Gustav, die 2. Chance

Manchen waren vom Programm des Hafensommers angetan, fanden aber die Eintrittspreise zu teuer. Ich glaube, dass einige Konzerte woanders deutlich teurer wären. Aber egal, eine Künstlerin, die auch am Hafensommer gespielt hat, ist am Donnerstag, 13. November 2008, im Cairo auch für den kleinen Geldbeutel zu sehen und zu hören — Gustav! Tanzklub macht’s für 5 € möglich. Ich hatte beim Hafensommer zwar eine Pressekarte, aber keine Zeit, darum werde ich jetzt alles daran setzen in das Konzert zu gehen.

Wie es aussieht gibt es Karten nur an der Abendkasse. Ich überlege schon, ob ich mich im Schlafsack vor das Cairo legen soll, damit ich auch sicher reinkomme, denn das wird bestimmt voll. Einlass ist um 20.30 Uhr, das Konzert beginnt um 21.00 Uhr.

Psst, Abschlussveranstaltung beim Hafensommer. Aber leise.

Heute endet der Hafensommer. Leise natürlich, wir wollen ja die geplagten Anwohner nicht stören. Am Eingang also bitte die Filzpantoffeln anziehen. Jaune Toujours werden sich Kissen in die Blechblasinstrumente, die mongolischen Egschiglen summen ihren Kehlkopfgesang nur mehrstimmig vor sich hin, Nagelritz wird seine Ringelnatz-Interpretationen per Stille Post weitergeben, Carlos Cortizos Tänzer trippeln auf Eierkartons zu gedachter Musik, Die Dozenten schnippen ihren Swingmelodien und Tanguda wird die Abschlussshow nicht mit viel Feuer und Pyro zelebrieren, sondern lieber Wattebällchen in die Luft werfen.

Und bloß nicht die Nachbarn stören. Sonst beschweren die sich wieder. Da beschneidet man doch lieber Würzburgs Kultur, damit drei Leute bei offenem Fenster schlafen können.

Zwischen Hulu-Hula-Dancer und Jodlerin

Am Montag saßen Rööö und ich auf der Treppe des Heizkraftwerks. Nicht aus romantischen Gründen, sondern um uns Erika Stucky anzuhören. Aber schon Rööös Frage vor dem Konzert, was sie denn so spielt, war für mich schon schwer zu beantworten, obwohl ich sie schon beim letzten Hafensommer gehört habe. Und auch in diesem Jahr fällt es mir schwer, Erika Stuckys Auftritt in Worte zu fassen.

Stucky ist Sängerin, Akkordeonspielerin, Schaufelschlägerin, Geschichtenerzählerin, Tänzerin, Geräuschemacherin, Clown, Jodlerin, Amerikanerin und Schweizerin — und das alles auf ihre ganz eigene Weise. In diesem Jahr wurde sie unterstützt von den Roots of Communication, zweier Alphorn-, Posaune- und Muschelbläsern und einem Schlagzeuger. Und es war unglaublich und sehr beeindruckend, was diese Musiker aus ihren Instrumenten für Töne herausholen konnten, das waren mund- und handgemachte Synthesizer. Die Stilspanne ging von Chansons, Pop, Folklore, Ambient bis zu einer sehr geilen Freejazz-ähnlichen Nummer für Alphörnern, Schlagzeug und Schaufel. Und immer war Stucky da wo sie war. Sie nahm das Publikum und ihre Umgebung — die Surfwelle des Heizkraftwerks — wahr. Und das machte sie als Künstlerin sehr nahbar — und sympathisch.

Ein großartiges Konzert von großartigen und ungewöhnlichen Musikern. Selbst Rööö hat es gefallen. 😉

Bilder vom Konzert gibt es im Rööös Sevenload-Album für den Hafensommer 2008.

Die 17 Hippies dudeln sich ein

Ich höre sie schon die Straße rauf dudeln, die 17 Hippies. Um 21.00 Uhr spielen sie am Hafensommer in Würzburg und das Gemeinschaftsbüro ist schon ganz hippelig. Warum? Weil die Architekten hier Sponsoren des Abends sind, deren Daumen schon ganz blau von Drücken für gutes Wetter heute Abend sind.

Es kann leider gut sein, dass der Film “Die halbe Treppe“, der für heute Abend mit im Programm war und deren Soundtrack die 17 Hippies einspielten, entfallen muss, da die Veranstaltung sonst über Mitternacht hinaus gehen würde und die Anwohner (oder wahrscheinlich bloß einer) Amok laufen würde. Wieder mal.

Im Vorverkauf sind die Karten für das Konzert schon lange ausverkauft, aber an der Abendkasse gibt es noch welche, sofern man rechtzeitig da ist.

Stucky am Hafensommer, diesmal in warm

Link: sevenload.com

“See you in Würzburg“. Und das tun wir, Stucky und ich. Heute Abend weilt sie wieder vor dem Heizkraftwerk in Würzburg — Erika Stucky, diesmal verstärkt durch Roots of Communication. Stucky, die Frau, die beim letzten Hafensommer den Winter nach Würzburg brachte, dafür aber ganz neue Gehörgänge in die Ohren der Zuhörer bohrte.

Aber die Gefahr eines Wintereinbruchs droht heute Abend wohl nicht. Knapp über 20° C und eine überschaubare Regenwahrscheinlichkeit machen Mut, im schlimmsten Fall etwas nass zu werden, aber die Gefahr, dass einem die Zehen abfrieren, scheint in diesem Jahr gebannt.

Ich freue mich schon darauf, und viele andere wohl auch. Darum als Tipp: Das Konzert beginnt um 21.00 Uhr, Einlass ist schon um 19.30 Uhr. Also am besten schon um 19.15 Uhr vor der Kasse stehen. Zumindest wenn das Wetter einigermaßen gut ist.

Nach Pelzig kommen die tanzenden Bilder

Open-Air-Kino ist schon was Feines bei dem Wetter. Das dachte gestern Abend nicht nur ich, das dachten auch mehrere hundert andere Würzburger, denn die Treppe bei Hafensommer am Heizkraftwerk war so gut wie voll. Natürlich zog auch der Film; Erwin Pelzig in seiner Heimatstadt auf der Leinwand zu sehen, das hat man nicht alle Tage. Der Streifen selbst hat jetzt keine Filmgeschichte geschrieben, war aber wirklich unterhaltsam, auch wenn Herr Barwasser schon manchmal tief in die Textkiste seiner Kabarettprogramme gegriffen hat.

Heute Abend ist am Hafensommer wieder Kino. Naja, nicht so richtig Kino, aber es flimmert etwas auf der Leinwand. Und auf die Ohren gibt es dazu, denn heute heißt es “Tanzende Bilder II”, es werden experimentelle Musikclips gezeigt. Wenn sich noch jemand an das Internationale Filmwochenende vor einigen Jahren erinnern kann, bei dem die Filmparty im Saalbau Luisengarten war — da liefen schon einmal solche abgefahrenen und interessanten Videoclips, heute ist quasi die Fortsetzung. Sehr empfehlenswert.

Um 21.30 Uhr geht es los, 7 € Eintritt, das Gewitter gerade ignoriere ich einfach.