Das WürzburgWiki und der Keks des Oberbürgermeisters

Es ist ja nicht so, dass das Jubiläum des WürzburgWikis die Stadt Würzburg völlig kalt gelassen hätte. Dem Verein wurden nun Schöppchen, Schinkenstangen und eine Scheibe aus Biskuitporzellan verliehen.

Wenn ich sonst Einladungen ins Rathaus bekommen habe, ging es meist um Dinge wie den Parkausweis zu verlängern. Eher selten wurde ich dort mit kleinen Schoppen empfangen.

Christian Schuchardt liest aus der Urkunde für die Verleihung der Ehrenmedaille des Oberbürgermeisters der Stadt Würzburg vor.

Dass es sich um einen der wichtigen und würdevollen Anlass handelte, habe ich daran gemerkt, dass es dazu noch Schinkenstangen von der Bäckerei Brandstetter gab — das sind einfach die besten! 🙂

Um es kurz zu machen: Ich war natürlich nicht alleine eingeladen, sondern mit weiteren Mitgliedern des WürzburgWiki-Vereins zur Förderung des freien Wissens in Würzburg.  Denn der Verein bekam die Ehrenmedaille des Oberbürgermeisters verliehen, die es seit 2014 als Auszeichung gibt.

Besagter Oberbürgermeister Christian Schuchardt war bei der Verleihung in der Grafeneckartstube des Rathauses gut gelaunt, lobte das bürgerliche Engagement des Wikis seit zehn Jahren für die Stadt und sagte allerlei nette Dinge über das StadtWiki. Und ich habe es ihm sogar abgenommen. 🙂 Dabei war auch Stadtrat Willi Dürrnagel, selbst ein Wühler in Würzburgs Geschichte und eine Art StadtWiki auf zwei Beinen.

Konzentriertes Zuhören in der Grafeneckartstube.

Kurz vor der Preisverleihung wurde ich — obwohl ohne offizielle Funktion im Verein — spontan als Sprecher des WürzburgWikis ausgedeutet. Und so durfte ich als Wiki-Gründer auch noch ein paar Worte verlieren, in der ich unserer Freude über die Ehrung Ausdruck verleihen durfte, aber auch der Freude darüber, dass das StadtWiki unabhängig von der Kommune oder einem Verlag ist, wie das bei manch anderen Wikis der Fall ist. Freies Wissen ist am besten in den Händen der freien Bürger aufgehoben.

Das Wissen um Würzburg und den Landkreis weist noch viele Lücken auf und wird wohl nie vollständig sein, genauso wie es nicht fehlerfrei ist. Aber der Verein und hoffentlich möglichst viele Bürger arbeiten daran, die Lücken zu schließen und es immer ein Stückchen richtiger zu machen.

Die Ehrenmedaille des Oberbürgermeisters der Stadt Würzburg aus Biskuitporzellan.

Über Unterstützung von Seiten der Stadt Würzburg freuen wir uns aber natürlich trotzdem, und der Oberbürgermeister sprach davon, dass die Stadt das Wiki in Sachen Serverkosten unterstützen wird (sind nur wenige paar hundert Euro im Jahr).

Dem Gag, dass die Ehrenmedaille irgendwie wie ein Keks aussieht, setzte Schuchardt mit der Information die Krone auf, dass sie aus Biskuitporzellan gefertigt ist. Für mich wird das nun immer der Keks des Oberbürgermeister sein. Und uns hat er geschmeckt. 😀

Zum Abschluss zeigte Christian Schuchardt dem WürzburgWiki ein Rätsel mit auf den Weg. In den Grafeneckartstube steht ein Stuhl, auf dessen Lehne eingeschnitzt ist: “Der 10 000. Stuhl für die Stadt Würzburg. Juli 1946. Holzindustrie Hofheim.” Die Geschichte des Stuhl ist wohl nicht mehr bekannt. Und ich habe es in den Augen meiner Vereinsmitglieder leuchten sehen. 🙂

Wie ist die Geschichte des Stuhls in der Grafeneckartstube aus dem Jahr 1946?

Pressemitteilung der Stadt Würzburg zur Ehrung und ein Artikel auf mainpost.de kommen wohl demnächst auch noch  gibt es nun auch.

Update: Der Bayerische Rundfunk berichtet kurz online über die Ehrung.

