Eine Karotte für mehr Ökologie


Ein Flash-Mob ist, wenn sich der Mob blitzartig zu einer mehr oder weniger witzigen Aktion trifft. Und ein Carrot-Mob? Möhrenmenschenmassen?

Nein, ein Carrot-Mob ist eine Aktion zugunsten mehr Ökologie in der Wirtschaft. Der Begriff kommt von dem englischen Ausdruck “carrot and stick”, was dem deutschen “Zuckerbrot und Peitsche” entspricht. Und in diesem Fall lässt man mal die Peitsche in Form von Boykotts mal weg und hält der Wirtschaft das Zuckerbrot die Karotte — bei mir daheim heißt das Gelbe Rübe — hin. Und zwar so:

Die Organisatoren des Carrot-Mobs rufen Firmen und Geschäfte auf ein Gebot abzugeben, wieviel Prozent der Einnahmen, die während des Carrot-Mobs verdient werden, sie für nachhaltige ökologische Maßnahmen im Geschäft ausgeben werden. Und dann wird eben für den Carrot-Mob vor Ort geworben und gehofft, dass ganz, ganz viele Menschen dort in der Zeit einkaufen — und Natur und der Laden etwas davon haben.

Konkretes Beispiel anhand des Carrot-Mobs, der morgen, 6. Dezember 2010, von 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr in der Buchhandlung Neuer Weg in der Sanderstraße stattfindet.

Die Organisatoren des Carrot-Mobs haben über Facebook und StudiVZ aangekündigt, dass sie in Würzburg einen Carrot-Mob veranstalten wollen, zu dem sie ganz viele konsumfreudige Leute einladen. Nun konnten Würzburger Firmen sagen, wieviel Prozenz sie geben wollen. Der Neue Weg hat 40% geboten und den Zuschlag erhalten. Von den morgigen Einnahmen zwischen 17 und 20 Uhr soll der Neue Weg also 40% für ökologische Maßnahmen im Laden ausgeben.
Einzige Komplikation beim Neuen Weg: Aus mir unverständlichen Gründen — irgendwas mit Buchpreisbindung — gehen in die Rechnung morgen nur Artikel ein, die keine Bücher sind, also Kalender, Spiele, Hörbücher, etc. Emily? Erklärung?

So habe ich das Ganze zumindest verstanden. Wobei ich noch Fragen habe. Welche Geschäfte wurden in Würzburg angefragt? Um welche ökologischen Maßnahmen geht es? Fenster abdichten? Pullis, Schals und Mützen für die Mitarbeiter und Heizung ausbauen? Wer achtet darauf, dass der Anteil des Carrot-Ertrags korrekt ausgegeben wird? Aus meiner Sicht ist das alles noch etwas wenig transparent — vielleicht habe ich die Informationen nur nicht gefunden, vermutlich steht alles bei StudiVZ. 😉

Im Grunde eine unterstützenswerte Aktion, die mal positiv an das Thema Wirtschaft und Ökologie rangeht.Ein bisschen unglücklich ist, dass der 1.. Carrot-Mob in Würzburg in einer Buchhandlung stattfindet, wo man das nicht — im Sinne des Carrot-Mob — kaufen kann, was es dort am meisten gibt:: Bücher. Macht es gleich etwas komplizierter. Aber mal sehen wie es funktioniert und ankommt. Ich werde vermutlich nicht hingehen können, da die Aktion zeitlich parallel zu meine Nebenberuf als Nikolaus läuft.

Hier noch eine animierte Erklärung eines Carrot-Mobs, via hier:

[vimeo]http://vimeo.com/2913530[/vimeo]

Pleicher Hof a cappella

Im Keller des Pleicher Hofs ist ab sofort die Musik aus. Und das Licht auch.

Am Sonntag, dem Tag des Nichtraucher-Volksentscheids, kam schon eine Mail vom Pleicher-Chef Ued, der als eine Konsequenz des Rauchverbots in Clubs, dass der Laden dadurch “vermutlich bald wieder in die drohende Insolvenz” geschickt würde. Und am Montag war dann kommentarlos auf der Website zu lesen, dass es ab sofort keine Musikveranstaltungen im Pleicher Hof geben wird. Warum und wieso wurde bei Kalimba und Kampfkoloss gerätselt.

Bei Facebook gab es heute kleine Einblicke, port01 zitiert den Pleicher Hof mit den WortenIch habe eben vom Ordnungsamt der Stadt Würzburg einen Bescheid erhalten, der uns alle discoähnlichen Veranstaltungen untersagt und uns zum sofortigen Abbau der Licht und Tontechnik auffordert. Der Einsatz eines sog. Discjockeys ist uns verboten.

Harter Tobak! Ob das Ordnungsamt von sich aus aktiv geworden ist, ob sich das Maritim beschwert hat , ob die BIWA dahintersteckt oder sonst wie  — zumindest hat der Pleicher nun ein immenses Problem! Allein durch das Café wird sich der Pleicher Hof wohl nicht lange finanzieren lassen.  Jetzt kann Ued natürlich Unplugged-Lesungen oder Klöppelkurse im Keller anbieten, aber damit wird wohl auch nicht sehr viel Geld zu machen sein.

