Kaffeezeit und Panzerballett

Morgen geh ich zur besten Kaffeezeit ins Konzert. Spätmatinee — ein schönes Wort — im B-Hof mit Panzerballett, der Jazz-Metal-Verschwurbel-Band meines Vertrauens. Musikalisch grandios und wie ich seit dem letzten Hafensommer weiß, auch großartig in den Ansagen. Ich freu mich schon!

Ich habe leider keinen Schimmer, was die Eintrittskarten kosten, ob der Preis in dem im B-Hof üblichen Minibereich liegt. Aber es wird sich lohnen. Also, wer Lust hat sich den Sonntagnachmittag verkrassen zu lassen: Sonntag, 24. Janaur 2010, 16.00 Uhr im B-Hof, Einlass und Öffnung der Tageskasse um 15.00 Uhr.

Caffeehaus-Gespräch im Café

Vorwort: Nachdem Roman Rausch mir schon sein neuestes Werk überlassen hat, wollte ich auch was darüber schreiben. Rezensionsunerfahren suchte ich aber Beistand bei Semiprofi Emily von Papiergeflüster. Wir haben beide andere Literatur auf Seite gelegt, und ganz dem Rausch hingegeben und uns gestern — passend zum Buchtitel und auch zum Inhalt — in der Bar D.O.C. zur gemeinsamen Buchbesprechung getroffen. Also — los geht’s!

Caffeehaus fertig gelesenRoman Rausch, der bisher einige Würzburg- und zwei Hamburg-Krimis geschrieben hat, wagte sich jetzt an ein neues Genre: den historischen Roman. Räumlich ist er damit aber wieder zurück zu den fränkischen Wurzeln gekehrt, „Das Caffeehaus“ spielt im Würzburg des 18. Jahrhunderts. Hauptcharaktere sind die ehemalige Haremsdame Sabiha und der uns allseits bekannte Balthasar Neumann, die es beide rein zufällig nach einer ersten Begegnung im Türkenkrieg bei Belgrad nach Würzburg verschlug.

Ralf: Überhaupt ist Gevatter Zufall ein stetiger Begleiter in diesem Buch.

Emily: Was ja leider in vielen durchschnittlichen historischen Romanen üblich ist.

Ralf: Ich glaube, dass es schon eine dramatische Notwendigkeit hat. Auch in hochkarätigen Filmen und Büchern, was mich aber immer nervt.

Emily: Stimmt, selbst die von mir verehrte Rebecca Gablé kommt nicht ohne aus.

Ralf: Rebecca Gablé?

Emily: Hier.

Ralf: Ahhhh ja. Historische Romane sind ja wirklich nicht so mein Ding. Ich habe auch beim Caffeehaus gemerkt, dass mich die Fülle an historischen Daten und Ereignissen überfordert.

Emily: Das hängt aber auch sehr vom Autor ab, wie er sie verpackt. Beim Caffeehaus fand ich, dass die Historie mehr im Vordergrund stand als in anderen historischen Romanen. Es ähnelte stellenweise schon einem Sachbuch.

Ralf: Stimmt. Wenn man interessiert ist an den verwandtschaftlichen Verhältnissen der Fürstbischöfe wird man in dem Buch viel lernen können. Aber das Buch erzählt ja nicht nur Geschichte, sondern auch „Gschichtli“. Da wäre zum Beispiel die vom Zufall gebeutelte Sabiha, die in Würzburg das erste orientalische Caffeehaus eröffnet. Eine Powerfrau.

Emily: *räusper* Typisch „in-Roman“ (meint die spezielle Gattung historischer Romane mit verweiblichtem Titel wie „Die Pelzhändlerin“)

Ralf: Mir wurscht. Powerfrau. Für das 18. Jahrhundert fast schon zuviel Powerfrau.

Emily: Das meinte ich.

Ralf: Trotzdem. Im Roman klingt es ab und zu, als würden die wirtschaftlichen und politischen Geschehnisse Würzburgs von ihr, sei es nur indirekt, bestimmt. Ihr Caffee beeindruckt Fürstbischöfe und Kaiserinnen. In der Science Fiction würde man diesen Effekt wohl „deux ex machina“ nennen. Die Allwunderwaffe Caffee.

