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Valentinstag der Konsumkritiker

Ja ja, ich weiß! Valentinstag ist nur das Fest der Blumengroßhändler und Süßwarenhersteller. Mag sein. Es ist auch der Tag, an dem Konsumkritiker für 24 Stunden aus dem Nichts entstehen.

Aber wenn es den Pi-Tag, den Tag des deutschen Butterbrots, den Tag des Schlafes oder den Star-Wars-Day gibt — wo auch die Zirkel-, Milch-, Kissen- und Lichtschwertindustrie verdient –, dann ist ein Tag der Liebenden auch nichts Schlimmen. Man muss sich ja dem Konsum nicht unterwerfen, sondern kann sich auf kostenfreie Berührungen im gegenseitigem Einverständnis beschränken. Außerdem kann man das alles beim Kauf-Nix-Tag wieder alles ausgleichen.

Liebesschlösser an der Alten Mainbrücke in Würzburg
Liebesschlösser an der Alten Mainbrücke in Würzburg

Wozu Amazon? Bücher kaufe ich in Würzburg!

Nicht erst seit der ARD-Reportage “Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon” dürften die möglichen Schattenseiten des Online-Versandriesen in das Bewusstsein der Konsumenten getreten sein. Aber man muss gar nicht gleich an die Problematiken der Leiharbeit oder an rechtsradikale Sicherheitsfirmen denken. Die Folgen des Über-20-Prozent-Anteils am deutschen Online-Versandhandel sind ganz konkret in der eigenen Stadt zu spüren — den kleinen, unabhängigen Buchhandel trifft es.

Ich habe gerade mal in meinem Amazon-Account gestöbert: Meine letzte Buchbestellung war am 9. Oktober 2007, der 7. Harry Potter (danach außer einem Bluetooth-GPS nur noch kostenlose eBooks und kostenlose Musik — und das Verzweiflungs-Weihnachtsgeschenk-2012, das aber eine eigene Geschichte wert ist und mir den Onlineversand endgültig versaut hat). Seit dem habe ich alle Bücher in Buchhandlungen gekauft.

Ein Grund, warum ich meine Bücher in Würzburger Buchhandlungen kaufe, ist auch, weil ich die lokale Wirtschaft unterstützen will. Ja, warum auch nicht? Ich wohne in Würzburg und arbeite in Würzburg. Ich freue mich, wenn es dem lokalen Einzelhandel gut geht. Oder der Kulturszene. Oder der Gastronomie. Ok, ganz besonders der Gastronomie. Ich gebe hier mein Geld aus und hoffe, dass es möglichst lange in der Stadt bleibt.

Und ehrlich — es gibt für mich kaum einen Grund, warum ich Bücher bei Amazon bestellen sollte. Ich finde Buchhandlungen einfach toll. Das Papier riechen, mit den Buchhändlern plaudern, herumstöbern … ich mag das einfach.

Lass den Klick in Deine StadtVier Würzburger Buchhandlungen haben sich Ende letzten Jahres zu dem Aktionsbündnis “Lass den Klick in Deiner Stadt” zusammengeschlossen. Die Buchhandlungen Dreizehneinhalb, Knodt, Neuer Weg und Schöningh bieten auch Online-Shops an. Vielleicht nicht so ausgefeilt wie der von Amazon, aber sie tun ihren Dienst und ersparen denen, die ihren Hintern auf Biegen und Brechen nicht aus dem Sessel bekommen, einen anstrengenden Marsch in eine Buchhandlung.  Übrigens geht digital lustigerweise auch andersrum — im Laden vor Ort kann ich ein eBook kaufen. Verrückte Welt! 🙂

Shop Wuerzburg erleben
(Screenshot: http://wuerzburgerleben.de)

Das klappt natürlich nur, wenn es auch unterstützt wird — was aber anscheinend nicht jeder machen will. So hat die Würzburger Bildzeitung Würzburg erleben gleich mal einen ganzen Amazon-Shop auf seiner Seite. Dass die beiden Macher von “Lass den Klick in Deiner Stadt” nie etwas gehört haben, ist eher unwahrscheinlich, da die eine Hälfte Geschäftsführer des Vereins “Würzburg macht Spaß” ist, dessen Ziel es unter anderem ist, “die Attraktivität Würzburgs als Wohnstadt und Einkaufsstandort (zu) unterstreichen“.  Ich sehe da zumindest einen Interessenskonflikt.

