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Walter Braun, Würzburger Ansichten in Wasser

Der Hotelturm in Würzburg, gedrucktes Aquarell auf Leinwand von Walter Braun.
Der Hotelturm in Würzburg, gedrucktes Aquarell auf Leinwand von Walter Braun.

Nachdem ich beim Frühling International war, bin ich weiter zum Bürgerbrau Gelände. Dort stellte zum ersten Mal Walter Braun im Fin-Ger aus, der Vater von Matthias Braun, unter dem Motto “Bilder eines Architekten”.

Im Ruhestand hat der ehemalige Architekt die Leidenschaft fur die Aquarell-Malerei entdeckt. Allerdings eben nicht (nur) für die sonst üblichen Bildern von fränkischen Weinbergen, sondern auch von vielen modernen Stadtansichten, gerade aus und um Würzburg. Zumindest habe ich vorher noch nie ein Aquarell vom Hotelturm oder dem Müllkraftwerk gesehen.

Ausgestellt hat Walter Braun auch nicht die Aquarelle direkt. Nach bester Crossover-Manier hat der die Wasserfarben eingescannt, am Computer bearbeitet und dann groß auf Leinwand drucken lassen. Warum auch nicht?

Auf Leinwand ebenso bunt wie in echt: Das Müllheizkraftwerk
Auf Leinwand ebenso bunt wie in echt: Das Müllheizkraftwerk

Ganz unbelastet ist Walter Braun ohnehin nicht, wie er mir vorhin erzählt hat. Das künstlerische Talent hat er geerbt. Nein, nicht über eine Zeitmaschine von seinem Sohn Matthias Braun. Sondern von seinem Vater, Wilhelm Braun, ein recht bekannter Münchner Künstler, der unter anderem auch ein Fenster in der Marienkapelle gestaltet hat.

Am Sonntag war leider gleich auch Ende der am Freitag eröffneten Ausstellung, wer die Bilder sehen will, muss auf eine andere Gelegenheit warten.

Am Montag kann man die Bilder noch zwischen 12 und 18 Uhr dort anschauen, dann war es das erst mal.

Acht Bilder am Stück im Fin-Ger in Würzburg
Acht Bilder am Stück im Fin-Ger.
Architekt im Ruhestand und aktiver Maler: Walter Braun
Architekt im Ruhestand und aktiver Maler: Walter Braun
Die Original-Aquarelle von Walter Braun
Die Original-Aquarelle von Walter Braun
Acht Bilder am Stück im Fin-Ger in Würzburg
Acht Bilder am Stück im Fin-Ger.

 

Eine Nacht im Hotelturm

Ach, der Hotelturm in Würzburg. Was hatte ich mit dem im Blog schon Spaß, bevor er überraschenderweise doch mal fertiggestellt wurde. Zig Artikel, ein lustiges “Wir beleuchten mit Twitter die Fenster”-Spiel und eine Abmahnung — das waren noch Zeiten.

Dann wurde aus dem Hotelturm das GHotel und Ruhe kehrte ein.

Aber in der letzten Woche hatte ich die seltene Gelegenheit, mal im GHotel formerly known as Hotelturm zu übernachten — berufliche Klausurtagung. Meine erste Hotelübernachtung in Würzburg überhaupt! 😉

Und nachdem ich so viele Geschichte mit dem Bau erleben durfte, habe ich mich eigentlich schon auf eine Nacht mit einem wunderschönen Ausblick im 17. Stock gefreut.

Nix war’s! 5. Stock mit Blick auf die Tankstelle. Das Leben ist schon ein ungerechtes! 😉

Ausblick GHotel Würzburg, 12. Etagen unter dem Dachgeschoss.
Ausblick GHotel Würzburg, 12. Etagen unter dem Dachgeschoss.

Zimmer sind übrigens ok, aber nichts Besonderes.

Zimmer GHotel Würzburg
Zimmer GHotel Würzburg

Nur eine Frage bleibt mir noch zu klären. In den zwei Tagen, in denen ich im GHotel war, stand rechts neben dem Eingang ein Eimer mit einer Mischung aus Wasser, Orangenschalen, einem Zigarettenstummel und einem Streichholz. Wird das für irgendwelche geheimen Riten gebraucht?

Das Mysterium des Mandarineneimers
Das Mysterium des Mandarineneimers

Bauarbeiter im Hotelturm?