Emily: Wobei ich den Caffeeteil recht interessant fand, ich wusste zum Beispiel vorher nicht, das zu der Zeit das Mostfrühstück üblich war. Die Caffeegeschichte fand ich ganz schön, sie hat selbst mir, einer Nichtkaffeetrinkerin Lust auf Caffee gemacht.

Ralf: Da hake ich gleich mal ein, als bekennender Caffeesnob fand ich den Kult, den eben diese Sabiha um das Rösten und Zubereiten macht durchaus nachvollziehbar. Es erinnert mich an ambitionierte Caffeedealer in Würzburg, wie zum Beispiel das D.O.C., wo wir gerade diese Rezension schreiben. Dieser Teil ist glaube ich auch für jeden Caffeefetischist lesenswert.

Emily: Das wäre dann der Teil, der auch für Nichtwürzburger interessant wäre. Der historische Teil bezieht sich ja schon sehr auf die Geschichte Würzburgs.

Ralf: Wobei ich mir vorstellen kann, dass es für Würzburginteressierte-Nichtwürzburger – potentielle Touristen – quasi als Reiseführer dienen könnte.

Emily: Zumindest für die Residenz, deren Entstehung detailliert beschrieben wird.

Ralf: Ach ja, Neumann.

Emily: Hättest Du den fast vergessen?

Ralf: Könnte man fast vergessen, wobei sein Part im Buch schon recht groß ist. Aber als menschliche Person nimmt man ihn gar nicht so wahr, mehr in seiner Funktion als Bauleiter und Architekt. Aber wenn ich mir den Caffeehaus-Neumann mit seinen offenen und originellen Ideen, für damals zumindest, heute vorstelle, dann würde ihn der Verschönerungsverein wahrscheinlich mit Steinen aus der Stadt treiben. Denn laut Roman musste auch Neumann gegen Betonköpfe und konservative Kräfte ankämpfen.

Wie fanden wir jetzt den Roman?

Emily: Ich fand es einen netten historischen Schmöker, der schnell gelesen ist und mir als Nichtwürzburgerin einiges über die Geschichte der Residenz beigebracht hat. Sabihas Teil war schön, aber nicht notwendig.

Ralf: Dann wäre es nur noch halb so dick. Es ist sowieso schon luftig gesetzt.

Emily: Und Dein Fazit?

Ralf: Es ist ein historischer Roman, damit hat es bei mir schon mal schlechte Karten. Da kann aber Roman Rauscht nichts dafür. Historienfreunden wird er gefallen.

Emily: Wobei er meiner Meinung nach an Tilman Röhrigs „Riemenschneider“ nicht heran reicht, der handwerklich ein Stück besser ist.

Ralf: Von mir aus, aber ich glaube nicht, dass es ein schlechter Roman ist.

Emily: Das stimmt, er war besser als ich erwartet hatte.

Ralf: Lässt sich locker lesen und ich würde ihn, darf man gar nicht so negativ sehen, als nette Urlaubslektüre bezeichnen.

Jetzt trinken wir einen Caffee!

Auf dem Schreibtisch: Das Caffeehaus von Roman Rausch

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Da komme ich heute früh nichts ahnend ins Büro und da liegt ein Umschlag vom Rowohlt-Verlag auf meinem Schreibtisch. An das Würzblog adressiert. Ob der Verlag das Würzblog endlich in Buchform herausgeben will? Aber das Vertragswerk wird wohl nicht fünf Zentimeter dick sein.
Beim Öffnen kam mir eine Karte “Mit besten Grüßen von Roman Rausch” entgegen — und ein Exemplar seines neuen Buchs “Das Caffeehaus“, welches im Dezember 2009 erscheinen wird.

Diesmal schreibt Rausch keinen Krimi, sondern einen historischen Roman — nicht unbedingt mein Lieblingsgenre. Aber er hat sich nach langer Abstinenz wieder mal dem Thema “Würzburg” gewidmet, ob das aus Leidenschaft oder aus Verkaufsgedanken geschah, weiß ich nicht.
Laut Buchrücken handelt die Geschichte vom Schutzpatron des Verschönerungsvereins, Balthasar Neumann und einer jungen Türkin, die ein Kaffeehaus in Würzburg eröffnen will. Oder muss. Oder darf. Irgendwie darum geht es wohl. Warum genau werde ich erst beim Lesen wissen — und es euch wissen lassen. Vielleicht lasse ich mir beim Rezensieren von Emily von Papiergeflüster helfen, die kennst sich da besser aus. 😉

Aber so oder so: Danke an Roman oder Rowohlt oder an beide.