Im WürzburgWiki wurde die schon 2010 die ISBN-Suche auf eine lokale Buchhandlung — in dem Fall Schöningh — umgestellt, und seit der Lass-den-Klick-Aktion auf die vier Online-Shops. So kann man zum Beispiel einen Roman-Rausch-Roman direkt aus dem WürzburgWiki bestellen — und den Klick trotzdem in der Stadt lassen.

(Headerbild by txeski, CC-BY-SA-NC)

Mehrfachkarten an den Weihnachtsbaum hängen

Erst seit Montag gibt es Mehrfachkarten für das Internationale Filmwochenende 2011 in Würzburg zu kaufen. Moment, was heißt eigentlich “erst”? Erstens ist das im Verhältnis deutlich früher als in den letzten Jahren (zur Erinnerung: Das FiWo 2011 findet vom 7.-10.4.2011 statt) und zweitens — wer kauft denn jetzt schon Weihnachtsgeschenke? Sind doch noch zwei Tage Zeit!

Der bayerische Einzelhandel jubelt jetzt schon? Viele aus meinem Bekanntenkreis habe bisher einen Geschenkkaufstatus von 0% (ich selbst 50%), da geht noch was. Und für diese Menschen mit Nerven aus Stahl könnte so eine Mehrfachkarte eine nette Geschenkidee sein. Die Fünferkarte kostet 25 €, die Zehnerkarte 40 €. Und neu in diesem Jahr sind die Geschenkgutscheine für einen Film beim Filmwochende, die gibt es für 6 €.

Auswärtige können die Mehrfachkarten auch im Büro der Filminitiative telefonisch (0931/15077) oder per E-Mail vorbestellen.

Eine Karotte für mehr Ökologie


Ein Flash-Mob ist, wenn sich der Mob blitzartig zu einer mehr oder weniger witzigen Aktion trifft. Und ein Carrot-Mob? Möhrenmenschenmassen?

Nein, ein Carrot-Mob ist eine Aktion zugunsten mehr Ökologie in der Wirtschaft. Der Begriff kommt von dem englischen Ausdruck “carrot and stick”, was dem deutschen “Zuckerbrot und Peitsche” entspricht. Und in diesem Fall lässt man mal die Peitsche in Form von Boykotts mal weg und hält der Wirtschaft das Zuckerbrot die Karotte — bei mir daheim heißt das Gelbe Rübe — hin. Und zwar so:

Die Organisatoren des Carrot-Mobs rufen Firmen und Geschäfte auf ein Gebot abzugeben, wieviel Prozent der Einnahmen, die während des Carrot-Mobs verdient werden, sie für nachhaltige ökologische Maßnahmen im Geschäft ausgeben werden. Und dann wird eben für den Carrot-Mob vor Ort geworben und gehofft, dass ganz, ganz viele Menschen dort in der Zeit einkaufen — und Natur und der Laden etwas davon haben.

Konkretes Beispiel anhand des Carrot-Mobs, der morgen, 6. Dezember 2010, von 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr in der Buchhandlung Neuer Weg in der Sanderstraße stattfindet.

