Schlagwort-Archive: geschichte

#Würzblog10 – Erinnerung #2

Na, unschwer zu erkennen, welche Baustelle im Jahr 2007 auf den Bildern zu sehen ist — das Forum aka Petrinihaus aka Knast am Unteren Marktplatz. Was haben sich Würzburger darüber aufgeregt — und tun das immer noch. Zumindest hat das Gebäude Würzburg Podiumsdiskussionen kurz vor Bauende, Werkberichte und einen Drehort für einen Krimi im Bayerischen Fernsehen besorgt — gute Unterhaltung halt.
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Maschikuliturm offen: Ein Tag von sieben

Talseite des Maschikuliturms in Würzburg
Talseite des Maschikuliturms in Würzburg. Foto: Wolfgang Keller/WürzburgWiki, CC-BY-SA-NC

Um den Maschikuliturm in Würzburg zu besichtigen, gibt es nur sieben Gelegenheiten im Jahr — und heute am 1. Mai ist eine davon.

Ab 11 Uhr sperrt die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung den Maschikuliturm und sein Festungsgewölbe auf, der Eintritt kostet für Erwachsene 3,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Jeder unter 18 Jahren muss nix zahlen. Bis 16.30 Uhr ist der Turm geöffnet, dann muss man bis Pfingstsonntag und -montag warten.

Wie man zum Maschikuliturm kommt? Hm, so ganz genau weiß ich das gar nicht, ich war noch nie dort. Angeblich durch das Weinbergstor am Festungsparkplatz. Naja, wird schon zu finden sein! 😉

Weißt du mehr zum Thema "Maschikuliturm"? Dann schreibe dazu etwas im WürzburgWiki.

Headerbild: Bbb/WürzburgWiki, CC-BY-SA

U&D 1994

U & D 2012 / Splitter II

Zum 25. Geburtstag zeigte das U&D eine Ausstellung zur Würzburger Pop-Rock-Geschichte der letzten Jahrzehnte, logischerweise mit großen Schwerpunkt auf dem Umsonst & Draussen-Festival. Zu jedem Jahr gab es Plakat mit Bildern von Konzerten in Würzburg oder von Bands, die sich da gegründet haben oder anderen kulturellen Ereignisse in Würzburg.

Toll gemachte Ausstellung, die einen Haufen Arbeit gemacht haben muss. Und ich hoffe wirklich, dass sie Ausstellung in irgendeiner Form dauerhaft und öffentlich gezeigt werden kann, wäre sonst schade um die Arbeit.

Und durch die Ausstellung wurde eine Frage beantwortet, die ich mir schon seit ein paar Jahren stelle: Wann war ich zum ersten Mal beim Umsonst & Draussen in Würzburg? Am Plakat habe ich es wiedererkannt! 🙂

U&D 1992

Damals wohnte ich noch in Schweinfurt und musste die enorm weite Anreise nach Würzburg in Kauf nehmen. Das änderte sich in dem Jahr, als ich umgezogen bis und endlich als Würzburger, als Einheimischer, das U&D besuchen konnte.

U&D 1994

 

Würzblog-Bilderrätsel #54

Sehr geehrte Rätselfreundinnen und -freunde, sie sehen vor sich ein Doppelfenster, auch „Biforium“ genannt, Mitte 12. Jahrhundert, das sich an der Außenwand eines Gebäudes in der Fußgängerzone bewundern lässt.

Die Doppelarkade wurde bei Abbrucharbeiten nach der Zerstörung der angrenzenden Gebäude in der Bombennacht des 16. März 1945 aufgedeckt und geborgen. Es befand sich ursprünglich in der Wand eines Hofes, den der jeweilige Dompfarrer in den Jahren 1338 bis 1406 bewohnte.

Wie hieß der Hof, in dem der Dompfarrer wohnte? Zwei Worte, der allerletzte Buchstabe wird in der Lösung an der 38. Stelle gebraucht.

Würzblog-Bilderrätsel #53

Ein kurzer Blick zurück zum Würzblog-Bilderrätsel Nummer 24: Darin beschäftigten wir uns mit dem ersten Gotteshaus, das die evangelische Kirche in Würzburg erbaut hat. Heute geht es um die allererste evangelische Kirche im erzkatholischen Würzburg.

Die Geschichte des Gotteshauses reicht zurück bis ins 11. Jahrhundert, damals konnte sie freilich noch nicht evangelisch sein. Gegründet wurde sie von Bischof Heinrich I. als Chorherrenstift.
Anschließend gehörte sie als Abteikirche zu einem Kloster, das 1803 im Zuge der Säkularisierung aufgelöst wurde. Im gleichen Jahr wurde sie zur ersten evangelischen Pfarrkirche in Würzburg, seit 1827 auch Dekanatskirche.

14 Jahre vor der Auflösung ihres Klosters hatten die Mönche ihre romanische Basilika durch einen klassizistischen Neubau ersetzt.

