#FckArtikel13: Spontane Demo gegen die Urheberrechtsreform

Für eine Spontan-Demo war der Protest heute gegen den Artikel 13 & Co der geplanten EU-Urheberrechtsreform ganz gut besucht. Und die große Demo kommt erst noch.

Irgendwie ging alles ganz schnell. So hektisch die Abstimmung über die geplante Urheberrechtsreform der Europäischen Union vorverlegt werden sollte (hat sich schon wieder erledigt) — zufälligerweise vor den geplanten europaweiten Protesttag am 23. März –, so hektisch wurde eine Demonstration in Würzburg organisiert.

Am Freitag wurde die Demo genehmigt, heute am Samstag fand sie statt. Dafür und für das eher eklige Wetter konnte sich die Zahl von rund 100 Teilnehmern sehen lassen.

Worum ging es bei der Demo? Nur ganz grob: Das Urheberrecht in der EU soll reformiert werden. Eine der Neuerungen dabei sieht im Artikel 13 vor, dass im Internet die Plattformen dafür verantwortlich sein sollen, dass hochgeladene Inhalte nicht gegen das Urheberrecht verstoßen — und das schon, bevor sie öffentlich zu sehen sind. Obwohl es so direkt nicht im Entwurf steht, ist sowas nur mit Uploadfiltern möglich, also Programmen, die versuchen zu erkennen, dass ein hochgeladener Inhalt rechtlich geschützt ist und ihn dann automatisch freischalten oder sperren. Bundesjustisministerin Katarina Barley — die sogar am  gleichen Tag bei der SPD in Würzburg warsieht keinen anderen Weg, den Artikel 13 ohne technische Lösungen wie Uploadfilter umzusetzen.

Das ist nicht leicht umzusetzen, sowas zumindest im Ansatz hinzubekommen, ist eine sehr teuere Investition, die sich wohl nur IT-Riesen wie Facebook oder Google leisten können. Und wie gut das funktionieren wird, muss sich zeigen. Kleine Blogs, Foren, etc können das vergessen. Die können sich dann nur so einen Service mieten (bestimmt teuer), Lizenzen erwerben (utopisch teuer) oder jeden hochgeladenen Inhalt von Hand prüfen und dann freischalten. Das  einigermaßen freie Netz, wie wir es kannten, gerät also durch diese enorme Hürde also in Gefahr. Digitalverbände wie Bitkom warnen vor der Einführung solcher Uploadfilter, ebenso wie der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber.

Das alles reißt die Problematik nur oberflächlich an. Zeit Online hat das Thema ganz gut zusammengefasst, auch das zweite Problemfeld Leistungsschutzrecht. Und diese Aktion mit der Vorverlegung der Abstimmung, um Proteste gar nicht erst groß aufkommen zu lassen, zeugt von einem Demokratieverständnis mancher Teile des Europaparlaments, das man nicht einfach so hinnehmen darf.

Tim und Fabio von 2SightBiking waren live bei der Demo in Würzburg dabei dabei

Würzburg Demo gegen Artikel 13 Livestream

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Verantwortlich für die Demo waren übrigens Die Linke, die Jusos, die Jungen Liberalen,  Die Partei, Nerd2Nerd, eine MUT-Fahne hab ich flattern sehen … hab ich jemanden vergessen?

Ich bin gespannt auf den 23. März 2019  um 15 Uhr am Bahnhofsplatz in Würzburg, ich rechne am Protesttag mit deutlich mehr Reformgegnern als die Hundert, die heute vom Hauptbahnhof zum Marktplatz gezogen sind. Aber das hat schon mal Mut gemacht.

Strabafahrt ja, Baureferat nein

Morgen, 8. März 2012, streikt der öffentliche Dienst. Also nicht der gesamte öffentliche Dienst, sondern nur ein Teil davon. Auch in Würzburg sind laut Main-Post davon manche Bereiche betroffen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt zum Beispiel. Oder das Baureferat — mal sehen, ob man den Unterschied merken wird.

Nicht streiken werden die Straßenbahn und Busfahrer — soweit es der WVV bekannt ist, bei denen ich gerade angerufen habe. Es wird also nicht so ein Chaos wie im Jahr 2010, als beim ver.di-Warnstreik auch der Würzburger ÖPNV zweitweise bestreikt wurde.
Das heißt, eine kleine Verkehrbehinderung wird es doch gegen: Die Gewerkschaftler ziehen von 11.15 Uhr bis 12.15 Uhr mit einer Demonstration vom Felix-Feschenbach-Haus in Grombühl über die Ludwigstraße zum Marktplatz, wo eine Kundgebung stattfinden wird.

Die Streikenden verlangen 6,5 Prozent mehr Lohn, und zwar mindestens 200 €. Mal sehen was passiert, wenn die Forderungen bei den Verhandlungen am 12. März 2012 nicht erfüllt werden. Dann können auch wieder mal die Straßenbahnen und Busse stillstehen — vielleicht auch mal länger.

Taubentot

Ich bin kein großer Taubenfreund, aber das grausame Schicksal, dass die Taube auf Marktplatz in Würzburg ereilt hat, wünsche ich auch keiner dieser Flugratten. Ist da jemand draufgetreten? Oder war’s ein Hund? Eine Katze? Jemand vom Ordnungsamt?

