell –, für ein Bloggertreffen,  für etliche Kinomontage und für Gtränkekreationen wie den Heiligen Alexandré. Kämpft euch weiter durch den Behörden- und Anwohner-Dschungel und überrascht und mit … naja, ich werde mich überraschen lassen, wie immer! 😉 Und am 6. November stoßen wir — und andere auch — mal darauf an! Vergesst nicht das Hotel Regina einzuladen! 😉

Das Tilman

Im Tilman mit Graupen und vielen Messern

Das TilmanNeulich war ich nicht nur vor dem neueröffneten Tilman am Ulmer Hof gestanden, sondern habe in der Mittagspause auch mal was drin gegessen. Es muss ja in der Mittagspause sein, denn es hat während der Woche nur zwischen 11.00 Uhr und 15.00 Uhr geöffnet, das soll sich aber irgendwann auch mal ändern, also verlängern.

Ich esse mittags meist gar nichts oder nur eine Kleinigkeit, aber ich dachte das Tagesessen für 5 € geht schon mal, preislich ist das ja fast noch in der Dönerkategorie.

Drinnen ist es ganz schicke geworden, ohne jetzt zu “stylisch” zu sein, es wurden sogar noch Elemente der rustikalen Vorgängerwirtschaft (wie hieß die nochmal?) integriert. Die Suche nach einem Platz war nicht schwer; ich war recht spät dran und es war nicht (mehr?) viel los im Restaurant.

Kaum hatte ich mich gesetzt, da kam auch schon der junge Service-Azubi und hat mir die Karte gereicht und das Tagesessen vorgestellt — Schweinelendchen in Pilzrahmsoße mit Petersilienknödeln. Hörte sich lecker an, für 5 € sollte das schon passen.

Vor dem eigentlichen Essen

Mein Weinschorle war auch schnell am Tisch, genauso wie eine Schale mit Weißbrotscheiben und einem Griebenfettboller.
Wo ich groß geworden bin, da hat man die Schlachtschüssel mit den Händen gegessen, darum bekomme ich immer leichte Schweißausbrüche, wenn mehr Besteck als ein Messer und eine Gabel neben dem Teller liegt. Darum habe ich das kleine Tellerchen mit einem kleinem Messerchen auf dem Tisch einfach ignoriert und die Fettbrötchen mit dem normalen Messer gestrichen, denn um mich völlig zu verwirren und mästen kam noch ein “Gruß aus der Küche” bestehend aus Graupen, Kresse, Salat, Paprika — und einem Gäbelchen.  Viel zu viel Besteck für mich, aber sehr lecker. Gut, mit dem Griebenfett haben sie bei mir offene Türen eingerannt — ich liebe das Zeug!

Hauptgang

Dafür dass ich eigentlich nur eine Kleinigkeit essen wollte war ich nach der unbestellten und -bezahlten Vorspeise schon ein wenig satt. Aber nicht satt genug, dass nicht noch der Hauptgang gegangen wäre, denn der war gut. Das Fleisch schön zart, die Knödel fest und sehr petersilig, die Menge völlig ausreichend. Das haben die Koch-Azubis wirklich gut hinbekommen, Hut ab!

 

Natürlich hörte der Firlefanz nicht auf. Selbst zum bestellten Abschlussespresso — der war … ok — gab es noch ein extra Tellerchen mit Gebäck, vermutlich auch selbstgemacht, dazu.

Espresso und GebäcktellerchenGezahlt habe ich für den ganzen Spaß — Weinschorle, Tagesessen, Espresso — 9,20 €, soweit ich noch weiß. Da kann man nicht meckern, selbst ohne den ganzen Zusatzschnickschnack ist das recht günstig. Der Nachteil für die Mittagspause ist allerdings, dass das gesamte Essen natürlich etwas Zeit braucht, eine gute halbe bis dreiviertel Stunde saß ich schon im Tilman. Aber nichts für einen schnellen Snack — aber das soll es ja auch gar nicht sein.

Die Azubis im Service waren sehr jung und sehr nett. Manchmal noch etwas unbeholfen und hin und wieder  wurden sie noch von Hinten dirigiert, haben mich aber natürlich-charmant bedient; ohne diese professionelle Servicefreundlichkeit, die mich immer rasend macht. Ich hoffe nicht, dass das mit den Jahren automatisch bei Bedienungen so wird.

Ich war vom Tilman also sehr angenehm überrascht, zumindest beim Tagesessen kann man vom Preis-Leistungs-Verhältnis nichts falsch machen. Klar ist es keine Sterneküche — das behaupte zumindest ich, der ich noch nie in einem Sternerestaurant gegessen hat –, aber das Essen hat mir wirklich geschmeckt, was bei mir nicht immer der Fall ist. Es kann natürlich sein, dass ich nur einen glücklichen Tag dort erwischt habe, aber das glaube ich nicht. Alle im Laden sahen freundlich, gut gelaunt, engagiert und bemüht aus, was mehr ist als man von der durchschnittlichen fränkischen Gastronomie gewohnt ist.

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