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U&D 2017: Leute wie die und ich

Über die gesamten vier Tage des Umsonst & Draussen 2017 in Würzburg habe ich Selfies mit Leuten gemacht, die ich kenne und mit denen ich zumindest kurz — oder auch ganz lang — geredet habe.

Zumindest habe ich das versucht, die Quote derer, bei denen ich das vergessen habe, ist leider nicht gering. Vielleicht bin ich im nächsten Jahr konsequenter … 🙂

Es war schon interessant, das mal zu dokumentieren. Ich schreibe ja schon jedes Jahr, dass ich viele Konzerte auf dem U&D verpasst habe, weil ich mich mit Freunden und Bekannten verquatscht habe. Nun weiß ich auch, warum … 😀

Danke an alle die treffen durfte — es war mit ein Fest! 😀

Erster Stau am neuen Zeller Bock

Am Sonntag pilgerten einige tausend Menschen in die Zellerau, und warum? Um eine Straße anzuschauen. Wie irre muss man sein, so etwas zu machen?

So viele Fußgänger wird man am Zeller Bock so schnell nicht mehr sehen.
So viele Fußgänger wird man am Zeller Bock so schnell nicht mehr sehen.

Natürlich bin auch auch zum Zeller Bock gegangen. Der soll am Donnerstag nach 2218 Tagen wieder eröffnet werden und die Zellerau endlich wieder mit dem nordwestlichen Landkreis Würzburg verbinden — und umgekehrt. Ein Meter der sanierten Strecke kostete etwa 25000 Euro.

Darum gab es am Sonntag ein Straßenfest, mit Musik und unzähligen Fress- und Trinkständen entlang des Zeller Bocks. Nur hatte ich nach etwa 250 000 Euro keinen Bock mehr, mich im Schneckentempo den langen Berg hochzuquälen, den heißen Atem der Besucher hinter mir in meinem Nacken.

Dann habe ich also wieder umgedreht — was gar nicht so leicht war — und bin lieber in Richtung Bürgerbräu-Gelände gegangen. Vorbei an einem kotzenden Ziegenbock — oder was immer da als Figur aufgestellt war.

Entweder streckt dieser Bock die Zunge raus oder er übergibt sich. Beides wäre nicht sehr schön.
Entweder streckt dieser Bock die Zunge raus oder er übergibt sich. Beides wäre nicht sehr schön.

Auf dem Bürgerbräu war es zwar auch voll, aber nicht so arg. den Auftritt von Karo habe ich leider verpasst, den Mucho-Mojo-Blues durfte ich noch mitnehmen. Und ewig lange in der Schlange anstehen, um einen Kaffee zu holen — die 87 Bar ist wohl einfach nicht für solche Menschenmassen ausgelegt.

Ein bisschen in den Fin-Ger geschaut, kurz mit Moggadodde und Rööö geplaudert, ein wenig über das Gelände geschlendert. Und dann wieder heim. Mal schauen, ob meine erste Autofahrt über den Zeller Bock etwas weniger lang dauern wird.

 

Wolfgang Mainka: Von Mäusen, Ratten und Priestern

Von Mäusen, Ratten, Priestern und Nachtwächtern

Dominik-Cam
Dominik-Cam

Aus dieser Perspektive hat Dominik die Lesung von Wolfgang Mainka und Cornelia Boese verfolgt. Dominik ist eine Kirchenmaus und einer der Protagonisten in Mainkas neuem Buch “Von Mäusen, Ratten und Priestern.”

Cornelia Boese und Wolfgang Mainka.
Cornelia Boese und Wolfgang Mainka.

Das InstiDUTT hat am Freitag zu einer Lesung in der Villa Jungnikl geladen, bei der Nachtwächter Mainka Stellen aus seinem Buch zum Besten gibt, unterstützt von “Mäus-Voice” Cornelia Boese. Und es war ein wundervoll warmer Frühlingsabend, was den Vorteil hatte, dass die Lesung spontan auf die Terasse verlegt wurde — und gleichzeitig den Nachteil, dass wohl viele potenzielle Gäste liebe in den Biergärten, am Grill oder auf der Alten Mainbrücke blieben, als den Weg auf das Bürgerbräu Gelände zu nehmen.

“Von Mäusen, Ratten und Priestern” wird vom Echter-Verlag als Krimi bezeichnet, wobei Wolfgang Mainka selbst das abschwächt. Das Buch handelt von den Mäusen, die im Dom und anderen Würzburger Kirchen leben, von einem weinverliebten Priester, von einem weinwundertätigen Kelch — und ja, dessen Diebstahl das Verbrechen in dem Buch ist –, einer Stockholm-Syndrom-verursachenden Ratte, Trittbrettfahrern, Kammerjägern und und und.