WürzburgWiki: Zehn Jahre freies Wissen für Würzburg – Zeit für ein Dankeschön

Seit zehn Jahren gibt es nun das WürzburgWiki. Über eine Millionen Besucher hat es im Jahr, es ist ein gern genutzter Quell für Informationen rund um Würzburg. Aber dafür hat es kaum Geld, den nicht mal teuren Server zu zahlen.

Ja, ganz unbescheiden darf ich sagen, dass ich es gezeugt, ausgetragen und vor zehn Jahren, am 2. Januar 2009 zur Welt gebracht habe, das WürzburgWiki. Etwas bescheidener darf ich hinzufügen, dass ich diesem Stadtwiki in den ersten Jahren viel beigebracht und es erzogen habe. Das allerdings schon nicht mehr alleine, sondern mit viel, viel Unterstützung. Ganz bescheiden war allerdings mein Beitrag zu dem, was daraus heute geworden ist — etwas Großes!

Drittgrößte Regiowiki Deutschlands

Über 21.000 Artikel über alles Mögliche in der Stadt und im Landkreis Würzburg kamen in den zehn Jahren zusammen. Dazu nochmal gut 19.000 Bilder, auch viele historische Fotos. Und dahinter stecken unzählige Stunden an Recherche, vorwiegend von dem Kernteam des WürzburgWikis. Aber auch vielen andere Leuten haben mit kleinen Mosaiksteinen ihren Beitrag zum Gesamtbild des freien Wissens über Würzburg und Umgebung geleistet. Aktuell ist das WürzburgWiki das drittgrößte Stadt- bzw. Regionalwiki in Deutschland und das fünftgrößte im deutschsprachigen Raum (also mit Österreich und Schweiz). Das größte — und älteste — Stadtwiki gibt es in Karlsruhe, das zweite fällt mir gerade nicht ein! 😉 (Julia? Daniel? Hilfe! 😁)

Über eine Millionen Besucher im Jahr

Genutzt wird das Stadtwiki für Würzburg ordentlich. Mehr als 1,1 Millionen Besucher hatte das WürzburgWiki im Jahr 2018, das sind gut 3000 Besucher pro Tag.

Ich weiß nicht ob es anmaßend ist, aber auch wenn ich nicht mehr sehr am WürzburgWiki mitarbeite, bin ich doch wahnsinnig stolz und begeistert davon, was daraus geworden ist. Dafür danke ich in erster Linie Julia, Daniel, Wolfgang, Roland und Jan, das Fünfkammer-Herz des Stadtwikis. Aber auch jedem, der auch nur ein wenig am Wiki mitgearbeitet hat.

Finanzielle Unterstützung nötig

Aufgabe eines Stadtwikis ist es, das Wissen einer Stadt möglichst objektiv zu sammeln und bereitzustellen. Und das schafft das WürzburgWiki sehr gut. Die Nutzung ist kostenlos. Doch der Betrieb des Wikis kostet Geld. Vor allem die Technik. Zwar bekommt der WürzburgWiki-Verein Dank der Unterstützung von Rockenstein den Server recht günstig zur Verfügung gestellt. Aber etwas Geld kostet es doch, und manche Anpassungen der WürzburgWiki-Software werden extern durchgeführt. Im Grunde auch sehr günstig, aber auch das kostet wieder Geld. 600 bis 800 Euro bräuchte der Verein im Jahr für den Betrieb.

Leider ist die Spendenbereitschaft für das WürzburgWiki bisher recht überschaubar. Trauriger Zustand für eine Seite, die uneigennützig eine riesige Menge an Informationen zur Verfügung stellt. Informationen, die es teilweise nirgendswo anders gibt und die fleißig genutzt werden.

Darum geht mal in euch. Wie sehr habt ihr das WürzburgWiki in den vergangenen Jahren genutzt? Und was ist euch das wert? Und diese Summe überweist ihr am besten auf das Konto des WürzburgWiki-Vereins. Wer will, kann sogar eine Spendenquittung bekommen. Und wenn es unbedingt sein muss, kann man auch Partnerlinks über Amazon nutzen — sympatischer wäre es uns allen aber, wenn man lokal einkauft und das Geld lieber direkt überweist.