Die Organisatoren des Carrot-Mobs haben über Facebook und StudiVZ aangekündigt, dass sie in Würzburg einen Carrot-Mob veranstalten wollen, zu dem sie ganz viele konsumfreudige Leute einladen. Nun konnten Würzburger Firmen sagen, wieviel Prozenz sie geben wollen. Der Neue Weg hat 40% geboten und den Zuschlag erhalten. Von den morgigen Einnahmen zwischen 17 und 20 Uhr soll der Neue Weg also 40% für ökologische Maßnahmen im Laden ausgeben.
Einzige Komplikation beim Neuen Weg: Aus mir unverständlichen Gründen — irgendwas mit Buchpreisbindung — gehen in die Rechnung morgen nur Artikel ein, die keine Bücher sind, also Kalender, Spiele, Hörbücher, etc. Emily? Erklärung?

So habe ich das Ganze zumindest verstanden. Wobei ich noch Fragen habe. Welche Geschäfte wurden in Würzburg angefragt? Um welche ökologischen Maßnahmen geht es? Fenster abdichten? Pullis, Schals und Mützen für die Mitarbeiter und Heizung ausbauen? Wer achtet darauf, dass der Anteil des Carrot-Ertrags korrekt ausgegeben wird? Aus meiner Sicht ist das alles noch etwas wenig transparent — vielleicht habe ich die Informationen nur nicht gefunden, vermutlich steht alles bei StudiVZ. 😉

Im Grunde eine unterstützenswerte Aktion, die mal positiv an das Thema Wirtschaft und Ökologie rangeht.Ein bisschen unglücklich ist, dass der 1.. Carrot-Mob in Würzburg in einer Buchhandlung stattfindet, wo man das nicht — im Sinne des Carrot-Mob — kaufen kann, was es dort am meisten gibt:: Bücher. Macht es gleich etwas komplizierter. Aber mal sehen wie es funktioniert und ankommt. Ich werde vermutlich nicht hingehen können, da die Aktion zeitlich parallel zu meine Nebenberuf als Nikolaus läuft.

Hier noch eine animierte Erklärung eines Carrot-Mobs, via hier:

[vimeo]http://vimeo.com/2913530[/vimeo]

Gebrannter Mandelsonntag

Heute ist wieder der alljährliche Mantelsonntag in Würzburg. Und in diesen Jahr kann der Bauer — oder mittlerweile allgemeiner: Konsument — endlich seinen Wintermantel kaufen. Und seine Wintersocken. Und die Winterdigitalkamera. Und den Wintergurkenhobel.

In diesem Jahr kann man auch Wintermäntel in die Stadt bringen. Das Bayerische Rote Kreuz macht am Theatervorplatz eine Drive-In-Kleidersammlung für die FairKauf-Kleiderläden in Würzburg, Kitzingen und Ochsenfurt.

Sonst kann man sich in vielen Läden in Würzburg wieder totshoppen. Die Häfelesmesse ist auf dem Marktplatz auch noch. Und das an einem Sonntag, was ja der Kirche ein Dorn im Auge ist. Der katholischen Kirche. Denn die evangelische Kirche juckt in Würzburg — knapp ein Viertel der Bevölkerung ist evangelisch — eh keinen, denn sonst hätte man den Mantelsonntag wohl nicht auf den Reformationstag gelegt — auch wenn er in Bayern kein gesetzlicher Feiertag ist. Der Stadtrat zickt für einen zweiten verkaufsoffenen Sonntag noch herum, aber das wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis er kommt. Aber lieber Stadtrat — wegen mir müsst ihr nicht hetzen. Ich werde zwar heute mal in die Stadt gehen, aber das mache ich an fast jedem verkaufsgeschlossenen Sonntag auch.

Comix costnix – Gratis Comic Tag 2010

In den USA gibt es das schon seit 8 Jahren — den Free Comic Book Day. In Deutschland gibt es den Gratis Comic Tag in diesem Jahr auch am 8. Mai 2010 zum ersten Mal. Und auch in Würzburg. Die Frage nach dem “Wo” sollte sich eigentlich erübrigen — wo außer in Hermkes Romanboutique wäre ein würdiger Ort in der Stadt dafür?