Unsere Frage: Wie hieß der Baumeister? Gesucht sind zwei Vornamen und der Nachname. Der zweite Buchstabe des Nachnamens steht in der Lösung an 8. Stelle.

Caffeehaus fertig gelesen

Caffeehaus-Gespräch im Café

Vorwort: Nachdem Roman Rausch mir schon sein neuestes Werk überlassen hat, wollte ich auch was darüber schreiben. Rezensionsunerfahren suchte ich aber Beistand bei Semiprofi Emily von Papiergeflüster. Wir haben beide andere Literatur auf Seite gelegt, und ganz dem Rausch hingegeben und uns gestern — passend zum Buchtitel und auch zum Inhalt — in der Bar D.O.C. zur gemeinsamen Buchbesprechung getroffen. Also — los geht’s!

Caffeehaus fertig gelesenRoman Rausch, der bisher einige Würzburg- und zwei Hamburg-Krimis geschrieben hat, wagte sich jetzt an ein neues Genre: den historischen Roman. Räumlich ist er damit aber wieder zurück zu den fränkischen Wurzeln gekehrt, „Das Caffeehaus“ spielt im Würzburg des 18. Jahrhunderts. Hauptcharaktere sind die ehemalige Haremsdame Sabiha und der uns allseits bekannte Balthasar Neumann, die es beide rein zufällig nach einer ersten Begegnung im Türkenkrieg bei Belgrad nach Würzburg verschlug.

Ralf: Überhaupt ist Gevatter Zufall ein stetiger Begleiter in diesem Buch.

Emily: Was ja leider in vielen durchschnittlichen historischen Romanen üblich ist.

Ralf: Ich glaube, dass es schon eine dramatische Notwendigkeit hat. Auch in hochkarätigen Filmen und Büchern, was mich aber immer nervt.

Emily: Stimmt, selbst die von mir verehrte Rebecca Gablé kommt nicht ohne aus.

Ralf: Rebecca Gablé?

Emily: Hier.

Ralf: Ahhhh ja. Historische Romane sind ja wirklich nicht so mein Ding. Ich habe auch beim Caffeehaus gemerkt, dass mich die Fülle an historischen Daten und Ereignissen überfordert.

Emily: Das hängt aber auch sehr vom Autor ab, wie er sie verpackt. Beim Caffeehaus fand ich, dass die Historie mehr im Vordergrund stand als in anderen historischen Romanen. Es ähnelte stellenweise schon einem Sachbuch.

Ralf: Stimmt. Wenn man interessiert ist an den verwandtschaftlichen Verhältnissen der Fürstbischöfe wird man in dem Buch viel lernen können. Aber das Buch erzählt ja nicht nur Geschichte, sondern auch „Gschichtli“. Da wäre zum Beispiel die vom Zufall gebeutelte Sabiha, die in Würzburg das erste orientalische Caffeehaus eröffnet. Eine Powerfrau.

Emily: *räusper* Typisch „in-Roman“ (meint die spezielle Gattung historischer Romane mit verweiblichtem Titel wie „Die Pelzhändlerin“)

Ralf: Mir wurscht. Powerfrau. Für das 18. Jahrhundert fast schon zuviel Powerfrau.

Emily: Das meinte ich.

Ralf: Trotzdem. Im Roman klingt es ab und zu, als würden die wirtschaftlichen und politischen Geschehnisse Würzburgs von ihr, sei es nur indirekt, bestimmt. Ihr Caffee beeindruckt Fürstbischöfe und Kaiserinnen. In der Science Fiction würde man diesen Effekt wohl „deux ex machina“ nennen. Die Allwunderwaffe Caffee.

Emily: Wobei ich den Caffeeteil recht interessant fand, ich wusste zum Beispiel vorher nicht, das zu der Zeit das Mostfrühstück üblich war. Die Caffeegeschichte fand ich ganz schön, sie hat selbst mir, einer Nichtkaffeetrinkerin Lust auf Caffee gemacht.

Ralf: Da hake ich gleich mal ein, als bekennender Caffeesnob fand ich den Kult, den eben diese Sabiha um das Rösten und Zubereiten macht durchaus nachvollziehbar. Es erinnert mich an ambitionierte Caffeedealer in Würzburg, wie zum Beispiel das D.O.C., wo wir gerade diese Rezension schreiben. Dieser Teil ist glaube ich auch für jeden Caffeefetischist lesenswert.

Emily: Das wäre dann der Teil, der auch für Nichtwürzburger interessant wäre. Der historische Teil bezieht sich ja schon sehr auf die Geschichte Würzburgs.

Ralf: Wobei ich mir vorstellen kann, dass es für Würzburginteressierte-Nichtwürzburger – potentielle Touristen – quasi als Reiseführer dienen könnte.

Emily: Zumindest für die Residenz, deren Entstehung detailliert beschrieben wird.

Ralf: Ach ja, Neumann.

Emily: Hättest Du den fast vergessen?

