Auf den Sockel damit: Das Baustellen-Blog hat fertig.

Geht es euch auch so, dass es dem Leben gerade etwas an Sinn fehlt? Das liegt vermutlich daran, dass seit fünf Tagen nichts Neues im Baustellen-Blog von Hermkes Romanboutique zu lesen war. Das Baustellen-Blog wurde eingestellt, nachdem die Durchfahrt durch die Eisenbahn-Unterführung in der Valentin-Becker-Straße wieder möglich ist.

Geht es euch auch so, dass es dem Leben gerade etwas an Sinn fehlt? Das liegt vermutlich daran, dass seit fünf Tagen nichts Neues im Baustellen-Blog von Hermkes Romanboutique zu lesen war. Das Baustellen-Blog wurde eingestellt, nachdem die Durchfahrt durch die Eisenbahn-Unterführung in der Valentin-Becker-Straße wieder möglich ist.

Seit dem 7. Januar 2014 gab Gerd Eibach seinen Senf zu den Baustellen vor dem Comic- und Spieleladen. Und in 156 Beiträgen — also beinahe täglich — durften wir Leser mitleiden und -lachen.  Die Troglodyten haben die Valentin-Becker-Straße übernommen und das Comicdealer-Team schaut fassungslos und fasziniert zu, wie diese Wesen aus einer anderen Dimension mit völlig anderen Naturgesetzen und Zeitabläufen ihren Aktivitäten nachgehen, die zu erfassen der menschliche Geist einfach nicht geschaffen ist.

Wer es noch nicht gelesen hat — das Baustellen-Blog von Beginn an. Am Besten hinten anfangen.

Danke an Gerd für das Baustellen-Blog, ihm gebührt es, auf den Blog-Sockel für das Jahr 2014 gestellt zu werden! 🙂

Huldigt ihm!

Gerd

Einmal eBook zum Mitnehmen, bitte!

Christian Endres - Crazy WolfIch versuche ja immer die Würzburger Autoren im Auge zu behalten. Naja, so einigermaßen und vor allem in den Bereichen der Literatur, die mich interessieren. So will ich schon seit ein paar Wochen das neue Buch von Christian Endres lesen, “Crazy Wolf”. Und das gibt es nur als eBook.

Im Grunde kein Problem. Das eBook gibt es ja auch in den — meisten — Online-Shops der Buchhandlungen. Allerdings ist mein Paypal-Konto ist leer, Kreditkarte habe ich keine und alles andere dauerte mir zu lange.

Darum kam es zu der seltsamen Situation, dass ich in die Stadt gegangen bin, um in der Buchhandlung Schöningh ein digitales Buch zu kaufe, bar zu bezahlen und es dann über einen Link in einer E-Mail auf mein Smartphone herunterzuladen und zu lesen. Verrückt! 😉

Die Verkäuferin musste zwar erst mal kurz durchatmen, als ich ihr sagte, dass ich ein eBook hier kaufen will, hat es dann aber recht souverän abgewickelt. War wohl über beide Seiten eine Premiere. 🙂

Und jetzt gebe ich mich mal gut 60 Seiten frischem Werwolf aus Unterfranken hin …

Jetzt flüstern das Papier auch endlich richtig

Nach Moggadodde hat nun auch Emily ihr Buch in gedruckter Form auf den Markt gebracht. “Papiergeflüster — Aus dem Leben einer Buchhändlerin” heißt es und ist seit heute in jedem gepflegten Buchladen zu kaufen oder bestellen.

PapiergeflüsterEmily signiert ihr BuchWie ich neulich schon in der Würzmischung #88 erwähnt habe — der Würzburger Bloggerstammtisch mutiert immer mehr zu einem Buchautoren-Stammtisch. Nach Moggadodde hat nun auch Emily ihr Buch in gedruckter Form auf den Markt gebracht, in digitaler Form gab es das ja schon länger. “Papiergeflüster — Aus dem Leben einer Buchhändlerin” heißt es und ist seit heute in jedem gepflegten Buchladen zu kaufen oder bestellen.

Und es wurde auch Zeit, dass “Papiergeflüster” auch als gedrucktes Werk erscheint. Denn ein Buch namens “Papiergeflüster” als eBook zu lesen … irgendwie hab ich da nichts flüstern hören. )

Ich habe mir das Buch heute im Laden gekauft und gleich die Autorin aufgesucht, um es signieren zu lassen. Hach, was waren wir beide stolz! Ich auf mein zweites signiertes Buch und Emily auf ihr ihre erste Signierstunden … naja, Minute! 🙂

Wer das Buch unbedingt online erwerben will:

Die offizielle Seite zum Buch

Wozu Amazon? Bücher kaufe ich in Würzburg!

Ein Grund, warum ich meine Bücher in Würzburger Buchhandlungen kaufe, ist auch, weil ich die lokale Wirtschaft unterstützen will. Ja, warum auch nicht? Ich wohne in Würzburg und arbeite in Würzburg. Ich freue mich, wenn es dem lokalen Einzelhandel gut geht. Oder der Kulturszene. Oder der Gastronomie. Ok, ganz besonders der Gastronomie. Ich gebe hier mein Geld aus und hoffe, dass es möglichst lange in der Stadt bleibt.

