• Zeuch

    Gedenken und Funzeln

    Gestern war der Jahrestag der Bombardierung Würzburgs, und wie meistens war ich um 21.20 Uhr am Domvorplatz und habe während des Glockengeläuts, das so lang wie das Bombardement damals dauert, an die Opfer und die Zerstörung vor 65 Jahren gedacht. Nicht dass ich in dieser Nacht Angehörige verloren hätte, meine familiären Wurzeln steckten damals noch tief in der Arnsteiner Ecke. Aber es macht mich jedes Mal traurig und entsetzt mich daran zu denken, dass in dieser Nacht innerhalb von fast 20 Minuten 90% der Innenstadt dem Erdboden gleichgemacht wurde und — noch viel, viel schlimmer — ungefähr 5000 Menschen ihr Leben verloren. 5000 Menschen, die Familie, Freunde, Nachbarn hatten. 5000…

  • Kultur,  Politik

    Kuschelrunde

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    Am Mittwochabend war ich bei der Podiumsdiskussion über die Frage, wie mit den Nachkriegsbauten der 50er und 60er Jahre in Würzburg umgegangen werden soll. Nein, halt — Diskussion hätte ja bedeutet, man wäre sich nicht einig gewesen und hätte Argumente ausgetauscht. Aber so war es nicht. Mit viel Mühe hätte man den Abend “Vier gegen Chrisi” nennen können, denn Denkmalpfleger Fiedler, Chefverschönerer Kummer, Stadtheimatlehrer Steidle und Architektin Scholder waren sich grundsätzlich über die Notwendigkeit der Erhaltung der Nachkriegsbauten einig, einiger “Gegner” war Stadtbaurat Christian Baumgart, der sich allerdings auch recht harmonisch und diplomatisch gab. Ich weiß gar nicht warum man Frau Scholder eingeladen hat, ein Architekt mit einer Weg-mit-dem-alten-Scheiß-Platz-für-was-Modernes-Einstellung hätte…

  • Events,  Kultur,  Politik

    Ja, was wird denn nun aus dem Nachkriegs-Würzburg?

    Heute schon mal ins Fernsehprogramm geschaut? Nein, ich auch nicht. Aber zur Primetime um 20.15 Uhr kann wohl nichts so Gutes kommen, dass es eine Konkurrenz zur Veranstaltung der VHS in der Mozart-Schule wäre. Dort findet heute nämlich eine Podiumsdiskussion mit dem Titel “Was wird aus dem Nachkriegs-Würzburg?” statt. Auf dem Podium befinden sich Rembrant Fiedler vom Landesamt für Denkmalpflege, der Stadtbaurat Christian Baumgart, Stadtheimatpfleger Hans Steidle, Stefan Kummer vom Verschönerungsverein und Gabriele Scholder vom Architekturbüro Stadt + Raum Würzburg. Moderieren wird den Abend Eberhard Schellenberger vom BR-Studio Mainfranken. Die einzige mir unbekannte Nummer ist Frau Scholder, aber wenn sie keine radikal-progressive Architektin ist, dann erscheint mir das Podium etwas sehr…

  • Events,  Gastronomie,  Kultur,  Musik,  Preview

    Krieg im Gehrings

    Na, da weiß ich schon, wo ich am Montag meinen Feierabend verbringen werde — in Herrn Gehrings guter Stube ist handgemachter Jazz angesagt. Joe Krieg (Nein, der hat sich seinen Nachnamen nicht für diesen Tag zugelegt, er heißt wirklich so), seiner Berufung und Ausbildung nach Jazzgitarrist, spielt an eben diesem 16. März 2009 ab 20.00 Uhr im Gehrings auf, für umme, dazu kleine Snacks und Jazzmusiker-Cocktails. Pausen für den Musiker gibt es an solchen Abenden immer, aber diesmal ist eine Musikpause schon vorprogrammiert — zwischen 21.25 Uhr und 21.42 Uhr wird die Gitarre schweigen und es darf dem Glockengeläut im Gedenken an die Bombardierung der Stadt Würzburg vor 64 Jahren…

  • Zeuch

    Gedenken an die Bombardierung

    Gestern war ja nicht nur Stichwahltag, sondern auch der Tag, an dem Würzburg vor 63 Jahren bombardiert und fast vollständig zerstört wurde. Und wie jedes Jahr läuten in dieser Zeit, von 21.25 Uhr bis 21.45 Uhr die Glocken der Kirchen und vor dem Dom finden sich die Menschen ein und gedenken diesem Verlust an Menschenleben und Stadtleben. Auch AlGore und ich standen auf dem Domplatz. Die Zeit des Glockengeläuts kommt einem gleichzeitig wahnsinnig kurz — nicht mal 20 Minuten — und wahnsinnig lang vor. Daran zu denken, das während jedem einzelnen Schlag der Glocken zig Bomben auf die Stadt prasselten und das pro Schlag meines Herzens ungefähr drei Würzburger umkamen…