Programmlücke

Ab heute läuft im Programmkino Central die Street-Art-Doku “Exit through the gift shop“. Der soll recht gut, witzig und interessant sein, da werde ich in der Woche, in der er läuft, mal reingehen. Hmmm, wenn ich schon mal dabei bin, läuft in der nächsten Kinowoche ein Film, der mir gefallen könnte? Ist ja nicht mehr lang hin.

Ach gugg mal da — das Kinoprogramm für Dezember ist noch gar nicht online? Offline habe ich es auch noch nicht gesehen. An zu hohen Druckkosten kann es wohl nicht liegen, schließlich hat die Genossenschaft erst 4000 € vom BR gewonnen.

Also Genossen, spannt uns nicht länger auf die Folter und deckt das adventliche Lichtspielprogramm auf! 🙂

Wir haben unser Programmkino

Gut fünf Tage ist es alt, unser Programmkino Central im ehemaligen Mozartgymnasium. Ja, irgendwie ist es unser Kino, denn schon bei der Eröffnung wurde betont, dass es ohne Bürgerbeteiligung, sei es ehrenamtliche Tätigkeit oder durch die Mitgliedschaft in der Genossenschaft, nicht möglich gewesen wäre. Und das wird auch in Zukunft so bleiben.

Eröffnung Central ProgrammkinoDer Erfolg des Central wird davon abhängen, das Leute ehrenamtlich — also ohne finanziellen Lohn — am Projektor stehen, Karten abreißen, Werbung machen, Filme auswählen und so weiter.  Dass das ein paar Monaten funktionieren wird, da bin ich sicher. Die wahre Kinoleidenschaft der Würzburger Bürger wird sich zeigen, wenn mal ein paar Monaten und Jahre ins Land gegangen sind. Und auf der anderen Seite braucht das Kino genug Filminteressierte, die den Kinosaal einigermaßen füllen — und das sieben Tage die Woche bei mindestens zwei Vorführungen am Tag.

Nicht dass ich pessimistisch bin. Das kann durchaus funktionieren und ich werde mit meinen Besuchen — schon im November stehen mindestens zwei Filme auf meiner Wunschliste — und wenn mal genug Geld in meiner Kasse ist, auch mit einem Genossenschaftsanteil von 100 € mein Scherflein dazu beitragen.

Am Samstag war ich bei den italienischen Filmtagen auch das erste Mal so richtig im Central. Genauer gesagt war ich eine gute halbe Stunde später als gedacht im Central, da sich jemand bei der Berechnung der Filmdauer des Vorfilms etwas vertan hat. Aber ich bin während des Films dann doch wachgeblieben — das gelang nicht jedem in meiner Reihe, wobei die recht harten Sitze mir dabei sehr geholfen haben.

Das Kino an sich hat eine recht angenehm improvisierte Atmosphäre und durch die leichte Schräge im Boden kann man auch ganz gut sehen — wobei ich dank meiner 1,85 Meter da selten Schwierigkeiten habe, eher schon die Leute hinter mir. Ein mir gewohntes Drama bei den Getränken: Es gibt Antialkoholisches und Bier — keinen Wein. Wenn ich in die Genossenschaft eintrete, dann wird das neben weichen Sitzkissen (sind aber soweit ich weiß eh schon geplant) meiner erster Punkt auf der Tagesordnung sein.

In dieser Woche kann man auch bei Bayern 2 für das Programmkino beim Wettbewerb “miteinander” abstimmen. Trotz meines Gemosers hat sich die Genossenschaft auf die letzten drei Plätze geschoben und wird damit auch einen Geldpreis gewinnen, jetzt ist nur noch die Frage, wie hoch der Geldsegen ausfallen wird. Wer mag, darf hier abstimmen, für welche der drei ehrenamtlichen Initiativen auch immer.

Übermut und Frühstart

Die Genossenschaft Programmkino Würzburg wird aber ganz schön übermütig. Jetzt wollen sie beim Wettbewerb “miteinander” des Bayerischen Rundfunks mitmachen, bei für die beste, originellste, etc. ehrenamtliche Initiative in Bayern abgestimmt werden kann.