Den vorgelesenen Stellen nach klingt das nach einem unterhaltsamen Buch, dessen Logiklöcher völlig nebensächlich sind, da es mehr um den Spaß mit den unterfränkischen Menschen und Mäusen geht. Ich werde es mal lesen — und die fränkischen Dialoge mit laut im Kopf vorlesen. Dann klingt es besser! 😉

Das Buch gibt es unter anderem da gedruckt zu kaufen

oder als EBook.

U&D 2014: Freu, freu – heul, heul

Morgen beginnt das Umsonst & Draussen-Festival in Würzburg und im Grunde freue ich mich wie Bolle darauf. Gute Musik — aus der Region oder über den lokalen Tellerrand hinaus –, ein interessantes Rahmenprogramm und vor allem einen ganzen Haufen nette Menschen, auf die ich treffen werde.

Das Care-Paket des Umsonst & Draussen.
Das Care-Paket des Umsonst & Draussen.

Vom Umsonst & Draussen-Verein habe ich in diesem Jahr ein ganzes Paket — im Briefumschlag — geschickt bekommen: Backstage-Bändchen, Programm, einen persönlichen Brief und eine Parkerlaubnis, die ich als Straßenbahnmitfahrer eh nicht brauche. Wäre nicht nötig gewesen, aber gefreut habe ich mich darüber trotzdem.

Doch hat das U&D in diesem Jahr einen Wermutstropfen für mich. Ach was, Tropfen — ein ganzes Hektoliterfass vom Wermut!

Ich kann in diesem Jahr kaum mal auf die Mainwiesen gehen. Das hat teils familiäre, vor allem aber berufliche Gründe. Riesenmist, das ärgert mich wirklich sehr! 🙁  Aber beruflich kann ich leider nichts ändern, es krankt an einer Mischung von Gründen aus Urlaubszeit, Fußball-WM und einem Kollegen, der beim U&D auf der Bühne steht (was natürlich Vorrang hat! 😉 )

Das U&D ist nach wie vor für mich das kulturelle Highlight des Jahres in Würzburg — dem die Schlankheitskur im letzen Jahr sehr gut getan hat. Ich werde versuchen, jede Minute, in der ich auf den Mainwiesen sein kann — was der Donnerstag und Sonntagabend sein wird –, zu genießen. Und vielleicht nehme ich sogar mal die neue Kamera mit! 🙂

Habt ihr wenigstens mehr Spaß auf dem U&D (zeitlich gesehen), trinkt das Festival fleißig ins finanzielle Plus — und vielleicht sehen wir uns ja sogar kurz.

Meine Empfehlungen in aller Kürze gab es schon auf dem Tumblr-Blog des Umsonst & Draussen zu sehen (Danke U&D,  dass ihr auch den Vorspann veröffnetlicht habt, der war eigentlich nur für euch gedacht 😉 ), der Twitter-Hashtag ist #udwue, Musik von U&D-Künstlern gibt es die Tage rund um die Uhr im Radio Würzblog, alles andere ergibt sich! 🙂

My favourite tracks: Finales Finale

Traurige Nachricht: Es wird keine weiteren Folgen der Musiktalkshow “My favourite tracks” mehr geben. Dennis Schütze beendet am Dienstag, 7. Januar 2014, um 20 Uhr im Tiepolo-Keller die neunte und finale Staffel einer meiner liebsten Veranstaltungen in Würzburg.

Ja, leider ist es so! Nach 8 Jahren, 51 Ausgaben mit 52 Gästen und 520 Lieblingsliedern ist Schluss – letzter Gast ist Dennis selbst, im Gespräch mit seinem Musikerkollegen Stefan Hetzel. Bei 18 Abenden war ich selbst dort, bei vielen, vielen anderen ärgere ich mich heute noch, dass ich keine Zeit hatte. Und einmal war ich auch selbst Gast bei My favourite tracks — wenn auch nur als Ersatzmann für die verhinderte Hannelore Vogt von der Stadtbücherei.

In seiner Rundmail zum Jahreswechsel schrieb Dennis Folgendes:

[…] Seit 2005 habe ich bei MFT mehr als 50 Gäste interviewt, sie haben ihre allerliebsten Musikstücke vorgestellt und von ihrer Arbeit in und um die lokale und regionale Kultur berichtet. Als Gastgeber und Gesprächleiter habe ich dabei über die Jahre sehr viele interessante, mitreißende und unglaubliche Persönlichkeiten und noch viel mehr Geschichten kennenlernen und anhören dürfen. Einige seltsame und skurrile Erkenntnisse und Fakten über den lokalen und regionalen Kulturbetrieb/Kulturpolitik waren im Laufe der Zeit leider auch dabei. […]

Ach Dennis, ich danke dir für die acht Jahre MFT, in der ich viele Bekannte aus der Würzburger Kulturszene mal ganz anders und einige überhaupt einmal kennenlernen durfte. Und Dank auch an die Gäste für die viele Musik. Natürlich hat mir nicht jedes Lieblingslied selbst gefallen, aber die Lieder spiegelten immer auch ein Stück von der Geschichte des Menschen wieder.