Es klingt fast so unglaublich, als ob der Yeti gesichtet wurde: Auf BR-Online wird berichtet, dass im Hotelturm Bauarbeiter gesehen wurden, die nach deren Angabe ein Musterzimmer einrichten sollen. Und bis Dezember — das Jahr wird nicht angegeben — sollen 200 Zimmer fertiggestellt werden. Hotelturm! Fertiggestellt! In Würzburg! Ha!

Auf der Website des neuen Betreibers GHOTEL ist noch ein “In Kürze” zu lesen. OB Rosenthal könnte seine Wette also vielleicht noch in der Silversternacht gewinnen. Prost Neujahr!

Update: Die Main-Post wirft ein winziges Bisschen mehr Licht ins Dunkel.

Tag des offenen Ateliers - Grombühl

Mal kurz ein wenig Kunst und nette Leute

Gerade war ich mal in Grombühl beim Tag des offenen Ateliers unterwegs. Auch wenn ich nicht sehr viel Zeit hatte, so war es doch witzig und interessant. So hab ich endlich mal das Foto- und Malatelier um die die Ecke — Sabine Saam — besucht. Sehr schöne Portraitfotografien, interssante Gemälde und ich durfte mit der netten Fotografin gleich eine Lieferung auf Acryl gedruckter Fotokunstwerke auspacken.

Tag des offenen Ateliers - Grombühl
Weiter dann über den Spielplatz in der Ernst-Reuter-Straße, wo einige Exemplare der Hotelturmaktion hängen — unter anderem ein Ausschnitt der Würzblog-Weihnachtsturm-Bilder –, in Richtung Schiestlstraße zum Kunstforum.

Tag des offenen Ateliers - Grombühl
Da war gut was los, Martina Jäger noch hippeliger als sonst, aber gut gelaunt. Da habe ich sie gleich mal mit zwei jungen Künstlerinnen (Mist, wie hießen die Mädels wieder? Kiki und … Dings?) geknipst. In KunstForum waren Bilder verschiedenster Stilrichtung zu bewundern und auch die hübsch-witzig-bösen Interpretationen der Hotelturm-Vorlage.

Ich mag diese Tage des offenen Ateliers wirklich gern und kann sie auch jedem empfehlen. Einfach mal die Räume der Würzburger Künstler besuchen, mit den Künstler quatschen und auch mal sehen, wo und wie die Kunst entsteht. Man darf nur keinen sinnlosen Respekt vor der Kunst und den Künstlern haben — und vor allem niemals denken, man versteht von Kunst eh nicht. Jeder versteht was von Kunst und kann dazu was sagen und darüber diskutieren, man darf sich nur nicht von dieser geleckten Kunsthistorikersprache blenden lassen. Aber bei den Grombühler Künstlern trat dieses Problem erst gar nicht auf, im Gegenteil! 😉

Hotelturmverwurschteln

Man kann dem Hotelturm viel vorwerfen — unter anderem dass er nicht fertig gebaut ist –, aber er dient doch als Quell der Kreativität in Würzburg. Ob er als vertikaler Bauernhof beackert wird oder als Museum dient, aus so einer Ruine kann man zumindest auf dem (virtuellen) Papier etwas machen.

Und so hat sich die Künstlerin und Grombühlerin Martina Jäger eine Aktion unter dem Motto “Babühlonischer Hotelturm verschönern” ausgedacht, bei der man Vorlagen, auf dem der Hotelturm gezeichnet ist, irgendwie kreativ verarbeitet. Die Vorlagen liegen in Würzburger Geschäften aus, wo genau weiß ich gar nicht, aber in Grombühl bestimmt gehäuft.

Die Arbeiten kann man sich unter anderem an den Offenen Ateliertagen in Grombühl — es gibt auch noch gleichzeitig die “normalen” Tage des offenen Ateliers — am kommenden Samstag und Sonntag anschauen. Grombühl ist ja eh ein Ort völlig unterschätzter Kultur — ich muss das ja wissen –, um das zu zeigen sind dort am Wochenende überall offene Kulturräume zu finden, an denen eben genau das passieren soll: Kultur.