Nicht dass ich dem Central Programmkino (darf ich den Hashtag ) vorschlagen?) das Preisgeld nicht gönnen würde, aber bisher ist bis auf zwei Versammlungen, ein paar Filmen im Chambinzky und im Theater Ensemble und einer Genossenschaftsgründung, die keiner so richtig mitbekommen hat, noch nicht sooo viel passiert. Im nächsten Jahr, nach vielen Vorführungen im Moz, da fände ich eine Teilnahme bei so einem Wettbewerb in Ordnung. Aber schon jetzt?

Aber gut, manche bekamen schon einen Friedensnobelpreis mit noch weniger Taten, warum soll da ein Programmkino ohne Filmprojektor nicht auch einen Preis gewinnen.

Central Kinoprogramm Programmkino Lartnec

Jetzt kommt immer mehr Butter bei die Meefischli in Sachen Programmkino. Die Genossenschaft ist gegründet (Anteilspreis 100 €), das Kino wurde auf den Namen “Central” getauft, das Mozartgymnasium als vorläufiger Spielort auch mit der Stimme von Michael Gerr genehmigt und jetzt ist endlich auch das Kinoprogramm für November raus.

Ab 4. November 2010 geht es also wirklich so richtig los. Zwar nicht mit sooo viel verschiedenen Filmen — abseits der italienischen Filmtage sind es acht Filme –, aber wirklich mit jeden Tag mindestens zwei Vorstellungen, um 18.30 Uhr und um 20.30 Uhr. Was die Kinokarte kosten wird, das weiß ich leider nicht, auch die Website des Programmkinos ist noch recht … unergiebig. 😉 Von den Filmen, die im November gezeigt werden, habe ich keine Titel jemals gehört, die sagen mir alle gar nicht — aber das lässt sich ja ganz einfach ändern. 😉

Das Kinoprogramm für November 2010 — und in Zukunft auch für die weiteren Monate — finden sich im WürzburgWiki, wer @wuevent beim Würz-Micro-Blog oder bei Twitter folgt, der wird dann auch immer über das Kinoprogramm am jeweiligen Tag informiert. Oder das PDF, dass ich mühsam abtippen musste, als Download

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Update: Ich habe Mitleid gezeigt und für die armen Steinbachtaler das Original-PDF von 5 MB auf 1,7 MB huntergeschraubt — sieht aber genauso aus. 😉

Programmkino auf dem Weg zur Genossenschaft

So langsam kommt die Initiative Programmkino strukturell in die Pötte. Sie hat sich nun entschieden, eine gemeinnützige Genossenschaft zu werden, die Anträge liegen beim Finanzamt und beim Genossenschaftsverband.

Ende Juni sollten die Anträge durch sein und dann kann man auch Anteile an der Genossenschaft zeichen, also kaufen. Was ein Anteil kosten wird ist noch unklar, ich hoffe ja sehr auf einen kleinen Beitrag, damit auch weniger gut betuchte Filmfreunde sich beteiligen können. Denn einen Genossenschaftsanteil von 10 € können sich auch Hartz IV-Cineasten leisten, einen Anteil für 50 € oder 100 €  schon nicht mehr so leicht. Die Gutbetuchten können ja dann mehrere Anteile zeichnen.

Was mich bisher an der Initiative Programmkino etwas stört ist, dass man kaum etwas von hinter den Kulissen mitbekommt. Seit Februar dümpelt die Website vor sich hin, gerade mal mit ein paar Kinoprogrammhinweisen bestückt. Aber den Stand der Dinge, was den weiteren Weg des zukünftigen Kinos, sieht man dort nicht. Oder mal, wer im Moment da überhaupt dahintersteht. Oder was noch zu tun ist. Dabei wäre es doch gerade bei einer solchen Initiative, die letztlich auf eine sehr breite Unterstützung von Würzburger Bürgern angewiesen ist, ein wenig Mitmachtransparenz an zentraler Stelle sehr hilfreich.

Im Juni werden übrigens scheinbar keine Filme gezeigt, aber ich hoffe, dass da bald wieder etwas — vielleicht sogar Open-Air? — gehen wird.

Programmkino: Vom Unkonkreten zum Konkreten

Ich dachte mir schon, dass zur Infoveranstaltung um ein mögliches Programmkino in Würzburg am Dienstagabend viele Interessierte kommen würden. Aber dass dann doch sooo viele kommen würden, dass selbst die Stehplätze im Luisengarten knapp wurden, das hätte ich nicht gedacht. Die Hütte war voll, so um die 300 Leute werden da gewesen sein.