Kaffee im Café zum schönen René

Café zum schönen RenéHeute Morgen kam ich kurz nach 10 Uhr auf dem Weg ins Büro am Bahnhof vorbei. Und im Pavillon neben der Kinderbespaßungsstätte sah ich doch tatsächlich Licht — das Café zum schönen René hat nun tatsächlich endgültig eröffnet!

Eröffnet hat der Propeller-Nachfolger schon am letzten Freitag, doch da war ich familiär verhindert. Aber da habe ich scheinbar ein Kommunikationsphänomen verpasst — ohne irgendwie Werbung zu machen, waren allein durch Mund-zu-Mund-Propaganda ungefähr 400 Leute im Laden. Café zum schönen RenéDa werden einige Stühle in Werbeagenturen wackeln. Die Eröffnungstage waren so heftig, dass das Café am Bahnhof gleich mal wieder ein paar Tage “zum Finetuning” geschlossen werden musste. Bis heute.

Aber heute haben sie wirklich aufgemacht, mir wurde die Ehre zuteil, der erste Gast zu sein. Die Frage, ob ich einen Cuba Libre will, habe ich gleich mal ignoriert, dafür war es mir noch eine Stunde zu früh. 😉
Das Café finde ich wirklich gut gelungen. Eine leicht trashig-alternative Wohlfühleinrichtung — nicht so angestrengt wie im Wunschlos Glücklich, sondern eine der entspannten Art. Oma-Zuckerdosen und Blümchen auf den türkisen Tischen, und ich durfte ausnahmsweise die zauberhafte Blumendecke im Damenklo bestaunen. Und geöffnet hat es wirklich jeden Tag außer sonntags vom 10 Uhr früh bis irgendwann nachts.

Schön, dass es die Propeller-Linie mit dem Café zum schönen René weitergeführt worden ist, noch schöner, dass es genau in meiner Einflugschneise liegt (kann auch zum Nachteil werden 😉 ). Und ich hoffe, wünsche und glaube, dass es wieder ein “besonderer Ort” wird, wo Menschen auf eine entspannte Weise zusammenkommen, wie es sonst in Würzburg nicht passiert. Ein Aufwertung des Würzburger Bahnhofsareals ist es allemal.

Update: Um SirBangs Tweet nachzukommen: Die Kaffeemaschine sah nach einer alten La San Marco 85 aus, der Kaffee der rauskam war … ok. Nichts um auf die Kaffeefetischistenknie zu sinken, aber durchaus trinkbar. Und bei einem Preis von 1,80 € für eine Tasse Kaffe ebenfalls ok.

Text zur Kulurgrätsche

Jetzt bin ich doch tatsächlich auf dem “Publizieren”-Button beim letzten Beitrag eingeschlafen. Aber da fehlt doch noch der Text!

Wie dem auch sei. Am Samstag waren wir bei der Eröffnung von “Wunschlos Glücklich” in der Bronnbachergasse. An solchen Eröffnungstagen ist es natürlich schwer zu beurteilen, ob so ein Café einem gefallen könnte, denn so wird es dort nie wieder sein. Aber so aus dem Bauch denke ich, dass es dort ganz nett sein kann. Der Kaffee ist nicht fantastisch, aber ok. Der Wein ebenfalls. Die Preise sind leicht gehoben, aber noch bezahlbar. Von der Einrichtung habe ich aber wegen den Massen an Besuchern nicht viel gesehen.
Ein wenig luschig fand ich die Drei-Mann-Coverband, die am Abend gespielt hat. Nicht dass die Band an sich schlecht gewesen wäre, aber irgendwie habe ich mir was Knackigeres und Originelleres erwartet.

Knackiger wurde es auf jeden Fall bei der zweiten Station des Abends, nämlich bei der Dead-United-Release-Party im B-Hof, zu der wir gerade noch rechtzeitig ankamen. Das hat Spaß gemacht! Auch ein Nicht-Halloween-Fan wie ich konnte sich an der guten Stimmung, der witzigen Bühnenshow und nicht zuletzt an der guten Musik erfreuen. Horrorpunk der Laune macht, aber exakt bis zum Beginn des Tanzverbots um Mitternacht dauerte.