Ich bin wirklich traurig, dass My favourite tracks zu Ende geht. Die Veranstaltungsreihe ist fast genauso alt wie das Würzblog und war ein ständiger Wegbegleiter. Es wird mir fehlen. 🙁

Gäste bei MFT:

  1. Lisa Kuttner
  2. Ralf Duggen
  3. Cornelia Boese
  4. Jochen Kleinhenz
  5. Renate Freyeisen
  6. Markus Westendorf
  7. Birgit Süß
  8.  Muchtar al Ghusain
  9.  Michael Hanf
  10. Roman Rausch
  11.  Mercedes Sebald
  12.  Rainer Appel
  13.  Ralf Thees
  14. Hermann Schneider 
  15. Bernd Kreußer 
  16. Markus Czygan 
  17. Markus Grimm 
  18. Lilia Petrichev 
  19. Eberhard Schellenberger
  20. Christian Kabitz
  21. Udo Walter (aka Ued) 
  22. Stefan Hetzel
  23. Manfred Kunz
  24. Thomas Wachter
  25. Berthold Kremmler
  26. Jutta Schmitt
  27. Peter Grethler 
  28. Horst Porkert
  29. Joachim Fildhaut
  30. Bettina Schmitz
  31. Magnus Kuhn
  32. Christian Kelle
  33. Matthias Hahn
  34. Christoph Rose
  35. Günter Huth
  36. Matthias Braun
  37. Johannes Engels
  38. Tilman Hampl
  39. Sebastian Fickert
  40. Dierk Berthel
  41. Claus Peter Berneth
  42. Rainer Reichert
  43. Eberhard & Hermann Drexler
  44. Peter Roos
  45. Charly Heidenreich
  46. Norbert Bertheau
  47. Wolfgang Schmock
  48. Jörg Meister
  49. Roland Breunig
  50. Joachim “Jojo” Schulz
  51. Ines Schwerd

[Nachtrag von Rööö]
Ich habe mal mein Archiv durchsucht und den Besuch von Ralf in Bildern gefunden:

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Vom Hidden-Track gibt es auch noch ein Video:

Winter Würzburg Dezember 2012

Wahnsinnswinter und Winterwahnsinn

Ein toller Wintertag war das heute in Würzburg, zumindest am Vormittag. Der Himmel blau, die Luft kalt und die Nase rot. Perfekt, um in der Stadt einkaufen zu gehen. Wenn da nicht die vielen Menschen wären. An den Adventswochenenden sollte man die Innenstadt wirklich meiden.

Denn für mich, der ich einfach nur von A nach B wollte, um Essen einzukaufen, waren diese besinnlichen Bummler ebenso wie die galoppierende Geschenkkäufer ein Qual.  Die einen schleichen einer unauflösbaren Fünferkette durch die Straßen und bleiben immer genau an der Stelle stehen, an der die Straße, Gasse oder der Durchgang am engsten ist. Die anderen rennen durch die Stadt, ohne nach links oder rechts zu schauen. Oder wenn sie nach rechts schauen, dann laufen sie gleichzeitig nach links. Und ganz toll ist es, wenn beide Gruppen aufeinander treffen — und ich mittendrin!

Naja, am Mainkai und auf der Alten Mainbrücke war nicht so viel los, da konnte ich in Ruhe ein paar Bilder knipsen — und dann die Innenstadt möglichst schnell wieder verlassen.

Charly Heidenreich

Charly Heidenreich bei My favourite tracks

Heute ist ein sehr freudiger und gleichzeitig sehr trauriger Tag. Die Freude ist, dass heute Abend Charly “Freakshow” Heidenreich zu Gast bei Dennis Schützes Musiktalkshow “My favourite tracks” ist. Die Trauer ist, dass ich heute Abend arbeiten muss. Dennis wird heute mit Charly plaudern und dessen zehn liebten Lieder anhören.

Wir haben Charly extra nicht als Gast zum 24-Stunden-Podcast der Würzmischung eingeladen, um da kurz vorher nicht eine Gegenveranstaltung in Sachen Talkshow aufzuziehen, dafür mag ich “My favourite tracks” viel zu sehr und lasse Dennis da gerne den Vortritt — aber Charly Heidenreich ist damit nicht von der Wunschgästeliste der Würzmischung gestrichen.

