Kutterzeit in Kürze

Saisonales ist schön, weil es nicht immer da ist. Um so schöner, wenn die Saison wieder beginnt. Und die Kutter-Saison in Würzburg steht wohl kurz vor der Tür.

Am oder um den Karfreitag muss der Kutter — oder genauer: die Fischbar zum Krebs — wieder am Mainkai in Würzburg vor Anker gegangen sein. Laut Facebook haben sie vor, am Freitag, 7. April, wieder zu eröffnen.

Das heißt, wenn das Wetter nur ein wenig Einsehen und Mitleid hat, beginnt ab nächsten Wochenende bis hoffentlich in den Oktober rein die Kutterzeit in Würzburg. Das heißt auch, das es für mich bald wieder wundervolle Abende auf oder vor dem Kutter geben wird, mit einem — oder auch mal mehreren — Weinschorle, gelegentlichen Fischbrötchen und besten Blick auf dem Main.

Ich freue mich schon.

Moin Moin Würzburg! Seid ihr bereit für den Sommer? Wir haben wieder am Mainkai angelegt 😀 Nach Ostern werden wir…

Gepostet von Fischbar zum Krebs am Freitag, 30. März 2018

Verschobene Literaten auf dem Balkon über den Weinbergen

Auf seine Weinberge ist Würzburg ja stolz. So stolz, dass vier altgediente Schriftsteller dafür zerhackt Werbung machen müssen.

Obwohl der Karfreitag nicht ganz die hohen Erwartungen erfüllt hat, die der Wetterbericht in den vergangenen Tagen geschürt hat, war es doch ein schöner Tag. So schön, dass ich mal einen kleinen Ausflug zum neuen “Literaturbalkon” am Bismarckswäldchen gemacht habe.

Das Viertelmillionen-Euro-Projekt ist der neueste der Weintourismus-Punkte in Unterfranken, die auf den für mich eher blöden und für den gemeinen Franken eher schwer auszusprechenden Namen  “Terroir f” hören.

An dem sogenannten “Literaturbalkon” geht es um Wein und … genau, Literatur. Vier Schriftsteller haben irgendwas zum Würzburger Wein geschrieben, zu deren Ehren wurden ihr Abbild in Stücke gehackt und je auf einer Seite der 13 Säulen gedruckt. Nur einer dieser Literaten war ein echter Würzburger, nämlich Leonhard Frank. Minnesänger Walther von der Vogelweide wurde ist eventuell möglicherweise in Würzburg vielleicht begraben. Und Herrmann Hesse und Johann Wolfgang von Goethe waren halt mal hier zu Besuch und haben einen oder zwei Schoppen getrunken.

Leonhard Frank auf den Stelen des Literaturbalkons.

“Ganz nett” hab ich mir beim Besuch des Literaturbalkons gedacht. Die Aussicht ist toll, aber das war sie auf dem ganzen Weg dahin auch schon, irgendwie haben Weinberge das oft so an sich.

So richtig konnte ich mich mit dem Würzburger “magischen Punkt” für den Wein nicht so anfreunden, so richtig integriert er sich für mich nicht in den Würzburger Stein und ist so unmagisch wie ein Zauberstab aus Ohrenschmalz. Halt ein thematischer Aussichtspunkt.

Allerdings kann ich mich noch viel weniger so darüber aufregen, wie das manch anderer Würzburger tut. Klar, knapp die Hälfte dieser Installation wurde aus Gelder des Freistaats Bayern bezahlt, also von Steuergeldern — und von denen werden leider viele weitaus sinnloser verschwendet. Den Rest hat der Stein-Wein-Pfad-Verein gezahlt, also vor allem Weingüter, Gastronomie und Tourismus.Und der Literaturbalkon stört nun wirklich nicht so sehr das Bild des Würzburger Stein, das im Grunde ja ein landwirtschaftliches Gebiet ist.

Wer da immer noch nur bei dem Gedanken an den Literaturbalkon aggressive Wallungen bekommt, sollte sich vielleicht den Satz Goethes zu Herzen nehmen:

“Für Sorgen sorgt das liebe Leben,
Und Sorgenbrecher sind die Reben.”