Hey, Stadt und Landkreis

Und liebe Stadt Würzburg und lieber Landkreis: Ich wäre enttäuscht, wenn nicht im Jubiläumsjahr nicht von euch — ohne vorherigen Bettelgang des Vereinsvorstands — eine großzügige Spende an den gemeinnützigen Verein geht. Muss gar nicht heimlich sein, ich bin sicher, da finden sich irgendwelche Geldtöpfe bei euch. Denn das Wiki leistet eine Arbeit für die Region, die kaum zu bezahlen wäre, müsste sie von offizieller Seite geleistet werden (davon abgesehen, dass diese Aufgabe an einer nicht-kommunaler Stelle besser und neutraler aufgehoben ist).

WürzburgWiki bei der WueWW

In diesem Jubiläumsjahr wird sicher noch die eine oder andere Aktion kommen, bei der man für das WürzburgWiki spenden kann. So wird das WürzburgWiki auch an der Würzburg Web Week in der ersten Aprilwoche eine Veranstaltung anbieten — bald mehr dazu. Aber lasst euch davon nicht abhalten, von euch aus finanziell aktiv zu werden. 😀

Gastgeber für die Stadtwiki-Tage 2020

Und schon mal zum Vormerken: Im kommenden Jahr wird der WürzburgWiki-Verein Gastgeber für die Stadtwiki-Tage 2020 sein. Dafür kann der Verein gesondert noch Unterstützung gebrauchen.

Also: Nach zehn Jahren WürzburgWiki ist es vielleicht an der Zeit, dem Wiki für alle Würzburger auch mal etwas zurückzugeben, in welcher Form auch immer. Ich als Mutter und Vater würde mich freuen. 🙂

P.S. Einen Podcast wird es bald auch noch dazu geben. Bestimmt auch mit lustigen Anekdoten aus den ersten Jahren. Ich wüsste noch ein paar! 😉

P.P.S. Am Geburtstag lief auch ein kleiner Beitrag in der BR-Frankenschau (in der Mediathek ab Minute 17:30).

Handbuch für Raumfahrer: Nach der Lesung ist vor dem Flug ins All

Alles was man wissen muss, wenn man in den Weltraum fliegen will, kann man im Buch von Bergita und Urs Ganse nachlesen. Vorgelesen haben sie daraus in der Unibibliothek. Eine Lesung ohne Buch, das ganz in der Nähe seinen Ursprung hat.

Bei dem Schmuddelwetter am Sonntag konnte man kaum etwas Besseres machen, als zur “Space Lecture”-Lesung in die Unibibliothek gehen. Dort lasen die Geschwister Bergita und Urs Ganse aus ihrem Buch Das kleine Handbuch für angehende Raumfahrer.

Alles was man über den Flug ins All wissen muss

In eine Sojus-Kapsel hätten die Zuhörer der Space Lecture schon mal nicht gepasst.

Und angehende Raumfahrer gibt es in Würzburg allem Anschein nach gar nicht so wenige, geschätzte 60 Besucher kamen in die UniBib. Vielleicht aber auch nur, weil es dort drinnen im Gegensatz zum Herbstelend draußen mollig warm war. 😉

In ihrem kleinen Handbuch machen Bergita und Urs einen Rundumschlag für alle, wie mal ins Weltall fliegen wollen. Wir werde ich Astronaut — oder Weltraumtourist? Wie baue ich ein Raumfahrzeug? Und wie fliege ich das Teil dann? Was mache ich dann im All und wie wirkt sich das auf mich aus? Und warum das Ganze?

Die Geschwister lasen aus jedem der Kapitel ein paar Seiten. Das Buch ist recht locker und unterhaltsam geschrieben. Nicht unbedingt für die blutigsten aller Laien, aber wer sich ein klein wenig für das Thema Raumfahrt interessiert, wird — soweit man das in der Lesung abschätzen kann — keine Schwierigkeiten haben, den Inhalt zu verstehen.

Urs Ganse, Astrophysiker und Autor von “Das kleine Handbuch für angehende Raumfahrer”

Trotz aller Populärwissenschaft: Bergita und Urs Ganse wissen wovon sie reden und schreiben. Bergita ist wirklich Weltraummedizinerin, forscht über die Auswirkung der Schwerelosigkeit auf Muskeln und Knochen und lehrt an der RWTH Aaachen. Urs ist Astrophysiker und arbeitet im Moment in Helsinki, hat aber in Würzburg studiert und promoviert. Etwa ein Jahr haben die beiden an dem Buch geschrieben, etwa ein Jahr hat es gebraucht, bis es auch erscheint. Darum sei manches auch nicht mehr ganz aktuell, sagte Bergita mit Bedauern.