An diesem Tag wird es von den Verlagen Sonderausgaben von 30 verschiedenen Comics geben — für kein Geld! Der Hintergedanke ist natürlich, damit die Leute zum Comiclesen anzufixen; eine legale Verteilung von Einstiegsdrogen also.

Um nicht einfach nur die Comics an die Schnäppchenjäger zu verteilen veranstaltet Hermkes an diesem Tag noch eine Signieraktion mit lokalen und nationalen Namen aus der Comicszene.
So sind die Asterix-auf-Fränkisch-Übersetzer Gunther “Markus” Schunk, Kai “Wie mache ich kein Webradio” Fraas und Hans-Dieter “Keine Ahnung wer das ist” Wolf vor Ort, ebenso der Zeichner und Kolorist Christian Krank, der Comiczeichner Chris Noeth und der Spinne-Redakteur Christian Endres. Von außerhalb kommt der Zeichner Ralf Schlüter nach Würzburg.

Als Signierunterlage wird es exklusiv für diesen Tag ein Booklet der anwesenden Künstler gedruckt — auch was für Sammler.

Schöne Aktion, und ich bin sicher, dass Hermkes diesen Tag mit der gewohnten Lockerheit durchziehen wird. 🙂

Zahlen nachtragen

Heute bis 19.00 Uhr kann man sich von Würzburg macht Spaß und bringbag.de die Weihnachtseinkäufe nach Hause bringen lassen. WümS hat schon mal Resümee gezogen und die Aktion durch die 1600 Konsumenten, die den Service nutzten, als vollen Erfolg gezählt. Andere Städte haben schon neugierig nachgefragt und auch das Bundesumweltamt ist interessiert, laut Pressemitteilung soll “ein Erfahrungsbericht soll Grundlage für eine Förderzusage werden“.

1600 ausgefahrene Einkaufstüten ist sicher eine beachtliche Zahl, aber hat es sich nun für die Umwelt gelohnt? Wie viele haben nun ihr Auto daheim stehen lassen und sind zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem ÖPNV in die Würzburger Innenstadt gekommen? Denn wenn die ganzen Autofahrer sich ihren Krempel auch noch mit einem anderen Auto nachfahren lassen, dann wäre das nicht nur ein Misserfolg — dann sollte man die ganze Aktion so schnell wie möglich stoppen, um die Umwelt nicht noch mehr zu belasten. Und eine Förderung vom Bundesumweltamt kann man sich dann in die Haare schmieren.

Herr WümS, wie schaut’s aus? Zahlen auf den Tisch! Ihr habt doch Zahlen, oder?

Adventskalendertüte Herr Pfeffer

Weihnachtsglück

Adventskalendertüte Herr Pfeffer

So langsam setzt bei mir Entspannung ein. Die Arbeit geht erst mal dem Ende zu, Geschenke sind auch schon gekauft (Mutter fehlt noch), da konnte ich mir eine ruhige Mittagspause gönnen. Eher zufällig bin ich im Herrn Pfeffer gelandet, nachdem ich vorher schon bei Herrn Gehrings war (Herrentag). Weihnachtsgeschenke habe ich natürlich schon längst alle, aber im Herrn Pfeffer kann man immer so schön Kruschkram kaufen. Das habe ich auch gemacht. Im Advent darf man dort beim Bezahlen würfeln, und wenn man die Zahl des Tages erwürfelt, dann bekommt man ein Adventstütchen. Die Zahl des Tages war die 9. Und was habe ich gewürfelt? Ja, die 9, aber auch auf die 4. Nachkommastelle. Volltreffer!

Ich habe nicht richtig in die Tüte geschaut, nur mal reingelinst. Sieht nach dem geliebten Kruschkram aus — und wird Hl. Abend ausgepackt.

Danke Herr Pfeffer — und Frau Karo! 🙂