Ja, vor dem Pleicher war nachts schon gern mal viel los, da hat die neue und umstrittene Preispolitik auch nicht viel geholfen. Aber wenn ich nachts durch Würzburg laufen und am Odeon, oder öfters, da auf dem Heimweg, am Studio vorbeikomme — da ist auch viel los vor den Discos. Da bin ich aber mal gespannt, wann das Odeon oder das Studio ihre Lautsprecher rausreißen müssen. Wobei, wenn ich ehrlich bin, sehe ich die Gefahr da eher gering. Die können wenigstens sagen, sie haben gutbezahlte Türsteher, die eben vor der Tür stehen. Ob es deswegen leiser ist … ich weiß nicht so recht. Aber so ein kleiner Schuppen wie der Pleicher Hof kann sich eben kaum mal Türsteher leisten — die Mainstream-Disco-Lobby mit dem dicken Geldbeutel wird es also vermutlich noch länger geben.

Zumindest ist nun eine kleine — ob man sie “alternativ” nennen will muss jeder selbst entscheiden — Disco und ein Konzertsaal lahm gelegt — und eventuell sogar zur Geschäftsaufgabe gezwungen. Ob durch die Verschärfung des Nichtraucherschutzes oder das Oberwasser, das die BIWA nun haben wird, weitere folgen werden, das werden wir sehen, mit der Disco Fantastique musste ja kürzlich auch eine Veranstaltung auf Zimmersuche gehen.

Die Innenstadt mag nun vielleicht ein bisschen leiser sein, aber dem Image- und Wirtschaftsfaktor Kultur- und Nachleben hat diese Aktion auch einen Schlag versetzt.

Vielleicht werden ja noch ein paar Hintergründe dieser Ordnungsmaßnahme ans Licht kommen. Bis dahin: Bleibt abends daheim, setzt die Kopfhörer auf und tanzt zu naturtrüben Apfelsaftschorle und Salzstängchen. Aber nicht so laut schlürfen und knuspern!

Comix costnix – Gratis Comic Tag 2010

In den USA gibt es das schon seit 8 Jahren — den Free Comic Book Day. In Deutschland gibt es den Gratis Comic Tag in diesem Jahr auch am 8. Mai 2010 zum ersten Mal. Und auch in Würzburg. Die Frage nach dem “Wo” sollte sich eigentlich erübrigen — wo außer in Hermkes Romanboutique wäre ein würdiger Ort in der Stadt dafür?

An diesem Tag wird es von den Verlagen Sonderausgaben von 30 verschiedenen Comics geben — für kein Geld! Der Hintergedanke ist natürlich, damit die Leute zum Comiclesen anzufixen; eine legale Verteilung von Einstiegsdrogen also.

Um nicht einfach nur die Comics an die Schnäppchenjäger zu verteilen veranstaltet Hermkes an diesem Tag noch eine Signieraktion mit lokalen und nationalen Namen aus der Comicszene.
So sind die Asterix-auf-Fränkisch-Übersetzer Gunther “Markus” Schunk, Kai “Wie mache ich kein Webradio” Fraas und Hans-Dieter “Keine Ahnung wer das ist” Wolf vor Ort, ebenso der Zeichner und Kolorist Christian Krank, der Comiczeichner Chris Noeth und der Spinne-Redakteur Christian Endres. Von außerhalb kommt der Zeichner Ralf Schlüter nach Würzburg.

Als Signierunterlage wird es exklusiv für diesen Tag ein Booklet der anwesenden Künstler gedruckt — auch was für Sammler.

Schöne Aktion, und ich bin sicher, dass Hermkes diesen Tag mit der gewohnten Lockerheit durchziehen wird. 🙂

Würzblog-Bilderrätsel #9

Das Würzblog-Bilderrätsel Nummer 9 – wegen einiger Beschwerden von “Zugereisten” heute ganz ohne Begriffe aus dem Volksmund. Statt dessen nur ein kleines Suchbild: Wenn man von der Stamm-Gaststätte des Würzburger Blogger-Stammtischs auf dem kürzesten Weg zum Rathaus läuft, dann kommt man an dem “Frisör”-Laden auf dem Bild vorbei.

Unsere heutige Frage: Wie heißt der Frisör?

Gesucht ist nur ein Wort, der viertletzte oder auch der letzte Buchstabe stehen in der Lösung an 36. Stelle.

My Favourite Tracks mit Horst Porkert

Auch im neuen Jahr geht es weiter der 5. Staffel von My Favourite Tracks. Zu Gast bei Dennis Schütze ist heute Abend, 5. Januar 2010, ab 20.00 Uhr im Pleicher-Hof Horst Porkert, Dealer im Plattenladen meines Vertrauens, dem H2O in der Karmelitenstraße und Oberschamane des Psychdelic Networks. Es dürfte also zumindest musikalisch hochinteressant werden. Mal sehen, ob meine Gesundheit mich heute Abend aus dem Haus gehen lässt.