Und hier kann man am 17. und 18. Juli von 14.00 -18.00 Uhr hin:

  • KunstForum, Martina Jäger, Schiestlstr.5 (neben dem Ernst-Reuter-Platz)
    M. Jäger, robART, Prof. B. Neumayer, Heidi Hotelm Fine-Art-Photography, Kiki & 3 Kölner Künstler / Objekte, MedienKunst, Malerei, Fotografie, Lyrik, Musik
  • Sabine Saam, Mechthild Hart, Grombühlerstr. 5 , Ateliergemeinschaft für Malerei und Fotografie
  • Park-Ausstellung am Ernst-Reuter-Platz / Kinder und Jugendliche erLEBEN. Kinder und Jugendliche aus Grombühl zeigen Acrylbilder
  • Schulkinder erLEBEN Form&Farben, Ernst-Reuter-Platz
    15./16.7. 16-18 Uhr, offenes Kreativangebot für Kinder mit Künstlern aus Grombühl
  • Brunch, “Zeit für Gedanken zur Wertschätzung”
    17.07. 11-13 Uhr, Zeitbank Grombühl stellt sich vor im KunstForum
  • Führung durch Grombühl & Weinberge
    17.07./ 18 Uhr, G. Schüttler, Treff am Kunstforum

Bis Ende Juli sind in etlichen Geschäften um den Wagnerplatz in Grombühl Ausstellungen von Künstlern zu betrachten. Also: Mal auf ins schöne Grombühl, die Sonnenseite Würzburgs — meine zumindest! 😀

Um Martina auch etwas für die Hotelturm-Aktion beizusteuern, habe ich eine kleine turmförmige Collage aus etlichen Bildern der Weihnachtsturm-Aktion gemacht — der Ruhm und Rum gebührt den damals teilnehmenden Künstlern. Dafür habe ich mich zwar nicht an die Vorlage gehalten, aber da ich Martina Jäger als wilde Kreative — oder kreative Wilde? — kenne, wird das schon in Ordnung sein. 😉

Gibt’s auch als PDF zum Ausdrucken und über’s Bett hängen. 😉

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(CC-BY-SA)

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Baustellenfreie Zone

Sommer 2010. Ganz Würzburg ist von Baustellen übersät. Ganz Würzburg? Nein, ein paar hundert Quadratmeter in der Schweinfurter Straße leisten der Bauwut Widerstand.

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Doch dankt es der gemeine Würzburger dem neuen Besitzer des Hotelturms, dem Unternehmen GHotel? Nein, der Würzburger meckert und jammert, dass da nichts voran geht! Dabei schenkt GHotel dem Würzburger das, was er sich im Momoent am meisten wünscht: 100 Meter ohne dass gebohrt, geschweißt, gebaggert, betoniert, asphaltiert, pressluftgehämmert, geflext oder die Straße gesperrt wird. Ein Idyll!
Nicht dass an den anderen Baustellen in der Stadt ständig gebohrt, geschweißt, gebaggert, betoniert, asphaltiert, pressluftgehämmert oder geflext wird, meist belässt man es erst mal beim letzten Punkt, der Straßensperrung. Wie am Hotelpool im Urlaub — erst mal im Morgengrauen das Handtuch auf den Liegestuhl legen, dann kann man im Hotelbett entspannt bis zum Mittagessen ausschlafen.

Außerdem ist es ja nicht so, dass sich am Hotelturm gar nichts getan hat. Wer das Bild genau betrachtet, der bemerkt, dass in der obersten Fensterreihe ein Fenster gekippt ist. Und ich bin mir fast sicher, das war 2008 noch nicht so. Also von wegen es tut sich nichts! Der Betreiber hat auch schon 40.000 € für Stellplatzablöse und Genehmigungsgebühren gezahlt, da kann er auch beruhigt die Eröffnung im Sommer 2011 ankündigen. Bis dahin sind vielleicht auch die Straßen in Würzburg wieder so befahrbar, dass die Ströme von Übernachtungsgästen auch in annehmbarer Zeit zum Hotelturm fahren können.

Landesgartenschau 2018: Schoppen vor Weissbier

Na also, hat es doch geklappt, der irrsinnige mediale Aufwand hat sich gelohnt. Würzburg hat heute den Zuschlag für die Landesgartenschau 2018 erhalten, Erding hat das Nachsehen.

Im Grunde ist mir die Landesgartenschau relativ egal. Aber es ist nicht schlecht, dass die Stadt nun auf jeden Fall den Arsch hochbekommen muss, um die damit verbundenen Änderungen in der Infrastruktur hinzubekommen. Straßenbahnline 6, Leighton Barracks, etc. pp. Und vielleicht hat es der neue Betreiber des Hotelturms die Entscheidung schon geahnt, als er ankündigte, die Anzahl der Hotelzimmer vom 150 auf 204 zu erhöhen.

Ich bin dafür, das komplette Leighton-Areal als Weinberg umzugestalten und 2018 dann den Galgenberger Nackenreißer auszuschenken, um das ganze Spektakel auch zu finanzieren.