Nicht erst seit der ARD-Reportage “Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon” dürften die möglichen Schattenseiten des Online-Versandriesen in das Bewusstsein der Konsumenten getreten sein. Aber man muss gar nicht gleich an die Problematiken der Leiharbeit oder an rechtsradikale Sicherheitsfirmen denken. Die Folgen des Über-20-Prozent-Anteils am deutschen Online-Versandhandel sind ganz konkret in der eigenen Stadt zu spüren — den kleinen, unabhängigen Buchhandel trifft es.

Ich habe gerade mal in meinem Amazon-Account gestöbert: Meine letzte Buchbestellung war am 9. Oktober 2007, der 7. Harry Potter (danach außer einem Bluetooth-GPS nur noch kostenlose eBooks und kostenlose Musik — und das Verzweiflungs-Weihnachtsgeschenk-2012, das aber eine eigene Geschichte wert ist und mir den Onlineversand endgültig versaut hat). Seit dem habe ich alle Bücher in Buchhandlungen gekauft.

Ein Grund, warum ich meine Bücher in Würzburger Buchhandlungen kaufe, ist auch, weil ich die lokale Wirtschaft unterstützen will. Ja, warum auch nicht? Ich wohne in Würzburg und arbeite in Würzburg. Ich freue mich, wenn es dem lokalen Einzelhandel gut geht. Oder der Kulturszene. Oder der Gastronomie. Ok, ganz besonders der Gastronomie. Ich gebe hier mein Geld aus und hoffe, dass es möglichst lange in der Stadt bleibt.

Und ehrlich — es gibt für mich kaum einen Grund, warum ich Bücher bei Amazon bestellen sollte. Ich finde Buchhandlungen einfach toll. Das Papier riechen, mit den Buchhändlern plaudern, herumstöbern … ich mag das einfach.

Lass den Klick in Deine StadtVier Würzburger Buchhandlungen haben sich Ende letzten Jahres zu dem Aktionsbündnis “Lass den Klick in Deiner Stadt” zusammengeschlossen. Die Buchhandlungen Dreizehneinhalb, Knodt, Neuer Weg und Schöningh bieten auch Online-Shops an. Vielleicht nicht so ausgefeilt wie der von Amazon, aber sie tun ihren Dienst und ersparen denen, die ihren Hintern auf Biegen und Brechen nicht aus dem Sessel bekommen, einen anstrengenden Marsch in eine Buchhandlung.  Übrigens geht digital lustigerweise auch andersrum — im Laden vor Ort kann ich ein eBook kaufen. Verrückte Welt! 🙂

Shop Wuerzburg erleben
(Screenshot: http://wuerzburgerleben.de)

Das klappt natürlich nur, wenn es auch unterstützt wird — was aber anscheinend nicht jeder machen will. So hat die Würzburger Bildzeitung Würzburg erleben gleich mal einen ganzen Amazon-Shop auf seiner Seite. Dass die beiden Macher von “Lass den Klick in Deiner Stadt” nie etwas gehört haben, ist eher unwahrscheinlich, da die eine Hälfte Geschäftsführer des Vereins “Würzburg macht Spaß” ist, dessen Ziel es unter anderem ist, “die Attraktivität Würzburgs als Wohnstadt und Einkaufsstandort (zu) unterstreichen“.  Ich sehe da zumindest einen Interessenskonflikt.

Im WürzburgWiki wurde die schon 2010 die ISBN-Suche auf eine lokale Buchhandlung — in dem Fall Schöningh — umgestellt, und seit der Lass-den-Klick-Aktion auf die vier Online-Shops. So kann man zum Beispiel einen Roman-Rausch-Roman direkt aus dem WürzburgWiki bestellen — und den Klick trotzdem in der Stadt lassen.

(Headerbild by txeski, CC-BY-SA-NC)

Liebe Steinigkes

Das U&D 2012 ohne Twitterwall? Was für eine Vorstellung! Aber so sieht es wohl aus. Zeit für einen Bittbrief an den Verleiher des letzten Jahres, die Firma Steinigke.

Diese E-Mail ging vor wenigen Minuten an Steinigke Showtechnic GmbH in Waldbüttelbrunn:

Liebe Steinigkes,

ich weiß, wir haben und schon lange nicht mehr gesehen. Zuletzt, als ich vor knapp 20 Jahren bei euch im Laden stand und sechs PAR-56-Scheinwerfer gekauft habe. Und ich habe euch seitdem in angenehmer Erinnerung behalten.

Um so überraschter war ich dann, als ich gehört habe, dass ihr dem Umsonst & Draussen in diesem Jahr keine Twitterwall zu Verfügung stellt. Nicht dass ich deswegen auf euch sauer bin — es ist eure Twitterwall und ihr dürft damit natürlich machen was ihr wollt.