Für alle die nicht dort waren und sich für das Thema Programmkino in Würzburg interessieren: Ihr habt nichts verpasst. Nicht dass es ein uninteressanter Abend war. Aber es ist nicht konkret passiert. An Eckdaten gab es auch nur die bekannten Punkte: Es soll eine Genossenschaft oder ein Verein für den Betrieb eines Programmkinos gegründet werden (der Rechtsanwalt auf dem Podium sprach sich eher für die Genossenschaft aus), das Kulturreferat der Stadt wird die initiative und dann die Genossenschaft nach Möglichkeit unterstützen, es wird für das Programmkino kein neuer Födertopf aufgemacht werden. In den nächsten Monaten gibt es schon Filme im Chambinzky und an eventuell anderen Orten. Nach einer vorübergehenden-dauerhaften Ortslösung wird gesucht, Ideen dazu sind gerne gehört. Kulturreferent Al Ghusain hat glaube ich dreimal die dann umgebaute Frankenhalle als endgültigen Ort des Programmkinos ins Rennen geworfen — mal sehen, ob das auch so kommt.

Alles Dinge, die einem schon vom Lesen des Flyers bekannt waren. Trotzdem interessant war der Abend durch Friedrich Erbacher. Der kommt aus Aalen und ist Vorstand einer Genossenschaft, die eben ein Programmkino, das Kino am Kocher, in der Stadt vor drei Jahren eröffnet haben — und es läuft immer noch. Sie haben mit wenig finanzieller Förderung ein kleines Kino mit 70 Plätzen gebaut bzw. umgebaut und darin eine kleine Kneipe verpachtet. Herrn Erbachers Vortrag hat motiviert, ein Programmkino in Würzburg auf die Beine zu stellen; er hat aber auch gleichzeitig die Grenzen gezeigt. Man braucht viele Leute, die Genossenschaftsmitglied sind, damit die Grundfinanzierung vorhanden ist, man braucht aber fast noch dringender dauerhaft Leute, die ehrenamtlich am Kinobetrieb mitarbeiten. Und: Auch das Programmkino muss sich rechnen; experimentelle Filme zu zeigen, die kaum jemand sehen will, muss man sich finanziell genau überlegen.

Und wie ich mich so im Saal umgeschaut habe, kam mir noch ein mögliches Problem in den Sinn: Die Interessen in Bezug auf das Kino und besonders auf die Filmauswahl werden sehr unterschiedlich sein. Mainstreamfernes Unterhaltungskino, sozialkritische Problemfilme, attac-taugliche Antiglobalisierungsstreifen, Fremdsprachenkino für Fortgeschrittene, hochchiffrierte Essayfilme und viele andere Arten von Filmen werden wohl von verschiedenen Gruppen und Cliquen erwarten und gefordert werden. Die Programmgruppe des potenziellen Kinos bzw. der Vorstand der Genossenschaft wird aufpassen müssen, sich nicht vereinnahmen zu lassen und — zwangsweise — auch wirtschaftlichen Aspekten die Filmwahl überlassen müssen. Im Kino am Kocher gilt für exotische Filmewünsche das Prinzip “Mach den Saal voll, dann zeigen wir den Film”. Trotzdem wird man auf eine ausgewogene Filmauswahl großen Wert legen müssen, um den kulturellen Frieden zu wahren, sofern das überhaupt möglich ist.

Der Abend war also keine Gründerversammlung, wie auf dem Flyer zu lesen war, sondern eine Infoveranstaltung. Und eine Rekrutierungsveranstaltung. Denn die Initiative, so unkonkret sie auch noch ist, braucht Leute, die für sie etwas tun oder tun werden. Öffentlichkeitsarbeiter, Organisatoren, kleine und große Technik, Filmkenner, Mundpropagandisten, Ideengeber, Raumsucher, etc. pp. Interessenten können ihre Kontaktdaten über ein Formular an das Kulturreferat schicken, über die Website programmkino-wuerzburg.de sollte auch ein Austausch erfolgen, aber da ist leider noch recht wenig Inhalt drauf, geschweige denn eine Kontaktmöglichkeit. Vielleicht sollte ich mit gutem Beispiel vorangehen und mich als Webmaster der Seite anbieten. Hab ja sonst nix zu tun! 😉