Prost.

Mit der Bimmelbahn gebummelt

Seit fast genau vier Jahren schippert der City Train — auch Bimmelbahn genannt, obwohl das gar nichts bimmelt — Touristen durch Würzburg. Hinterher gefahren bin auch ich schon — aber noch nie mit. Das musste geändert werden.

City-Train in Würzburg
City-Train in Würzburg

Seit fast genau vier Jahren schippert der City Train — auch Bimmelbahn genannt, obwohl das gar nichts bimmelt — Touristen durch Würzburg. Welcher Autofahrer ist nicht schon gefühlte Stunden hinter dem Drecksbähnle hinterher geschlichen. Hinterher gefahren bin auch ich schon — aber noch nie mit. Das musste geändert werden.

Da heute eh keine Karfreitagsstimmung aufkam, hab ich die Gelegenheit mal genutzt. Acht Euro kosten 40 Minuten Rundfahrt durch die Innenstadt. Und ich weiß nicht so recht, ob es das wert war. Klar, dass ich nicht mehr viel Neues über Würzburg erfahren kann, zumindest nichts, was man bei einer Führung aus der Konserve erfahren kann. Damit hab ich auch nicht gerechnet. Aber ich dachte, dass die Führung etwas … nun … unterhaltsamer sein würde.  Aber so empfand ich es nicht, es war mehr so einen klassische Führung mit Fakten über die Stadt. Und schlecht verstanden hab ich die Stimme aus dem Lautsprecher leider teilweise auch.

City-Train in WürzburgDer einzig wirkliche Spaßfaktor war die Aussage gegen Ende der Fahrt, dass es in Würzburg 30 000 Studenten gäbe — eine halbe Stunde vorher hieß es aber noch, es wären 20 000. Da wurden in meinem Abteil schon mal Witzchen gemacht, dass die Studentenzahl in Würzburg aber ganz schnell ansteigt und heute Abend sich wohl 100 000 Studenten in den Kneipen der Stadt tummeln.

Ich fand es so mittelgut, aber vielleicht lag das am zu schönen Wetter oder dass ich bald 25 Jahre in Würzburg lebe. Aber eines muss man dem City Train lassen — durch das langsame Fahren und das leichte Schaukeln wird man sehr angenehm müde. Auch was wert! 😉

Spieglein, Spieglein ...
Spieglein, Spieglein …

Pflanzen anguggen im Botanischer Garten

Unter Dunklen Wolken: Botanischer Garten in Würzburg
Unter dunklen Wolken: Botanischer Garten in Würzburg

Ach, Karfreitag. Die Geschäfte haben zu, es herrscht Tanzverbot in Bayern, im Fernsehen laufen Monumentalschinken. Ein Tag, den man also guten Gewissens auf dem Sofa verbringen könnte.

Hab ich aber nicht. Ich habe mich mal aufgerafft und nach bestimmt über zehn Jahren den Botanischen Garten in Würzburg besucht. Denn der hat auch an Feiertagen geöffnet — und kostet nicht einmal Eintritt.

Ich bin ja bestimmt kein Pflanzenkenner, ich kann kaum Primeln von Tulpen unterscheiden (in der essbaren Botanik sieht es da etwas besser bei mir aus 😉 ), aber die Vielfältigkeit in Form, Farbe und Struktur bei Pflanzen begeistert mich schon — gerade wenn man sie sich aus nähster Nähe anschaut oder fotografiert.

Flechten in Gelb
Flechten in Gelb

Wer es ganz nah mag, den könnte es interessieren, das im Botanischen Garten bis zum 11. Mai 2014 eine Ausstellung mit dem Namen “Die Ästhetik des Verborgenen” stattfindet, wo kolorierte Aufnahmen von Pflanzenteilen durch ein Rasterelektronenmikroskop zu sehen sind.

Auch wenn noch nicht so viele Pflanzen geblüht haben, was es doch ein schöner und interessanter Besuch im Botanischen Garten.  Vielleicht muss ich das in ein paar Wochen noch mal machen um zu sehen, wie sich die Pflanzenwelt in der Zeit verändert.