Ich kenne die Gründe nicht, warum ihr die LED-Wand für euch behaltet.  Aber bedenkt, was ihr damit anrichtet. Für uns gut gelaunte Twitteristas war die Twitterwall unsere Leinwand, unsere Bühne auf der Bühne. Die Lichter blitzen im Rhythmus unserer Bonmonts im Geiste des #udwue, unserer ASCII-Art-Spielereien, unserer Mini-Konzert-Rezensionen — und ja, ich gestehe, einmal habe ich über die Twitterwall erfolgreich eine Flasche Wein zur Drinnen-Bühne bestellt.

Und das alles wollen die Steinigkes nehmen? Das kann ich mir kaum vorstellen! Bestimmt hat einer eurer Buchhalter die Leihgabe gestrichen. Ich kenne solche Leute —  hohlwangig, bleich und bilanzbesessen. Was wissen die schon von Kunst, Kreativität und Shows?

Die Steinigkes waren schon immer für ihre Liebe für die Kreativität berühmt. Was hätte euer Ururgroßvater Frankensteinigke gemacht, hätte man ihm den Blitzableiter weggenommen? Oder Großonkel Steinigkeway, hätte er keine schwarze Farbe für die Klaviertasten bekommen?

Geht in euch, liebe Steinigkes, und überrascht die Twittergemeinde mit einem fröhlich hupenden Lastwagen, der den Weg zu den Mainwiesen entlangrumpelt — lasst diesen Weg einen steinigken sein und die Bühnenwand eine twitterigke! Wir werden den Hashtag #welovesteinigke in die Twittertrends blasen!

Königliche Grüße,
Ralf Thees, Blogger, Twitterer und U&D-Enthusiast

Headerbild von Rööö

Purple-Cow-Woman und Talking Tommy

“Bücher krümmen Zeit und Raum. Einer der Günde dafür, warum die Eigentümer kleiner Antiquariate so unirdisch und übernatürlich wirken, besteht darin, dass sie wirklich unirdisch und übernatürlich sind. Sie nahmen eine falsche Abzweigung in ihren Buchläden, die zu anderen Welten gehörten. Dort gilt es als völlig normal, ständig Pantoffeln zu tragen und das Geschäft zu öffnen, wenn man Lust dazu hat.” (Wachen! Wachen!, Terry Pratchett)

30 Jahres Hermkes Romanboutique
Am Samstag feierte der Laden für Fantasy-, Science-Fiction- und Comic-Literatur in Würzburg seinen 30. Geburtstag — Hermkes Romanboutique in der Valentin-Becker-Straße.

Hermkes ist wohl einer der legendärsten und anerkanntesten Buchläden diesseits des Rio Grande im Bereich Phantastik. Und im Umfeld kaum eines anderen Ladens in Würzburg trifft man auf so viel sympathische, schrullige, nerdige, originelle oder ungewöhnliche Menschen — oft sind diese Eigenschaften in einer Person vereint, man muss sich nur den Gründer und Namensgeber Hermke Eibach anschauen. Kleine Randnotiz: Hermke Eibach hat es sogar zu einer Erwähnung in einem Perry-Rhodan-Heft bekommen — die Romane sind mein kleines, dunkles literarisches Laster.

Zur Feier des Tages war der Laden voll mit Besuchern, von denen der Joker und Catwoman in den Farben der Milka-Kuh noch die Normalsten waren — nein, das ist keine Beleidigung, schließlich war ich selbst auch da (und ich war weder Joker noch Catwoman — wobei mich das Catwoman-Kostüm schon gereizt hätte, es war ja Stretch-Stoff, das passt jedem 😉 )

Nachmittags hat sich die Feier über die Straße ins Chambinzky verlagert, dort hat Bernd-das-Brot-Erfinder Tommy Krappweis aus seiner “Mara”-Reihe vor. Das heißt — ich vermute nur, dass er wie geplant daraus vorgelesen hat. Denn, angeschlagen wie ich von Hazamels Geburtstagsfeier am Tag vorher war (niemals, wirklich niemals von MatzeLoCal gemischte Cuba Libres trinken!), bin ich nicht so lange geblieben. Und in der Stunde, in der ich da war, hat Tommy zwar viel geredet, aber nichts gelesen. Geredet hat er aber sehr lustig, eine großartige One-Man-Show, bei der es vor allem über die Entstehung von Bernd das Brot ging. Sehr witzig! 🙂

Bilder der Lesung gibt es bei Hazamel und Emily, die auch da war. Mit Tommy hatte ich es vor der Lesung noch über schlechte Digitalkamera, die in Räumen so gut wie untauglich sind. Er hatte völlig recht!

Danke für 30 phatastische Jahre, liebe Romanboutique. Wir sehen uns spätestens am 10. Mai 2011 zum Gratiscomictag wieder. Ich vermute aber, schon vorher.

“Eine gute Buchhandlung ist wie ein freundliches Schwarzes Loch, das lesen gelernt hat.” (Wachen! Wachen!, Terry Pratchett)