Ralf: Könnte man fast vergessen, wobei sein Part im Buch schon recht groß ist. Aber als menschliche Person nimmt man ihn gar nicht so wahr, mehr in seiner Funktion als Bauleiter und Architekt. Aber wenn ich mir den Caffeehaus-Neumann mit seinen offenen und originellen Ideen, für damals zumindest, heute vorstelle, dann würde ihn der Verschönerungsverein wahrscheinlich mit Steinen aus der Stadt treiben. Denn laut Roman musste auch Neumann gegen Betonköpfe und konservative Kräfte ankämpfen.

Wie fanden wir jetzt den Roman?

Emily: Ich fand es einen netten historischen Schmöker, der schnell gelesen ist und mir als Nichtwürzburgerin einiges über die Geschichte der Residenz beigebracht hat. Sabihas Teil war schön, aber nicht notwendig.

Ralf: Dann wäre es nur noch halb so dick. Es ist sowieso schon luftig gesetzt.

Emily: Und Dein Fazit?

Ralf: Es ist ein historischer Roman, damit hat es bei mir schon mal schlechte Karten. Da kann aber Roman Rauscht nichts dafür. Historienfreunden wird er gefallen.

Emily: Wobei er meiner Meinung nach an Tilman Röhrigs „Riemenschneider“ nicht heran reicht, der handwerklich ein Stück besser ist.

Ralf: Von mir aus, aber ich glaube nicht, dass es ein schlechter Roman ist.

Emily: Das stimmt, er war besser als ich erwartet hatte.

Ralf: Lässt sich locker lesen und ich würde ihn, darf man gar nicht so negativ sehen, als nette Urlaubslektüre bezeichnen.

Jetzt trinken wir einen Caffee!

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Auf dem Schreibtisch: Das Caffeehaus von Roman Rausch

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Da komme ich heute früh nichts ahnend ins Büro und da liegt ein Umschlag vom Rowohlt-Verlag auf meinem Schreibtisch. An das Würzblog adressiert. Ob der Verlag das Würzblog endlich in Buchform herausgeben will? Aber das Vertragswerk wird wohl nicht fünf Zentimeter dick sein.
Beim Öffnen kam mir eine Karte “Mit besten Grüßen von Roman Rausch” entgegen — und ein Exemplar seines neuen Buchs “Das Caffeehaus“, welches im Dezember 2009 erscheinen wird.

Diesmal schreibt Rausch keinen Krimi, sondern einen historischen Roman — nicht unbedingt mein Lieblingsgenre. Aber er hat sich nach langer Abstinenz wieder mal dem Thema “Würzburg” gewidmet, ob das aus Leidenschaft oder aus Verkaufsgedanken geschah, weiß ich nicht.
Laut Buchrücken handelt die Geschichte vom Schutzpatron des Verschönerungsvereins, Balthasar Neumann und einer jungen Türkin, die ein Kaffeehaus in Würzburg eröffnen will. Oder muss. Oder darf. Irgendwie darum geht es wohl. Warum genau werde ich erst beim Lesen wissen — und es euch wissen lassen. Vielleicht lasse ich mir beim Rezensieren von Emily von Papiergeflüster helfen, die kennst sich da besser aus. 😉

Aber so oder so: Danke an Roman oder Rowohlt oder an beide.

Ja, was wird denn nun aus dem Nachkriegs-Würzburg?

Heute schon mal ins Fernsehprogramm geschaut? Nein, ich auch nicht. Aber zur Primetime um 20.15 Uhr kann wohl nichts so Gutes kommen, dass es eine Konkurrenz zur Veranstaltung der VHS in der Mozart-Schule wäre. Dort findet heute nämlich eine Podiumsdiskussion mit dem Titel “Was wird aus dem Nachkriegs-Würzburg?” statt. Auf dem Podium befinden sich Rembrant Fiedler vom Landesamt für Denkmalpflege, der Stadtbaurat Christian Baumgart, Stadtheimatpfleger Hans Steidle, Stefan Kummer vom Verschönerungsverein und Gabriele Scholder vom Architekturbüro Stadt + Raum Würzburg. Moderieren wird den Abend Eberhard Schellenberger vom BR-Studio Mainfranken.

Die einzige mir unbekannte Nummer ist Frau Scholder, aber wenn sie keine radikal-progressive Architektin ist, dann erscheint mir das Podium etwas sehr nach “Früher war alles besser” und “Bloß nix Neues, könnt’ ja anders werden” besetzt. Ein Grund mehr für mich, da mal hinzugehen, auch wenn ich dafür den Bloggerstammtisch erst mal opfern muss. Ich erhoffe und vermute aber eine gute Beteiligung aus dem Lp10-Umfeld, die die Veranstaltung ja auch angekündigt haben.

Vielleicht weiß ich danach ja wenigstens, was mit “Nachkriegs-Würzburg” gemeint ist. Und ob damit der Dreißigjährige Krieg gemeint ist. Und wann die Nachkriegs-Periode beendet ist. Und überhaupt.

Also: Heute, 14. Oktober 2009, um 20.15 Uhr in der Mozart-Schule. Schalten Sie ein! Eintritt ist frei.