Tote Taube auf dem grausamen Stein des Marktplatzes

Dedekoration des Weihnachtsbaums

Schon komisch irgendwie. Ab dem 1. Advent bis Heilig Abend ist Advent. Da regiert der Atzventzkranz. Weihnachtsbäume sind für die Weihnachtszeit, also ab Weihnachten, dem 25. Dezember. Und die Christbäume werden doch daheim normalerweise erst am 23. oder 24. Dezember aufgestellt. Und bleiben dann die Weihnachtszeit über stehen, normalerweise bis Dreikönig, Mariä Lichtmess oder Taufe des Herrn stehen.

Tja, und in der Bischofsstadt Würzburg wird am dritten Tag der Weihnachtsoktav am Marktplatz schon dedekoriert. Weihnachten ist wohl auch nur, solange es Feuerzangenbowle gibt.
Ob der Baum selbst auch gleich verschwindet? Laut Abfallkalender wohl nicht, denn da wäre die Altstadt erst am 10. Januar 2012 dran.  Wen es übrigens interessiert, wann wo in Würzburg die Christbäume von den Stadtreinigern abgeholt werden (sofern ich den Abfallkalender richtig entschlüsselt habe):

  • 9. Januar 2012: Frauenland
  • 10. Januar 2012: Altstadt, Sanderau
  • 11. Januar 2012: Versbach, Zellerau, Mainviertel
  • 12. Januar 2012: Oberdürrbach, Unterdürrbach, Dürrbachau
  • 16. Janaur 2012: Steinbachtal, Heuchelho, Rottenbauer
  • 17. Janaur 2012: Heidingsfeld
  • 18. Janaur 2012: Grombühl, Lindleinsmühle
  • 19. Janaur 2012: Lengfeld

Ende des Weihnachtstraums

Ich Faschings-0 und 1111111111

Als ich gestern früh in der Bar D.O.C. meinen Cappuccino getrunken habe, wurde ich noch vorgewarnt, dann habe ich es gleich vergessen und bin prompt am Unteren Markt mittenrein geraten — Faschingsbeginn in Würzburg. Der Jahrtausendfasching hat gestern um 11.11 Uhr begonnen, genauso wie mein Ausschlag. Und an diesem denkwürdigen Tag wurde — eingekeilt zwischen Schlecker und Forum — das neue Prinzenpaar Claudia IV. und Armin I. verkündet. Und Prinz Armin hat ja noch Zeit bis Aschermittwoch, um zu einer närrischen Stimmungskanone zu werden.

Wer es noch nicht gemerkt hat — ich kann Fasching nicht ausstehen.

11.11.11 - Würzburg

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Gebrannter Mandelsonntag

Heute ist wieder der alljährliche Mantelsonntag in Würzburg. Und in diesen Jahr kann der Bauer — oder mittlerweile allgemeiner: Konsument — endlich seinen Wintermantel kaufen. Und seine Wintersocken. Und die Winterdigitalkamera. Und den Wintergurkenhobel.

In diesem Jahr kann man auch Wintermäntel in die Stadt bringen. Das Bayerische Rote Kreuz macht am Theatervorplatz eine Drive-In-Kleidersammlung für die FairKauf-Kleiderläden in Würzburg, Kitzingen und Ochsenfurt.

Sonst kann man sich in vielen Läden in Würzburg wieder totshoppen. Die Häfelesmesse ist auf dem Marktplatz auch noch. Und das an einem Sonntag, was ja der Kirche ein Dorn im Auge ist. Der katholischen Kirche. Denn die evangelische Kirche juckt in Würzburg — knapp ein Viertel der Bevölkerung ist evangelisch — eh keinen, denn sonst hätte man den Mantelsonntag wohl nicht auf den Reformationstag gelegt — auch wenn er in Bayern kein gesetzlicher Feiertag ist. Der Stadtrat zickt für einen zweiten verkaufsoffenen Sonntag noch herum, aber das wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis er kommt. Aber lieber Stadtrat — wegen mir müsst ihr nicht hetzen. Ich werde zwar heute mal in die Stadt gehen, aber das mache ich an fast jedem verkaufsgeschlossenen Sonntag auch.

Eiswein und Regendorf

Wenn es nicht um Verkehr, Kultur und Architektur geht, ist der Würzburger schon eine harte Sau.

Als ich heute Abend bei gepflegter Februarwitterung über den Marktplatz heimwärts schlenderte, hatte ich erwartet, das Weindorf so gut wie menschenleer vorzufinden. Von wegen! Es war nicht gerade überfüllt, aber in den Hütten und Zelten saßen doch überraschend viele Menschen vor ihren Schoppen. Wobei ich vermute, dass heute beim Weindorf mehr Liter Propangas für die Heizpilze als Wein für die Gläser verbraucht wurde. Aber welchen Schrecken hat schon die Klimaerwärmung angesichts dieses Wetters.

Ich wäre in dem Regen und bei der Kälte auch gar nicht auf die Idee gekommen einen Schoppen zu trinken, doch ich habe Schreibmaschine — etwas durchgefroren — beim Medienstammtisch getroffen. Dann hab ich doch noch einen getrunken, aber im Gegensatz zu den Medienmenschen selbst gezahlt. 😉

Wieder etwas gelernt: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur zu wenig zu trinken.