Das Handbuch ist ein Würzburger

Das war auch der Grund, dass die erste Lesung in Würzburg abgehalten wurde. Denn die Mitarbeiterin des Springer-Verlags, die die Geschwister gefragt hat, ob sie so ein Buch schreiben wollen, ist eine ehemalige Wohnheim-Mitbewohnerin von Urs Ganse.

“Und so lag es auf der Hand, die erste Lesung in Würzburg zu machen, das Buch ist sozusagen wenige Meter von hier im Galgenberg-Wohnheim entstanden.”
Bergita Ganse, Space Lecture an der Unibibliothek WÜrzburg.

Lesung ohne Buch

Urs Ganze zeigt wir hoch eine Weltraumlift sein müsste – ziemlich maßstabsgerecht.

Eine gute Stunde lasen Urs und Bergita aus dem Buch. Oder korrekter — sie lasen von ihren Notebooks ab. Denn das gedruckte Buch ist noch gar nicht erschienen. Vom Verlag war ursprünglich geplant,  “Das kleine Handbuch für angehende Raumfahrer” im Juli in den Buchhandel zu bringen. Um ein wenige Puffer zu lassen, haben die Ganse-Geschwister den Beginn ihrer Lesungs-Reihe in den November gelegt. Alles kam aber anders, das Buch kommt wohl in den nächsten Wochen in die Buchhandlungen. Allerdings gibt es schon das E-Book, immerhin. Um irgendetwas zum zum Signieren zu haben, wurden einfach die Ankündigungsplakate genutzt – ging auch. 🙂

Bergita Ganse, Weltraummedizinerin und Autorin von "Das kleine Handbuch für angehende Raumfahrer"
Bergita Ganse, Weltraummedizinerin und Autorin von “Das kleine Handbuch für angehende Raumfahrer”

Die Lesung hat wirklich Spaß gemacht, die beiden Autoren haben amüsant gelesen und immer wieder dazwischen von sich, ihrer Forschungsarbeit und von der Entstehung des Buchs erzählt. Und die Fragerunde am Ende der Lesung wurde auch rege genutzt und war noch richtig interessant. Wer Gelegenheit hat, die beiden mal in einer Lesung zu hören, sollte sie nutzen.

Ganz kleines Handbuch für angehende Buchkäufer

“Das kleine Handbuch für angehende Raumfahrer” hat 291 Seiten mit vielen Abbildungen, Raumfahrt-Anekdoten und Tipps für Raumfahrer. Das E-Book (gibt’s ja schon, ISBN 978-3-662-54411-2) kostet 19,90 Euro, das gedruckte Buch (ab 30. November 2017, ISBN 978-3-662-54410-5).
Mehr Informationen über das Buch und die Autoren unter raumfahrerhandbuch.de.

Strabawarten

Heute morgen wollte ich nach dem traditionellen Kaffeetrinken im D.O.C. wieder nach Hause fahren — Homeoffice. Ich stelle mich an die Haltestelle am Rathaus, schaue zu, wie bei der Straßenbahn zum Heuchelhof das übliche Chaos entsteht, weil die Leute vor die Türen der Straba stellen und die Fahrgäste nicht aussteigen lassen, und warte weiter auf die Straßenbahn in die Sanderau. Und warte. Und schaue auf die Anzeige — noch drei Minuten. Vier Minuten später stehe ich immer noch da. Ich schaue auf die Anzeige — noch drei Minuten. Fünf Minuten später — ich habe schon alle Ingress-Portale in der näheren Umgebung gehackt — schau ich wieder auf die Anzeige und was steht da? Genau! Es werden immer noch drei Minuten angezeigt, doch seit mehr als 10 Minuten kam schon keine Straßenbahn mehr vorbei.

Nun kam ich in ein Dilemma. Ich musste ja heim und arbeiten. Soll ich noch warten, bis irgendwann doch mal eine Straßenbahn kommt? Oder soll ich loslaufen und das Risiko in Kauf nehmen, dass genau dann die Straßenbahn auftauchen wird? Erst mal weiter dumm herumstehen, bis ich mich für Plan A oder Plan B entschieden habe.

Ich habe mich dann für Plan C entschieden, nämlich mal bei der WVV anzurufen. Ja, sie sei auch für die Straßenbahn zuständig, sagte die Frau an der WVV-Hotline, aber sie weiß von nichts.  Und prompt kam auch schon die Straßenbahn in die Sanderau am Rathaus an, mit etwa einer halben Stunde Verspätung.