Wer das H2O in Würzburg noch nicht kennen sollte: Netter kleiner Platten-, CD-, Shirt-, Posterladen in der Karmelitenstraße mit einer großen Auswahl an Musik jenseits des Mainstreams, sogar CDs von kleinen regionalen Bands und Künstlern kann man hier kaufen. Aber auch Mainstreamfreunde sollten mal reinschauen, denn hier kann man günstig gebrauchte CD kaufen (und verkaufen natürlich). Und hier bekommt man Karten für viele Konzerte in Würzburg. Die Leute, die da arbeiten, sind alle nett, aber haben schon auch alle einen Schuss, An so einen Plattenladen muss Nick Hornby gedacht haben, als er High Fidelity schrieb. Ihr müsst euch mal an die Theke stellen und den Gesprächen zuhören … 😉
Ende des Werbeblocks. 😉

Weihnachtsglück

Adventskalendertüte Herr Pfeffer

So langsam setzt bei mir Entspannung ein. Die Arbeit geht erst mal dem Ende zu, Geschenke sind auch schon gekauft (Mutter fehlt noch), da konnte ich mir eine ruhige Mittagspause gönnen. Eher zufällig bin ich im Herrn Pfeffer gelandet, nachdem ich vorher schon bei Herrn Gehrings war (Herrentag). Weihnachtsgeschenke habe ich natürlich schon längst alle, aber im Herrn Pfeffer kann man immer so schön Kruschkram kaufen. Das habe ich auch gemacht. Im Advent darf man dort beim Bezahlen würfeln, und wenn man die Zahl des Tages erwürfelt, dann bekommt man ein Adventstütchen. Die Zahl des Tages war die 9. Und was habe ich gewürfelt? Ja, die 9, aber auch auf die 4. Nachkommastelle. Volltreffer!

Ich habe nicht richtig in die Tüte geschaut, nur mal reingelinst. Sieht nach dem geliebten Kruschkram aus — und wird Hl. Abend ausgepackt.

Danke Herr Pfeffer — und Frau Karo! 🙂

Der Bakery-Girls-Kalender hängt


Da hängt er in der Küche, der lang erwartete Bakery-Girls-Kalender.
Am Samstag habe ich ihn bei der Präsentation in der Bäckerei Will in Kitzingen gekauft. In dem Kalender habe sich Angestellte der Bäckerei fotografieren lassen, der Erlös geht an die Mukoviszidoseambulanz der Uniklinik Würzburg. Und für die jungen Models war das nicht nur so ein Blabla-Spaß-Projekt — eine ihrer Kolleginnen leidet an dieser Erbkrankheit, die die durchschnittliche Lebenserwartung mal drastisch senkt. Freund und Kollege Hans vom Kitziblog, Seniochef i. R. der Bäckerei, hat etliche Fotografen aus der näheren und weiteren Umgebung dazu gebracht, Bilder für den Kalender zu knipsen — völlig ohne Honorar oder Spesen.

Den Kalender kann man für 12 € kaufen, davon gehen 9 € an die Mukoziszidose-Ambulanz, 3 € sind für den Druck. Zu kaufen gibt es in im Moment nur in Kitzingen und Umgebung, man kann ihn sich aber auch schicken lassen. Falls hier ein Ladeninhaber mitliest und den Kalender gern in Laden auslegen will: einfach bei Hans über die Bakery-Girls-Seite melden.

Die Achse des Schönen

Vor lauter Slogan-Zeuch ist das völlig hinten runtergefallen — und das hat es nicht verdient.

Am Samstag hat Herr Pfeffer im Laden des ehemaligen Kräutersepps eröffnet. Ich habe mich, noch vom Vorabend am Hafensommer gezeichnet, hingeschleppt und mir den Laden angeschaut und die schlechtesten Fotos meines Lebens gemacht. Nur Verfremdung kann wenigstens ein Bild halbwegs retten. 😉

Auch hier gibt es von den Damen Pfeffer oder befreundeten Künstlern gemachte Designartikel, aber auch Bilder, Klamotten und sogar Kurse werden angeboten.

Nun ist die Achse des Schönen komplett. Jenseits des Mainstreams in Sachen Design und Standort kann man nun von der Büttnergasse (die Gasse links vom Wöhrl) in gerade Linie zur Kärrnergasse (die Gasse gegenüber von Enchilada und CU) und weiter fast geradeaus in die Pleicherschulgasse (im Innenhof beim Schelmenkeller und Chaos) und kann damit in Herrn Pfeffer, 21qm und Fennartikel schauen. Und ich kann ihnen allen nur Erfolg und Spaß wünschen — und Würzburger, die auch mal neugierig auf Neues sind. 🙂