Charly Heidenreich ist eine der interessantesten und schillerndsten Menschen in Würzburgs Kulturleben, der mir schon ein Begriff war, bevor ich überhaupt nach Würzburg gezogen bin. Charly ist ein leidenschaftlicher Vertreter der Musikrichtung des Progressive- und Art-Rock. Und beeindruckt bin ich, dass er unermüdlich in diesem Bereich Konzerte und Festivals in Würzburg veranstaltet, egal wie wenig Besucher auch kommen mögen. Er ist von der Musik überzeugt und tritt für sie bis zum finanziellen Untergang ein — und das seit Jahrzehnten.

Ich wundere ich immer wieder, dass die Kulturpreise der Stadt Würzburg an Sopranistinnen — so gut sie auch sein mögen — verschwendet werden, die in Würzburg studiert und ein paar Jahre am Theater gesungen haben, als sie Leuten wie Charly Heidenreich zu geben, die sich seit über 30 Jahren den Arsch aufreißen, um Kultur in die Stadt zu bringen. Klar ist Progressive Rock nicht jedermanns Sache! Aber wenn man mal die Leute zählen sollte, die zum Beispiel Diana Damrau in Würzburg haben singen hören oder die, die ein von Charly veranstaltetes Konzert besucht haben, da bin ich mir ganz sicher, zu welchen Gunsten die Umfrage ausfällt — sicher nicht für den klassischen Gesang. Und man muss den Prog-Rock nicht mögen, aber ihm künstlerischen Anspruch abzusprechen, wäre in meinen Augen kulturelle Kurzsichtigkeit.

Ich hoffe, Dennis spricht mit Charly auch über diese Punkte. Die Musiktalksshow findet heute in Charlys Heimatbunker, dem Immerhin neben der Posthalle um 20 Uhr statt, der Eintritt ist frei. Und ich kann jedem nur ans Herz legen, die Gelegenheit zu nutzen und da hin zu gehen.

Julia Schramm auf dem Bundesparteitag der Piraten 2011. Foto von Tuxwurf, CC-BY-SA, http://www.flickr.com/photos/tuxwurf/5726510231/

erLesene Julia Schramm im Oktober

Julia Schramm
Julia Schramm bei Bundesparteitag der Piraten 2012.
Foto Ben de Biel, CC-BY-SA

Ach, das erLesen, auch wenn ich von Grombühl weg in die Sanderau gezogen bin, ist und bleibt es meine liebste Buchhandlung in Würzburg. Nicht nur weil man dort kompetent-menschlich bedient wird, sondern auch, weil sie neben Bücher verkaufen auch noch Ausstellungen oder Lesungen veranstalten.

Apropos Lesung: Am 19. Oktober 2012 um 20 Uhr könnte es im kleinen erLesen recht eng werden. Oder zumindest wäre es vermutlich voll, wenn die Lesung in diesen Tagen stattfinden würde. Denn Julia Schramm, ihres Zeichens Beisitzerin im Bundesvorstand der Piratenpartei Deutschland,  liest aus ihrem heute frisch erschienenen Buch “Klick mich: Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin” — nach dem aktuellen Terminplan des Random House-Verlags ist Lesung die sogar zweite in Deutschland und die erste in einer Buchhandlung.

Und das ist fast schade, denn wenn Frau Schramm schon länger mit ihren Lesungen durch das Land getingelt wäre, dann könnte sie geübt auf die Frage antworten, die mir (und vielen anderen Menschen vermutlich auch) auf den Lippen liegt: Von Kulturoligarchien sprechen , die “Freiheit der Gedanken” in Gefahr sehen und dann bei einem großen Verlag ein Buch veröffentlichen, was doch eigentlich nicht im Sinne des Parteiprogramms der Piraten sein kann? Wie geht das zusammen? Und ich meine diese Frage gar nicht beleidigend, polemisch oder zynisch — ich würde mir das wirklich gerne erklären lassen, so dass ich es auch verstehen kann. Denn nachvollziehen kann ich das bisher nicht, aber das kann sich an diesem Abend ja ändern.

Wer das Buch vorher lesen will, für den gibt es folgende Möglichkeiten:

Zwei nachträgliche Bemerkungen:
  1. Zum Buch selbst habe ich deswegen nichts geschrieben, weil ich es noch nicht gelesen habe. Und irgendwelche Rezensionen von Leuten die ich nicht kenne, will ich nicht nachbeten.
  2. Das erLesen bittet, da es wirklich sehr voll bei der Lesung werden kann (wer das erLesen nicht kennt — es ist ein wirklich kleiner Laden), dass man sich für die Veranstaltung anmeldet, also anrufen, E-Mail schreiben oder vorbeigehen.

Headerbild von Tuxwurf, CC-BY-SA
Bild im Artikel von Ben de Biel (den ich übrigens mal interviewt habe), CC-BY-SA