Nun ist ja der gemeine Würzburger nicht für seine Möglichkeit berühmt, Dinge objektiv zu bewerten. Und der gemeine Fahrgast  auch nicht. Zustände wie vor dem Krieg seien das! Die Bahn und die WVV seien unfähig Fahrpläne einzuhalten! Die Strabafahrer schlafen aber auch immer!
Auf die Idee, dass die WVV völlig unschuldig an der Verspätung sein könnte, kam man in meiner Hörweite in der Straßenbahn gar nicht. Obwohl ja auch einfach mal die Schiene in der Kaiserstraße durch einen dicken Mercedes blockiert sein könnte, der sich eine Latte Macchiato eben nicht zu mitnehmen holt, alles schon erlebt. Oder dass ein Unfall passiert sein kann, an der mal nicht der Straßenbahnfahrer schuld ist — auch schon passiert.

Und in diesem Fall blieb ein Bus an einem Container in der Kaiserstraße hängen und hat ihn auf die Geleise geschoben. Da ging halt nichts, bis er wieder auf Seite geräumt war. Kann die WVV jetzt auch nichts dafür.

Aber eines kann man der WVV schon anlasten: Die mangelnde Information. Da hat sie sich schon für viel Geld diese Anzeigetafeln gekauft, deren praktischer Nutzen sich manchmal, was die Abfahrtzeiten angeht, in Grenzen hält. Aber für solche Fälle, wenn es zu massiven Verspätungen kommt, wäre es doch eine feine und sinnvolle Sache, das über die Anzeigetafeln auch zu kommunizieren. Dann können sich die Leute auch darauf einrichten oder alternative Fortbewegungsmittel nutzen — die Füße zum Beispiel.

4491 Artikel und eine Vereinsgründung später – das WürzburgWiki

Gestern fand im Café Journal ein denkwürdiges Ereignis statt: Der WürzburgWiki-Verein wurde gegründet. Sieben Menschen unterzeichneten die Satzung und wählten einen Vorstand. Der Verein kümmert sich um die Organisation, Entwicklung und den dauerhaften Weiterbestand des WürzburgWikis, dem Online-Lexikon über Stadt und Land Würzburg.

Ich habe mir, da ich bei der Gründung dabei war, gleich mal die frischgewählten Vorstände Julia und Daniel geschnappt und für heute früh zu einem Podcast verdonnert, in dem sie über das WürzburgWiki erzählten dürfen.

Und eines darf ich hinzufügen: Ich habe zwar das WürzburgWiki ins Leben gerufen, aber den Ruhm, dass es so engagiert damit vorangegangen ist, verdienen andere. Und denen gebührt auch mein Dank!

Der Countdown läuft: Eintragen zum Volksbegehren gegen Studiengebühren

Raum 34 im Würzburger Rathaus - das Zimmer der ehemaligen Meldestelle.
Raum 34 im Würzburger Rathaus – das Zimmer der ehemaligen Meldestelle.

Bis Mittwoch kann man sich noch für das Volkbegehren gegen die Studiengebühren in Bayern eintragen — ich war vorhin erst im Würzburger Rathaus. Das ist keine große Sache und dauert nicht lang — gerade mal zwei Minuten musste ich in der Schlange warten und dann ging es auch schnell: Ausweis vorzeigen, den Namen leserlich auf die Liste schreiben und die Unterschrift unleserlich daneben.

Am Dienstag kann man sich von 8 Uhr bis 17 Uhr eintragen, am Mittwoch — dem letzten Tag — sogar von 8 Uhr bis 20 Uhr. Danach wird sich zeigen, ob sich die erforderlichen 10 Prozent Beteiligung erreicht wurden — es sieht nach einer knappen Nummer aus.

Der Raum ist im Rathaus gut ausgeschildert — Raum 34, das ehemalige Einwohnermeldeamt im Erdgeschoss.

2013-01-28 16.02.33Von den sieben Bundesländern, die Studiengebühren eingeführt haben, sind fünf wieder davon abgekommen. Nur noch Niedersachsen und das verhältnismäßig reiche Bayern verlangen von den Studentinnen und Studenten Geld, die Uni Würzburg 500 Euro.