Und eben wegen des Tanzverbots dachte ich eigentlich, dass sich die dritte Station des Abends eh erledigt hätte. Aber als wir in der Kaiserstraße ankamen, da sah ich sie, das Tanzverbot völlig ignorierend, noch im aktiven Dienst — die Türsteher des Tanzcafé Ludwig. Türstehern stehe ich nicht Tür, dafür voll Misstrauen gegenüber, denn selten bis nie bin ich im gestylten Discooutfit unterwegs. Aber ich kam ohne Beanstandung im Wollschal, grünem Strickpullover und ziemlich abgeranzten Jeans rein. Oben angekommen merkte ich nicht nur, das vom alte Café Ludwig nicht mehr sehr viel übrig geblieben ist, sondern überraschenderweise auch, dass ich der einzige im Strickpullover war. Ein Paillettentop wäre deutlich angesagter gewesen, allerdings hätte das nicht so zu meinen abgeschlappten Schuhen gepasst.
Es gab zwei angenehme Dinge im Ludwig: Die Anwesenheit der im Moment bloglahmen Nansens und die Abwesenheit von Party-Fotografen. Und die Musik war ja gar nicht so mein Ding. Ich habe zuerst auch gar nicht gemerkt, dass die angekündigten Sexinvaders noch gar nicht auflegten. Allerdings ist mir der Übergang, als sie dann doch am Plattenteller waren, auch nicht aufgefallen. Wie gesagt, musikalisch nicht so meine Welt. Ich fürchte, das Café Ludwig und ich werden uns nicht so oft über den Weg laufen.

Und jetzt schlafe ich weiter. Verlinkt wird morgen. 😉

Podcast im Morgengrauen

In den Herbstferien haben angehende Lehrer ja endlos Zeit, aber trotzdem haben Alex und ich uns schon ganz früh getroffen und an diesem lauen Novembermorgen bei Kaffee und Zigaretten die Würzmischung mit der Nummer 34 produziert. Provinzpodcast auf Weltniveau. Oder Weltpodcast auf Provinzniveau? Wie auch immer — anhören!

Ringparkfest ohne Kaffee, dafür mit Podcast

Das Ringparkfest mag ich ja sehr gern, es gibt kaum ein gemütlicheres und familiereres Fest in Würzburg. Aber was mich in diesem Jahr wahnsinnig gemacht hat, ist das Chaos an den Ständen, besonders an dem Kaffee-Bier-Pommes-Kuchen-Stand. Keiner weiß wo man sich anstellen soll, weder vor der Theke noch dahinter. Kaffee gab es schon lange keinen mehr, aber anstatt ein Schild zu schreiben ließen sie lieber die Leute 10 Minuten in der Schlange stehen, nur um so dann ohne Kaffee wegzuschicken.

Aber was soll’s, es war trotzdem sehr schön. Am schönsten war allerdings, dass Alex und ich auf einem lauschigen Bänkchen die Sommerpause der Würzmischung beenden konnten — das Ergebnis ist die Würzmischung #29.

Nun doch – das 3. Dencklerfest

Das vom den Besuchern des U&D zertrampelte Gras ist noch nicht wieder ergrünt, schon ist in Würzburg das nächste Musikfest. Und das nur wenige Meter von den Mainwiesen entfernt, im legendären Dencklerblock.

Erst sah es für das 3. Dencklerfest gar nicht so gut aus, aber nun wird alles gut. Am 21. Juni findet das kleine Hoffest ab 13.00 Uhr statt, mit Bienenstich, Flohmarkt, Headsick, Lesung, LeUFO and The Good Seeds, Kaffee und Kuchen, Jolly Japlin, Walters Orgininal Steinofenpizza, Lost Name, Capoeira und Styckwaerk. Im letzten Jahr war ich mit — schnüff — Frau Schaaf beim zweiten Dencklerfest — und das war wirklich schön und familiär. Das Ende des letzten Dencklerfests war leider nicht so angenehm, um das zu vermeiden, wird das Fest dann ab Mitternacht kurzerhand in das AKW verlagert.

Ich weiß nicht genau, ob ich am Samstag Zeit habe, aber wenn, dann schau ich da auf jeden Fall vorbei.

Via ally klein und Dencklerblog.

P.S. Beim Dencklerfest spielt auch noch die Band Samstag 15:00 Uhr, ich weiß aber nicht, wann.