Bildung sollten kein Geld kosten. Öffentliche Schulen kosten keine Schulgebühr, und das ist auch gut so. Und Hochschulen als Fortführung der Schule sollten auch kein Geld kosten. Die Studienzeit ist schon so teuer genug — über die Mietpreise in Würzburg muss man gar nicht reden –, da sollte die Finanzierung der Hochschule das Land tragen. Und im Fall von Bayern ist das im Moment wohl nicht das Problem.

Unter Umständen kann sich auch die Wirtschaft freuen. 500 Euro mehr für jeden Studenten und jede Studentin, um sie auf den Kopf zu hauen. 😉

Stand der Beteiligung, als iframe eingebunden. Quelle: volksbegehren-studiengebuehren.de

Auf ins Ungewisse – ohne Löwenbrücke von Grombühl zum Heuchelhof

Vom Westen her ist Würzburg durch die Sperrung des Zeller Bocks nur schwer erreichbar — und kann nach Westen nur schwer verlassen werden. Im Osten ist es durch die Teilsperrung des Greinbergs auch nicht leicht, Würzburg zu verlassen. Und nun wird noch eine Ost-West-Verbindung in der Stadt selbst gekappt — seit gestern ist die Ludwigsbrücke, besser bekannt als Löwenbrücke, bis zum 28. August komplett gesperrt.

Das trifft mich erst mal schon hart, da ich jeden Tag von Grombühl an den Heuchelhof und zurück mit der Straßenbahn fahre. Und wie mache ich das morgen? Naja, die tolle neue Website der WVV wird mir schon helfen, dachte ich. Ha!

Mich empfing eine schlecht umbrochene und layoutete Textwüste. Die Sperrung der Löwenbrücke betrifft viele Auto- und ÖPNV-Fahrer, da hätte sich die WVV schon mal mehr Mühe geben können. Und was erfahre ich auf der Seite?

“Der unterstromige Gehweg ist von der Sperrung nicht betroffen.”

Wie schön für ihn. Welcher Gehweg? Wo ist unterstromig? Wie ist wieder die Fließrichtung des Mains?

Die Straßenbahn-Linie 5 verkehrt ab Samstag, 20.08.11 bis einschließlich Sonntag, 04.09.2011 ausschließlich zwischen Grombühl und Sanderau.

Ok, schon mal eine erste brauchbare Information. Die Linie 5 fährt in der Zeit also nicht nach Rottenbauer, sondern in die Sanderau. Und wie komme ich von dort aus weiter? Diese Information wird einem nicht aufgedrängt, aber in den vielen Buchstaben finden sich das:

Rückfahrt ab Fechenbachstr.(vor dem Betriebshof Sanderau) – Königsberger Straße – K.-Adenauer-Brücke – Reuterstraße – Heuchelhof – Rottenbauer / Ersatzhaltestelle „Akaziensteige“ (nach dem Kreisverkehr). Wendefahrt über Akaziensteige – Würzburger Straße – Schleifweg nach Hst. „Rottenbauer“.

Ok! Also vor dem Betriebshof in der Sanderau fährt ein Bus Richtung Heuchelhof. Schön. Und zurück genauso. Aber wann? Wie oft? Alle 5 Minuten? Einmal in der Stunde? Wie lange ist die Fahrzeit? Und was heißt “Heuchelhof”? Fährt er die normalen Heuchelhof-Haltestellen ans? Oder hält er einmal irgendwo am Heuchelhof? Die Fahrplanauskunft der WVV ist auch keine große Hilfe, die wirft immer noch die übliche Verbindung über die Löwenbrücke aus. Vielleicht sollte ich mich an den letzten Vorschlag der Auskunft halten:

Also liebe WVV, nachdem ihr ja die Fahrpreise so schön erhöht habt, erwarte ich doch wenigstens etwas mehr Service:

  • Eine gut lesbare und klar geliederte Serviceseite für die Sperrung der Löwenbrücke
  • Eine Grafik mit den Ersatzstrecken wäre auch kein Luxus
  • Die Fahrzeiten von der Sanderau nach Rottenbauer wäre für Leute wie mich sinnvoll, die ihre Zeit planen müssen.
  • Aktualisiert mal eure Fahrplanauskunft für die Zeit
Und das Ganze bitte bis heute Abend, ich muss morgen spätestens um 10 Uhr am Heuchelhof sein.
Weißt du mehr zum Thema "Löwenbrücke"? Dann schreibe dazu etwas im WürzburgWiki.